Traktorenlexikon: Hanomag C 218

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Hanomag C 218
Hanomag C218
Basisdaten
Hersteller/Marke: Hanomag
Modellreihe: C
Modell: C 218
Bauweise: Rahmenbauweise
Produktionszeitraum: 1957–1959
Stückzahl: 8274
Maße
Eigengewicht: 1375 kg
Länge: 3100 mm
Breite: 1600–1860 mm
Höhe: 1750 mm
Radstand: 1960 mm
Bodenfreiheit: 400 mm
Spurweite: vorne: 1280, 1360, 1440 mm
hinten: 1270, 1415, 1560 mm
Wenderadius mit Lenkbremse: 2600 mm
Wenderadius ohne Lenkbremse: 3250 mm
Standardbereifung: vorne: 4.50-16 ASF
hinten: 8-32 AS
Motor
Nennleistung: 13,2 kW, 18 PS
Nenndrehzahl: 1750/min
Zylinderanzahl: 2
Hubraum: 1021 cm³
Kraftstoff: Diesel
Kühlsystem: Wasserkühlung
Antrieb
Antriebstyp: Hinterradantrieb
Getriebe: 6/2-Getriebe
Höchstgeschwindigkeit: 18,5 km/h

Der C 218 aus der C-Reihe von Hanomag hat einen 2-Zylinder/2-Taktmotor und leistet 18 PS. Er wurde von 1957 bis 1959 gebaut. Als Nachfolger des R 18 bekam der C 218 die ungewöhnliche Lage des Endschalldämpfers verändert. Dieser rückte unter die nach unten verlängerte Frontmaske, diese umschloß auch das vordere Zugmaul. Eine zweite Änderung war das neue Lenkgetriebe, wodurch das Lenkrad eine andere Position erhielt. Der C 218 war zu Beginn seines Verkaufszeitraumes, ein erfolgreiches Modell. 1959 wurde er zum C 220 aufgerüstet. Allerdings waren die Modelle durchweg problembehaftet. Gemein war den Zweitakt-Modellen der Hanomag, zum einen das ungewohnte Motorengeräusch, was von den Käufern moniert wurde und zum anderen bemängelten diese, den übermäßigen Ölauswurf infolge Untertemperatur bei Teillast und im Leerlaufbereich. Von Seiten der Hanomag versuchte man am Anfang dem Ganzen noch mit Aufklärung zu begegnen, was die entsprechende Fahrweise anbelangt. Dies hatte aber nur geringen Erfolg und führte nicht zur Beseitigung der Beschwerden durch die Käufer. Auch die erhoffte Kundenzufriedenheit litt in den Folgejahren nachhaltig darunter.

Motor[Bearbeiten]

  • Hanomag, Typ: D 621, wassergekühlter 2-Zylinder-/2-Takt-Reihen-Wirbelkammer-Dieselmotor mit Schlitzsteuerung, dreifach-gelagerter Kurbelwelle, Vollschaftkolben, Spaltfilter, Druckumlaufschmierung mit Zahnradpumpe, mechanischer Verstellregler, Ölbadluftfilter, Umkehrspülung, Drehkolben-Spülgebläse, Lamellenkühler und Thermostat-Zweikreiskühlung.
  • Bohrung = 85 mm, Hub = 90 mm
  • Verdichtung = 18:1
  • Max. Drehmoment = 8 mkp bei 1500 U/min.
  • Geregelter Drehzahlbereich = 450-1750 U/min.
  • Max. Öldruck = 3,0 atü
  • Bosch-Kraftstoffpumpe = FP/KS 22 F 8
  • Kraftstofffilter, Typ: Knecht FB 202 oder Bosch FJ/DW 5/103 mit Bosch-Vorreiniger FJSJ 1/3 Z
  • Bosch-Einspritzpumpe, Typ: PF 2 K 55 7/25
  • Bosch-Düsen, Typ: DN 12 SD 12 / Bosch-Düsenhalter, KBA 55 S 9/4
  • Max. Einspritzdruck = 150 atü

Kupplung[Bearbeiten]

