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Kleiner Führer zu Burgen, Schlössern und Rittersitzen: Aachen und die nördliche Städteregion: Haus Ober-Frohnrath

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Haus Ober-Frohnrath
Auf einen Blick
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Bauherr(en):
Bauzeit:
Architekturstil:
Geokoordinate: 50° 50' 45.14" N, 6° 2' 14.29" O

Überblick

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Haus Ober-Frohnrath, in alten Quellen auch Fronerothe oder Vroenrade, in jüngeren Veröffentlichungen auch Oberfronrath geschrieben, ist ein mittelalterlicher Adelssitz und ehemaliges kurkölnisches Lehen am Katzenpolsweg 6–10 in Aachen-Horbach.

Geschichte

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Die Ersterwähnung Ober-Frohnraths findet sich in den Jahrbüchern von Klosterrath (Annales Rodenses). Diese erwähnen Ober-Frohnrath zum Jahr 1112 als Haus Fronerothe im Kirchspiel Richterich.[1]

Ursprünglich besaß die rechteckige Anlage eine herrschaftliche Wohnung, eine geweihte Kapelle und vier Türme, von denen heute nur zwei an der Straßenfront erhalten sind. Noch Ende des 19. Jahrhunderts war es auf zwei Seiten von Wasser umgeben. Zum Haus gehörten 293 Morgen Land, in dessen Mitte das Haus lag.[1]

Zur Zeit des Kölner Erzbischofs Engelbert II. von Falkenburg kam Ober-Frohnrath zusammen mit anderen Gütern im Falkenburger und Limburger Land an Kurköln. Seit dem 14. Jahrhundert unterstanden diese Güter inklusive Ober-Frohnrath dann der kurkölnischen Lehnskammer zu Heerlen.

Im 15. Jahrhundert war der "Hove van Overstvroinraide" im Besitz von Roland von Obbendorp. 1477 gehörte Ober-Frohnrath dem Jülicher Erbmarschall Johann Hurth van Schoeneck zu Burg Ringsheim und dessen Ehefrau Johanna von Birgel. 1524 empfing ein "Junker Doin", Herr zu Burg Frankenberg, das Gut als Lehen.[2] Der "Doin" Genannte war Adam von Merode-Frankenberg, der neben der Burg Frankenberg auch die Vogtei über die Reichsabtei Burtscheid innehatte. Dessen Erbtochter Elisabeth von Merode genannt Frankenberg heiratete Hermann Rommeljans und Kastein aus dem Geschlecht der Herren von Buer. 1540 teilte Hermann das Erbe seiner Schwiegereltern mit anderen Erben. Er und seine Frau erhielten 500 Goldgulden und Ober-Frohnrath ("Hoff Erve ende Goet zu Vroenrade"), das die Eheleute verpachteten.[3]

Hermanns Urenkel Johann von Buer (1609–1647) und dessen Frau Maria Herren von Scheidt genannt Weschpfennig verkauften den Hof Ober-Frohnrath 1637 an den kaiserlichen Oberst Gottfried Freiherr von Friesheim und seiner Frau Katharina Amya. Gottfried war auch 1681 noch kurkölnischer Lehnsmann. 1738 wurde Ober-Frohnrath an den Aachener Bürgerhauptmann Johann von Thenen verkauft. Dieser vererbte das Haus an seine Nachkommen, die es noch 1885 besaßen.[2] Inzwischen ist das Gut seit vielen Jahrzehnten in Händen der Familie Hogen.

Beschreibung

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Der heutige, denkmalgeschützte, vierflügelige Gebäudebestand entstammt dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Nordflügel trägt die Jahreszahl 1646. Im 20. Jahrhundert wurde die Burg erneuert.


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Fußnoten

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  1. 1,0 1,1 Siehe [Heu1885], S. 295.
  2. 2,0 2,1 Siehe [Heu1885], S. 296.
  3. Eine Abschrift der Erbteilungsurkunde findet sich in Christian Quix: Schloss und Kapelle Bernsberg. Mayer, Aachen/ Leipzig 1831, S. 163–168 (Digitalisat).