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Unterringe und Ringerweiterungen

Aus Wikibooks

Ganze Ringerweiterungen

Definition (Ganzes Element):

Es sei RS eine Ringerweiterung. Dann heißt ein Element sS ganz über R genau dann, wenn es ein monisches Polynom pR[x] gibt mit p(s)=0.

Definition (Ganze Ringerweiterung):

Es sei RS eine Ringerweiterung. Dann heißt diese Ringerweiterung ganz genau dann, wenn jedes Element aus S ganz über R ist.

Satz (Quotienten ganzer Ringerweiterungen sind wieder ganz):

Es sei RS eine Ringerweiterung, und es sei IS ein Ideal. Wenn wir I0:=RI definieren, so ist die Ringerweiterung R/I0S/I ganz.

Beweis: Es sei sS/I beliebig. Da sS ist, gibt es eine Gleichung

0=sn+an1sn1++a0 (a0,,an1R).

Indem wir diese Gleichung in den Quotienten S/I hineinprojizieren, erhalten wir eine Gleichung

0=sn+an1sn1++a0 (a0,,an1R/I0).

Satz (Der kleine Ring einer Ringerweiterung ist ein Schiefkörper genau dann, wenn der große einer ist):

Es sei RS eine ganze Ringerweiterung. Dann ist R genau dann ein Schiefkörper, wenn S einer ist.

Beweis: Angenommen, R ist ein Schiefkörper. Es sei sS. Indem wir die Gleichung 0=sn+an1sn1++a0 (a0,,an1R) mit a01 multiplizieren, erhalten wir s(sn1+an1sn1++a1)a01=1, woraus wir das Inverse von s ablesen können. Falls nun S ein Schiefkörper ist, so sei rR; dann ist r1S, aber indem wir eine Gleichung der Form p(r)=0 für ein monisches Polynom pR[x] mit rn1 multiplizieren, erhalten wir eine Darstellung von r1 als Summe von Elementen aus R; es ist daher natürlich selbst in R enthalten.

Satz (Primidealerweiterungssatz):

Es sei RS eine ganze Ringerweiterung, und es sei pR ein Primideal. Dann gibt es mindestens ein Primideal qS sodass qR=p.

Beweis: Die Menge T:=Rp ist eine multiplikative Teilmenge sowohl in R als auch in S, sodass wir ihre Elemente als Nenner einführen können. Wir erhalten ein kommutatives Diagramm

.

Um das gewünschte Primideal q zu erhalten, reicht es, das Urbild in S eines beliebigen maximalen Ideales m aus ST zu wählen, denn die Ringerweiterung ι(RT)/m0ST/m (wobei ι:RTST der kanonische Monomorphismus ist) ist ganz, weshalb der Unterring genau dann ein Schiefkörper ist, wenn es der Oberring ist, sodass m0 genau dann maximal ist, wenn m es ist; es gibt in RT jedoch genau ein maximales Ideal, und dieses ist pRT. Da das Diagramm kommutativ ist, ist qR genau p.