Mathematik für Faule: Laplace- und eben-differenzierbare Zuordnungen/Konvergenzextraktive Zuordnungsmengen
Definition (Sphärische Variation):
Es sei und es sei eine eben-differenzierbare Abhängige. Es sei die chordale Distanz auf . Die sphärische Variation von in einem Punkt ist dann gegeben durch
- .
Proposition (Sphärische Variation der Reziproken):
Die Reziproke einer Abhängigen hat dieselbe sphärische Variation wie selbst.
Beweis: Unter der stereographischen Projektion korrespondiert das Nehmen des Reziproken zur Reflexion an der Ebene orthogonal zum Nordpol. Dies jedoch ist eine Isometrie.
Proposition (Formel für die sphärische Variation):
Es gilt
überall dort, wo endlich ist.
Beweis: Dies folgt unmittelbar aus dem Einsetzen von
in die Definition der sphärischen Variation.
Proposition (Sphärische Variation einer Dilation):
Es sei mit . Dann gilt
- .
Beweis: Man wende die Formel für die sphärische Variation entweder auf oder an, je nachdem, was endlich ist.
Proposition (Limestreue der sphärischen Variation):
Es sei lokal uniform (bzgl. der chordalen Distanz). Dann gilt punktweise.
Beweis: Dies folgt aus bzw. , je nachdem, ob oder endlich ist.
Satz (Marty):
Eine Menge von Abhängigen von einer ü-endlichen Teilmenge in die Riemann-Sphäre ist genau dann konvergenzextraktiv, wenn es eine Konstante gibt, sodass
- .
Beweis: Gelte zunächst obige Beschränktheitsbedingung. Wegen
- (wobei die stereographische Projektion durch den Nordpol ist)
gilt, dass
- .
Setze ; dies ist eine Menge von Abhängigen . Wegen der Beschränktheitsbedingung ist konvergenzextraktiv, da die Differenziale beschränkt sind; man kann schließlich den Limes in den Betrag ziehen. Somit ist auch konvergenzextraktiv.
Umgekehrt sei nun konvergenzextraktiv, und die Bedingung sei verletzt. Dann gäbe es eine Folge von Elementen aus , sodass für hinreichend groß beliebig groß wird. Wenn aber nun konvergenzextraktiv ist, so können wir daraus eine konvergente Teilfolge extrahieren. Konvergiere diese gegen . Dann gilt für alle entweder oder , und dies (wegen der Limestreue von ) auch noch in einer Umgebung von . Da ein differenzierbarer Dipfeil ist, gilt etwa im ersteren Falle in einer Umgebung von . Nach der Formel für die sphärische Variation und dem Konvergenzsatz von Weierstraß gilt dort auch , sodass auf besagter Umgebung beschränkt bleibt. Aber ist ü-endlich und lässt sich darum mit endlich vielen solcher Umgebungen überdecken. So wird ein Widerspruch herbeigeführt.