Innere Medizin kk: Polyurie

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Rebound Polyurie nach akutem Nierenversagen

Das Wichtigste[Bearbeiten]

Die  Polyurie ist ein eher seltenes, aber wichtiges, bisweilen lebensbedrohliches Krankheitssymptom.

Krankheitsnummer ICD Klassifikation[Bearbeiten]

R35        Polyurie

Definition, englische Bezeichnung und Abkürzungen[Bearbeiten]

Definition[Bearbeiten]

Vorsicht: Die Definition der Polyurie wird sehr uneinheitlich gehandhabt. Es gibt Grenzen bei Erwachsenen von > 2 Litern / Tag und > 3 Liter / Tag ohne Rücksicht auf das Körpergewicht.

Eine sehr enge Definition ist folgende. Sie hat den Vorteil auf das Körpergewicht bezogen zu sein. Eine schwere Polyurie beim Erwachsenen liegt vor, wenn die Urinausscheidung in 24 h mehr als 50 ml / kg Körpergewicht beträgt.

Beispiel: Patient mit 80 kg, Urinmenge in 24 h > 80 kg * 50 ml / kg = 4000 ml , dann liegt eine Polyurie vor.

Definition der Polyurie an Hand der Urinmenge bezogen auf das Körpergewicht
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 60 kg       >  3000 ml / Tag
 70 kg       >  3500 ml / Tag 
 80 kg       >  4000 ml / Tag 
 90 kg       >  4500 ml / Tag 
100 kg       >  5000 ml / Tag

Einteilungen[Bearbeiten]

  • Leicht schwer
  • kurzfristig anhaltend

Ätiologie Ursachen[Bearbeiten]

  • entgleister Diabetes mellitus
    • Blutzucker über der Nierenschwelle mit osmotischer Diurese durch Glukose im Urin
  • Polydipsie
  • Diuretikaeinnahme zb Furosemid, Torasemid, HCT,
  • Polyurie nach einem akuten Nierenversagen
  • Diabetes insipidus zentral oder renal
  • Nach Herzrasensanfällen durch vermehrte BNP Produktion
  • Alkohol - hemmt zentral die ADH-Ausschüttung
  • Coffein in hoher Dosis
  • Theophyllin in hoher Dosis
  • Lithiumtherapie
  • Nykturie (nächtliche Polyurie) bei Herzinsuffizienz (Ödem­ausschwemmung)
  • Hypercalcämie
  • selten bei chronischer Niereninsuffizienz
  • Bartter-Syndrom
  • Conn-Syndrom
    • Aldosteronüberproduktion der Nebennierenrinde
    • Durch die Hypokaliämie ausgelöste Ausbildung einer ADH-refraktären Tubolopathie mit Polydipsie und Polyurie (renaler Diabetes insipidus).

Siehe auch http://www.merckmanuals.com/professional/genitourinary-disorders/symptoms-of-genitourinary-disorders/polyuria

Epidemiologie Statistik Kosten[Bearbeiten]

Pathologie Pathophysiologie[Bearbeiten]

Symptome und Klinik[Bearbeiten]

Diagnostik[Bearbeiten]

  • Körpergewicht messen
  • Klinische Exsikkosezeichen überprüfen
  • Trinkmenge, Durstgefühl erfragen
  • Urinmenge stündlich messen
  • Flüssigkeits- und Salzeinnahme stündlich dokumentieren
  • Elektrolyte und Nierenwerte messen und im Verlauf weiter kontrollieren
  • Blutzucker, Urinzucker und Ketone im Urin messen
  • Alkoholspiegel messen
  • Medikamente überprüfen, insbesondere Diuretikagabe, Lithiumtherapie, Coffein und Theophyllin
  • Sonografie des Abdomens und des Herzens
  • EKG
  • Hypophysendiagnostik, ADH Spiegel
  • Durstversuch

Therapie[Bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten]

  • Ursache behandeln zb den Blutzucker normalisieren
  • Flüssigkeit und Salze quantitativ und angepasst intravenös ersetzen, solange die Polyurie besteht
  • intravenös oder nasal ADH geben
  • bei psychogener Polydipsie den Patienten zumindest vorübergehend sedieren und die Psyche kurzfristig abschalten zb mit Diazepam.

Verlauf und Prognose[Bearbeiten]

Fälle[Bearbeiten]

Geschichte der Krankheit[Bearbeiten]

Experten und Krankenhäuser[Bearbeiten]

Selbsthilfe[Bearbeiten]

Was kann ich als Betroffener selber tun ?[Bearbeiten]

körpergewicht messen, Trinkmenge messen, Urinmenge messen, Urinzucker messen. Die Polyurie ist ein bedrohliches Symptom und bedarf meist einer dringlichen stationären Versorgung.

Fragen und Anmerkungen[Bearbeiten]

Rebound Polyurie und ADH[Bearbeiten]

Kann man eine Rebound Polyurie nach einem akuten Nierenversagen mit der iv Gabe von AdH verkürzen und erfolgreich behandeln, ohne die Niere dadurch weiter zu schädigen ?

Ursache der Rebound Polyurie[Bearbeiten]

Worauf beruht eine Rebound Polyurie ? Auf einem vorübergehenden Schaden in der Niere, einem verminderten Ansprechen der Nieren auf ADH oder auf einer zu geringen ADH Produktion des Hypothalamus ?

Literatur[Bearbeiten]

Links[Bearbeiten]