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Radiologie: Perkutane Therapien: PRT

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Bestückung des Tisches
Bei der Durchführung

Eine Periradikuläre Therapie ist die gezielte Applikation von Medikamenten zur Schmerztherapie einer Nervenwurzel des Rückmarks.

Indikation

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  • therapeutisch, bei radikulären Schmerzen
  • diagnostisch: z.B. bei atypischen topographischen Verhältnissen und/oder mehrsegmentalen Pathologien und Monoradikulopathie (ggf. Oligoradikulopathie) zur Feststellung der betroffen Nervenwurzel(n) und ggf. OP-Planung (z.B. Foraminotomie)

Lokalisation der betroffenen Nervenwurzel

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Dermatome zur Lokalisation der Betroffenen Nervenwurzel

Am häufigsten sind die Nervenwurzeln der unteren Wirbelsäule L4,L5 oder S1 betroffen. Eine PRT ist aber auch an zervikalen oder thorakalen Nervenwurzeln möglicht. Vorsicht ist bei den Nervenwurzeln C3 - C5 geboten, da über diese Nerven (vor allem C4) der N. phrenicus versorgt wird und mit einer Zwerchfelllähmung mit möglicher Ateminsuffizienz gerechnet werden muss.

Neben Rückenschmerzen treten häufig folgende typische Ausstrahlungsmuster auf, die sich zur Lokalisation der betroffenen Nervenwurzel eignen:

L2
Leistenschmerzen
L3
Medialer Oberschenkel
L4
Kniescheibe, Schienbein
L5
Lateral des Knies, bis in den großen Zeh
S1
Kniekehle, bis unter den Fuß bzw. in den lateralen Fußrand

Technik

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Die zu behandelnde Nervenwurzel wird mittels Computertomographie eingestellt. Anhand des dabei erstellten Schnittbildes plant der Arzt die Stichrichtung und der Stichtiefe für die Platzierung der PRT-Nadel. Nach Hautdesinfektion und lokaler Betäubung des Stichkanals wird die PRT-Nadel plaziert. Nach Lagekontrolle mittels der Gabe von etwas Kontrastmittel oder Luft werden die Medikamente (in der Regel Lokalanästhetikum und Kortison) appliziert.

Die Behandlung erfolgt in Bauchlage und dauert etwa zehn Minuten. Nach der Behandlung tritt häufig eine Lähmung im betroffenen Körperteil auf.

Komplikationen und Nebenwirkungen

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  • Lähmungen
    • vorübergehende Lähmungen (häufig) meist über 2 Stunden. Gelegentlich auch bis 6 Stunden
    • vorübergehende ausgeprägte Lähmung bei akzidenteller Applikation in den Duralsack. Prävention: Obligate Kontrolle der Nadellage mittels Kontrastmittel oder Luft
    • bleibende Lähmungen bis hin zu einer Querschnittslähmung, z. B. nach Infektion oder mechanischer Nervenverletzung durch die PRT-Nadel
  • Keine Fahrtauglichkeit
  • Zunahme der Beschwerden nach der 1. oder 2. Therapiesitzung
  • Kontrastmittelunverträglichkeit
  • Blutung
  • Infektion

Zusätzliche Risiken, bei zervikalen PRTs

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  • Akzidentelle Punktion eines großen Halsgefäßes (Carotiden und insbesondere der Vertebralarterien) mit verbundenem Schlaganfallrisiko, bis zum Tod. Vor einer Applikation einer Cortison Suspension ist zur Lagekontrolle der Nadel daher eine vorherige Kontrastmittelapplikation (KM oder Luft) obligat.
  • CAVE: Bei PRTs der C3-C5 Wurzel (insbesondere C4) muss mit einer Lähmung des N. phrenicus und einer möglichen Ateminsuffizienz gerechnet werden.

Literatur

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J Hildebrandt " Relevanz von Nervenblockaden bei der Diagnose und Therapie von Rückenschmerzen Ist die Qualität entscheidend?" Der Schmerz 15(6):474-483,(2001).