Tarot/ Anhang/ Glossar

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Glossar[Bearbeiten]

Personenregister (chronologisch)[Bearbeiten]

  • Filippo Maria Visconti, 1392 - 1447, Herzog von Mailand.
→ In seinem Auftrag entstanden die ersten Tarots bzw. tarotähnliche Kartenspiele.
  • Antoine Court de Gébelin, 1719 - 1784, Theologe und Pastor der Hugenotten, Mitglied der Freimaurerloge "Les Amis Rénuis", Kabbalist.
→ erforschte alte Kulturen und Sprachen, über die er in seinem unvollendeten Werk "Le monde primitif, anlyse et comprare avec le monde moderne"(erschienen zwischen 1773 - 1782) schrieb. Im 8. Band dieses Werkes schrieb er über den Tarot, den er als Weisheitsbuch der Ägypter interpretierte und mit der Kabbala in Verbindung brachte. Die Abhandlungen über den Tarot in "Le Monde primitif" waren der erste Versuch, den Tarot wissenschaftlich zu erforschen.
  • Jean François Alliette, 1738 - 1791
→ nannte sich selber Etteilla und gilt als Erfinder des divinatorischen Gebrauchs der Tarotkarten. Sein von ihm gezeichneter Tarot weist als erster Tarot Verbindungen zur Astrologie auf. Auch beeinflusste er maßgeblich die Tradition der Lenormandkarten.
  • Alphonse Louis Constant, 1810 - 1875, bekannt unter seinem hebräisierten Namen Eliphas Lévi, Diakon der Katholischen Kirche, Freimaurer und Rosenkreuzer.
→ gilt als Wegbereiter des modernen Okkultismus, hat sich ausgiebig mit dem Tarot beschäftigt, den er Symbolisches Buch verstand, in dem alle Geheimnisse des Okkultismus vermutete.
  • Gérard Analect Vincent Encausse, 1865 - 1916, besser bekannt unter seinem Pseudonym Papus, Freimaurer und Rosenkreuzer, Mitbegründer der Theosophischen Gesellschaft in Frankreich.
→ widmete sich hauptsächlich der Kabbala. Sein Werk über den Tarot, "Der Tarot der Zigeuner", gilt heute noch als Standardwerk für die Beschäftigung mit dem Tarot.
  • Arthur Edward Waite, 1857 - 1942, Freimaurer und Rosenkreuzer, Mitglied des Hermetic Orden of the Golden Dawn.
→ war bekannt für seine umfassende Kenntnis des Okkultismus. Er schuf zusammen mit Pamela Colman Smith den als Rider-Waite-Tarot bekannten Tarot, der bis heute als Standard gilt.
  • Pamela Colman Smith, 1878 - 1951, Künstlerin, Mitgleid des Hermetic Orden of the Golden Dawn.
→ war die Künstlerin des Rider-Waite-Tarots.
  • Aleister Crowley, 1875 - 1947, Okkultist, selbsternannter Messias.
→ gilt als Mitbegründer des modernen Satanismus; schuf zusammen mit der Künstlerin Lady Frida Harris den Crowley- oder Thot-Tarot, der neben dem Rider-Waite-Tarot der bekannteste ist.
  • Ernst Tristan Kurtzahn, 1879 - 1939, Schiffbau-Ingenieur und Lehrer, Mitglied der Freimauererloge "Boanerges zur Bruderliebe"
→ hat sich in der Zwischenkriegszeit mit dem Tarot befasst und das erste deutschsprachige Buch zum Tarot geschrieben, in dem er sich sehr stark an Papus orientierte.
  • Israel Regardie, 1907 - 1985, Okkultist.
→ brach das Schweigegelübde der Magischen Orden und veröffentlichte einen Großteil vormals nur kleinen Kreisen bekannte Schriften in seinem Werk "Das magische System des Golden Dawn".
  • Oskar Rudolf Schlag, 1907 - 1990, Psychotherapeut, spiritistisches Medium.
→ Die protokollierten spiritistischen Sitzungen, bei denen er als Medium tätig war und als "Die Lehren des A." veröffentlich wurden, bieten einen umfassenden Überblick über den Okkultismus. Seine private Sammlung an esoterischen Büchern umfasste 26.000 Werke und gilt, heute in der Zentralbibliothek Zürich öffentlich zugänglich, als die umfassendste Sammlung okkulter Schriften.
  • Michael Ende, 1929 - 1995, deutscher Schriftsteller der hauptsächlich für seine Kinder und Jugendbücher bekannt ist (Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, die Unendliche Geschichte, Momo).
→ verwandte in seinen Werken oft esoterische Symbole.


Sachregister[Bearbeiten]

