Soziologische Klassiker/ Smelser, Neil

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Grundstruktur des Kapitels:

Biographie in Daten[Bearbeiten]

Smelser Neil

  • geboren 1930 in Kahoka, Missouri (USA)


  • aufgewachsen auf einer Farm, auf der bereits seine Mutter ihre Kindheit verbrachte.


  • Eltern Die Eltern waren beide Lehrer.
    Der Vater hat Sprache und Drama, sowie Philosophie unterrichtet und war sehr an den sozialen und politischen Problemen der damaligen Zeit interessiert.
    Die Mutter hat Latein und Englisch unterrichtet und hegte ein großes Interesse für Musik.

Sein Vater bekam kurz nach Neils Geburt einen Lehrplatz in Phoenix, Arizona, wodurch Neil bereits mit 6 Wochen dorthin übersiedelt ist und die nächsten 18 Jahre lebte.


Ausbildung und beruflicher Werdegang

  • 1936 bis 1948 Besuch der Primary- and Secondary public school in Phoenix, Arizona.
  • 1952 Abschluss am Harvard College.
  • 1952 und 1954 Studium der Philosophie, Wirtschaft und Politik an der Oxford Universität
  • 1954 bis 1958 Abschluss an der Harvard Universität mit dem Doktor der Philosophie.
  • 1958 bis 1962 Assistenz-Professor für Soziologie, Universität von Californien.
  • 1962 bis 1974 Universitäts-Professor für Soziologie an derselben Universität.

Bei seiner Schul- und Fächerwahl wurde er sehr von seinem Vater beeinflusst. Bereits mit 24 Jahren war er Co-Autor von Talcott Parsons und schrieb mit ihm zusammen das Buch: „Economy and Society“.


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Direktor des “Centre for Advanced Study in the Behavioral science”
  • Mitglied der “National Academy of sciences”
  • Mitglied der “American Philosophie Society”
  • Editor des “American Journal of Sociology”
  • Editor des “American Sociological Review”
  • Editor von „Philosophy and Public Affairs”
  • ...

Weitere Auflistungen siehe Homepage von Neil J. Smelser,
http://sociology.berkeley.edu/faculty/smelser/cv.htm


Historischer Kontext[Bearbeiten]

Smelser selbst beschreibt die Zeit um 1950 als Periode des großen Optimismus gegenüber den Sozialwissenschaften.

In den 1960er Jahren ist dieser Optimismus etwas zurück gegangen - ein Reformimpuls war in dieser Zeit und bis in die 70er Jahre zu erkennen. Diese Jahre waren geprägt von Differenzen und Bruchstücken, wodurch er selbst differenzierter wurde und eine Vielfalt von Methoden angewandt hat. So beschäftigt er sich nicht nur mit Soziologie, sondern auch mit Psychoanalyse.


Theoriegeschichtlicher Kontext[Bearbeiten]

Die Grundlage für viele seiner Forschungen bildet der Ansatz von Talcott Parsons, den er erweitert und ausbaut. Vor allem durch die frühe Zusammenarbeit mit Parsons sind Smelser Ansätze von Parsons Anschauungen gefärbt.

Neil Smelser hat sich aber auch mit vielen anderen Soziologen bzw. Autoren befasst. So definiert er in seinem Buch "Sociology: an Introduction" den Begriff Soziologie nach der Definition von Max Weber: "Soziology means the understanding of social action", wobei action jegliches menschliches Verhalten beinhaltet.

  • Auch mit Lockes Naturbegriff und seinen Anschauungen zur Positionierung des Individuums in der Gesellschaft setzt er sich (kritisch) auseinander. Hobbes und Jean-Jacques Rousseau's Menschenbilder werden ebenfalls in seinem Buch beleuchtet, wobei er auf Definitionen zurückgreift, über die Parsons bereits seine Anschauungen hatte.
  • Sigmund Freud und Émile Durkheim sind weitere Autoren, mit denen sich Smelser in seinem Werk "Sociology: an Introduction" auseinandersetzt.
  • Herbert Blumer hat Smelser vor allem bei seinen Arbeiten zum kollektiven Verhalten inspiriert.


