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Mathematrix: Aufgabenbeispiele/ Direkte und indirekte Beweise

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Vollständige Induktion

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Quadratensummenformel

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Wir zeigen erst einmal, dass, wenn diese Formel für eine zufällige natürliche Zahl m gilt, dann wird sie auch für m+1 gelten (also für die nächste natürliche Zahl). Wir nehmen also an, dass k=1mk2=m(m+1)(2m+1)6 schon gilt. Wenn wir m durch m+1 ersetzen, bekommen wir die Formel:

k=1m+1k2=(m+1)(m+2)(2m+3)6

Wird diese Formel auch gelten?

k=1mk2=m(m+1)(2m+1)6 (nächster Schritt: auf beide Seiten (m+1)² addieren)

k=1mk2+(m+1)2=m(m+1)(2m+1)6+(m+1)2 (nächster Schritt: rechts gemeinsamen Nenner erzeugen)

k=1m+1k2=m(m+1)(2m+1)6+6(m+1)26 (nächster Schritt: Brüche mit gemeinsamer Nenner als ein Bruch schreiben)

k=1m+1k2=m(m+1)(2m+1)+6(m+1)26 (nächster Schritt: (m+1) Herausheben)

k=1m+1k2=(m+1)(m(2m+1)+6(m+1))2 (nächster Schritt: manche Rechnungen im Zähler durchführen)

k=1m+1k2=(m+1)(2m2+7m+66

k=1m+1k2=(m+1)(m+2)(2m+3)6

Wir haben also gezeigt, dass, wenn die Formel für irgendeine natürliche Zahl gilt, dann wird sie sicherlich auch für die nächste gelten. Zeigen wir jetzt, dass diese Formel für m=1 gilt:

k=11k2=1(1+1)(21+1)6

1=1236

...was selbstverständlich gilt. Daher gilt der Satz für alle natürliche Zahlen.

Summenformel ungerader Quadrate

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Wir zeigen erst einmal, dass, wenn diese Formel für eine zufällige natürliche Zahl m gilt, dann wird sie auch für m+1 gelten (also für die nächste natürliche Zahl). Wir nehmen also an, dass k=1m(2k1)2=m(2m1)(2m+1)3 schon gilt. Wenn wir m durch m+1 ersetzen, bekommen wir die Formel:

k=1m+1(2k1)2=(m+1)(2m+1)(2m+3)3

Wird diese Formel auch gelten?

k=1m(2k1)2=m(2m1)(2m+1)3 (nächster Schritt: auf beide Seiten (m+1)² addieren)

k=1m(2k1)2+(2m+1)2=m(2m1)(2m+1)3+(2m+1)2 (nächster Schritt: rechts gemeinsamen Nenner erzeugen)

k=1m+1(2k1)2=m(2m1)(2m+1)3+3(2m+1)23 (nächster Schritt: Brüche mit gemeinsamer Nenner als ein Bruch schreiben)

k=1m+1(2k1)2=m(2m1)(2m+1)+3(2m+1)23 (nächster Schritt: (2m+1) Herausheben)

k=1m+1(2k1)2=(2m+1)(m(2m1)+3(2m+1))3 (nächster Schritt: manche Rechnungen im Zähler durchführen)

k=1m+1(2k1)2=(2m+1)(2m2+5m+33

k=1m+1(2k1)2=(2m+1)(m+1)(2m+3)3

Wir haben also gezeigt, dass, wenn die Formel für irgendeine natürliche Zahl gilt, dann wird sie sicherlich auch für die nächste gelten. Zeigen wir jetzt, dass diese Formel für m=1 gilt:

k=11(2k1)2=1(211)(21+1)3

1=1133

...was selbstverständlich gilt. Daher gilt der Satz für alle natürliche Zahlen.

