Innere Medizin kk: peg

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PEG Sonde durch die Bauchhaut mit Halteplatte

 PEG = Magensonde durch die Bauchhaut gelegt.


PEG[Bearbeiten]

Definition[Bearbeiten]

  • PEG = Perkutane endoskopische Gastrostomie
    • Sondenende mündet durch die BAuchdecke im Magen, idealerweise im Corpus/Antrum
    • Im Magen kein schlauch, sondern nur HAltplatte mit Mündunsgende des Schlauches, der durch die Bauchdecke kommt


Sonderform[Bearbeiten]

  • Jet-PEG = „Jejunal-tube-through“-PEG
    • Endoskopische assistierte Führung einer liegenden PEG-Sonde ins Duodenum/Jejunum
    • Vorteil: tiefere Applikation der NAhrung, dadaurch potenziell geringeres Aspirationsrisiko retrograd bei enteraler Nahrung

Indikation[Bearbeiten]

MERKE: Die PEG ist für die Patienten gut, die essen wollen, aber nicht essen können. 

Alle im Oro/Hypopharynx/Larynx-Bereich Operierten (e.g. Larynxkarzinom) bzw bei passagerer (aber > 3 Wochen) zu erwarteneder schwerer Schluckstörung und Aspirationsgefahr z.b. beim akuten Schlaganfall ist eine PEG zur Umgehung der Passagestörung sinnvoll.

Umgekehrt gilt: Bei chronischer Dysphagie oder 'Ess-Schwäche', bei Dementen und bei Patienten, die aus anderen Gründen keinen Hunger mehr empfinden und nicht mehr essen wollen, ist die PEG nicht indiziert. Bei multimorbiden Patienten, die auch nicht selbstständig ihren Willen äußern können, ist die Anlage einer PEG immer zurückhaltend mit den Angehörigen diskutieren, als lebensverlängernde Maßnahme.

Bei (noch) gutem AZ und einer aber schweren Dysphagie, z.b. bei Parkinson-Patienten, gilt es im Einzelfall zu diskutieren, ob eine PEG auf Dauer Sinn macht oder nicht.

Anlage[Bearbeiten]

Die Anlage erfolgt endoskopisch assistiert mit zwei Untersuchern, einem Operateur, der steril agiert und einem Endoskopiker.

Ablauf:

  • Vorpspiegeln bis in den Magen und ausreichend Luftinsufflation, Platzierung des Endoskops c.a. 3-5cm proximal von geplante Punktionsstelle
  • Hierdurch Diaphanoskopie durch die Beuchdecke möglich
  • sterile Punktion des Magens und Einführen des Fadens
  • von Innen wir der Faden mittels Zange gefasst und über den Mund wieder herausgezogen, ein Ende schaut jetzt zum Mund heruas, das andere durch die Bauchdecke.
  • der Endoskopiker fixiert nun die Haltplatte der Sonde und führt sie vorsichtig oral ein und bringt sie mittels GAstroskop wieder in den Magen
  • durch Zug am sterilen Fadenende durch Bauchwand wird die Sonde durch die Punktionsstelle aus dem MAaen nach außen gezogen und mit der Gegenplatten an der Haut fixiert, von Innen gibt es eine telleförmige Abschlussplatte
  • Dokumentation der Lage im Magen mittels Bild und Beenden der Untersuchung

Fehlerquellen und Probleme:

  • Mit der Nadel ins Endoskop zu stechen ist keine gute Idee
  • Verletzung und Perforation der Magenwand

Management auf Station und im Alltag[Bearbeiten]

