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Lehren, Lernen und Bildung metaphorisch verstehen/ Vorstellungen/ Bildung ist wie eine nie endende Abenteuerreise

Aus Wikibooks

Überblick

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Metapher Bedeutung
Die Individualität der Reise Die selbständige Bildungsentscheidung
Der temporäre Reiseleiter Der Lehrer
Ausrüstung und Taktiken Das Wissen, die Erfahrungen und Kompetenzen
Mühen und Pannen Anstrengung beim Lernen, Kritik an eigener Denkweise
Spaß Freude am Lernen und neuen Erfahrungen
Nie endende Reise Bildung hört nie auf, kehrt nie zum Ausgangspunkt zurück

Erläuterung

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Bildung gleicht einer niemals endenden Abenteuerreise. Der Reisende plant seine Reise individuell und persönlich und trifft die Entscheidungen über seine Reiseroute, seine Unternehmungen, die Begleitpersonen und seine Ausrüstung selbst. – Jeder trifft seine eigenen Bildungsentscheidungen und ist auch für seine Bildung persönlich und individuell – zumindest als Erwachsener – verantwortlich. Der Mensch auf seinem lebenslangen Bildungsweg entspricht dem Reisenden. Jeder kann grundsätzlich entscheiden, in welchen Bereichen und auf welche Art und Weise (z.B. mit welchem Tempo und mit welchem Aufwand, mit welchen Kosten) er sich bilden möchte.

Die Reise, bzw. Teilstrecken einer Reise, können entweder allein oder in einer Reisegruppe zurückgelegt werden. Teilweise reist man mit einem Reiseleiter, teilweise erkundet man den Weg und die Umgebung selbst. Auch ein Reiseführer (Medium, z.B. Buch) kann zur Planung und Reflexion der Reise herangezogen werden. – Bildung kann allein (z.B. mit Literatur) oder in einer Gruppe (Lerngruppe, Diskussionskreis) in Interaktionen stattfinden; der Reiseleiter entspricht einem Lehrer, der Wissen und Erfahrungen weitergibt und transportiert. Die Erfahrungen muss aber jeder selbständig machen. Bildung und Lernen kann durch Medien, z.B. Bücher, Programme unterstützt werden. Dabei können die Medien die eigenen Erfahrungen (Üben von Fertigkeiten, Umsetzung/Anwendung von Wissen, Lernen durch Erfahrung) nicht vollständig ersetzen.

Der Reiseplan und die genaue Route werden durch den Reisenden geplant, teilweise mit Unterstützung durch andere. Manchmal übernimmt ein Reisebüro oder ein Reiseveranstalter die Planung eines Teilabschnitts der Abenteuerreise. – Die Zwischenziele der Reise entsprechen Bildungszielen oder Meilensteinen, die im Leben erreicht werden (z.B. Abitur, Führerschein, Berufsabschluss, Erlernen und Anwenden einer Fremdsprache...). Das Reisebüro bzw. der Reiseveranstalter könnte mit einer Bildungsinstitution korrespondieren.

Eine Abenteuerreise mit ihren spannenden, abenteuerreichen und manchmal gefährlichen Erlebnissen zwingt den Menschen, seine Komfortzone aus freien Stücken und aus eigenem Antrieb zu verlassen, um neue Erfahrungen zu sammeln und neue Horizonte zu erschließen. Manchmal ist die Reise anstrengend und erfordert Mühen und Entbehrungen. Zu anderen Zeiten ist die Reise angenehm und macht Spaß. Auf der Reise kann es zu Pannen oder Rückschlägen kommen (z.B. Verletzung, Diebstahl...) – Beim „Verlassen der Komfortzone“ strebt man neuen Bildungszielen zu und möchte sich persönlich weiterentwickeln. Bildung ist ein Prozess, der manchmal mühsam und anstrengend ist, Lernaufwand erfordert und für den man sich immer neu motivieren muss. Manchmal macht Bildung (Lernen) Spaß, fällt dem Lernenden leicht und führt zu Glückserfahrungen. Neue Bildungsinhalte (neue Erfahrungen/ Horizonte), alternative Denkweisen und Perspektiven werden erschlossen und nachvollzogen. Beispielsweise trägt das Erlernen einer Fremdsprache auch zum Verstehen der fremden Kultur und Denkweise bei. Pannen und Rückschläge können übertragen Misserfolge (z.B. Durchfallen bei einer Prüfung) oder Kritik an einer eigenen Denkweise oder Argumentation sein.

Die Reise wird mit einer Ausrüstung (z.B. Rucksack mit Kleidung, Werkzeugen etc.) angetreten, wobei sich das mitgeführte Gepäck auch ändern kann. – Die mitgenommene Ausrüstung bzw. das Gepäck könnte die Vorerfahrungen und Kompetenzen oder die Prägung durch die Familie und Umwelt symbolisieren.

Eine Rückkehr zum Anfangspunkt der Reise unter gleichen Voraussetzungen ist nicht möglich. Die Reise endet nicht. – Der Bildungsweg eines Menschen schreitet immer weiter fort und endet nicht, solange der Mensch lebt, da er immer neue Erfahrungen macht. Bildung prägt den Menschen. Erfahrungen lassen sich nicht rückgängig machen. Mit dem Fortschreiten der Abenteuerreise werden immer mehr Erfahrungen, Eindrücke, Begegnungen und Emotionen gesammelt. - Das gesamte Wissen über die Welt, die Kultur, die Gesellschaft und andere Wissensgebiete, Fähigkeiten und Fertigkeiten (auch kognitive Fähigkeiten und persönliche Erinnerungen und Gefühle) zu einem bestimmten Zeitpunkt bezeichnet die Bildung eines Menschen (Erreichen eines Zustandes der Bildung). Bildung beinhaltet zwar das Lernen, geht aber weit über das Lernen hinaus. Auch die Persönlichkeit eines Menschen, seine Erkenntnisfähigkeit, seine Werthaltung und Meinung zu wichtigen Themen und seine moralische Grundhaltung kann im weiteren Sinn zur Bildung gerechnet werden. Lernen kann als Prozess gesehen werden: Der Mensch erlangt Kenntnisse, Wissen und Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten (z.B. durch Üben oder Beobachten).

Grenzen

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Eine Grenze der Metapher könnte die Erziehungsphase in der Kindheit sein. Die Erziehung in den ersten Lebensjahren sowie eingeschränkt die Schulerfahrungen sind (noch) nicht in der Metapher abgebildet. Man könnte sich zwar vorstellen, dass Eltern ihre Kinder zu Beginn mit auf die Abenteuerreise nehmen und der Jugendliche bzw. junge Erwachsene sich dann irgendwann größtenteils allein weiter auf seine Reise begibt (so ist es bei Reisen in der Realität auch), dieser Teil der Metapher wurde bislang weder gut ausgearbeitet noch dargestellt. In unserer Metapher steuert der Mensch als Erwachsener seine Bildung und seinen Bildungsweg selbst. Bildung ist aber nicht immer selbstgesteuert (z.B. Schulpflicht, verpflichtende Weiterbildung im beruflichen Kontext). In der Metapher könnte man ggf. einbauen, dass Reiseveranstalter aufgrund von unvorhersehbaren Komplikationen andere Routen etc. vorsehen. Das erscheint aber nicht ganz überzeugend. Auch dies dürfte eine Grenze der Metapher sein.

Weitere wesentliche Grenzen hatten wir nicht gesehen, können aber sicherlich gefunden werden.