Religionskritik: Weiterleben

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Zwei Welten: "Vater im Himmel, ist das noch ein Mensch! Unglückseliger, hast du eine unsterbliche Seele?!" — "Nein. Hast du eine Zigarre?".


Einleitung[Bearbeiten]

Am Anfang ein bißchen Humor zum Thema.

Werbung auf einem amerikanischen Leichenwagen:

Warum Weiterleben, wenn sie ein Begräbnis bei uns schon für 300 Dollar bekommen können.
Luxusleichenwagen

Es ist ein Wunschtraum vieler Menschen möglichst lange, gesund und sinnvoll zu leben. Dieser Wunschtraum wird leider nicht immer erfüllt.

Gleichzeitig beschäftigte den Menschen schon immer die Frage, was nach dem Tod passiert. Vor allem beim Verlust lieber Angehöriger fällt es schwer, diese so schnell zu vergessen. In der Erinnerung und den Träumen leben sie ja noch weiter. So entwickelte sich wohl aus diesem Wunschtraum heraus der Gedanke an das Weiterleben nach dem Tode.

Auch in vielen Religionen spielen deswegen Gedanken wie

  • das Weiterleben nach dem Tode
  • das Ewige Leben
  • die Wiedergeburt ( Reinkarnation)

als Heilserwartung eine wichtige Bedeutung.

Dazu kommt dann oft der Gedanke eines Ausgleichs für Ungerechtigkeiten auf der Erde durch eine Jüngstes Gericht oder andere ähnliche Vorstellungen.

Vielgestaltig sind die verschiedenen religiösen Vorstellungen vom Jenseits, von der Hölle oder vom Paradies.

Auftrieb erhalten haben die Gedanken an ein Weiterleben nach dem Tode durch Berichte von Nahtodeserlebnissen bei einigen Sterbensforschern.

Nach Ansicht vieler Religionskritiker ist der Glaube an das Weiterleben nach dem Tode eine menschliche Wunschvorstellung, die einer beweisbaren Grundlage entbehrt. Insbesondere für naturwissenschaftlich geprägte Menschen ist der Geist und die Seele des Menschen an ein funktionstüchtiges Gehirn gebunden. Der Tod des Gehirns ist also endgültig und auch das Ende des Denkens und Fühlens jedes Menschen. Ein aktives Weiterleben nach dem Tod gibt es nach dieser Ansicht nicht.

Im folgenden werden einige Vorstellungen zum Jenseits aus dem Blickwinkel der Religionskritik näher betrachtet.

Religiöse Vorstellung vom Tod und was danach kommt[Bearbeiten]

Ewiges Leben[Bearbeiten]

Ein Engel zieht die Seele aus dem sterbenden Körper

Das Ewige Leben ist ein Begriff aus der Religion und der Metaphysik. Er bezeichnet die Vorstellung, dass ein Lebewesen nie sterben muss bzw. dass mit dem biologischen Tod das Leben nicht endet. Der Traum vom ewigen Leben ist ein uralter Menschheitstraum.

Laut einer Meldung in der Osterausgabe der Wochenzeitung Die Zeit aus dem Jahr 2004 glauben ca. 48% aller Deutschen an ein Weiterleben nach dem Tod.

Ewiges Leben in den Religionen[Bearbeiten]

Nahezu alle Religionen teilen den Glauben an ein ewiges Leben. Ein nichtmaterieller Teil des Menschen, die Seele oder der Geist, würde nach dem Tod weiterleben. Über die Vorstellungen, wie die Seele beschaffen sei und wie oder wo sie nach dem Tode des Individuums weiter bestehe, gibt es unterschiedliche Auffassungen, die von der Wiedergeburt der Seelen bis zu speziellen Aufenthaltsorten (Paradies, Hölle) reichen. Darüber hinaus kennt das Christentum die Auferstehung, der ein neues (und ewiges) Leben „im Fleisch“ und einem „verherrlichten Körper“ folgt, welches nicht nur auf einer automatisch weiterlebenden, formlosen Seele basiert.

