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Primaxgleiche Arithmoide

Aus Wikibooks

Definition (Primaxgleiches Arithmoid):

Ein primaxgleiches Arithmoid ist ein Arithmoid R, sodass jedes Primideal pR als Schnittmenge maximaler Ideale darstellbar ist; d. h. es existiert für jedes p eine Menge S maximaler Ideale, sodass

p=mSm

gilt.

Satz (Charakterisierungen von primaxgleiches Arithmoid):

Es sei R ein Arithmoid. Dann sind äquivalent:

  1. R ist primaxgleich.
  2. Für jedes Ideal IR ist das Jacobsonideal gleich dem Radikal.
  3. Für jedes Primideal pR verschwindet das Niljacobsonideal des Arithmoids R/p.
  4. Für jedes Ideal IR stimmen das Niljacobsonideal und das Nilradikal des Ringes R/I überein.

Der Beweis sei eine Übungsaufgabe, die allerdings vergleichsweise wenig Mühen erfordert.

Satz (Erster Satz von Goldman‒Krull):

Es sei R ein primaxgleiches Arithmoid. Dann ist auch R[x] ein primaxgleich.

Beweis: Wir führen einen Beweis durch Widerspruch. Angenommen, R[x] sei nicht primaxgleich. Dann gäbe es ein Primideal PR[x], welches nicht die Schnittmenge der es enthaltenden maximalen Ideale ist. Ferner gibt es einen offensichtlichen Dipfeil

(R/p)[x]R[x]/pR[x],

wobei wie üblich pR[x]:={af|ap,fR[x]}, was natürlich ein Ideal von R[x] ist, wie man leicht nachrechnet. Da P ein Ideal ist, gilt pR[x]P. Es sei P das Bild von P in (R/p)[x]. Nach dem Korrespondenzsatz für Quotientenarithmoide genügt es, zu beweisen, dass P in (R/p)[x] die Schnittmenge der es enthaltenden maximalen Ideale ist. Angenommen, dies wäre nicht der Fall. Dann gäbe es ein Polynom minimalen Grades f(R/p)[x], welches

f(M(R/p)[x]M maximalM)P

erfüllt. Dies folgt daraus, dass wohlgeordnet ist.

Als erstes stellen wir fest, dass degf>0 ist. Sonst wäre nämlich fR/p eine Konstante, und dann gäbe es ein maximales Ideal mR/p sodass fm, und daher ist m+x ein maximales Primideal, welches f nicht enthält, aber sehr wohl P.

Falls P={0}, so machen wir P{0} wie folgt: Wir wählen anstatt von P einfach das Urbild via der Inklusion eines maximalen Ideales in (R/p)[x]f, was nämlich kein Divoid sein kann; in der Tat ist dann der Gradformel zufolge auch R/p ein Divoid, und die Invertibilität aller Primelemente aus dem Euklidarithmoid R/p[x] würde ausgeschrieben bedeuten, dass f durch all diese teilbar ist, was aber absurd ist, da nach dem Satz von Euklid in einem Euklidarithmoid immer unendlich viele Primelemente existieren.

Es sei nun gP minimalen Grades; der Leitkoeffizient von g heiße b, der von f dagegen a. Falls deggdegf, so teilen wir f mit Rest durch g, sodass bmf=qg+r mit degr<deggdegf. Dann ist aber r ein Polynom, das so ist, wie f oben gewählt wurde, was im Widerspruch zur Minimalität des Grades von f steht. Also gilt tatsächlich degg>degf. Nun teilen wir g durch f mit Rest und erhalten akg=hf+s mit degs<degf, daher entweder hP und wie eben s=0 und doch hP weil P prim ist, oder hP, wegen degf>1 ein Widerspruch zur Minimalität von degg.

Satz (Zweiter Satz von Goldman–Krull):

Es sei R ein primaxgleiches Arithmoid und MR[x] ein maximales Ideal. Dann ist m:=MR maximal in R.

Beweis: Wir müssen also beweisen, dass R/m ein Divoid ist. Durch Ersetzen von R durch R/m und wegen des Korrespondenzsatzes für Quotientenarithmoide können wir uns auf den Fall m=0 beschränken; wir müssen dann beweisen, dass R ein Körper ist.

Es ist also M maximal in R[x], und seine Schnittmenge mit R ist das Nullideal. Daher gibt es ein Polynom f des Grades 1 in M, welches minimalen Grad hat und nicht null ist.

Um einen Widerspruch herbeizuführen, nehmen wir nun an, dass aR× nicht invertierbar ist. Es ist jedoch R[x]/M nach Voraussetzung ein Divoid, sodass eine Inklusion ag(x)1modM besteht, die wir hier ebenfalls minimalen Grades wählen.

Jetzt ist aber der Leitkoeffizient von f (nennen wir ihn b) in R ebenfalls nicht invertierbar, denn sonst könnte man g durch f mit Rest teilen und erhielte eine Inklusion derselben Form, aber geringeren Grades. Nach Voraussetzung gibt es also ein maximales Ideal m von R, welches b nicht enthält. Division eines beliebigen Elementes von M mit Rest durch f beweist nun, dass das Bild von M in R/m[x] ein Hauptideal ist, welches vom Bild von f erzeugt wird. Daher ist dem Korrespondenzsatz zufolge M gar nicht maximal gewesen, und dies ist der gewünschte Widerspruch.

Satz (Klassifikation der maximalen Ideale in einem Polynomring über einen Gleichradikalring):

Es sei R ein Gleichradikalring und mR[x] maximal. Dann hat m die Gestalt m=f+m0[x], wobei m0=Rm ein maximales Ideal in R ist und f ein irreduzibles Polynom in R/m0[x].

Beweis: Nach dem zweiten Satz von Goldman–Krull ist m0=mR maximal. Somit ist R/m0[x]R[x]/m0[x] ein Hauptidealring, in welchem das Bild von m von einem irreduziblen Polynom f erzeugt wird, wobei fm ist. Dann ist m=m0[x]+f, denn falls pm, so p=qf für ein pR/m0[x], also pqfm0[x].

Übungsaufgaben

[Bearbeiten]
  1. Beweise die obige Charakterisierung der Gleichradikalringe.
  2. Beweise: Falls R ein Ring ist, sodass für jedes maximale Ideal mR[x] die Schnittmenge Rm maximal in R ist, so ist R ein Gleichradikalring. Hinweis: Für ein Primideal pR gehe zum Restklassenring R/p über. Wenn ap ist, wähle in R/p[x] ein maximales Ideal m, welches 1ax enthält. Warum kann m das Element a nicht enthalten?