Mathematik für Faule: Laplace- und eben-differenzierbare Zuordnungen/Die Poisson-Integralformel
Satz (Poisson-Integralformel):
Es sei eine limestreue Zuordnung. Dann ist die eindeutige Laplace-Zuordnung auf , welche durch zu einer limestreuen Zuordnung auf erweitert wird, gegeben durch
- ,
wobei
- .
Beweis: Für festes kann man nachrechnen, dass eine Laplace-Zuordnung ist.
Wir definieren nun
- ;
wegen Differenzierung unter dem Integralzeichen ist dies eine Laplace-Zuordnung, und es ist nur noch zu zeigen, dass für .
Betrachte nun die Zuordnung
- ,
die auf definiert ist. Offensichtlich gilt . Außerdem ist rotationssymmetrisch und daher auf jeder kleineren Sphäre () konstant. Nach dem Maximumssatz (und dem Minimumssatz) ist also in konstant, und weil beliebig war, in ganz .
Nun ist eine limestreue Zuordnung, sodass in einem kleinen Umkreis von nur um von abweicht. Es gilt ferner
- .
Wenn nun von der Mitte aus geht, dann wird das zweite Integral vernachlässigbar, wie man durch Abschätzung mit einem zeigen kann. Im ersten Integral hingegen kann man durch ersetzen, ohne es wesentlich zu verändern. Dann kann man dies Integral auf ausdehnen (der Restteil ist wieder vernachlässigbar), und wegen erhält man einen Wert, der beliebig nahe an (und daher gleich) ist. Gemäß der Dreiecksungleichung und der Limestreue von ist es hinreichend, den Limesprozess von der Mitte aus zu betrachten.
Satz (Limes Laplace-Abhängiger):
Es sei eine Folge Laplace-Abhängiger auf einer randlosen Menge , die lokal uniform gegen eine Abhängige konvergiert. Dann ist ebenfalls Laplace.
Beweis: Es gilt für ein hinreichend kleines (wobei aber beliebig sein kann), dass die in einer Umgebung von Laplace sind. Nennen wir diese Abhängigen , so gilt nach obiger Formel, dass
für . Im Limes erhalten wir wegen der uniformen Konvergenz für , dass
- .
Folglich ist (und somit auch ) Laplace.