Quechua/ Vorwort

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Dieses Vorwort soll eine Einführung in die Sprache Quechua geben.

Was ist Quechua?[Bearbeiten]

Das Quechua ist eine Sprache oder Sprachfamilie, die im Westen Südamerikas zu Hause ist, genau genommen im Andenraum der Länder Bolivien und Peru sowie in eingen Gegenden Argentiniens, Chiles, Kolumbiens und Ecuadors, wo es jedoch kurz vor dem Aussterben steht. Die Schätzungen über die Sprecherzahl variieren stark: einige Sprachwissenschaftler gehen von 7 bis 8 Millionen aus, andere sprechen von bis zu 20 Millionen. Sicher ist jedoch, das die Zahl tendenziell wegen der Dominanz des Spanischen in der Region eher zurückgeht.

Quechua wird oft als die "Sprache der Inkas" bezeichnet. Dies ist nur bedingt richtig, denn die verschiedenen Dialekte existierten schon vor dem Aufstieg dieses Reiches und wurden auch von Völkern gesprochen, die lange Zeit in Feindschaft zu den Inkas standen. Die Inkas sorgten allerdings für die Blüte des Quechuas. Es war lange Zeit, noch bis weit in die Kolonialzeit, eine Lingua Franca im gesamten Westen Südamerikas, in der sich die verschiedenen Ethnien der Region miteinander verständigten.

Genau genommen ist das Quechua auch keine einzelne Sprache, sondern ein sogenanntes Dialektkontinuum. Während der Wortschatz und die Grammatik der einzelnen Ausprägungen sehr ähnlich sind, ist die Aussprache so unterschiedlich, dass sich die einzelnen Ethnien zum Teil nur schwer oder gar nicht miteinander verständigen können. Bis heute ist es umstritten, welches das "Standard-Quechua" ist, wobei sich immer mehr die Auffassung durchsetzt, alle Dialekte als gleichwertige Sprachen zu bezeichnen. Die inoffizielle Quechua-Organisation Academia Mayor de la Lengua Quechua (AMLQ) vertritt jedoch den Standpunkt, das das Quechua cusqueño, das rund um die ehemalige Inka-Hauptstadt Cusco herum gesprochen wird, als "Standardquechua" anzusehen sei, da es die reinste Ausprägung der Sprache darstelle. Immerhin ist das Quechua Sureño, zu dem auch der Cusco-Dialekt gehört, inzwischen die bei weitem meistgesprochene Variante und außerdem die wohl innerlich homogenste. Zudem genießt ihre Rechtschreibung eine hohe Akzeptanz und wird auch offiziell in Peru und Bolivien angewendet, weshalb sie sich am besten zum Lernen eignet. Auch dieses Buch wird hauptsächlich auf diese Variante eingehen. Das Quechua Sureño wird auch als Quechua IIC bezeichnet.

Für eine ausführlichere Einführung siehe den Artikel Quechua in der Wikipedia.

Eigenschaften des Quechua[Bearbeiten]

Das Quechua ist eine sogenannte agglutinierende Sprache, ähnlich wie etwas das Türkische und das Ungarische. Bei diesen werden die verschiedenen Wortstämme durch eine Reihe von sogenannten Affixen erweitert, die beispielsweise die Verbkonjugation oder den Plural bezeichnen. Das Quechua benutzt dabei sogenannte Suffixe, die alle in einer bestimmten Reihenfolge hinter das Wort gestellt werden. Suffixe gibt es auch im Deutschen, beispielsweise -n, das aus einem Substantiv ein Verb macht, etwa bei Liebe -> lieben. Im Quechua wird jedoch eine weitaus größere Zahl von Wörtern zu Suffixen: beispielsweise die meisten Adverbien und Propositionen.

Dieser Umstand macht aus dem Quechua eine relativ leicht erlernbare Sprache, da nahezu alle diese Suffixe regelmäßig sind und es kaum Ausnahmen, wie etwa "unregelmäßige Verben" gibt. Vereinfacht gesagt: Man muss nur die Stammwörter und die verschiedenen Affixe lernen und kann sich so mit einem relativ geringen Wortschatz sehr nuancenreich ausdrücken.

Die heutige Situation der Sprache[Bearbeiten]

Auch wenn man seit den 1980er Jahren sagen kann, das es ein zaghaftes "Revival" der indigenen Sprachen Amerikas gegeben hat, gilt das nicht für alle Varianten des Quechua. Insbesondere die kleineren Varianten, die nur von wenigen Tausend Menschen gesprochen werden, stehen oft kurz vor dem Aussterben, da sie von den staatlichen Behörden nicht unterstützt werden - so findet etwa kein Schulunterricht statt - und die Kinder und Jugendlichen oftmals nicht einmal mehr die Sprache lernen. Auch in allen Gebieten außerhalb von Bolivien und Peru herrscht eine ähnliche Situation, obwohl die dort verbreiteten Dialekte (IIB und IIC) sehr viele Sprecher aufweisen und zudem sehr ähnlich zueinander sind. So ist zwar das Argentinische Quichua in der Provinz Santiago del Estero eine Variante des "Standardquechuas" (IIC) und hat damit z.B. eine kontrollierende Institution und eine weitgehend einheitliche Rechtschreibung. Dennoch findet kaum Unterricht in der Schule statt, mit dem Resultat, das die Sprache heute akut bedroht ist.