Geometrische Beweise

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Gleichseitiges Dreieck

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Wir wenden den Satz des Pythagoras für die Hälfte des Dreiecks an:

(a2)2+h2=a2 h2=a2(a2)2  h=4a2a24 =3a24 h=3a2 

Die Formel für ein rechtwinkeliges Dreieck mit Katheten a und b ist A=ab2.  Wir haben zwei rechtwinkeligen Dreiecke (linker und rechter Teil des gleichseitigen Dreiecks) mit Seiten h=3a2 und b=a2.  Daher ist die Fläche:

A=2ab2=ha2=3a2 a2

A=34a2

Goldener Schnitt

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Laut Definition sollte gelten:

ab=a+ba  a2=ab+b2  a2bab2=0

Laut Formel für die quadratische Gleichung gilt für ihre Lösungen (wenn a die unbekannte Variable ist):

a1,2=b2 ± b2+4b22  a1,2=b2 ± b52   (Wir nehmen nur die positive Lösung)

ab=a+ba =5+12(=251)

Quadratfläche mit Diagonale

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Laut Formel für die Diagonale d bei einem Quadrat mit Seite a gilt:

d=2a  a=d2

Laut Formel für die Fläche:

A=a2=(d2)2  

A=d22

Widerspruchsbeweise

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Minus Punkt Minus

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a0

1(aa)=10=0

Falls Minus mal Minus gleich Minus:  1(aa)=aa=2a0 Widerspruch!

Falls Minus mal Minus gleich Plus:  1(aa)=a+a=0 Wahre Aussage!


Wurzel 3 Irrationalität

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Erst zeigen wir, dass das Quadrat von Zahlen, die durch 3 teilbar sind immer auch Zahlen sind, die auch durch 3 teilbar sind. Wir zeigen auch, dass das Quadrat von Zahlen, die nicht durch 3 teilbar sind immer auch Zahlen sind, die auch nicht durch 3 teilbar sind:

Sei m eine Zahl, die durch 3 teilbar ist. Nennen wir das Ergebnis der Teilung k. Dann gilt:

m=3k

m2=(3k)2

m2=3(3k2)

Also: das Quadrat einer Zahl, die durch 3 teilbar ist, ist auch eine Zahl, die durch 3 teilbar ist.

Sei n eine Zahl, die nicht durch 3 teilbar ist. Diese Zahl kann zwei Formen haben: n=3k+1 oder n=3k+2.  Für den ersten Fall gilt:

m=3k+1

m2=(3k+1)2

m2=9k2+6k+1

m2=3(3k2+2k)+1

Also: das Quadrat ist auch nicht durch 3 teilbar.

Für den zweiten Fall gilt:

m=3k+2

m2=(3k+2)2

m2=9k2+12k+4

m2=3(3k2+4k+1)+1

Also: das Quadrat ist auch nicht durch 3 teilbar.

Daraus folgt:

Satz 1: Wenn das Quadrat einer Zahl durch 3 teilbar ist, dann kann diese Zahl nur auch durch 3 teilbar sein,...

...weil, wenn sie nicht durch 3 teilbar wäre, ihr Quadrat doch auch nicht durch 3 teilbar wäre.

Nehmen wir also jetzt an, dass 3=ab, wobei a und b teilerfremd sind. Dann gilt:

3=a2b2  a2=3b2

Nach Satz 1 bedeutet dies, dass a eine durch 3 teilbare Zahl ist (da ihr Quadrat auch eine durch 3 teilbare Zahl ist). Schreiben wir also: a=3q, wo q der Quotient von a durch 3 ist. Dann gilt:

(3q)2=3b29q2=3b23q2=b2

was dann nach Satz 1 bedeutet, dass b AUCH eine durch 3 teilbare Zahl ist. Das kann aber nicht sein, weil wir angenommen haben, dass a und b teilerfremd sind, also dass sie keinen gemeinsamen Primfaktor haben.

Wenn wir also vermuten, dass 3=ab, also ein Bruch von natürlichen Zahlen, ist, sollten diese Zahlen gleichzeitig teilerfremd sein UND 3 als gemeinsamen Teiler haben. Dies ist selbstverständlich nicht möglich. Daher kann es nicht sein, dass 3 ein Bruch von natürlichen Zahlen, also eine rationale Zahl, ist. Daher ist sie eine irrationale Zahl.