Soziologische Klassiker/ Soziale Ordnung/ Marx, Karl

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Karl Marx[Bearbeiten]

Karl Marx (1818-1883) beschäftigt sich mit den Kräften die den sozialen Wandel hervorrufen. Er erkennt in dem Konflikt, der durch die ökonomische Verteilung hervorgerufen wird, den Motor des sozialen Wandels und auch die Grundlage für soziale Ordnung.

Laut Marx lässt sich die Welt aus ihrer materiellen Existenz und deren Entwicklung erklären und nicht aufgrund beispielsweise menschlichen Denkens. "Objektive Realität" existiert also außerhalb und unabhängig von menschlichem Bewusstsein.

"Das Sein bestimmt das Bewusstsein". Die ökonomischen Verhältnisse bestimmen also die Denkweise.


Historischer Materialismus[Bearbeiten]

Der historische Materialismus besagt, dass die Triebkräfte für die Entwicklung nicht in intelektueller Weiterentwicklung, sondern in materieller Entwicklung zu finden sind.

Marx geht von drei Grundannahmen aus:
1.) Die Geschichte ist vom Menschen gemacht. Die Geschichte selbst tut nichts, besitzt nichts, kämpft nichts; der MENSCH tut alles, besitzt alles und kämpft alles.
2.) Arbeit und Produktion sind die Basis des Lebens des Menschen. Denn bevor sich der Mensch irgendwelchen geistigen oder intellektuellen Dingen hingeben kann, müssen seine materiellen Bedürfnisse erfüllt werden.
3.) Die Produktionsweise charakterisiert die jeweilige Gesellschaftsform.


Die Gesellschaft befindet sich in einem andauernden Kampf gegen die Natur, dessen Ziel es ist, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Für diesen Kampf ist eine bestimmte materielle und wirtschaftliche Basis notwendig: Der Unter- und Überbau.

  • Der Unterbau: Die Produktionsweise:
    Die Produktionsverhältnisse bestimmen, wie eine Gesellschaft organisiert ist (gesellschaftliche Arbeits- und Besitzverteilung).
    Die Produktivkräfte setzten sich aus Produktionsmitteln (Werkzeuge, Kapital etc.) und aus menschlicher Arbeitskraft zusammen.
    Aus dem Wechselspiel von Produktionskräften und Produktionsverhältnissen ergibt sich die Produktionsweise.
  • Der Überbau:
    Aus dieser Basis heraus entsteht der Überbau (z.B. Kultur, Kunst, Recht, Ideologie - also sämtliche geistigen Produkte). Das Sein bestimmt also das Bewusstsein.


Individuen bekommen ihren Platz in der Gesellschaft durch den Produktionsprozess. Der Produktionsprozess prägt die Interessenslagen der Individuen, sowie deren politische und kulturelle Anschauungen und deren Handlungschancen.


Gesellschaftsstufen[Bearbeiten]

Bei Marx führt der permanente Konflikt zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen zu einem sozialen Wandel. Aus diesem Wandel resultiert eine gewisse Abfolge von Gesellschaftsstufen:

1. Urgesellschaft

Die Produktionsmittel sind noch im Besitz von allen daher entsteht kein Konflikt. Ohne Eigentum gibt es noch keine Klassen und auch keine Klassenkonflikte. Da der Mensch aber immer mehr Entdeckungen macht und Erfindungen die Produktion und das längere Lagern von Nahrungsmitteln ermöglichen, beginnt er Überschuss zu produzieren. Dies führt zu externen und internen Änderungen.

2. Sklavengesellschaft

Es herrscht Zwangsarbeit da der Mensch nur noch seine Arbeitskraft zu Verfügung stellen kann. Für die Arbeit gibt es von den Sklavenhaltern keinen Lohn.

3. Feudalismus

Die Sklavenhalter werden zu Feudalherren, aus Sklaven werden Leibeigene. Das Bankwesen entsteht, neue Maschinen werden gebaut und das Kapital entwickelt sich.

4. Kapitalismus

Die Proletarier werden von den Kapitalisten ausgebeutet, es gibt nur noch eine Klasse die Produktionsmittel besitzt und eine Klasse die nur ihre Arbeitskraft anzubieten hat.

5. sozialistische Gesellschaft

6. Klassenlose Gesellschaft


Klassenkämpfe[Bearbeiten]

Die Widersprüche der Gesellschaft äußern sich im Klassenkampf.
Klassen werden durch ihren Besitz, also durch ihr Verhältnis zu den Produktionsmitteln, bestimmt. Dieser entstehende Widerspruch (Antagonismus) äußert sich in der Feindschaft zwischen den Klassen.
Laut Marx ist die Geschichte eine Geschichte der Klassenkämpfe. Die höheren Klassen beuten die niedrigeren Klassen aus, dies führt zur Verelendung der Arbeiterschaft.
Die herrschenden Klassen haben nicht nur die besten Möglichkeiten ihre Ideologien und Auffassungen zu verbreiten, sie haben auch Herrschaft über den Staatsapparat und können somit die Eigentumsverhältnisse zu ihren Gunsten sichern.
Um diesen Zustand zu ändern muss aus "einer Klasse an sich, eine Klasse für sich" werden. Marx meint damit, dass ein Klassenbewusstsein eine Änderung durch eine Revolution herbeiführen könnte.
Wenn diese Revolution durchgeführt ist, wird zuerst die Diktatur des Proletariats, dann die sozialistische und dann die kommunistische Gesellschaft entstehen.


Ausbeutung der Arbeiter[Bearbeiten]

Die Ausbeutung der Arbeiter durch die herrschenden Klassen findet auf zwei Weisen statt:
a) die Arbeiter bekommen immer weniger Lohn für immer mehr Arbeit,
b) sie bekommen den Mehrwert den sie Produzieren nicht.

Der Mehrwert, ein Ausdruck der auch heute noch Gebrauch findet, setzt sich aus dem Gebrauchswert (Wie nützlich ist die Ware) und aus dem Tauschwert (Vergleich zwischen Angebot und Nachfrage) zusammen. Unterschiedliche Ware hat unterschiedlichen Wert.
Es stellt sich also die Frage wie man den unterschiedlichen Wert durch einen gemeinsamen Bezugspunkt jeder Ware messbar machen kann. Diesen Bezugspunkt findet man in der Arbeitszeit die benötigt wird um eine Ware zu produzieren. Es ist also die menschliche Arbeitskraft die den Mehrwert schafft.


Weiterführende Links[Bearbeiten]

Hauptartikel zu Karl Marx in diesem Wikibook

Karl Marx in der deutschsprachigen Wikipedia


Literatur[Bearbeiten]

  • Gabriel, Manfred (2008):
    "Vorlesung Geschichte der Soziologie. Sommersemester 2006"
    Paris-Lodron-Universität Salzburg