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Japanisch/ Hanafi-Kurs: Lektion E1

Aus Wikibooks

Willkommen in Japanisch/ Hanafi-Kurs! Damit es äußerst schnell geht, fangen wir ohne Vorwort direkt an. Wie liest man einen japanischen Satz? Dies ist ein normaler japanischer Satz ("Der Lehrer tritt in den Klassenraum ein."):

先生は教室に入ります。

Ein Erstklässler würde dies aber so schreiben:

せんせいはきょうしつにはいります。

先生は (der Lehrer) wurde zu せんせいは, 教室に (dem Klassenraum) zu きょうしつに und ります(...tritt ein) zu はいります. Die vorderen Schriftzeichen sind die berühmten Kanjis. Die Mehrheit von diesen sehen genauso aus wie eine chinesische Schrift (Hanzi) und auch andere ähneln sich mit einer entsprechenden chinesischen Schrift. Diese stammen aus China und wurden nur geringfügig vereinfacht. Da die Anzahl dieser Zeichen enorm ist, werden sie in dieser Lektion nicht behandelt.

So sieht die alphabetische Umschreibung aus (Leerzeichen eingefügt, für mehr Übersichtlichkeit):

sensei wa kyoushitsu ni hairimasu.

Die Schrift für "wa" heißt eigentlich "ha", aber nur bei diesem Gebrauch wird sie "wa" ausgesprochen.

In dieser Lektion wird es immer eine alphabetische Umschreibung geben und hier gibt es sowieso keinen Grund zum Büffeln, aber für die Interessierten gibt's hier eine Liste aller Hiraganas (japanische phonetische Schriften):

Vokale: あa, いi, うu, えe, おo

Spezielles Zeichen für eine Pause: っ

Vokalkombinationen
Gemeinsamer Konsonant mit a mit i mit u mit e mit o mit ya mit yu mit yo
k かka きki くku けke こko きゃkya きゅkyu きょkyo
g がga ぎgi ぐgu げge ごgo ぎゃgya ぎゅgyu ぎょgyo
s(scharf) さsa しsi(wie s in sprechen) すsu せse そso しゃsya しゅsyu しょsyo
z(wie s in sein) ざza じzi(wie dsch in Dschungel) ずzu ぜze ぞzo じゃzya じゅzyu じょzyo
t たta ちti(wie tsch in tschüs) つtu(wie z in zu) てte とto ちゃtya ちゅtyu ちょtyo
d だda ぢdi(das gleiche wie じzi) づdu(das gleiche wie ずzu) でde どdo ぢゃdya ぢゅdyu ぢょdyo
n なna にni ぬnu ねne のno にゃnya にゅnyu にょnyo
h はha ひhi ふhu へhe ほho ひゃhya ひゅhyu ひょhyo
b ばba びbi ぶbu べbe ぼbo びゃbya びゅbyu びょbyo
m まma みmi むmu めme もmo みゃmya みゅmyu みょmyo
y (wie j in jemand) やya ゆyu よyo
r (wie im bayrischen Dialekt) らra りri るru れre ろro りゃrya りゅryu りょryo
w (wie im Englischen) わwa をo(das gleiche wie おo)

Konsonantenzeichen für n am Ende: ん

Alle Ausnahmen der Aussprache des Konsonanten mit dem Vokal i gilt auch für dessen Kombinationen mit den Zeichen ゃ, ゅ und ょ

Das japanische u klingt wie ein Zwischending zwischen u und ü. Die Vokale i und u werden vor allem am Wortende, aber auch zwischen zwei stimmlosen Konsonanten, kaum hörbar oder gar nicht gesprochen. So wird aus dem verbreiteten männlichen Vornamen "Yukinori" etwa "Jük'nor'".

Das japanische r ist weder ein deutsches r noch - entgegen verbreiterer Gerüchte - ein bayrisches r und auch kein l. Jedoch kommt es dem bayrischen, also dem Zungen-r am nächsten, allerdings "schlackert" die Zunge nur ein einziges Mal. Wie bildet man diesen Laut? Man forme den Mund so, als wolle man in einer Oper ein langes, lautes "Ooooh" singen. Dann führt man lediglich die Zungenspitze leicht gegen den oberen Gaumen, ein wenig hinter den Zähnen. In dieser Position sollte beim Ausatmen nun die Luft frei ausströmen können, ohne einen hörbaren Laut zu erzeugen. Nun hebt man nach und nach den Rest der Zunge gegen den Gaumen. Meist entstehen dabei zunächst bloß merkwürdige, zischende Geräusche, wenn man kräftig und lang ausatmet. Jetzt löst man die Zungenspitze mit viel Spannung in der Zunge ganz langsam vom Gaumen. Oft ist es hilfreich, die Zungenspitze dabei langsam auch nach rechts und links zu bewegen und überhaupt mit der Zungenspannung und der Position zu spielen. Irgendwann findet man einen Punkt, an der die Zunge von ganz alleine zu vibrieren beginnt. Diese Übung sollte man mit dem Ziel wiederholen, die Spannung im gesamten Mundbereich zu reduzieren und das Vibrieren modulieren zu können. Wenn dieser Klang sich wie ein bayrisches oder gar fränkisches r anhört, kommt der letzte, vergleichsweise einfache Schritt. Aus der statischen Zungenposition zum Erzeugen des Zungen-r muss noch eine dynamische Bewegung während des Sprechvorgangs werden so, dass es genau eine hörbare Vibrationsbewegung dabei gibt. Zur Übung hilft der Laut "Oore", wobei das o offen sein sollte, das r gerollt und das e kurz. Die Mundbewegung entspricht dabei tatsächlich fast dem wie beim Namen "Ole", nur dass eben das l ein einmal gerolltes r sein muss. Geschafft!

Falls es partout nicht klappen will, kann man sich auch über das d herantasten. Die Zungenposition am Gaumen entspricht jedoch wiederum der oben beschriebenen Übung, und die Zunge muss immer noch vibrieren. Manchen Menschen fällt diese Herangehensweise leichter.