Biblisches Verständnis[Bearbeiten]

Nach der Bibel hat Gott den Menschen "die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, ohne daß der Mensch das Werk, welches Gott gewirkt hat, von Anfang bis zu Ende zu erfassen vermag" (Kohelet 3,11; wiedergegeben nach der Elberfelder Bibel, Ausgabe 1871).
Jesus Christus hat gemäß den Berichten der Evangelien seinen Anhängern das ewige Leben verheißen. So äußerte er nach Johannes 5,24: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen." (wiedergegeben nach der Lutherbibel, Ausgabe 1912)

Im Unterschied zu allen anderen Religionen kann man sich das Ewige Leben als Christ nicht erarbeiten - wie zum Beispiel im Hinduismus durch Reinkarnation - sondern darf es sich von Gott schenken lassen. Deshalb lautet ein Glaubensgrundsatz auch: "Nur aus Gnade".

Theologisches Verständnis[Bearbeiten]

Im übertragenen Sinn bezeichnet Ewiges Leben manchmal auch das Erkennen der eigenen "Gottes-Kindschaft" bzw. die Transzendierung der zeitlichen Ich-Identität durch Meditation oder ähnliches.

Ewiges Leben = äonisches Leben?[Bearbeiten]

Im griechischen Grundtext der Bibel wurde aionion mit ewig übersetzt. Da das Adjektiv aionion vom Substantiv aion (= Äon) abstammt, Äon aber ein langer Zeitraum ist (oft mit Weltzeit, Zeitalter übersetzt), gehen einige Theologen davon aus, dass das äonische Leben ein zeitlich begrenztes Leben in bestimmten, zukünftigen Äonen ist. Beispielsweise ist für Millennaristen den Auserwählten aus dem Volk Israel das 1000-jährige Reich verheißen, also das Leben in diesem Äon: das äonische Leben. Nichterwählte sind während dieser Zeit tot und damit gestraft (der äonische Tod ist die äonische Strafe im Matthäusevangelium 25,46). Auf den kommenden Äon sind im Neuen Testament alle Augen gerichtet. Darum geht es Jesus für jene Ausleger, nicht um Endgültiges.

Ewiges Leben und die Wissenschaft[Bearbeiten]

Die Vorstellung von ewigem Leben (als zeitlich unbefristetem Leben) widerspricht dem aktuellen naturwissenschaftlichen Weltbild: Für die Biologie ist jedes Lebewesen endlich. Somit ist der Begriff ewiges Leben in diesem Sinn ein Widerspruch in sich selbst. – Eine Keimzelle teilt sich und lebt in manchem Teil potentiell unbegrenzt; nur das, was zusätzlich darum herum wächst (der Körper), stirbt ab.

Vertreter der naturwissenschaftlichen Denkrichtung lehnen nicht beobachtbare Vorgänge ab und sehen das Leben als ein kompliziertes materielles und energetisches Phänomen an, von dem die geistigen und seelischen Funktionen immer abhängig bleiben. Alle Vorgänge des Geistes, die von Religionen als Manifestationen der Seele gedeutet werden, gelten ihnen als letztendlich auf physikalisch, chemische und biologische Prozesse zurückführbar. Selbst wenn es rein nicht-materielle Objekte wie körperlose Seelen gäbe, wird argumentiert, sei kein Mechanismus denkbar, der einen Einfluss dieser Seelen auf die materielle Welt erlaube ( Leib-Seele-Problem). Ein Einfluss des Geistes und der Seele in einem lebenden Gehirn auf die sie umgebende Welt oder den eigenen Körper ist nach Auffassung anderer dagegen leicht möglich.

Einige Naturwissenschaftler argumentieren, dass weder ein Nachweis noch eine Widerlegung der Vorstellung einer körperlosen Seele bislang gelungen sei und sich gewisse Fragen vielleicht niemals, zumindest aber nicht zur Zeit, (natur-)wissenschaftlich beantworten lassen werden.

