Lederpflege

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Lederpflege, Polstermöbel

Leder als Bezugsmaterial von Polstermöbeln findet immer mehr Zuspruch. Leder weist aber auch naturbedingt Unregelmäßigkeiten durch Narben und Pigmentfehler auf. Solche Unregelmäßigkeiten können Dungstellen, Zeckenstiche, Mastfalten, aber auch Verletzungen durch Weidezäune oder Hörner anderer Rinder sein. Leder ist von Natur aus sehr strapazierfähig und langlebig. Trotzdem kommt es langfristig zu Verschleiß, Ausbleichungen, oder das Leder wird trocken und hart. Diesen Verschleißerscheinungen kann vorgebeugt werden, hierfür gibt es eine große Auswahl an Lederpflegemitteln auf dem Markt. Darüber hinaus kann Leder auch beschädigt werden: Flecken, Risse, Abschürfungen, Brandlöcher und Wasserschäden, sind die häufigsten Schäden. Verschleißerscheinungen kann jeder Besitzer einer Ledercouch selber verhindern, Beschädigungen des Leders bedürfen der Reparatur durch einen Fachmann.

Im Folgenden sollen einige Leder kurz erläutert und die Pflege und Reinigung dargestellt werden. Leder allgemein wird auf folgender Seite eingehend beschrieben: Leder Hier erscheint ein kurzer Abriss speziell über Leder, welches als Bezugsmaterial von Polstermöbeln zugerichtet wurde.

Glattleder[Bearbeiten]

Typ:[Bearbeiten]

Als Glattleder werden alles Leder bezeichnet, welche eine glatte, nicht aufgeraute oder angeschliffene Oberfläche besitzen. Qualitativ gute Leder sind durchgefärbt (Anilinleder). Qualitativ schlechtere Leder sind nur oberflächengefärbt (gedecktes Leder). Darüber hinaus gibt es auch das Semi-Anilin-Leder. Anilinleder erkennt man daran, dass Vorder- und Rückseite die gleiche Farbe besitzen. Bei diesem Färbeverfahren werden die Lederhäute in großen Trommeln (ähnlich der Waschmaschine) mit Färbemittel „gewaschen“. So dringt der Farbstoff das Leder durch und die Poren des Leders bleiben offen. Leder, welches mit diesem Verfahren gefärbt wurde, kann „atmen“, d.h. Körperwärme annehmen und Körperfeuchte aufnehmen. Der Effekt des „schwitzen“ im Sommer, bzw. des „frieren“ im Winter tritt nicht auf. Bei dieser Methode können nur die besten Häute verwendet werden, da sämtliche Unregemäßigkei-ten des Leders, wie z.B. Mastfalten, Zeckenstiche oder Dungstellen sichtbar bleiben. Ebenso ist die Lederoberfläche wenig geschützt und das Leder besonders empfindlich. Gedecktes Leder entsteht, wenn auf die fertig gegerbte Tierhaut oberflächlich Farbe aufgesprüht wird. Bei diesem Verfahren werde die Poren des Leders versiegelt und das Leder kann nicht mehr „atmen“. Diese Leder sind als Bezugsmaterial für Polstermöbel nicht zu empfehlen. Die am häufigsten als Bezugsmaterial für Polstermöbel eingesetzten Leder sind soge-nannte Semi-Anilin-Leder. Diese Leder werden erst durchgefärbt (Anilinleder) und anschließend mit einer dezenten Oberflächenversiegelung versehen. Bei diesem Verfah-ren werden kleinere Unregelmäßigkeiten überdeckt, sowie das Leder unempfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen gemacht. Gleichzeitig bleibt ein großer Anteil der Poren des Leders offen, so dass das Leder seine Atmungsaktivität behält. Der Grad der Überde-ckung, bzw. die Stärke der Oberflächenbeschichtung bestimmt wesentlich die Qualität des Leders.