  • nach Neuanlage
    • Sonde muss täglich mobilisiert werden in den ersten 7-10d: ca. 2–3 cm reinwärts und wieder zurück, sowie Drehung um 360 Grad
Vorsicht:  Jet-PEG  darf  nicht  gedreht  werden, sonst  Dislokation  besteht
  • Verbandswechsel: täglich steriler Verbandswechsel in den ersten 7-10d
  • Kostaufbau:
    • 6 h nach Anlage Flüssigkeit (z.B. bis zu 5 x 50 ml Wasser/Tee)
    • 1. post-OP Tag: Sondennahrung (z.B. halber Beutel auf 20 ml/h mit Pumpe), je nach Reflux und Verträglichkeit Laufraten-Steigerung
    • Bedarf berechnen:
Energiezufuhr ca. 25 kcal/ kgKG/d bei Bettruhe
bei massiv adipösen Patienten: 30-35 kcal/ kg KG/d, 
  • Während Kostaufbau ggf Energiedefizit mittels Pareenteraler Ernährung ausgleichen
  • Dauerbetrieb
    • Pflege:
      • Nach Wundheilung (nach c.a. 7-10d) Verbandswechsel alle 2-3d (steril)
      • Nach vollständiger Abheilung und Granulation des Kanals (nach c.a 2-4 Wochen) eigentlich kein Verband mehr erforderlic, keine intensive Wundpflege , äußere Haut mit Wasser/Kochsalz-Lsg und milder Seife
  • Bestückung
    • Nach Medikamentengabe immer gut Spülen,d amit Schllauch nicht verklebt

Medikamente über die Sonde[Bearbeiten]

MERKE: Nicht jedes Medikament kann man mörsern, um es über die Sonde zu verabreichen, aufgrund von retardierter Freisetzung

file:///C:/Users/HOFFMA~1/AppData/Local/Temp/teilbarkeit_von_medikamenten-spitalapotheke-ksa.pdf

häufige Probleme[Bearbeiten]

  • Sondendislokation
    • idR Neuanlage endoskopisch nötig
  • Gastroösophagealer Reflux und Aspiration
    • Oberkörper bei NAhrungsgabe hoch
    • potentielle MAgenentleerungsstörung beheben
    • JET-PEG


  • Diarrhö
    • Laufrate reduzieren
    • andere Ursachen für Durchfall ausschließen
  • Elektrolytstörungen
  • Entzündung/Infektion der Einstichstelle
  • Wildes Fleisch

Standard Arztbrief[Bearbeiten]

  • PEG-Anlage

Die endoskopische Anlage der PEG erfolgte problemlos. Anschließend wurde ein täglicher Verbandswechsel sowie nach drei Tagen eine Mobilisation der Sonde durchgeführt. Die Wunde zeigte sich zu jeder Zeit reizlos. Der Kostaufbau über die Sonde erfolgte schonend über mehrer Tage in kleinen Boli im Wechsel mit Tee/Wasser und wurde gut vertragen/Leider kam es zu wiederholten Durchfällen, weshalb wir einen Wechsel auf eine andere Nahrung versuchten /kam es zu einer Erhöhung der Entzündungsparameter mit Verdacht auf Peritontits/ kam es zu Erbrechen und v.a. Aspiration. Empfehlung: noch Verbandswechsel noch für 10 Tage täglich, dann bei reizlosen Verhältnisse alle 2-3tage. Bei Medikamentengabe über die Sonde bitte wir die jeweiligen Angaben zu beachten und hernach bedarfsangepasst mit Wasser zu spülen.

Fragen[Bearbeiten]

Wann ist eine Verlängerung einer PEG sinnvoll ? Wie bewährt sich die Verlängerung ?

  • Die Verlängerung ins Jejunum verstopft sehr schnell und macht oft Probleme.

Deswegen vorher versuchen

  • Diskontinuierliche Beschickung der PEG und
  • Sitzende Position
    • um Reflux zu vermeiden.

Gibt es eine primäre PEJ ?

Was kann man gegen die Durchfälle bei Sondennahrung machen ?

  • Dosis reduzieren und mit schwarzem Tee verdünnen
  • Fres.Energy fibre scheint sich zu bewähren

Literatur[Bearbeiten]

Links[Bearbeiten]