Ein Grabstein als Erinnerung an Ludwig Feuerbach

Weiterleben nach dem Tode im naturwissenschaftlichen Sinne gibt es

  • in der Erinnerung anderer Menschen
  • in den eigenen Leistungen:
    • in geschriebenen Büchern
    • in Filmen
    • in Musikstücken
    • in Bauwerken
    • in wissenschaftlichen und sozialen Leistungen

Nur solange es Menschen gibt, gibt es also in diesem Sinne ein Weiterleben nach dem Tode. Immanuel Kant hat wohl Ähnliches gemeint, als er schrieb:

Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, 
der ist nicht tot, der ist nur fern; 
tot ist nur, wer vergessen wird.

Spezialfall Einzeller[Bearbeiten]

Einzeller wie viele Bakterien vermehren sich asexuell durch Zellteilung. Dabei stirbt die Mutterzelle nicht ab, sondern lebt weiter. Bei genügender Ressourcen kann somit eine Zelle theoretisch ewig leben. Diese Tatsache gilt jedoch nur für Einzeller und ist somit für Menschen nicht von großem Belang.

Zitate[Bearbeiten]

  • Ich kenne unzählige Menschen, die nach dem ewigen Leben dürsten, aber mit einem verregneten Sonntagnachmittag nichts anzufangen wissen. (Johannes Gross, ehemaliger Chefredakteur der Zeitschrift Capital)
  • Denn so hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt: Er gab seinen einzigen Sohn dafür, dass jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern ewiges Leben hat. (Evangelium nach Johannes 3,16; wiedergegeben nach der Neuen evangelistischen Übertragung der Bibel)
  • An ein Leben nach dem Tod, eine zentrale Glaubenswahrheit des Christentums, glauben nur knapp zwei Drittel aller Katholiken und sogar kaum die Hälfte der Protestanten (in Deutschland). Spiegel Heft 33/2005
  • Was für ein Glück immerhin für diese boshafte Ziege, dass sie eisern an das ewige Leben glaubt und sich einbildet, sie würde dann ewig um Gottvater herumschwirren. Sie behauptet sogar, sie freue sich auf den Tod, was sie in ihrem Jargon ›den Marschbefehl erhalten‹ nennt.

Quelle :  Albert Cohen, Die Schöne des Herren, Seite 22,

  • Ein Christ kommt in den Himmel, ein Buddhist fängt ein neues Leben an. Sogar ein Atheist glaubt nicht wirklich, dass er vollkommen ausgelöscht werden wird. Er hat nicht den Mut, sich vorzustellen, er sei absolut nichtexistent.
    • Quelle: Der leere Spiegel ,  Janwillem van de Wetering
      • Kommentar Benutzer:Rho: An die absolute Nichtexistenz nach dem Tod zu glauben, ist für mich kein Problem sondern sogar zwingend logisch. Außerdem steckt da auch ein Stück Erleichterung drin: Ganz egal was man in seinem Leben für Sachen veranstaltet hat, das wird mit dem Tod alles gelöscht. Das unruhige Denken und Handeln findet eine absolute, unabänderliche und ewige Ruhe.

Weiterleben nach dem Tode[Bearbeiten]

Wozu die Mumien im alten Ägypten ?[Bearbeiten]

Die Ägypter glaubten an das Weiterleben der Seele nach dem Tode, aber nur dann, wenn der Seele ein Körper zum Weiterleben zur Verfügung stand. Aus diesem Glauben heraus entwickelten sie ihre hohe Kunst der Mumifizierung um den Körper nach dem Tod zu erhalten.

siehe  Mumifizierung_im_Alten_%C3%84gypten

Wiedergeburt und Reinkarnation[Bearbeiten]

Illustration der hinduistischen Reinkarnationslehre

Die Wiedergeburt unserer Seele oder unseres Geistes in anderen Lebewesen kommt wieder in Mode. Die Naturwissenschaften lehnen dies ab. Warum ?

Gegenargumente zur Reinkarnation[Bearbeiten]

Problem des Informationsaustausches[Bearbeiten]

  • Kein Geist ohne Gehirn
  • Keine Information ohne Informationsträger.
  • Keine Software ohne Hardware.
  • Wie kommt die komplette Information von einem Gehirn ins andere Gehirn ?
  • Das Problem der psychophysischen Abhängigkeit

Keine Verbindung zu den Vorexistenzen[Bearbeiten]

  • Wieso erinnern wir uns gewöhnlich nicht an unsere Vorexistenzen?
  • Warum nehmen wir nichts mit?