Werke[Bearbeiten]

Smelser Neils Bücher:

  • 1956: Economy and Society.Gemeinsam mit Talcott Parsons. London: Routledge and Kegan Paul.
  • 1959: Social Change in the Industrial Revolution: An Application of Theory to the British Cotton Industry. London: Routledge and Kegan Paul, and Chicago: University of Chicago Press.
  • 1962: Theory of Collective Behavior. London: Routledge and Kegan Paul and New York: The Free Press of Glencoe.
  • 1963: The Sociology of Economic Life. Englewood Cliffs, N.J.: Prentice-Hall.
  • 1968: Essays in Sociological Explanation. Englewood Cliffs, N.J.: Prentice-Hall.
  • 1971: Sociological Theory: A Contemporary View. New York: General Learning Press.
  • 1976: Sociological Theory: Historical and Formal. Gemeinsam mit R. Stephen Warner,c Morristown, N.J.: General Learning Press.
  • 1976: comparative Methods in the Social Sciences. Englewood Cliffs, N.J.: Prentice-Hall.
  • 1980: The Changing Academic Market: Institutional Context and a Case Study. Gemeinsam mit Robin Conten, Berkeley. University of California Press.
  • 1981: Sociology. Englewood Cliffs, N.J.: Prentice-Hall.
  • 1991: Social Paralysis and Social Change: British Working-Class Education in the Nineteenth Century. Berkeley: University of California Press.
  • 1994: Sociology. Oxford: Blackwell Publishers (Volume 1, UNESCO/Blackwell Social Science Series)
  • 1995: Problematics of Sociology: The Georg Simmel Lectures . Berkeley: University of California Press, 1997.
  • 1999: The Social Edges of Psychoanlysis. Berkeley, University of California Press.


Das Werk in Themen und Thesen[Bearbeiten]

  • Interessensgebiete

Smelser hat sich vor allem mit den Bereichen sozialer Wandel, Psychoanalyse, wirtschaftliche Soziologie, kollektives Verhalten, Erziehungssoziologie, (vergleichenden Methoden) und mit soziologischer Theorie beschäftigt. Er analysiert die strukturellen Veränderungen von Betriebs- und Familienformen, die v.a. im Verlauf der Industrialisierung erfolgt sind. In seinen Untersuchungen verknüpft er Aspekte des Strukturfunktionalismus mit wirtschaftlichen Faktoren.

Nach eigenen Angaben ist er vor allem an der sozialen Struktur der Industrie, der Familie und der ersten Ausbildung interessiert. Er versucht den Kontext zu analysieren, in dem strukturelle Veränderungen in diesen Institutionen stattfinden.


  • Definition von Familie

Eine Definition von Familie nach Smelser:" A group of kin lives together in one house or in a cluster of house forming a compund or homestead. Usally, this small residental kin groups is a single economic unit. All the members work for the common good and share in the rewards of this work. There is a more or less formalized division of labor. The women take charge of the domestic work and perhaps the man of the subsistence work. This unit is also a political group of sorts. The vesting of authority may be pluralistic and relatively "democratic" with various persons having seperate spheres of influence and with a single patriarch ruling supreme."