  • Aeon, Äon oder Aion: gr. für Ewigkeit.
→ Mit Aeon meint man einen längeren Zeitabschnitt, Zeitalter genannt. In der Astrologie ist damit der Zeitabschnitt gemeint, in dem sich der Frühlingsanfang im Sternzeichen befindet. Durch die Präzession der Erde bewegt sich der Frühlingspunkt rückläufig durch den Tierkreis, so dass der Frühlingspunkt immer für etwa 2000 Jahre in einem Sternzeichen bleibt. Diese Zeitspanne nennt man Äon. Davon abgeleitet propagierte Aleister Crowley ein "Neues Äon", was ihn dazu veranlasst hat, die Tarotkarte XX nicht mehr "Das Gericht", sondern "Das Äon" zu nennen.
  • Arcana: Plural des lat. Wortes "arcanum", Geheimnis.
→ Wird im Tarot verwendet um die 22 Trumpfkarten (Große Arcana) und die gewöhnlichen Spielkarten (Kleine Arcana) zu unterscheiden
  • Archetyp: Urbild
→ In der Tiefenpsychologie werden unbewusste Urbilder, die das Bewusstsein beeinfussen, so genannt. Nach Carl Gustav Jung sollen die Archetypen symbolisch erfahrbar sein. In der Tarothermeneutik interpretiert man daher die Bilder der Karten oft als solche symbolisch dargestellten Archetypen.
  • Divination: Wahrsagerei, Hellseherei.
→ Grundsätzlich der Versuch, die Zukunft im Voraus zu erkennen, aber auch über Situationen und Personen etwas zu erkennen, ohne ein Vorwissen darüber zu besitzen.
  • Esoterik: gr. "esoterikos", innerlich.
→ Meint ursprünglich ein Wissen, das nur einem kleinen, inneren Kreis weitergegeben wurde; wird heute oft verwendet, um alle Weltbilder und Praktiken zu beschreiben, die nicht wissenschaftlich belegbar sind und eine andere Art der Erkenntnis herbeiführen soll.
  • Hermetik: ein Weltbild.
→ In der antiken Welt entstanden, stellt es eine synkretische Durchmischung von ägyptischer, griechischer, persicher, jüdischer und frühchristlicer Philosophie und Religion dar und liefert die Grundlage für einen Großteil der europäischen Magie und Esoterikvorstellung. Das bekannteste Axiom der Hermetik ist "wie oben, so unten", was dahingehend interpretiert wird, dass der Mikrokosmos und der Makrokosmus sich einander gleichen. Die Grundlage der Hermetik bildet das "Corpus Hermeticum", eine spätantike Schriftensamlung.
  • I-Ging: Buch der Wandlung.
→ Ein chinesisches Weisheits- und Orakelbuch, das aus 64 Orakelsprüchen besteht. Das I-Ging hat sowohl den Taoismus wie den Konfuzianismus stark beeinflusst und gilt als eines der wichtigsten Werke der chinesischen Literatur.
  • Kabbala: ursprünglich jüdische Mystik, die aber auch die christliche Mystik und den Okkultismus geprägt hat.
→ Die Kabbala versucht mit Hilfe von Buchstaben und Zahlenspekulationen das Wesen des Seins und Gott zu erfassen. Dabei werden Buchstaben nicht nur als Lautwerte verstanden, sondern als symbolische Bilder, die ein geheimes Wissen in sich tragen.
  • Mulûk Wa-Nuwwâb:
→ Mamelukisches Kartenspiel aus dem 15. Jahrundert, das eine ähnliche Gestaltung aufweist wie die Kleine Arcana des Tarots.
  • New Age:
→ Ein von Esoterikern im Einklang mit der Astrologie (siehe Äon) proklamiertes Zeitalter, das sogenannte Zeitalter des Wassermanns, in dem sich der Fokus weg von der analytischen Wissenschaft hin in Richtung "ganzheitlicher", "systemischer" Weltbetrachung verschieben soll. Je nach Angaben soll dieses "Neue Zeitalter" zwischen 1904 und 2600 beginnen.
  • Okkultismus: vom lat. "occulta", geheim, verborgen.
→ Wird oft synonym zum Begriff Esoterik verwendet, hat aber, je nachdem, wer das Wort Okkultismus verwendet, noch eine stark wertende Note. Unter Kritikern ist das Wort Okkultismus oft synonym für schwarze Magie, Satanismus, verwenden hingegen Esoteriker diesen Begriff als Selbstbezeichnung (Okkultist), wollen sie damit andeuten, dass sie über mehr Wissen verfügen und sich besser auskennen als "gewöhnliche" Esoteriker.
  • Runen:
→ Germanische Schriftzeichen, die, ähnlich den hebräischen Buchstaben in der Kabbala, eine symbolische Bedeutung haben. Sie werden auch für die Divination verwendet.
  • Sepher Jezira: Buch der Ausformung.
→ Ein mystischer Text in hebräischer Sprache, der zwischen dem 3. und 6. Jahrundert verfasst wurde und die Schöpfung der Welt dadurch erklärt, dass Gott sie durch die Buchstaben und Zahlen erschaffen hat. Im Sepher Jezira werden die Buchstaben mit den Gegebenheiten der kosmischen Welt (Sternzeichen, Planeten), des menschlichen Körpers (Organe und Gliedmaßen) und den menschlichen Aktivitäten und moralischen Entscheidungen verknüpft. Das Sepher Jezira ist einer der wichtigsten Grundlagentexte der Kabbala.
  • Sephirot: Plural des heb. Wortes "Sephira", Zahl
→ In der Kabbala zuerst die 10 Grundzahlen, im Lebensbaum aber auch die als Sphären oder Ebenen gedachten Stufen die sich zwischen dem Göttlichen und dem Irdischen befinden sollen.
  • Trumpf, Triumpf, Triumpfzüge:
→ Im Mittelalter und der Renaissance gab es, vor allem in Italien, sogenannte Triumpfzüge, die vergleichbar sind mit den heutigen Faschingsumzügen, nur waren sie ernsthafter und prunkvoller. In diesen Triumpfzügen wurden allegorische Bilder dargestellt, die die Gesellschaft oder den Kosmos oder eine mythologische Geschichte zum Thema hatten. Vor allem die Fürstenhäuser taten sich dadurch hervor, dass sie möglichst prunkvolle Umzüge veranstalteten. Aus einer Predigt gegen das Glücksspiel von 1500 wissen wir, dass die Große Arcana des Tarots von solchen Triumpfzügen inspiriert wurde. Ebenfalls weisen die Bezeichnungen der Karten, die man "Trionfi" oder "ludus trinforum" nannte, auf diesen Hintergrund. Die Bezeichnung hat sich auch in anderen Kartenspielen erhalten, in denen man Trumpfkarten hat oder trumpfen kann.