Historische Betrachtung[Bearbeiten]

  • Woher stammt die Idee der Wiedergeburt ?
  • Wann kamen die Wiedergeburten in Gang?

Das Problem des Ursprungs[Bearbeiten]

  • Wo kommen plötzlich all die vielen Seelen her?

Das Problem der Bevölkerungsexplosion[Bearbeiten]

Es werden immer mehr Seelen

  • Wie kann ich er sein?
    • Das Problem der personalen Identität

Unzufriedenheit als Grund für den Reinkarnationsgedanken[Bearbeiten]

  • Hauptgrund warum man mit dem diesseitigen einmaligen Leben nicht zufrieden ist, ist die Ungerechtigkeit der Welt
    • Diese Ungerechtigkeit soll im Jenseits oder im neuen Leben ausgeglichen werden.
    • Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist dies menschliches Wunschdenken.

Genetik[Bearbeiten]

  • Vieles liegt in unseren Genen
    • Das Problem der Vererbung

Naturwissenschaftliche Gedanken zum Thema Reinkarnation:[Bearbeiten]

  • Die Atome und Moleküle eines Lebewesens können nach dessen Tod wieder in andere Lebewesen eingebaut werden.
  • Die Gene eines Lebewesens stammen als mehr oder minder gute Kopien von einer langen Ahnenreihe von Vorfahren ab.
  • Jeder kann einen Teil seines Geistes an andere weitergeben, wenn er seine Gedanken aufschreibt und andere diese Gedanken übernehmen.

Ansonsten ist das Weiterleben oder die Wiedergeburt des Geistes oder der Seele nach dem Tod unglaubhaft, denn es gibt keine Information ohne Informationsträger. Wenn der Informationsträger Gehirn stirbt, dann stirbt auch der dazugehörige Geist und die Seele. Das ist die Ansicht der meisten Naturwissenschaftler.

Diskussion[Bearbeiten]

Zitat http://www.jungewelt.de/2000/07-21/015.shtml[Bearbeiten]

Die Form, wie du dich im jetzigen Leben präsentierst, ergibt sich daraus, wie du dich im letzten Leben verhalten hast«, so heißt das im Klartext: Wer ausgebeutet wird, krank ist, Opfer von Vergewaltigung, Folter oder Krieg wird, ist letztlich an seinem Schicksal selbst schuld. Eine Analyse oder gar Bekämpfung der Ursachen ist demnach weder notwendig noch möglich. Das angeblich selbstverschuldete Elend hat seine Berechtigung und im übrigen bleibt ja immer die Hoffnung auf ein besseres Schicksal in der nächsten Reinkarnation.

Und die Gegenmeinung dazu: Diese pauschale Aussage ist meiner Meinung nach verkehrt. Der Glaube an Reinkarnation entbindet keineswegs davon ein eigenes individuelles Leben zu leben. Genauso ist der Begriff Schuld völlig fehl am Platz. In meinen Augen erklärt der Glaube an Reinkarnation höchstens einen (möglicherweise schlimmen) Ausgangszustand und erlöst uns von der Frage "womit hab ich das verdient?". Außerdem lenkt er den Blick auf eine Wirkung des Handelns über den eigenen Tod hinaus und verhindert dadurch eine schädliche materialistische Lebenseinstellung.


Zitate[Bearbeiten]

Platon[Bearbeiten]

Der griechische Philosoph  Platon glaubte an die Seelenwanderung, wie das folgende Zitat aus seinem Buch Phaidros zeigt:

