Soziologische Klassiker/ Geschlechterforschung/ Ilona Ostner

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Ilona Ostner[Bearbeiten]

Ilona Ostner (* 13. September 1947) ist eine deutsche Soziologin und Sozialpolitikerin.

Nach dem Abitur am Elsa-Brandström-Mädchengymnasium in München studierte Ostner von 1967 bis 1974 Soziologie und (Nebenfächer) Philosophie, Psychologie und Pädagogik an der Universität München (Abschluss M.A.). 1978 folgte die Promotion mit der Dissertation Beruf und Hausarbeit. Die Arbeit der Frau in unserer Gesellschaft. 1989 habilitierte sie sich an der Universität Hannover (Venia Legendi: Soziologie).

Von 1974 bis 1983 war Ostner Wissenschaftliche Angestellte der Universität München, von 1983 bis 1989 Fachhochschulprofessorin im Bereich Sozialarbeit an der Fachhochschule Fulda, von 1990 bis 1994 Professor für den Bereich Allgemeine Soziologie - unter besonderer Berücksichtigung der Soziologie der Geschlechterverhältnisse an der Universität Bremen. Seit 1994 ist Ostner Professorin für vergleichende Sozialpolitik an der Universität Göttingen.

„Beruf und Hausarbeit“[Bearbeiten]

Ostner ist der Ansicht, dass die Differenzierung von „Beruf“ und „Hausarbeit“ in unserer Gesellschaft eine große Rolle in den Geschlechterunterschieden spielt.

Sie erachtet die Hausarbeit als die „primäre Form der Arbeit überhaupt“. Diese Arbeit ist einer der Hauptfaktoren, welcher eine Gesellschaft funktionieren lässt.

Die Hausarbeit ist die Ausgangsbasis für ein geregeltes Familienleben und die Grundlage für ein Arbeitsverhältnis außerhalb der Familie (Beruf). Diese sogenannte „Weibliche Kultur“ beruht auf „objektiven (geschlechterspezifischen Arbeitsteilung) und subjektiven (Fertigkeiten, Verhaltensweisen) Vorraussetzungen zur Bewältigung der Reproduktionsarbeit.“

Die Frau erkennt ihre private Reproduktionsarbeit als eine Art der Erschaffung an und somit wird sie bei Ostner einer „Kultur“ gleichgesetzt. In dieser Kultur sieht die Frau eine „Quelle von Ideologie motivierenden Handlungen und Tätigkeiten.“

Durch die Industrialisierung der Gesellschaft und der großen Entwicklung in der Arbeitsteilung, kam es zu einer radikalen Trennung von „Erzeugen“ und „Verbrauchen“.

Hausarbeit lässt sich nicht zum Beruf machen- „es können nur gewisse Funktionen an den Berufsbereich abgegeben werden“. Der Beruf hat somit auf den ersten Blick die vorherrschende Form in unsere Gesellschaft. Der Frau wird immer noch die Rolle der Erzieherin zugeschrieben und das Erziehen der Kinder „kennzeichnet die Familie als Arbeitsbereich der Frau.“

Ostner ist der Ansicht, dass Frauen stark durch ihre Rolle als „Mutter“ und „Ehefrau“ definiert und dadurch die eigentliche Persönlichkeit in den Hintergrund gedrängt wird. Somit hat die Frau in der Familie große Schwierigkeiten sich selbst zu entfalten.

Literatur[Bearbeiten]

Literatur von und über Ilona Ostner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (Datensatz zu Ilona Ostner • PICA-Datensatz) • Einträge im Musikarchiv Ilona Ostner auf der Website der Universität Göttingen mit Publikationsliste