Bsp.: Vorindustrielle Familie und sozialer Wandel

Nach Smelser übt die vorindustrielle Familie mehrere Funktionen aus: Sie ist Produktionsstätte, wodurch die Existenz der Heimarbeit abgesichert wird, bildet die Arbeitsmotivation zur Sicherung der Familie als ökonomische Einheit. Dies wird im Sozialisations- bzw. Erziehungsprozess an die Kinder weitergegeben. Durch diese Doppelfunktion ergibt sich eine bestimmte Rollenverteilung in der Familie. Durch externe Produktionsbedingungen und Anpassungszwang wird diese Rollenverteilung verändert. So wurde durch die Einführung neuer Produktionstechniken im Bereich Spinn- und Webmaschinen die Umsiedelung in Fabriken notwendig, wodurch die arbeitsnotwendigen Fertigkeiten an Bedeutung verlieren und die Aufgabe des Hauptverdieners nutzlos wird. Somit wird auch die typische Vaterrolle als Familienernährer verändert. Die neuen Rollenverteilungen, die nicht immer mit den traditionellen, kulturellen Wertevorstellungen übereinstimmen, führen zum Konflikt, denn durch das Ungleichgewicht kommt es zu Streiks und Konflikten (1.-2. Stufe), wodurch Polizeimaßnahmen und Versammlungsverbote zur Kontrolle und Eindämmung notwendig werden (3. Stufe). Die Erfindung, Ausarbeitung und institutionelle Routinisierung durch eine neue, ausgeglichene Rollenverteilung entlädt die Spannungen (4.-7. Stufe).


  • sozialer Wandel

Smelser hat ein Zuwachs-Modell für den sozialen Wandel entwickelt, das Wirkungen kumuliert und historische Ereignisse kausal miteinander verknüpft. In diesem Modell, erklärt Smelser, dass die nächste Stufe erst erreicht werden kann, wenn die vorhergehende durchlaufen bzw. abgeschlossen ist. Dies bedeutet, dass der Durchlauf einer Stufe die Bedingungen für die nachfolgende Stufe bildet. Daher stammt auch der von Smelser entwickelte Name: „value added process“.

Zu sozialem Wandel kommt es durch soziale Konflikte, die als Generator dienen. Das Modell für den Sozialen Wandel besteht aus sieben Stufen:

  • In der ersten Stufe tritt eine Unzufriedenheit mit dem System zwischen den Mitgliedern auf. Darauf wird oft mit Aggressionen und Angst reagiert.
  • In der zweiten Stufe entladen sich die angestauten Spannungen in Konflikten und Unruhen.
  • In der dritten Stufe wird versucht, diese Unruhen und Störungen mittels Mechanismen sozialer Kontrolle zu beseitigen bzw. zu lösen.
  • Wenn dies nicht gelingt, kommt es zu der vierten Stufe, in der neue Problemlösungen entwickelt und ausprobiert werden.
  • In der fünften Stufe werden diese Lösungsansätze spezifiziert.
  • Die sechste Stufe dient zur Verbindlichkeit
  • Und in der siebten und letzten Stufe werden die Lösungen erfolgreich institutionalisiert und routinisiert.

Wenn alle Stufen erfolgreich durchlaufen worden sind, entstehen neue soziale Einheiten, die nach nachfolgenden Prozessen im System gefestigt sind. Die neu entstandene Gesellschaft ist differenzierter und ihre neuen Funktionen sind effektiver.


  • kollektives Verhalten

In seinem Buch "Theory of collective behaviour" hat sich Smelser mit dem kollektiven Verhalten, seinen Ursachen, Erscheinungformen etc. auseinandergesetzt. Unter kollektivem Verhalten versteht Smelser eine "Mobilisierung auf der Grundlage einer Überzeugung oder Vorstellung, die soziales Handeln neu definiert". In seiner Untersuchung versucht er folgende Fragen zu beantworten: Woran liegt es, dass eine Episode kollektiven Verhaltens überhaupt, d.h. gleichgültig welcher Ausprägung, vorkommt und woran liegt es, dass eher die eine Form als eine andere auftritt. Der Analyse des kollektiven Verhaltens legt Smelser einen theoretischen Rahmen zugrunde und zwar die Theorie des Handelns, die er durch ein Schema hierarchischer Abstufung der Handlungskomponenten ergänzt.

