Lehren, Lernen und Bildung metaphorisch verstehen/ Vorstellungen/ Lehren und Lernen ist wie Wandern

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Überblick[Bearbeiten]

Tabellarische Darstellung der Metapher "Lehren und Lernen wie Wandern" (Version II)
Metapher Bedeutung
Weg Lernen
Wanderer Lernende/Schüler
Infopoint Lehrende/ Lehrer
Information und Entscheidungen Lehren
Ausrüstung Lernmaterial
Aussichtspunkt erreichtes Ziel
Fitness Motivation, Talent, Fähigkeiten und Erfahrungen
Hürden Prüfungen
Wetter Schwierigkeitsgrad des Lernstoffes/Lernmaterials

Erläuterung[Bearbeiten]

Eine mögliche Metapher für das Lehren und Lernen im Unterricht ist das „Wandern“. Der Lernende wird in diesem Fall durch den Wanderer symbolisiert. Der Weg, den er beschreitet, stellt den Lernprozess dar. Der Lernende hat die Möglichkeit entweder auf dem vorgegebenen Weg zu wandern und seinen Lernprozess wie vorgegeben zu durchlaufen oder aber er kann vom Weg abkommen und individuelle Ansätze nutzen, um im Lernprozess voranzuschreiten. Entlang des Weges befinden sich in gewissen Abständen Infopoints, an welchen der Schüler sein Lernmaterial abholen oder schriftliche Hilfestellungen zu möglichen auftretenden Problemen oder Schwierigkeiten nachlesen kann. Ein Infopoint ist mit einem kleinen Häuschen versehen, in dem eine Person sitzt. Diese Person ist in dieser Metapher die Lehrkraft, die dem Schüler den Weg weisen kann und für Fragen zur Verfügung steht. An diesen Punkten kann man außerdem erforderliche Ausrüstung, wie zum Beispiel eine Regenjacke, Wanderschuhe etc. erwerben. Diese Ausrüstung, die hilft den weiteren Weg zu meistern, stellt das Lernmaterial dar, das dem Schüler zur Verfügung steht. Bei schlechtem Wetter ist der Schwierigkeitsgrad des Wanderns höher als bei gutem Wetter. Der Schüler hat also nicht immer die gleichen Lernbedingungen, sondern Wettereinflüsse können es ihm einfacher oder schwerer machen seinen Lernstoff zu meistern. Der Lehrende kann ihm an den Infopoints sowohl aktiv als auch passiv zur Seite stehen. Dies ist abhängig von dem aktuellen Wissensstand des Lernenden und dem situationsabhängigen Hilfegrad. Außerdem hat die Lehrkraft an dieser Stelle die Aufgabe, dem Schüler die Wandertour so interessant wie möglich zu gestalten, sodass er aus eigenem Willen den weiteren Weg bestreiten will. Verschiedene Aussichtspunkte müssen von dem Wanderer erreicht werden und stehen sinnbildlich für ein erreichtes Ziel oder eine erreichte Etappe, die der Schüler innerhalb der Schule erreichen muss. Diese derartig symbolisierten Lernziele werden ebenfalls durch Infopoints und somit durch die Lehrkraft überwacht, damit kein Schüler auf „der Strecke bleibt“.

Getreu dem Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Ausrüstung“ gibt es während der Wanderung keine Wetterverhältnisse, die den Wanderer davon abhalten könnten, den Weg fortzusetzen, denn im Ernstfall könnte er einen Infopoint anlaufen und erhält dort Hilfe von der Lehrkraft. Diese kann mit dem Schüler den hohen Schwierigkeitsgrad des Lernstoffes auseinandernehmen und so für den Schüler verständlich machen oder ihm besser geeignetes Material zur Verfügung stellen. Mit der richtigen Ausrüstung, also dem richtigen Lernmaterial, kann jedoch auch ein schwieriger Schulstoff erlernt werden. In Bezug auf die Schule gibt es dementsprechend nur unvorteilhaftes Lernmaterial, welches den Lernprozess nicht optimal fördert.

Die Fitness des Wanderers steht für die Motivation, das Talent, die Fähigkeiten und die Erfahrungen, die der Schüler mitbringt. Im Fall eines Lernenden, der den Weg nicht ohne Hilfe bestreiten kann, kann der Lehrende auch kurzzeitig aus seinem Häuschen hervor kommen und für einen kurzen Abschnitt als aktiver Wanderführer fungieren. Es wurde sich allerdings bewusst gegen einen durchgängigen Wanderführer entschieden, da der Schüler seinen eigenen Weg während des Lernprozesses finden soll, auch wenn er dabei möglicherweise auch mal vom vorgegebenen Weg abkommt. Denn auch diese Situationen fördern das individuelle Lernen des Schülers, solange er trotzdem am Ende zu der Aussichtsplattform bzw. zu dem zu erreichenden Lernziel gelangt. Dies stellt natürlich eine sehr selbstständige Art und Weise des Lernens dar, die nicht immer gleichermaßen umzusetzen ist, die aber als Ziel eines erfolgreichen Unterrichts angesehen wird.

Prüfungssituationen können durch zusätzliche Hindernisse auf dem Weg simuliert werden. Hier könnte man beispielsweise unterschiedlich lange Wege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden an Hürden vorgeben und der Lernende könnte diese je nach Wissensstand, Fitness und Ausrüstung absolvieren.

So wie andere Metaphern, ist auch diese nur begrenzt für das Lehren und Lernen im Unterricht anzuwenden. So ist es zwar in manchen Fällen gut, wenn der Lernende vom vorgegebenen Weg abkommt und durch ein individuelles Vorgehen das Lernziel erreicht, es ist jedoch unklar, wie vorgegangen wird, wenn sich ein Schüler komplett verirrt und es ihm nicht von alleine gelingt, wieder auf den richtigen Pfad zu kommen. Da die Lehrperson in dieser Metapher nur an den festgelegten Infopoints als Helfer zur Verfügung steht, stellt sich die Frage, in wieweit sie in diesem Fall eingreifend wirkt. Eine weitere Grenze der Metapher stellt der Infopoint als Informations-und Entscheidungsmedium da, denn dieser tritt bei Auftreten des Lehrers in den Hintergrund und kann nicht präzise gefasst werden.