Pflege:[Bearbeiten]

Zur regelmäßigen Pflege wird das Ledermöbel einfach mit einem weichen, trockenem Tuch abgestaubt. Sie können alternativ auch ein schwach angefeuchtetes Fensterleder verwenden. Zweimal im Jahr (am besten nach der Heizsaison) sollten Sie Ihre Ledermö-bel einer gründlichen Reinigung unterziehen. Hierfür wird Natur- oder Neutralseife in handwarmen, destilliertem Wasser aufgelöst und das Leder damit großflächig behandelt. Durch das Waschen geht die Imprägnierung verloren und muss daher mit einem Spezial-pflegemittel aufgefrischt werden. Hier gilt: Weniger ist mehr! Im Fachhandel gibt es auch spezielle Reinigungsmittel für Lederbezüge von Polstermöbeln, so kann auf die Anwen-dung von Natur- oder Neutralseife verzichtet werden. Bei sichtbaren Verschmutzungen sollte das Leder darüber hinaus mit einer milden Reinigungsmilch gereinigt werden. Anschließend ist es unbedingt notwendig, das Leder wieder zu imprägnieren, um Neuanschmutzungen zu vermeiden. Für spezielle Flecken, wie z.B. Schokolade, Kugelschreiber oder Blut-/ Eiweißflecken gelten spezielle Reinigungsmethoden, bzw. gibt es im Fachhandel spezielle Reiniger zu kaufen.

Velour- und Nubukleder[Bearbeiten]

Typ:[Bearbeiten]

Als Velour- und Nubukleder bezeichnet man Leder, welche auf Ihrer Oberfläche Rah, bzw. angeschliffen sind. Eine weitere Bezeichnung für diese Leder ist auch „Wildleder“. Der Vorteil dieser Leder wird allgemein im angenehmen, warmen Griff und in der weicheren, samtigen Oberfläche gesehen. Velour- und Nubukleder haben aber auch wesentliche Nachteile, so dass sie als Bezugsstoff für Polstermöbel nur selten zur Auswahl kommen. Diese Leder sind sehr empfindlich. Sie bleichen schneller aus und bekommen im Gebrauch schneller glänzende, speckige Flecken, da sich die feine aufgeraute Oberfläche zusammendrückt.

Pflege:[Bearbeiten]

Zur normalen Pflege genügt vorsichtiges Absaugen mit der Polsterdüse oder einem weichen Bürstenvorsatz. Besonders stark beanspruchte Stellen mit einer weichen Kleiderbürste oder einem Schwamm aufrauen. Zur gründlicheren Pflege reinigen Sie die Ledermöbel wie Glattleder, verwenden jedoch zur Imprägnierung keine Ledermilch, sondern ein Spray. Auch für Velour- und Nubukleder gibt es im Fachhandel spezielle Reiniger. Wichtig ist, dass das Leder nicht stark gerieben wird, sonder der Schmutz durch abtupfen aufgenommen wird. Anschließend muss dieses Leder neu angeschliffen, bzw. aufgeraut werden. Dies kann mit einer speziellen Bürste oder mit einem speziellen Reinigungstuch geschehen.

allgemeine Probleme[Bearbeiten]

In letzter Zeit rückt immer öfter das Problem des Farbabriebs auf hellen Ledergarnituren in den Vordergrund. Dieses Problem betrifft sowohl Glattleder, als auch Velour- und Nubukleder. Dieses liegt z.T. daran, dass helle Leder verstärkt im Trend liegen, anderer-seits aber evtl. auch daran, dass immer mehr Kleidungsstücke zum abfärben neigen. Diesem Problem kann man entgegenwirken, indem man das Leder mit einer sogenannten „Leder – Versiegelung“ schützt – auch hier gibt es im Fachhandel von verschiedenen Herstellern entsprechende Produkte.

Für die Reinigung und Pflege von Leder gibt es einen Grundsatz: Leder darf nie durchfeuchten und nie mit Lösungsmittelhaltigen Produkten gereinigt werden!

Informationen zur Lederpflege (1)

Informationen zur Lederpflege (2)

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