Soziologische Klassiker/ Becker, Howard

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Biographie in Daten[Bearbeiten]

Becker Howard Saul

  • geboren am 18.04.1928 in Chicago-Illinois


Schulbildung:

  • 1946: BA an der Universität von Chicago
  • 1949: MA an der Universität von Chicago
  • 1951: PhD an der Universität von Chicago

Berufliche Tätigkeiten:

  • 1951-1953: Forschungsmitarbeiter am Chicago – Area – Projekt
  • 1951-1953: Lehrer für Soziologie und Sozialwissenschaft an der Universität von Chicago
  • 1953-1955: Dozent an der Universität von Illinois
  • 1955-1962: Projektleiter von „Community Studies“ in Kansas City
  • 1962-1965: Forschungsmitarbeiter am „Institute for the Study of Human Problems“ an der Stanford Universität
  • 1965-1991: Soziologieprofessor an der Northwestern University
  • 1961-1964: Herausgeber der soziologischen Fachzeitschrift “Social Problems”
  • 1964-1965: Vizepräsident von „Pacific Sociological Association“
  • 1965-1966: Präsident der “Society for the Study of Social Problems”
  • 1969-1970: Dozent im Center of Advanced Studies in the Behavioral Sciences
  • 1974: Gastdozent an der Universität von Manchester
  • 1976: Gaststudent am ”Museum National” in Rio de Janeiro
  • 1977-1978: Präsident der “Society for the Study of Symbolic Interaction”
  • 1978-1979: Guggenheimdozent
  • 1980: Erhalt der Auszeichnung "Charles Horton Cooley Award" für “Society for the Study of Symbolic Interaction”
  • 1981: Erhalt der Auszeichnung: "Common Wealth Award"
  • 1982-1991: Mac Arthur Professor für Kunst und Wissenschaft an der Northwestern University
  • 1985: Erhalt der Auszeichnung "Cooley/Mead Award" für den Bereich Sozialpsychologie, American Sociological Association
  • 1987: Erhalt der Auszeichung "George Herbert Mead Award" für “a Career of Distinguished Scholarship” und für “Society for the Study of Symbolic Interaction”
  • 1990: Gelehrter am ”Museum National” in Rio de Janeiro
  • 1991-1999: Tätigkeit als Professor für Soziologie an der Universität von Washington
  • 1995-1999: Tätigkeit als Assistenzprofessor für Soziologie an der „School of Music“ (Universität von Washington)
  • 1995: Erhalt des Ehrendoktorates (Doktor Honoris Causa) an der Universität in Paris
  • 1999: Erhalt des Ehrendoktorates an der Universität Pierre-France, Grenoble


Theoriegeschichtlicher Kontext[Bearbeiten]

Howard Becker hat sich stark mit den Fragen der Soziologie im Bereich des abweichenden Verhaltens, des Bildungs- und Ausbildungswesens, der Kleingruppenforschung sowie unter anderem mit der Kunstsoziologie (Photographie und Musik) beschäftigt. Er kam schon in seiner Kindheit bzw. Jugend auf den „Geschmack der Sozialforschung“. Sehr prägend für seine eingeschlagene Berufslaufbahn waren sein „Mentor“ in der Grundschule – Everett Hughes (welcher damals schon an der Universität von Chicago Soziologie unterrichtete) und sein „hero“ Alfred Lindesmith (welcher sich die meiste Zeit seines Lebens mit seiner Studie über Opiatsüchtige beschäftigte).

Howard Becker erkennt selbst, dass seine Studien dem Einfluss von Max Weber, Durkheim, Halbwachs, Tönnies und Malinowski unterliegen. Ürsprünglich übernimmt Becker beispielsweise den Begriff des Ideapltypus von Max Weber wandelt diesen dann jedoch in die Bezeichnung des "constructed type" (konstruierten Typus) um. Im Gegensatz zum Idealtypus, der nur "objektiv möglich" sein muss, hat Beckers konstruierter Typus "objektiv wahrscheinlich" zu sein.


Werke[Bearbeiten]

  • 1961: Boys in White (Forschungen über eine Studentenkultur in der medizinischen Fakultät)
  • 1963: Outsiders (Studien über die Soziologie von abweichendem Verhalten)
  • 1986: Art Worlds (Buch über Kunstsoziologie)
  • 1986: Writing for social Scientist (Ein Leitfaden zur Gestaltung von Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Texten)
  • 1997: Tricks of the Trade (How to think about your research while you`re doing it)


Das Werk in Themen und Thesen[Bearbeiten]

Howard Becker wird zu den Theoretikern des symbolischen Ineraktionismus gezählt und ist bekannt für seine Etikettierungstheorie.

Outsiders (Außenseiter) - Studien zur Soziologie abweichenden Verhaltens:

Mit diesem Werk wurde Becker als Soziologe bekannt und anerkannt. Er beschreibt darin, wie die Gesellschaft abweichendes Verhalten schafft, indem sie Regeln aufstellt, aus deren Verletzung erst ein abweichendes Verhalten entstehen kann. Der "Regelbrecher" wird durch die Sanktionen der Gesellschaft zum Außenseiter. Das abweichende Verhalten bezieht sich aber nicht auf die Qualität der Handlung die die Person ausübt, sondern ist schlichtweg das Resultat der Regelanwendung durch andere. Außenseiter werden damit erst zu Außenseitern, indem man sie für solche hält und sie dementsprechend auch als solche behandelt. Howard Becker bezieht sich in seinem Buch auf die Labeling-Theorie (Etikettierungstheorie), in der die soziale Zuschreibung sowie die Reaktionen der sozialen Umwelt auf ein bestimmtes Verhalten im Vordergrund stehen.

Rezeption und Wirkung[Bearbeiten]

Howard Becker ist für die Soziologie der Gegenwart von großer Bedeutung. Seine Labeling-Theorie bzw. die Theorie abweichenden Verhaltens ist nach wie vor aktuell. Becker Howard beschäftig sich darüber hinaus aber auch mit anderen Problem der "neuen Zeit" und steht daher mit der Aktualität seiner Forschungen an vorderster Spitze. Er behandelt u.a. anderem Themen wie z.B.: Kinder und ihr Verhältnis zum Geld, Drogen - und was als Droge zu definieren ist. Außerdem setzt er sich der Förderung der Soziologie als eine gesellschaftlich relevante Wissenschaft auseinander.


Literatur[Bearbeiten]

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Internetquellen[Bearbeiten]