Wer gerecht gelebt, erhält ein besseres Teil, wer ungerecht, ein schlechteres. Denn dorthin, woher jede Seele kommt, kehrt sie nicht wieder zurück unter zehntausend Jahren, denn sie wird nicht eher befiedert als in einer solchen Zeit, ausgenommen die Seele dessen, der ohne Falsch philosophiert oder nicht unphilosophisch die Knaben geliebt hat. Diese können im dritten tausendjährigen Zeitraum, wenn sie dreimal nacheinander dasselbe Leben gewählt haben, also nach dreitausend Jahren, befiedert heimkehren. Die übrigen aber, wenn sie ihr erstes Leben vollbracht, kommen vor Gericht. Und nach diesem Gericht gehen einige in die unterirdischen Zuchtörter, wo sie ihr Unrecht büßen; andere aber, in einen Ort des Himmel enthoben durch das Recht, leben dort dem Leben gemäß, das sie in menschlicher Gestalt geführt haben. Im tausendsten Jahr aber gelangen beiderlei Seelen zur Verlosung und Wahl des zweiten Lebens, welches jede wählt, wie sie will. Dann kann auch eine menschliche Seele in ein tierisches Leben übergehen und ein Tier, das ehedem Mensch war, wieder zum Menschen. Denn eine, die niemals die Wahrheit erblickt hat, kann auch niemals diese Gestalt annehmen. (Phaidros 248e-249b)

Bei Platon ist das Vergessen des vorherigen Lebens Teil seiner Reinkarnationslehre: Sie lagerten am Flusse ... Sorgenlos, dessen Wasser von keinem Gefäß gehalten wird. Ein Maß davon muss jeder trinken, die von aller Vernunft Verlassenen trinken übers Maß; wer aber dort trinkt, vergisst stets alles. Als sie schliefen und es Mitternacht wurde, begann es zu donnern und beben, und plötzlich wurden sie durcheinander gewirbelt, hinauf zur Geburt, wie wenn Sternschnuppen fallen. (Politeia 621a-b)

Eine ausgleichende Gerechtigkeit ist Platon dabei wichtig: wenn jemand einstmals seinen Vater getötet habe, so müsse er darauf gefaßt sein, zu bestimmter Zeit dasselbe von seinen Kindern gewaltsam zu erleiden, und wenn er die Mutter getötet habe, so müsse er als Angehöriger des weiblichen Geschlechts wiedergeboren werden und dann in der Folgezeit durch die von ihm Geborenen sein Leben verlieren. Denn für die Befleckung mit dem gemeinsamen Blut gibt es keine andere Reinigung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mieses Karma
    • Lustiges Buch über die Reinkarnation

Links[Bearbeiten]

Christliche Argumente gegen die Reinkarnation[Bearbeiten]

Nahtodeserlebnisse[Bearbeiten]

Das Narkosemittel Ketamin kann ähnliche Empfindungen auslösen, wie NDE

Aus naturwissenschaftlicher Hinsicht sind die  Nahtoderfahrungen, die von manchen als ein Hinweis auf das Weiterleben nach dem  Tod gesehen werden, nichts anderes als Halluzinationen eines sterbenden, mit Blut, Sauerstoff und Zucker mangelversorgten Gehirns.

Wer im medizinischen Bereich mit kranken und alten Menschen am Rande des Todes zu tun hat, wundert sich über solche Halluzinationen gar nicht. Sie sind sehr häufig.

Sie können teilweise auch ganz anders ausfallen als die meistens geschilderten Lichterlebnisse. Menschen, deren Herz aus völlig normaler Funktion heraus plötzlich stehen bleibt, berichten beispielsweise über ein Schwarzwerden vor den Augen und ein starkes Hitzegefühl im Körper.

Links Nahtodeserfahrungen[Bearbeiten]

Raymond Moody, sammelt Berichte über Natodeserlebnisse
  • http://www.karl-leisner-jugend.de/Nahtoderfahrungen.htm
    • Nahtoderfahrungen aus christlicher Sicht.
  •  Sam Parnia
    • englischer Kardiologe und bekannter Nahtodesforscher
  •  Hirntod
    • Wichtiger Begriff bei der naturwissenschaftlichen Definition und der Freigabe der Organe eines Hirntoten zur Transplantation.
  •  Raymond Moody schrieb ein berühmtes und umstrittenes Buch über Nahtodeserlebnisse
    • Life after Life
    • Leben nach dem Tod: Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung
      • von Raymond A. Moody , Melvin Morse, et al. | auf deutsch erschienen 1. November 2001
      • auch als ebook verfügbar

Jüngstes Gericht[Bearbeiten]

Jenseits[Bearbeiten]

Himmel[Bearbeiten]

Hölle[Bearbeiten]

 Paradies[Bearbeiten]

Aus religionskritischer und biologischer Sicht naive Vorstellung vom Paradies: Raubtiere werden zahm

Das Paradies ist nach jüdischer, chistlicher und islamischer Überlieferung der Ort, an dem die Menschen vor dem Sündenfall in Sicherheit und Frieden gelebt haben.