Diese Handlungskomponenten sind:

  • 1.) allgemeine Ziele und Werte
  • 2.) die Normen, die der Realisierung dieser Ziele/Werte dienen
  • 3.) die Mobilisierung individueller Energie, um die definierte Ziele innerhalb des normativen Rahmens zu erreichen
  • 4.) die verfügbaren Mittel.

Als Grundlage kollektiven Verhaltens sieht Smelser strukturelle Spannungen, wie zum Beispiel Panik oder Manie. Daraus lässt sich schließen, dass wenn es zu einer Episode kollektiven Verhaltens kommt bzw. kommen soll, eine Spannung in irgendeiner Form vorliegen muss. Je stärker diese Spannung ist, desto eher kommt es zu einer derartigen Episode; durch diese Spannungen geraten nämlich die Komponenten des sozialen Handelns in Unordnung und müssen neu geordnet werden.
Laut Smelser sind sechs Dinge wichtig um kolektives Verhalten herbei zu führen:

  • Structural conductiveness: bestimmte Dinge erlauben bestimmtes Verhalten bzw. machen es möglich. Die Menschen müssen sich dessen bewusst sein und die Möglichkeit haben, zu handeln.
  • Structural strain: In der Gesellschaft lässt sich eine Spannung erkennen. Die "Menschen an der Macht" sind nicht fähig, diese Spannungen zu beseitigen.
  • Generalized belief: Erklärungen; Die Betroffenen müssen sich klar darüber werden, was das Problem ist. Das Problem soll klar definiert werden und der Definition sollen alle Betroffenenen zustimmen.
  • Precipitating factors: "Die Fünken entzünden das Feuer" - es kommt zu politischen Überlegungen
  • Mobilization for action: Die Personen müssen sich organisieren und die Mittel für eine Mobilisierung werden durchdacht.
  • Failure of social control: Wie reagiert die Autorität (oder auch nicht). Die strenge soziale Kontrolle der "Mächtigen" macht die sozialen Veränderungen oft schwierig.


Rezeption und Wirkung[Bearbeiten]

Da Neil Smelser ein zeitgenössischer Soziologie ist, ist er mit Sicherheit noch heute von Bedeutung.
Vor allem, wenn es um den Bereich der Wirtschaftssoziologie geht, wird Smelser oft zitiert.

Alexander Jeffrey wurde durch den Besuch von Smelsers Lehrveranstaltungen in seinen Werken beeinflusst.


Auszüge aus einem Interview[Bearbeiten]

  • Neil Smelser über Soziologie:

What are the temperament and skills required for what a sociologist does and for what you do as a sociologist?

I'd say the most important personal characteristic is the capacity to objectify. Practically all the subject matter of sociology is also the subject of ideology and strong personal feelings. Think about religion, think about family, think about work, even. These are subjects loaded with meaning and loaded with ideology, and practically everybody has their own theory about them, usually derived from our own experience. What you have to do as a sociologist is to move away from these biographical particularities of your own life and of other people's lives -- that's what I mean by objectification, to treat these experiences as objects for study rather than swimming through them in your own lifetime. So, I guess a simple answer to your question is the objectification of social reality.

Looking back on your career, what are the sources, the conditions, that help us understand your most creative moments? Where does creativity lie? Is it in part seeing the elements in a problem you've just worked with?

I would describe it as a kind of an unfolding process. Perhaps I can illustrate. Later in my career I decided to go back to the study of Victorian England. My dissertation was on changes in family life in Victorian England, and that was where that impulse to look at education, which was so intimately connected, came from. I didn't get around to education until thirty years later, but it was still there, that kernel of [interest] -- but anything that's creative about that transition was not an immediate insight. It was an accumulation, of changing of directions, of letting the subject matter speak to you, of making new connections that you perhaps didn't even have before in mind. So, I would say creativity is not a moment, it's a process. It's very hard to put your finger on it. I suppose one could mention moments of insight in one's career that turned out to be original and extremely productive, but it doesn't happen that way, it's not a snap of the fingers, it's accumulation of experiences and a gradual falling together of connected elements that makes for creativity.

