Innere Medizin kk: Verfuegung

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Einleitung[Bearbeiten]

Viele ältere Menschen haben keine Angst vor dem Tod, sondern Angst ein Pflegefall zu werden und nicht mehr selbst für sich entscheiden zu können. Dies ist einer der Gründe, den eigenen Willen im Rahmen einer  Patientenverfügung festzulegen, solange man sich noch äußern kann.

Kurzer Text einer Verfügung[Bearbeiten]

Ein alter Patient mit einer Vielzahl von chronischen Erkrankungen legt Folgendes schriftlich fest:

Ich wünsche, falls ich nicht mehr selbst entscheiden kann, im Falle einer schweren Krankheit

  • keine Wiederbelebungsmaßnahmen ( Reanimation )
  • keine künstliche Ernährung
  • keine Beatmung
  • keine Dialyse
  • keine Operation.

Eine Behandlung mit Schmerz- und Beruhigungsmitteln, auch wenn sie mein Leben verkürzen sollte, wünsche ich ausdrücklich.

Gültigkeit[Bearbeiten]

Man kann diesen Text auch selber mit der Hand schreiben, mit dem eigenen Namen unterschreiben und einem Datum versehen. Dies ist rechtlich gültig.

Wo hinterleg ich das ?[Bearbeiten]

  • In meinem Geldbeutel
  • In meinem Dokumentenordner
  • Bei meinem nächsten Angehörigen oder beim Notar
  • im letzten Arztbrief dazufügen

Am Besten lässt man diesen Text bei den Diagnosen in den letzten Entlassbrief im Heimatkrankenhaus einfügen, denn dort kommt man bei einer Reanimation, einem Schlaganfall oder einer sonstigen schweren Krankheit zur Aufnahme und die ersten Informationen, die nachgeschaut werden, sind immer die Diagnosen und Befunde im letzten Entlassbrief.

Außerdem sollte man den Text bei den nächsten Angehörigen und dem Hausarzt hinterlegen. Eine Kopie des letzten Entlassbriefes sollte man zusammen mit dem Text im Geldbeutel mit sich führen. Eine Bestätigung nach ein bis zwei Jahren durch eine erneute Unterschrift ist sinnvoll.

Schriftlich oder mündlich ?[Bearbeiten]

Die Verfügung sollte schriftlich erfolgen und nicht zu lang sein.

Mit den Angehörigen sollte man auch über das Thema reden, sich eine eigene Meinung bilden und kundtun. Auch eine mündliche Äußerung ist eingeschränkt rechtlich gültig, wenn sie nachweisbar mehrfach erfolgte und eine freie Willensäußerung ist.

Gesetzeslage in D[Bearbeiten]

Siehe Bürgerliches Gesetzbuch  BGB § 1901a Patientenverfügung

  1. (1) Hat ein einwilligungsfähiger Volljähriger für den Fall seiner Einwilligungsunfähigkeit schriftlich festgelegt, ob er in bestimmte, zum Zeitpunkt der Festlegung noch nicht unmittelbar bevorstehende Untersuchungen seines Gesundheitszustands, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt oder sie untersagt (Patientenverfügung), prüft der Betreuer, ob diese Festlegungen auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zutreffen. Ist dies der Fall, hat der Betreuer dem Willen des Betreuten Ausdruck und Geltung zu verschaffen. Eine Patientenverfügung kann jederzeit formlos widerrufen werden.
  2. (2) Liegt keine Patientenverfügung vor oder treffen die Festlegungen einer Patientenverfügung nicht auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zu, hat der Betreuer die Behandlungswünsche oder den mutmaßlichen Willen des Betreuten festzustellen und auf dieser Grundlage zu entscheiden, ob er in eine ärztliche Maßnahme nach Absatz 1 einwilligt oder sie untersagt. Der mutmaßliche Wille ist aufgrund konkreter Anhaltspunkte zu ermitteln. Zu berücksichtigen sind insbesondere frühere mündliche oder schriftliche Äußerungen, ethische oder religiöse Überzeugungen und sonstige persönliche Wertvorstellungen des Betreuten.
  3. (3) Die Absätze 1 und 2 gelten unabhängig von Art und Stadium einer Erkrankung des Betreuten.
  4. (4) Niemand kann zur Errichtung einer Patientenverfügung verpflichtet werden. Die Errichtung oder Vorlage einer Patientenverfügung darf nicht zur Bedingung eines Vertragsschlusses gemacht werden.
  5. (5) Die Absätze 1 bis 3 gelten für Bevollmächtigte entsprechend.