Im Islam und Christentum wird als Paradies auch der Ort bezeichnet, an dem brave Gottesgläubige nach ihrem Tod ohne Sorgen leben dürfen.

In vielen anderen Religionen wie beispielsweise dem Hinduismus oder dem griechischen Götterglauben gibt es ähnliche Vorstellungen von paradiesischen Orten.

Zitat: Bis etwa 1550 galt das irdische Paradies als eine noch existierende geographische Zone weit «im Osten», doch im Zeitalter der Entdeckungen fand man es nicht. Das war ein schwerer Schlag für die realistischen Prämissen der Theologen. Mehrheitlich, nicht ausnahmslos, reagierten sie darauf, indem sie kluge, komplizierte Zusatzhypothesen ersannen, um den Tatsachengehalt der Paradieserzählung für einige Zeit zu retten. Sie sagten zum Beispiel, die Sintflut habe den Gottesgarten weggeschwemmt. Kardinal  Robert Bellarmin hat auf dem Gebiet solcher Aushilfstheorien Bewunderungswürdiges geleistet. Aus dem Buch von  Kurt Flasch

  • Warum ich kein Christ bin
    • C.H.Beck

Literatur[Bearbeiten]

  • Himmel und Hölle: Jenseitsglaube von der Antike bis heute
    • von Bernhard Lang
      • Taschenbuch Preis: EUR 8,95
        • sehr empfehlenswerte Einführung in das Thema, klar geschrieben
        • Es fehlen Angaben über den Jenseitsglauben in Amerika, China, Indien, Australien. Das Buch ist also Abendland zentriert.
  • Fast im Jenseits: Oder warum Gott Frankenstein liest
    • David Eagleman (Autor), Jürgen Neubauer (Übersetzer)
      • phantasiereiche Gedanken über das Jenseits , leicht zu lesen


  • Was von uns bleibt: Über die Unsterblichkeit der Seele
    • Mathias Schreiber (Autor)
      • 155 Seiten Verlag: Dva; Auflage: 3., Aufl. (März 2008)
      • ein Bekenntnis zur Unsterblichkeit der Seele
        • Zitat: Wir sollten niemals Fragen, wie die nach der Unsterblichkeit, allein vom eindimensionalen tendenziell kalten und verdinglichenden Denken des modenen Naturtechnikers beantworten lassen.
        • Aus religionskritischer Sicht kann man darauf antworten:
        • Die Ansicht des naturwissenschaftlichen Weltbildes über die Seele ist nicht so eindimensional und kalt, wie es der Autor zu verspüren meint. Die Ansicht der Naturwissenschaften muss aber vor allem ehrlich sein.
  • Alle Menschen sind sterblich
    •  Simone de Beauvoir
      • Ein lesenswerter Roman über die Unsterblichkeit und ihre Schattenseiten.

Weblinks[Bearbeiten]

Wikiquote hat einen Artikel zum Thema:

Am Ende des Lebens[Bearbeiten]

Einleitung[Bearbeiten]

Aus atheistischer Sicht ist der Tod und das Leben nach dem Tode für den Betroffenen eigentlich uninteressant, da indifferent und nicht mehr erlebbar. Viel wichtiger ist dafür das Alter und die Behinderung. Wie gehe ich als Betroffener, als Familienmitglied oder als Gesellschaft mit dem Alter um. Mittlerweile gibt es einen Berg von Literatur über das Alter im Allgemeinen und die Alterskrankheiten im Besonderen. Man kann sich also recht gut informieren. Auch die Versorgung von alten Menschen zumindest in Deutschland ist nicht so schlecht, wie oft behauptet. Trotzdem trifft es viele dann doch wie ein Schock, wenn sie plötzlich Krebs oder Parkinson haben oder einen Schlaganfall erleiden und merken das sie alt werden und das Ende näher rückt. Viele wünschen sich ein aktives Leben bis zum Schluß und dann einen möglichst schnellen und schmerzfreien Tod.