One of your books that we're going to be talking about, which I'm going to show our audience right now, is The Social Edges of Psychoanalysis, published by UC Press. It's a collection of essays that you've written over the lifetime of your career. One of the things that you focus on is academic disciplines, both the constraints of academic disciplines and the opportunities that they pose. You're in a position to look at your field of sociology and make some general observations about how it's evolved in the time of your career; what does that tell us about academic disciplines generally?

Do you want me to comment on sociology?

Yes. That would be great.

In particular?

Yes. That would be good, and then we'll talk about psychoanalysis.

Okay. Well, sociology has, in some sense, not changed very much in the sense that it's two primary and overwhelming preoccupations are first, the development of some kind of scientific viewpoint and scientific method about the study of society, and second, a reformist impulse that it finds in its very beginnings, in the progressive period in the United States. They form not only the key elements of sociological investigation but the key points of tension in the field. In a way, a lot of the history of the field has been battling between these two impulses, the reformist and the scientific, which again, calls for much more objectivity and distance from the subject matter. The field, as I've experienced it, beginning in the 1950s, was in a period of heavy and high optimism about the promise of social science. This got really dashed in the sixties, not that people didn't think it was an important thing to do -- as a matter of fact, it became much more popular and visible in those times -- but it got corralled, momentarily at least, to the reform impulse that was so lively in the sixties and part of the seventies. Since that time, it's settled into a multiplicity of disciplines. I'd say that its fragmentation and differentiation is the key of the last twenty-five years, and it keeps getting bounced into by various intellectual movements such as feminism, such as post-modernism, and it absorbs some, resists others, and gradually accumulates a new and more complex richness of its own. A lot of people think the field doesn't know where it is, and that's in large part because it's accumulated so many different perspectives and never sheds very many of them.


  • Neil Smelser über Psychoanalyse

Let's talk a little about psychoanalysis, because that is a second career for you. Can we say that you majored in sociology and minored in psychoanalysis? What led you to do that?

The culture at Harvard at the time I was an undergraduate and graduate student was dominated by Freudian psychology. Most of the faculty members were sympathetic to that approach and many of them had gone through the psychoanalytic training that was available to non-medical personnel. I was drawn into this. I appreciated its strengths; never became a convert but was very much exposed and kind of knew, even at that time, that it was going to be a part of my career, though I didn't want to go into medical school and I wasn't sure exactly what -- I knew it would be an intellectual part of my life.

When I was relatively young, about 30 years, I had a breakup of a marriage and an accompanying personal crisis and I decided to seek help, but to seek help in the context of a training analysis, that is to say, a full training of a non-medical practitioner, which was by that time possible. In other words, I took the full training, no inhibitions, and in fact, I became licensed as a psychoanalyst in the State of California to practice if I wanted. I haven't followed a full practice. I've been a therapist and a supervisor off and on, in different times in my career, but psychoanalysis was a fundamental personal experience for me and became a permanent part of my intellectual outlook. At different times, often being asked but sometimes on my own steam, I would write on subjects that attracted me, which I thought had a potential from the development of depth psychology. The result is that book, some fifteen essays, I think, written over about a thirty-year period.

Let's talk then a little bit about the temperament and skills required for psychoanalysis. Are they same or very different?

Overlapping. I would say they're overlapping. The capacity for objectification is clearly there. In other words, if you're treating a patient who is highly disturbed or emotional or obviously full of pain, you have to be able to appreciate what that is, but you have to move a step away, combining sympathy with objective efforts to understand. Of course, the big difference is that -- we were talking about structures earlier -- the whole thing about psychoanalysis is the person. In fact, the field is somewhat oblivious to the larger structural arrangements, except insofar as they become grist for the person's psychological dynamics.

