Zum Inhalt springen

Mathematik für Faule: Laplace- und eben-differenzierbare Zuordnungen/Konvergenzextraktive Zuordnungsmengen

Aus Wikibooks

Definition (Sphärische Variation):

Es sei U und es sei f:US2 eine eben-differenzierbare Abhängige. Es sei χ die chordale Distanz auf S2. Die sphärische Variation von f in einem Punkt xU ist dann gegeben durch

f#(x):=limh0χ(f(x+h),f(x))|h|.

Proposition (Sphärische Variation der Reziproken):

Die Reziproke einer Abhängigen f:US2 hat dieselbe sphärische Variation wie f selbst.

Beweis: Unter der stereographischen Projektion korrespondiert das Nehmen des Reziproken zur Reflexion an der Ebene orthogonal zum Nordpol. Dies jedoch ist eine Isometrie.

Proposition (Formel für die sphärische Variation):

Es gilt

f#(z)=2|f(z)|1+|f(z)|2

überall dort, wo f(z) endlich ist.

Beweis: Dies folgt unmittelbar aus dem Einsetzen von

χ(z,w)=2zw1+z21+w2

in die Definition der sphärischen Variation.

Proposition (Sphärische Variation einer Dilation):

Es sei g(z)=f(λz) mit λ. Dann gilt

g#=λf#.

Beweis: Man wende die Formel für die sphärische Variation entweder auf g oder 1/g an, je nachdem, was endlich ist.

Proposition (Limestreue der sphärischen Variation):

Es sei fnf lokal uniform (bzgl. der chordalen Distanz). Dann gilt fn#f# punktweise.

Beweis: Dies folgt aus fnf bzw. (1/fn)(1/f), je nachdem, ob f oder (1/f) endlich ist.

Satz (Marty):

Eine Menge von Abhängigen von einer ü-endlichen Teilmenge K in die Riemann-Sphäre S2 ist genau dann konvergenzextraktiv, wenn es eine Konstante C>0 gibt, sodass

f:zK:f#(z)C.

Beweis: Gelte zunächst obige Beschränktheitsbedingung. Wegen

χ(z,w)=PN1(z)PN1(w) (wobei PN die stereographische Projektion durch den Nordpol ist)

gilt, dass

χ(f(z),f(z+h))=PN1(f(z))PN1(f(z+h)).

Setze 𝒢:={PN1f|f}; dies ist eine Menge von Abhängigen 23. Wegen der Beschränktheitsbedingung ist 𝒢 konvergenzextraktiv, da die Differenziale beschränkt sind; man kann schließlich den Limes in den Betrag ziehen. Somit ist auch konvergenzextraktiv.

Umgekehrt sei nun konvergenzextraktiv, und die Bedingung sei verletzt. Dann gäbe es eine Folge (fn)n von Elementen aus , sodass fn# für n hinreichend groß beliebig groß wird. Wenn aber nun konvergenzextraktiv ist, so können wir daraus eine konvergente Teilfolge (fnk)k extrahieren. Konvergiere diese gegen g:KS2. Dann gilt für alle zK entweder g(z)< oder 1/g(z)<, und dies (wegen der Limestreue von g) auch noch in einer Umgebung von z. Da PN ein differenzierbarer Dipfeil ist, gilt etwa im ersteren Falle fnkg in einer Umgebung von z. Nach der Formel für die sphärische Variation und dem Konvergenzsatz von Weierstraß gilt dort auch fnk#g, sodass fnk# auf besagter Umgebung beschränkt bleibt. Aber K ist ü-endlich und lässt sich darum mit endlich vielen solcher Umgebungen überdecken. So wird ein Widerspruch herbeigeführt.