Alter[Bearbeiten]

  • Alt werden ist eine Entdeckungsreise in den eigenen Körper.
  • Alt werden ist wie das Leben auf einer Baustelle oder in einer Ruine.

Erst im Alter erkennt man an den Fehlfunktionen des eigenen Körpers vieles, was man vorher für selbstverständlich angenommen hat. Es ist allerdings eine Entdeckungsreise auf die man gerne verzichten würde.

Zitate[Bearbeiten]

Von Woody Allen: Was halten Sie denn vom Älterwerden? Woody Allen: Es ist lausig! Das Älterwerden hat keinen einzigen Vorteil. Ich bin weder klüger, noch weiser, gelassener oder milder geworden. Es hat aber auch gar nichts Gutes: Der Rücken tut öfter weh, Du siehst nicht mehr gut, hast Verstopfung und brauchst ein Hörgerät. Alt zu werden, ist ein ganz mieses Geschäft. Ich kann nur davon abraten. Halten Sie sich lieber ans Jungsein, schnappen sich einen tollen Kerl und verschieben Sie das Ganze um mindestens zwei Jahre! Quelle: Interview mit Mariam Schaghaghi, MONTAG, 14. FEBRUAR 2011,

Simone de Beauvoir hat ein dickes Buch über das Alter geschrieben. Daraus folgendes Zitat: Wir weigern uns, in den Greisen zu erkennen, wie wir selber sein werden. Jeder weiß, daß er sterben wird, aber kaum einer will realisieren, daß er alt werden wird.

Das Sterben[Bearbeiten]

  • Sterben . Das ist das letzte was ich tue .  James Cook

Es gibt eine Gnade des schnellen Todes. Meist ist das  Sterben keine so schöne Angelegenheit und je schneller es geht, desto weniger muß man sich damit herum plagen.

Deswegen sollte man auch beizeiten schriftlich festlegen, was man noch gemacht haben will, wenn man sich nicht mehr selbst entscheiden kann. So eine Verfügung kann ziemlich einfach in wenigen Sätzen formuliert werden. Beispiel: Falls ich mich nicht mehr selbst entscheiden kann, will ich

  • keine Wiederbelebungsmaßnahmen mehr
  • keine operativen oder invasiven Maßnahmen
  • keine künstliche Ernährung
  • keine Einweisung ins Krankenhaus
  • keine Dialyse und keine Beatmung.

Gegen die Schmerzen,die Atemnot und die Unruhe wünsche ich eine Behandlung mit Schmerzmitteln und Beruhigungsmitteln in ausreichender Dosis.

So eine Verfügung unterschreibt man mit Datum und hinterlegt sie im eigenen Geldbeutel, bei den nächsten Angehörigen, beim Hausarzt und im nächsten Krankenhaus. Man sollte sie auch regelmässig bestätigen.

Der  Tod[Bearbeiten]

Was kostet der Tod ?[Bearbeiten]

Der Tod kostet nicht nur das Leben sondern auch Geld für die Bestattung, zumindest wenn die Bestattung geordnet in einem entwickelten Land abläuft. Erstaunlicherweise ist eine Feuerbestattung billiger als eine Erdbestattung, wie folgende Zahlen aus München zeigen:

  • Erdbestattung 3400 Euro
  • Feuerbestattung 2600 Euro

Quelle: www.sueddeutsche.de/muenchen/sterben-ohne-angehoerige-auch-wenn-sie-das-erbe-ausschlagen-sie-kommen-aus-dieser-nummer-nicht-raus-1.4039887-2

Feuerbestattung ohne Sarg[Bearbeiten]

Die Bestattungslobby hat es in Deutschland bis jetzt geschafft zu verhindern, daß Leichen ohne Sarg bestattet werden. Auch bei einer Feuerbestattung kommt die Leiche zuerst in einen Sarg und wird dann zusammen mit dem Sarg verbrannt. Verbrennung oder Bestattung in Tüchern, wie es beispielsweise im Islam üblich ist, sind nicht erlaubt. Aus religionskritischer Sicht ist dies eine sinnlose Ressourcenverschwendung.

