Tarot/ Geschichte/ Das Buch Thot?

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Das Buch Thot?[Bearbeiten]

Da der Tarot und Spielkarten über lange Zeit geächtet waren oder als profan betrachtet wurden, hat es die ernsthafte Historie über Jahrhunderte versäumt, die Geschichte der Tarotkarten ernsthaft zu erforschen. So kommt es, dass wilde Spekulationen, vor allem unter Esoterikern schnell Verbreitung fanden und ins Allgemeingut der Tarotgemeinde übergingen. Selbst heute noch, wo die Geschichte der Tarotkarten einigermaßen erforscht ist, halten sich die alten Spekulationen hartnäckig. Die hartnäckigste Theorie ist die, dass der Tarot das legendäre Buch von Toth, dem ägyptischen Gott der Weisheit aus dem Alten Ägypten sein soll. Dieses Buch soll in der Bibliothek von Alexandria gelegen haben und den Brand um 48 v. Ch überlebt haben. Diese Theorie geht auf Antoine Court de Gébelin (1719 - 1784) und dessen Werk Le monde primitif, analyse et comprare avec le monde moderne zurück, in dessen 8. Band er seine Ansichten über den Tarot niederschrieb. Obwohl de Gébelins Theorien vor dem heutigen Stand der Forschung unhaltbar sind, kann man den 8. Band von Le monde primitif als Beginn der ernsthaften Beschäftigung mit der Geschichte der Tarotkarten werten.

Noch wildere Spekulationen führte Jean Françoise Alliette (1738 - 1791), der sich selber Etteilla nannte, in seinem 1984 erschienenen Werk Manière de se recréer avec un jeu de cartes nommées Tarot ins Feld. Laut Alliette soll der Tarot 171 Jahre nach der Sintflut (nach seinen Berechnungen das Jahr 2170 v.Chr) von einer Versammlung von Magiern unter dem Legendären Hermes Trismegistos (der Identisch sein soll mit Thot) gezeichnet worden sein.

Nach dieser Geschichte soll der Tarot, je nach Geschmack und Vorliebe entweder durch das hebräische Volk oder durch die Zigeuner, von denen man annahm, dass sie Überbleibsel des alten ägyptischen Volkes wären, nach Europa gekommen sein.

Erst Arthur Edward Waite (1857 - 1942) ließ vom ägyptischen Ursprung ab und rückte die Entstehung des Tarots von der Antiken ins späte Mittelalter. Er sah im Tarot nicht mehr antike Einweihungsmysterien, sondern führte das Kartenspiel auf die Katharer zurück. Er nahm an, dass der Tarot eine Art Bilderbibel der Katharer darstellte.

Wie wir gleich sehen werden, entspricht keine dieser Theorien dem heutigen Stand der Geschichtsforschung, wobei aber Arthur Edward Waites Theorien der Wahrheit schon sehr nahe kommen (Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass keiner der drei Genannten auf die Quellen zurückgreifen konnte, die wir heute besitzen). Aber obwohl ihre Entstehungsgeschichten widerlegt wurden, sind diese drei Herren für die Geschichte des Tarots von großem Interesse, so dass wir weiter unten wieder auf sie zurückkommen werden.

Kurz gesagt: Es gibt schöne Geschichten über die Entstehungsgeschichte des Tarots, die sich aber nicht beweisen lassen. Alter unter Entstehung des Tarots bleiben im Dunkeln. Nur nebenbedi sei es gesagt, sowohl das Alter wie auch die Geschite des tarots ist nicht wirklich wichtig - wirklich Wichtig ist das Wissen, das in den Karten steckt.