Innere Medizin kk: Vergiftungen

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Allgemeines zu Vergiftungen[Bearbeiten]

Ärztliche Meldepflicht[Bearbeiten]

Das Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Chemikaliengesetz - ChemG) verpflichet im § 16e(2) Ärzte zur Mitteilung von Vergiftungen und Verdachtsfällen an das Bundesinstitut für Risikobewertung:

Wer als Arzt zur Behandlung oder zur Beurteilung der Folgen einer Erkrankung hinzugezogen wird, bei der zumindest der Verdacht besteht, dass sie auf Einwirkungen gefährlicher Stoffe, gefährlicher Gemische, von Erzeugnissen, die gefährliche Stoffe oder Gemische freisetzen oder enthalten, oder von Biozid-Produkten zurückgeht, hat dem Bundesinstitut für Risikobewertung den Stoff oder das Gemisch, Alter und Geschlecht des Patienten, den Expositionsweg, die aufgenommene Menge und die festgestellten Symptome mitzuteilen. Die Mitteilung hat hinsichtlich der Person des Patienten in anonymisierter Form zu erfolgen.

Vergiftungen können entweder durch Übersendung der anonymisierten Arztbriefe und Befunde gemeldet werden oder mit dem „BfR-Formular für Mitteilungen von Vergiftungen nach § 16e Abs. 2 des Chemikaliengesetzes“.

Epidemiologie[Bearbeiten]

Durch die deutschen Giftinformationszentren (GIZ) werden derzeit jährlich rund 200.000 Expositionsfälle (Vergiftungen und Verdachtsfälle) beim Menschen erfasst und in unterschiedlicher Form ausgewertet. Beispielhaft sei auf die Auswertung des GGIZ in Erfurt und die Jahresberichte des GIZ-Nord in Göttingen verwiesen.

Auf der Grundlage der Meldepflicht publiziert das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Berichte über "Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen".

Es soll ein Nationales Monitoring von Vergiftungen in Deutschland (Nationales Vergiftungsregister) aufgebaut werden.

Vorbild kann das National Poison Data System (NPDS, früher TESS) sein, mit dem Informationen von 55 Giftinformationszentren der USA erfasst und ausgewertet werden. Jedes Giftinformationszentrum übermittelt anonymisierte Falldaten an NPDS. Diese Fallinformationen werden nahezu in Echtzeit auf NDPS hochgeladen.



Noxen und Antidote[Bearbeiten]

Noxe                           Antidot
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Benzodiazepine                 Flumazenil
Digitalis                      Digitalis-Antitoxin
Eisenverbindungen              Deferoxamin
Neuroleptika                   Biperiden
Opiate                         Naloxon
Paracetamol                    N-Acetylcystein
trizyklische Antidepressiva    Physostigmin
Ethylenglykol Ethanol,         Fomepizol
Kohlenmonoxid                  Sauerstoff
Methanol Ethanol,              Fomepizol
Methämoglobinbildner           Toluidinblau
Organophosphate                Atropin,Obidoxim
Schwermetalle                  Dimercaptopropansulfonsäure (DMPS)
Cyanide                        Dimethylaminophenol (4-DMAP), Hydroxocobalamin

Links zu Antidoten[Bearbeiten]

  • Florian Eyer, Christian Rabe in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für klinische Toxikologie (GfKT). Antidotarium. ROTE LISTE - Offizielle Liste der in Deutschland zugelassenen Antidote
  • Antidote bei Vergiftungen 2018/2019. BAG-Bulletin 6 vom 5. Februar 2018 - Liste der Antidote der Arbeitsgruppe «Antidota» von Tox Info Suisse, des Vereins der Schweizerischen Amts- und Spitalapotheker (GSASA) und der Armeeapotheke
  • Wichtige Antidota und Notfallmedikamente. Auswahl GIZ-Nord
  • Herbert Desel & GIZ-Nord. Antidote - umfassende Liste (Antidotes - Comprehensive List). GIZ-Nord Göttingen
  • "Bremer Liste": Antidota im Rettungsdienst. GIZ-Nord Göttingen
  • Liste der Antidote. Ralf Rebmann Stand: 21. Oktober 2007 - es handelt sich um eine nicht autorisierte Liste