Innere Medizin kk: Zoster

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typische Zosterbläschen

 Herpes Zoster = Gürtelrose

Das Wichtigste[Bearbeiten]

  • Sekundärkrankheit nach Windpocken
  • tritt meist bei älteren Menschen oder bei immunsuprimierten Patienten auf
  • Rötung >> Bläschen >> Verkrustung + Schmerzen meist auf ein Nervengebiet ( Dermatom ) beschränkt
  • schnelle effektive Therapie mit Avyclovir oder Zostex sinnvoll, da die Postzosterneuralgie vermieden werden kann.
  • die Patienten sind im Bläschenstadium hochinfektiös, was meistens hygienisch nicht beachtet wird
    • Isolierung der Patienten eigentlich sinnvoll

Übersicht[Bearbeiten]

Erkrankungen durch Herpesviren

Virus                  Abk  Primärinfektion                                Reaktivierung  
--------------------------------------------------------------------------------------------
Herpes-simplex-Virus 1 HSV1 Gingivostomatitis herpetica, Herpes labialis   Herpes labialis  
Herpes-simplex-Virus 2 HSV2 Herpes genitalis                               Herpes genitalis  
Varicella-zoster-Virus VZV  Varizellen (Windpocken)                        Herpes zoster
                                                                           (Gürtelrose)  
Epstein-Barr-Virus     EBV  Infektiöse Mononukleose (M.Pfeifer)            Exantheme, 
                                                                           Lymphome  
Zytomegalie-Virus      CMV  Zytomegalie bei Neugeborenen,                  Pneumonie bei 
                                                                           Immundefizienten

Titel Krankheitsnummer (ICD)[Bearbeiten]

Definition engl Bezeichnung + Abkürzungen[Bearbeiten]

Einteilungen[Bearbeiten]

Ätiologie Ursachen[Bearbeiten]

Epidemiologie Statistik Kosten[Bearbeiten]

Herpes Zoster Fälle, stationär im Krankenhaus, Deutschland[Bearbeiten]

Jahr                       2008   2007   2006   2005   2004   2003   2002   2001   2000
-----------------------------------------------------------------------------------------
B02 Zoster [Herpes zoster] 17057 16800 15.521 14.529 14.008 12.833 12.674 12.195 11.438 
B02.0 Zoster-Enzephalitis    374   316    291    272    269    230    241    256    272 
B02.1 Zoster-Meningitis      259   226    219    214    168    171    119    128    114 
B02.2 Zoster +              6471  6290  6.309  5.821  5.338  5.520  4.701  3.924  2.870 
Beteil. anderer Abschnitte des Nervensystems 

Pathologie Pathophysiologie[Bearbeiten]

Symptome und Klinik[Bearbeiten]

Diagnostik[Bearbeiten]

Die Diagnose der Gürtelrose ist meist einfach zu stellen, wenn man daran denkt.

Therapie[Bearbeiten]

Bei der Zosterbehandlung sollen in erster Linie die Schmerzen des Patienten soweit wie möglich gelindert werden. Um die Ausdehnung und Dauer der Hautveränderungen zu begrenzen und eine persistierende Schmerzsymptomatik nach Abklingen des Hautausschlages (postzosterische Neuralgie) zu verhindert, ist es wichtig auch systemisch zu behandeln. Damit wird auch anderen akuten sowie chronischen Komplikationen (z.B. Meningitis) vorgebeugt.

Symptomatische Therapie des Zosters[Bearbeiten]

  • Abhängig vom Stadium des Exanthems wird lokal entweder austrocknend und antiseptisch (z.B. feuchte Umschläge, Lotio alba, Vioform-Zinkschüttelmixtur) oder krustenlösend behandelt. Zur Zeit gibt es noch keine Lokaltherapie, die nachgewiesen antiviral wirksam ist.
  • In jeder Phase der Erkrankung muss durch Gabe von Analgetika dafür gesorgt werden, dass der Patient schmerzfrei ist.

Antivirale Therapie[Bearbeiten]

Komplikationslos heilt ein umschriebener Zoster der Haut am Stamm und an den Extremitäten nur bei jungen Personen ohne Risikofaktoren aus. In der Regel findet dies auch ohne spezifische antivirale Therapie statt. Allerdings wird sowohl der Heilungsverlauf als auch die Gesamtdauer der Erkrankung durch eine antivirale Therapie verkürzt.

