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Perl-Programmierung: Kurzvorstellung

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Perl ist eine von Larry Wall entwickelte Programmiersprache, die erstmals (Version 1.0) am 18. Dezember 1987 im Usenet veröffentlicht wurde. Larry Wall entwickelte Perl damals, um sich seine Arbeit als Betreuer eines USA-weit verstreuten Computernetzes zu erleichtern. Er verband dabei Ausdrucksweisen und Fähigkeiten von Programmiersprachen wie C, BASIC, Pascal und Ada. Er verwendete auch bekannte UNIX-Werkzeuge wie sed, awk, shell und grep als Vorlage für Perl-Befehle. Dabei orientierte er sich weder am Ideal optischer Schönheit und Eindeutigkeit, wie es die verwandte Sprache Python tut, noch an strenger Logik und Einfachheit wie beispielsweise LISP, sondern am Reichtum menschlicher Lese- und Denkgewohnheiten. Laut Larry Wall wurde Perl dafür entworfen, um möglichst frei, individuell und schnell die eigenen Ideen umsetzen zu können. Ein Perl-Programm ist auch so wie es geschrieben wurde sofort startbereit, benötigt aber einen Interpreter, um ausgeführt zu werden. Dieser Perl-Interpreter ist für jedes gängige Betriebssystem frei erhältlich und wird weiterhin vom Erfinder und vielen Freiwilligen gepflegt und weiterentwickelt.

Besonderheiten des Sprachkonzepts von Perl

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Sprachen wurden von Menschen zum Nutzen von Menschen eingeführt. Da Perl von einem (sozusagen) Gelegenheitslinguisten entworfen wurde, orientiert sich die Sprache sehr nahe an der natürlichen Sprache. Selbstverständlich gibt es hierfür verschiedenste Betrachtungswinkel. Dies zu erläutern wäre zu kompliziert, deshalb sei gesagt, dass bei Perl einfache Dinge auch einfach bleiben sollen und kompliziertes immer noch möglich sein sollte. Diese Forderung, die wir an diese Sprache stellen, ist klar und eindeutig. Allerdings scheitern genau an diesen Punkten sehr viele andere Programmiersprachen, Perl nicht.

Natürliche Sprachen ändern sich stetig. Dies liegt einerseits daran, dass wir Menschen lebendig sind und nicht wollen, dass uns etwas diktiert oder absolut aufgezwungen wird, andererseits daran, dass Menschen schon immer kreativ und einfallsreich waren. Perl wurde nun extra so entwickelt, dass es wachsen kann, und somit der "Wortschatz" nicht immer auf dem gleichen Stand bleibt. Und ja, es ist gewachsen. Das Kamel (Logo von Perl) ist und bleibt eigenständig und absolut durchsetzungsfähig. Zudem sagt man, dass ein Kamel nicht gerade gut riecht; Perl wurde auch nie so entwickelt, dass es "gut riecht".

Perl ist sogar einigermaßen intelligent; es hört zu und versucht zu begreifen, was Sie machen wollen. Ein Beispiel: Wenn ich das Wort "dog" sage, dann hören Sie es als ein Substantiv. Ich kann das Wort aber auch auf andere Weise verwenden. Das heißt, ein Substantiv kann auch als Verb oder Adjektiv oder Adverb fungieren, wenn es der Zusammenhang verlangt. Perl beurteilt Wörter auch aus dem Kontext heraus. Wie es das macht, werden Sie später noch feststellen können. (Wenn Sie nicht gerade Unsinn reden, wird Perl auch etwas tun, und wenn das, was Sie sagen, auch nur irgendwie verständlich ist, dann wird es Perl auch richtig tun). Die meisten Programiersprachen treffen Unterscheidungen dieser Art meist durch Deklaration von Variablen. Perl tut sich hier einfacher: Man braucht die Variablen nicht explizit deklarieren, sondern Perl unterscheidet hier selbstständig.

Aber dennoch ist Perl eine künstliche Sprache. Sie hat einen bestimmten Wortschatz und eine bestimmte Syntax, die sich nicht mehr ändern wird. Außer dass hin und wieder mal etwas Neues dazukommen wird, wird sich hier nichts mehr ändern. Und die Sprache ist eindeutig; jeder auf der Welt, der Perl kann, kann auch einzelne Perl-Scripte begreifen und verstehen. Denn die Sprache wird in Indien genauso geschrieben wie in Deutschland oder Amerika.