Zitate[Bearbeiten]

  •  Norbert Elias: Der Tod ist ein Problem der Lebenden.
    • Der Tod verbirgt kein Geheimnis. Er öffnet keine Tür. Er ist das Ende des Menschen. Was von ihm überlebt, ist das, was er anderen Menschen gegeben hat, was in ihrer Erinnerung bleibt.


sommerlied 

wir sind die menschen auf den wiesen 
bald sind wir die menschen unter den wiesen 
und werden wiesen, und werden wald 
das wird ein heiterer landaufenthalt 

-  Ernst Jandl, dingfest

Der Tod ist unter allem, was man für Übel hält, das einzige, das, wenn es gekommen, nicht schmerzt und nur betrübt, solang’ es nicht da ist und erst erwartet wird. -  Plutarch

Das schauerlichste Übel, der Tod, geht uns ... nichts an. Denn solange wir sind, ist der Tod nicht da, und sobald er da ist, sind wir nicht mehr. Folglich geht er weder die Lebenden an noch die Toten, denn die einen betrifft er nicht, und die anderen sind nicht mehr von  Epikur aus Jürß et al. 1991, S. 236

  • Griechische Atomisten. Texte und Kommentare zum materialistischen Denken der Antike.
    • Aus dem Griechischen und Lateinischen übersetzt und herausgegeben von Fritz Jürss, Reimar Müller und Günther Schmidt.

 Dieter Bohlen zeigt sich im Angesicht des Todes als praktisch denkender Mensch, wie folgendes Zitat beweist. Ich möchte im Winter sterben, und dann sollen sie meine Asche auf den Bürgersteig streuen. Wenn eine Oma dadurch vor dem Ausrutschen bewahrt wird, habe ich zumindest noch ein gutes Werk getan. - Stern Nr. 41/2008 vom 2. Oktober 2008, S. 168

 Andreas Altmann (Autor) meint in seinem lesenswerten Buch Gebrauchsanleitung für das Leben: Der Tod treibt unser Leben an. Ohne ihn würde kein Kuss passieren, kein Buch geschrieben, kein Lied gesungen. Und kein Hass geschürt und kein Krieg angezettelt. Wir tun alles, weil am Sterbetag alles aufhört.


Diese Ansicht ist verwunderlich. Viele treibt der Tod überhaupt nicht an. Die Aussicht auf den baldigen Tod lähmt einen eher.

Literatur zum Thema Sterben und Tod[Bearbeiten]

  • Über die Einsamkeit der Sterbenden
  • Die Zeremonie des Abschieds und Gespräche mit Jean-Paul Sartre: August - September 1974
    • rororo Verlag
    • von  Simone de Beauvoir und Uli Aumüller
    • La ceremonie des adieux
      • Verlag Gallimard, Paris; 564 Seiten.
        • Beauvoir beschreibt in allen Einzelheiten den Verfall und den Tod ihres Lebensgefährten Sartre.
  • Diktate über Sterben und Tod Mit der Totenrede von Max Frisch, Peter Noll
    • Zitat  Peter Noll (1926-1982)war einer der angesehensten Schweizer Juristen, zuletzt Professor für Strafrecht an der Universität Zürich. Mitverfasser des Alternativ-Entwurfs für ein deutsches Strafgesetzbuch. Zu seinen Freunden zählte auch Max Frisch, der seine Totenrede hielt. Im Alter von 56 Jahren erfährt Peter Noll seine Diagnose "Krebs" und entscheidet sich, sein Schicksal anzunehmen und sich nicht operieren zu lassen. Er schreibt in einer Art Tagebuch den Verlauf der verbleibenden Zeit.
      • So sollte man nicht sterben, qualvoll bis zum Ende, meint Benutzer:Rho.