Soziologische Klassiker/ Yinhe, Li

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Grundstruktur des Kapitels:


Biographie in Daten[Bearbeiten]

Yinhe Li

  • geboren am 3. Juni 1952 in Beijing
  • Yinhe Li ist die erste weibliche chinesische Soziologin, die sich mit dem Themen Ehe und Sex auseinander gesetzt und in diesem Gebiet geforscht hat. Das Magazin Asiaweek führte sie als eine der fünfzig einflussreichsten Personen in China auf. Ihre stark umstrittenen Thesen verbreitet sie durch ihren Internet-Blog.
  • Noch heute arbeitet sie an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften (Zhongguo shehui kexueyuan). Sie ist Professorin und Senior Researcher am Institute of Sociology, Chinese Academy of Social Sciences.

Theoriegeschichtlicher Kontext[Bearbeiten]

Li Yinhe ließ sich im Allgemeinen stark von den Vereinigten Staaten beeinflussen, deren Thesen der 60ger und 70ger in China derzeit einen neuen Aufschwung erleben.

Während ihres Aufenthalts in Pittsburgh in der USA wurde sie mit den Werken des amerikanischen Psychiaters Bieber bekannt und hielt sich sehr streng an seine Theorie, dass Homosexualität geheilt werden kann, wenn es die betreffende Person Heilung wirklich will.

Großen Einfluss auf Yinhe Li hatten unter anderem S. Freud und R. van Gulik.

Interessanterweise orientiert sie sich auch am sozialen Konstruktivismus und nennt dabei D'Emilio, Foucault, Greenberg, Lautmann und Hearbele, deren Werke ins Chinesische übersetzt worden sind.


Das Werk in Themen und Thesen[Bearbeiten]

Erforschung der Sexualität[Bearbeiten]

Homosexualität[Bearbeiten]

Li Yinhe befasst sich intensiv mit dem Thema der Homosexualität in China. Ihre Studien ergaben, dass es um die 48 Millionen homosexuelle Chinesen gibt, womit sie einen großen Beitrag für die Sexualaufklärung in China leistete. Laut einer ihrer Umfragen akzeptieren 91% der chinesischen Bevölkerung den homosexuellen Lebensstil und 80% sind der Meinung, dass Homosexuelle die gleichen Jobchancen verdienen würden. Von den über 400 chinesischen Befragten, bekannten 60%, dass sie nichts gegen einen Homosexuellen in ihrem Freundeskreis einzuwenden hätten.

Diese Befragung fand nicht bei der Landbevölkerung statt!


Li Yinhe sucht nach den Gründen einer nicht genetisch bedingten Homosexualität. So greift sie zum Beispiel auf die populären Theorien in den Vereinigten Staaten der 60ger und 70er Jahre zurück. Homosexualität wird dabei als "Abweichung" angedeutet. Einen Anhaltspunkt für die Entstehung von Homosexualität sieht sie in dem Verbot der Masturbation. Dabei unterscheidet sie aber auch zwischen "echter" und "unechter" Homosexualität, wobei das zweite als sogenannte "Ersatzhandlung" zur eigentlichen Sexualität zu verstehen ist. Li Yinhe könnte sich auch eine starke Mutter kombiniert mit einem "unmännlichen" Vater als Auslöser vorstellen, so wie die "unnatürlichen" Verhältnisse zwischen Mann und Frau während der Kulturrevolution.

Außerdem befasst sie sich mit dem Alltagsleben der Homosexuellen in China und sie kommt zu dem Schluss, dass die meisten von ihnen eine Scheinehe eingehen, ohne dass die Ehefrau eingeweiht ist. Das liegt an dem großen psychischen Druck der in China auf "anders Liebende" ausgeübt wird und an der strikten Rollenverteilung.


Verteidigung der sexuellen Freiheiten[Bearbeiten]

Jegliche Selbstbestimmung auch im sexuellen Bereichen, spielt für Li Yinhe eine große Rolle, so dass sie sich für One-Night-Stands, Partnertausch, Pornographien und individuelle Ehen einsetzt. Auch setzt sie sich für die Legalisierung der Prostitution ein, damit eine Sexual- und Gesundheitsaufklärung möglich wird.


Werke[Bearbeiten]

"Tongxinglian yawenhua" (Subkultur der Homosexualität) 1998 Beijing

"Tamen de shijie" (die Welt) 1992 Beijing, wurde zusammen mit ihrem Ehemann Wang Xiaobo herausgegeben. 1998 erweiterte Li Yinhe das Werk zu einer Trilogie mit den beiden Büchern "Love and Sexuality of of Chinise women" und "Subculture of Sadomasochism"


Forschungsprojekte

  • 2001-2004 “Gender Study in West-Chinese Culture” supported by the Institute in Sociology, CASS
  • 2001-2004 “Study on the wealthy and poor segmentation level in Chinese city family” supported by CASS
  • 1999- 2001 “Changes in family relationship ”, supported by the Institute in Sociology, CASS
  • 1998-2001 “Current statement, development and countermeasure of the retirement in rural- urban area”, supported by CASS


Rezeption und Wirkung[Bearbeiten]

Li Yinhe spaltet China in 2 Hälften, die auch die allgemeine Situation der Gesellschaft widerspiegelt: Zum einen die Konservativen und Traditionellen gegenüber den Modernen. Einerseits wird Yinhe die Zusammenarbeit mit korrupten Machenschaften unterstellt, die die Pornographiegesetze abschaffen wollen, andere sind davon überzeugt, dass das Resultat ihrer Forderungen nur die weitere Verbreitung von Geschlechtskrankheiten beinhalten würde.

Yinhe ist sich dieser Kritik bewusst, streitet jedoch jegliche Zusammenhänge in ihrem Blog ab. Im November 2006 setzte sie sich für einen Mann ein, der die größte chinesische Pornowebsite geschaffen hatte und dafür zu lebenslänglicher Haft verurteilt werden sollte. Sie forderte die Legalisierung dieser Industrie, jedoch mit Einschränkungen und Kontrolle. Anfang 2007 kritisierte sie die Entlassung einer Polizeibeamtin, begründet auf "Partnertausch", denn das Unternehmen müsse Privatleben und Arbeit auseinander halten.

Viele ihrer Aktionen wirken im ersten Moment erfolglos. Dennoch wird das Volk wird auf die jeweiligen Probleme aufmerksam gemacht. Yinhes Einforderung einer Legalisierung der Homoehen beim Landeskomitee der Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes wurde abgelehnt.

Als "letzte Entscheidung" ist in ihrem Blog zu lesen, dass sie sich entschlossen hat, vorerst oder eventuell auch für immer keine Interviews mehr zu geben und nicht mehr über Sex zu sprechen. Ausschlag gebend hierfür ist der Druck der auf sie, aber nun auch auf ihren Arbeitgeber ausgeübt wird. Grund dafür könnte die bevorstehende Tagung des Landeskomitees der PKKCV sein, bei der Li Yinhe (selber Mitglied) wohl zum vierten mal den Antrag auf die Homoehe gestellt hätte.

Sie selbst ist davon überzeugt, dass China im Moment noch nicht in der Lage ist, sich zu wandeln, aber eines Tages die richtige Zeit kommen würde. Ob sie dann aktiv beteiligt sein wird oder nur als Zuschauer dabei ist, kann sie heute noch nicht beurteilen.


Literatur[Bearbeiten]

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Internetquellen[Bearbeiten]