  • Indikationen zur antiviralen Therapie:

- bei Patienten > 50. Lebensjahr - bei Zoster im Kopf-Hals-Bereich, jedes Lebensalter - bei schwererm Zoster am Stamm und an den Extremitäten - bei immunsupprimierten Patienten - bei Patienten mit Ekzemen oder bekannter Dermatitis atopica - bei Kindern und Jugendlichen unter Dauertherapie mit Salizylaten oder Kortikosteroiden

  • Medikamente:

- Aciclovir (intravenös) bei schwerem Krankheitsbild, insb. bei Immunsupprimierten - Aciclovir (oral) - Valaciclovir (oral) bei Immunkompetenten - Famiciclovir (oral) insb. bei Zoster ophthalmicus und Immunsupprimierten ab dem 25. Lebensjahr

Weitere Therapie[Bearbeiten]

Bei schweren Verläufen: zusätzlich Hyperimmunglobuline und Interferon-Beta zum Einsatz. Bei postzosterischer Neuralgie : Koanalgetika (z.B. Antikonvulsiva, trizyklische Antidepressiva)

Übersicht[Bearbeiten]

Dosierung der Virustatika bei immunkompetenten Patienten

Arzneistoff                Tagesdosis bei oraler Gabe (mg)  
----------------------------------------------------------
Aciclovir     Zovirax      5 x 800     oder
Valaciclovir               3 x 1000    oder
Famciclovir   Famvir       3 x 250     oder
Brivudin      Zostex       1 x 125     oder

Therapiedauer 7 Tage

Acyclovir oral oder iv[Bearbeiten]

Brivudin Zostex[Bearbeiten]

Zostex 1 *1 Tablette / Tag

Vorsicht keine Kombination mit 5-FU[Bearbeiten]

Zostex darf nicht mit 5 FU Präparaten kombiniert werden !!

Komplikationen[Bearbeiten]

Komplikationen sind mit über 20 % der Fälle relativ häufig.

  • postherpetische Neuralgie (PHN)  Post-Zoster-Neuralgie
  • Zoster generalisatus,
  • Zoster ophthalmicus
  • Zoster oticus
  • Zoster-Meningitis selten
  • Zoster-Enzephalitis selten
  • Zoster-Myelitis

Risiko für Komplikationen oder schweren Verlauf[Bearbeiten]

Patientenmerkmal               Risikofaktoren  
-----------------------------------------------
Alter                          > 50 Jahre  
Immunschwäche                  HIV, Diabetes  
Immunsuppression               Einnahme immunsuppressiver Arzneimittel  
Lokalisation des Zoster        Kopf- und Nacken  
Hautläsionen                   Ausbreitung über mehrere Hautsegmente  
Schmerzen                      Starke Zosterschmerzen  
Herpes Zoster an der Brust

Verlauf und Prognose[Bearbeiten]

bei frühzeitiger Behandlung günstig

Fälle[Bearbeiten]

Geschichte der Krankheit[Bearbeiten]

Experten + Krankenhaeuser[Bearbeiten]

Selbsthilfegruppen[Bearbeiten]

Fragen,Anmerkungen[Bearbeiten]

  • Wie häufig ist eine Zostermeningitis im Vergleich zu anderen viralen Meningitiden ?
  • Wie häufig ist die Zostermeningitis ohne Zostereffloreszenz im Vergleich zur Zostermeningitis mit typischer Gürtelrose?
  • Wie sicher ist die Diagnostik der Zostermeningitis aus dem Liquor ?
  • Wie effektiv ist die Behandlung der Zostermenigitis mit Acyclovir ?
  • Wie aussagekräftig sind VZV AK im peripheren Blut ?
    • Nur etwa 3–4 % aller Frauen im gebärfähigen Alter haben keine Antikörper gegen Varizella-Zoster-Virus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kempf, W., Lautenschlager, S., Infektionen mit dem Varizella-zoster-Virus. Hautarzt 52 (2001) 359-376.
  • Kempf, W., Coradi, B., Lautenschlager, S., Herpes genitalis und Herpes zoster. Schweiz. Med. Forum Nr. 14 (2002) 324-330.
  • Osman, M. N., et al., A vaccine to prevent herpes zoster and postherpetic neuralgia in older adults. N. Engl. J. Med. 352 (2005) 2271.
  • Lilie, H. M., Wassilew, S. W., Herpes zoster: Frühe Therapie ist wichtig. Pharm. Ztg. 150, Nr. 20 (2005) 1782-1785.

Links[Bearbeiten]