Soziologische Klassiker/ Riesman, David

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Grundstruktur des Kapitels:

Biographie in Daten[Bearbeiten]

Riesman David

  • geboren 1909 David als Sohn eines Medizinprofessors geboren. Die Vorfahren seiner Eltern sind Emigranten aus Deutschland.
  • gestorben 2002 in Birmingham/New York


  • 1931 Abschluss seines Studiums in Harvard mit dem Hauptfach Biochemie
  • 1934 Promotion im Fach Rechtswissenschaften in Harvard
Hier ist er als Redakteur für the Crimson und Harvard Law Revew tätig.
  • 1935-1936 Tätigkeit am obersten Gerichtshof
  • 1936-1937 Arbeit als Anwalt
  • 1937-1941 Lehrauftrag an der 'Buffalo Law School'
  • 1941-1942 Gastdozent an der 'Columbia Law School'
Hier begegnet er der Anthropologin Margared Mead, dem Soziologen Paul Larzarsfeld, der Philosophin Hanna Arendt und dem Psychoanalytiker Erich Fromm.
  • Während des zweiten Weltkrieges arbeitet er als stelvertretender Staatsanwalt in New York und studiert später Psychoanalyse
  • 1949 wird David Riesman an die sozialwissenschaftliche Fakultät von Chicago berufen
  • 1950 wird das Buch The Lonely Crowd veröffentlicht, welches er zusammen mit Nathan Glazer und Reuel Denny verfasst.
  • 1958 Berufung an die Harvard Universtiy;
Er unterrichtete dort bis 1981. Das Seminar American Character und Social Structure wird berühmt.


Historischer Kontext[Bearbeiten]

David Riesman beschäftigte sich vor allem mit der amerikanischen Nachkriegskultur. Er beteiligte sich für kurze Zeit an dem "Congress for Cultural Freedom" einer anti-kommunistischen Vereinigung, kritisierte allerdings auch später die Strategien Mc Carthys. Er unterstützte die Bürgerrechtsbewegung und kritisierte die Rebellion der Sudenten in den 60er Jahren, obwohl sich diese teilweise auf seine Literatur bezogen.


Theoriegeschichtlicher Kontext[Bearbeiten]

Während des Krieges beschäftigte sich David Riesman zusammen mit Erich Fromm mit der Psychoanalyse. Dieser und weiters auch Kulturanthropologin Margaret Mead, beeinflussten ihn bei seinem bekanntesten Werk "The Lonely Crowd", in dem auch Einflüsse von Max Weber auszumachen sind.


Werke[Bearbeiten]

  • Civile liberties in a period of transition (1942)
  • The Lonely Crowd: A Study of the Changing American Character (1950)
  • Faces in the Crow; Individual studies in Character and Politics (1952)
  • Thornstein Veblen: a critical Interpretation (1953)
  • Individualism reconsidered, and other essays (1954)
  • Constraint and Variaty in American Education (1956)
  • Conversation in Japan: Modernisation,poletics, and Culture (1967)
  • The Academic Revolution (1968)
  • On Higher Education:The Academic Enterprise in an Era Rising Student Consumerism (1998)
  • Abundance for what? And other essays (1993)


Das Werk in Themen und Thesen[Bearbeiten]

Sozialcharakter[Bearbeiten]

David Riesman untersuchte, in "The Lonely Crowd" die Veränderung des Sozialcharakters, die mit dem Wandel einer vorindustriellen über eine frühindustrielle zu einer modernen Industriegesellschaft einhergeht. Diesen drei Entwicklungsstufen werden drei sich überlappende "Charakter-Typen", der traditions, innen-und außengeleitete Mensch, zugeordnet.


Der traditionsgeleitete Mensch:
Die vorindustrielle Gesellschaft hat Merkmale wie hohen Bevölkerungsumsatz, beschränkten Handel, ist weniger ausdifferenziert und keinen andauernden schnellen Veränderungen unterworfen. Altes Wissen ist hier eine Wertvolle Recource und die Hauptaufgabe ist dieses zu erhalten, indem es über die schnell wechselnden Generationen weitergegeben wird. Dadurch entwickelt sich eine "traditionsgeleitete" Kultur. Der Rahmen sozialen Handelns, orientiert sich an sozialen Werten der Tradition ( z.b. Sitte, Brauch) und der durch Religion fundierten Kultur .


Der innengeleitete Mensch:
Dieser Typus ist in erster Linie im Zeitalter der industriellen Revolution und frühindustriellen Gesellschaftsformen anzusiedeln und vor allem typisch für die bürgerliche Gesellschaft. Typisch für so ein Entwicklungsstadium sind beispielsweise ein Wandel der sozialen Verhältnisse, schnell steigende Bevölkerungszahlen und Wirtschaftswachstum. Um diese Veränderungen zu bewältigen, bei denen traditionelles Wissen immer unbedeutender wird, bedarf es, als universell gültig angesehene Werte, die während der frühen Sozialisation internalisiert werden, auch in verschiedenen Lebenssituationen anwendbar sind und somit wie ein innerer Kompass wirken.


Der außengeleitete Mensch:
Diesen Charaktertyp ordnet Riesman der modernen Industriegesellschaft zu, in der die Bevölkerungszahl stagniert. Da solche Gesellschaften relativ ausdifferenziert sind und sich schnell wandeln, kann sich ein Mensch immer weniger nach immer den selben internalisierten Werten und Normen richten. Daher orientiert er sich sowohl, an dem "durchschnittlichen" Verhalten anderer, als auch an Vorbildern ,die die Massenmedien verbreiten und passt sich an. Der außengeleitete Typus neigt zu Konformität und Opportunismus, richtet sich nach der Mode und strebt soziale Anerkennung an. Sowohl Peer-Groups, als auch Medien gewinnen bei der Sozialisation an Bedeutung.


Rezeption und Wirkung[Bearbeiten]

David Riesmans Buch "The Lonely Crowd" entwickelte sich in den 50er und 60er Jahren zu einem soziologischen Bestseller, es war das meistverkaufteste Werk, das je ein amerikanischer Soziologe veröffentlicht hat. Es wurde vor allem in den USA von einer breiten Masse der Bevölkerung wahrgenommen und machte ihn zum Liebling der Intellektuellen und derer die sich dafür hielten. Insgesamt prägte Riesman die heutige Sichtweise auf die moderne Konsumgesellschaft und zählte zu den Mitbegründern der qualitativen Sozialforschung. Des Weitern unterrichtete er mehr als 20 Jahre lang an der Harvard University, wobei das Seminar "American Character and Social Structure" Berühmtheit erlangte.


Literatur[Bearbeiten]

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Internetquellen[Bearbeiten]