In one of the essays here -- well, there are actually several where you address this problem which has been an element in your career, namely interdisciplinary work. I should mention to our audience that for many years you were Associate Director of the Institute of International Studies which sponsors this program. In an essay on Erikson you write this: "Now when a psychoanalyst or any kind of discipline-oriented scholar makes such a commitment to become more comparative, more historical, more developmental and more incorporative of different analytic levels in his work, this necessarily generates a tension, a kind of disciplinary unease or discomfort. That tension arises from an inevitable pressure to relativize the universals of one's discipline." Talk a little about that.

Actually, thank you for reading that. I hadn't recalled the exact words. It's not bad, actually.

So, tell us why it's good.

In a way, it's comfortable to operate within the confines of a discipline. Economics is an extreme case. Here you are, you have a very elaborated set of simplifying assumptions about the world, and by making those elaborated and simplified assumptions you can generate technical solutions much more easily than you can with a looser set of parameters in the world. The disciplines differ in the degree to which they are tight or loose in this regard. But the unease I was referring to is that when you want to relax some of those givens, if you want to take the propensity to consume as an inner dynamic rather than assumption, then you've got to move outside, you lose some of that theoretical specificity that the simplifying assumptions give you, but at the same time you become closer in touch with reality. The problem is to spread out, but at the same time maintain discipline. That's the real tension with interdisciplinary work, I've always discovered, and in a way you have to make up your own discipline -- discipline, small D -- because it's not supplied in any automatic way when thinking about two approaches at the same time. There's a synthesis that has to go on.

I might say that this interest in interdisciplinary [study] started early. The Social Relations department was an interdisciplinary department ...

This is at Harvard?

At Harvard when I was an undergraduate and graduate student. I studied philosophy, politics, and economics at Oxford; my doctoral dissertation was an historical study informed by sociological frameworks, and of course, going into psychoanalysis was yet another extension into the special part of the world of psychology. So, this has kind of been in my blood and I suppose that the statement I made about interdisciplinarity in that essay was probably a kind of biographical statement.

I know you've thought a lot about the history of the intellectual communities, and so on, and you've run the Center for Advanced Studies in Behavioral Sciences at Stanford, California (not at Stanford University). What are the kinds of environments that are conducive in making possible the most rewarding outcomes from interdisciplinary work?

I can tell you first an environment that's not very conducive, and that's the university itself. Its structural division into departments, the building of departments around disciplines, the building of careers within disciplines, all conspire toward a narrowing and more specialized line of inquiry, and most people in the various fields tend to go that route, then to make their careers out of more specialized work, and they continue to do it within the confines of the specialization that they chose in the first place or that they've been working in. And the atmosphere of the university with the department in particular is to reward that career line.

It seems to me that aside from any personal predilections one might have toward thinking more broadly or more comprehensively, I would have to say that someplace like the Center is extremely conducive, because you bring people in there -- it has no organization. There are no departments, no age levels, no seniority levels, no nothing. Everybody is equal, everybody is in there doing their own work, but everybody is systematically exposed, not in a compulsory but in an unstructured way, to everybody else. Things begin to spark, and we have had so many testimonies in the reports and the follow-ups of the scholars who went to the Center of contacts they made, friends they established, intellectual influences on them outside their own field, which changed their work sometimes in minor but sometimes in major ways. I think to introduce people into an unstructured situation of that sort probably leads to a kind of encouragement of destructuring their own thinking. I realize this is a kind of biographical statement, and I could probably think of other kinds of settings. The Society of Fellows was a similar experience because people came from everywhere and you necessarily, just through personal interaction, got exposed to their viewpoints.


Literatur[Bearbeiten]

  • Smelser Neil (1962):
    "Theory of Collective Behavior"
    London
  • Smelser Neil: (1994):
    "Sociology"
    Oxford


Internetquellen[Bearbeiten]