  • Einscheiben-Trockenkupplung von Fichtel & Sachs, Typ: K 16

Getriebe[Bearbeiten]

  • Hanomag-Wechselgetriebe
  • Doppel H Schaltung
  • Insgesamt 6 Vorwärts-, 2 Rückwärtsgänge

Geschwindigkeiten vor- und rückwärts[Bearbeiten]

Mit Bereifung 8-32

  • Gruppe I: 1.Gang = 1,5 km/h; 2.Gang = 2,9 km/h; 3.Gang = 4,5 km/h; 1.Rückwärtsgang = 2,0 km/h.
  • Gruppe II: 4.Gang = 6,2 km/h; 5.Gang = 11,7 km/h; 6.Gang = 18,5 km/h; 2.Rückwärtsgang = 8,2 km/h.

Mit Bereifung 8-36

  • Gruppe I: 1.Gang = 1,7 km/h; 2.Gang = 3,1 km/h; 3.Gang = 4,9 km/h; 1.Rückwärtsgang = 2,2 km/h.
  • Gruppe II: 4.Gang = 6,8 km/h; 5.Gang = 12,9 km/h; 6.Gang = 20,0 km/h; 2.Rückwärtsgang = 8,8 km/h.

Zapfwelle[Bearbeiten]

  • Getriebezapfwelle mit Normprofil, 1 3/8"-555 U/min. ( Optional als Motorzapfwelle )
  • Optional mit Riemenscheibe, 250 mm Durchmesser und 140 mm Breite
  • Drehzahl = 1211 U/min. / Riemengeschwindigkeit = 15,9 m/sec. / Leistung = 16 PS

Bremsen[Bearbeiten]

  • Deutsche Perrot Bremse, Typ: 350x60 SM
  • Fußbetätigte Innenbackenbremse auf die Hinterräder wirkend, als Lenkbremse zu verwenden
  • Feststellbare Handbremse auf Fußbremse wirkend

Achsen[Bearbeiten]

  • Vorderachse als Pendelachse mit verstellbarer Spurweite
  • Starre Hinterachse, Stirnräder mit Geradverzahnung und vier Ausgleichkegelräder
  • Mechanische Differentialsperre
  • Achslast vorne = 600-700 kg, hinten = 950-1430 kg

Lenkung[Bearbeiten]

  • ZF-Rosslenkung, Typ: ZF-202 ( neue Bezeichnung = ZF-7152 )

Hydrauliksystem und Kraftheber[Bearbeiten]

  • Optional mit Hanomag-Zentralhydraulik mit drei Anbauräumen und zusätzlich Antischlupf
  • Bosch-Förderpumpe, Typ: HY/ZD 14 AL 13
  • Förderleistung = 14 l/min. bei 80 bar
  • Max. Hubkraft = 1020 kg

Steuergeräte[Bearbeiten]

Elektrische Ausrüstung[Bearbeiten]

  • Bosch-Anlasser 12V-1,8 PS, Bosch-Lichtmaschine 12V-90 W, Batterie 12V-84 Ah, Glühkerzen, Bosch KE/GA 1/19/0,9 V oder Beru 341 GL

Maße und Abmessungen[Bearbeiten]

  • Länge = 3100 mm, breite je nach Spurweite = 1600-1860 mm, höhe bis Lenkrad = 1750 mm, mit Verdeck = 2270 mm
  • Wenderadius je nach Spurweite mit Lenkbremse = 2600-2800 mm, ohne Lenkbremse = 3250-3625 mm
  • Leergewicht = 1375 kg / zul. Gesamtgewicht = 1550-2000 kg

Bereifung[Bearbeiten]

  • Standardbereifung (vorne/hinten): 4.50-16 ASF ( Felgen = 3,00 D x16 )/8-32 AS ( Felgen = W 7x32 )
  • Optional vorne = 5,00-16 ASF ( Felgen = 3,25x16 ) und 5,50x16 ASF ( Felgen = 3,50x16 )
  • Optional hinten = 7-36 AS ( Felgen = W 6x36 ), 8-36 AS ( Felgen = W 7x36 ) und 10-28 AS ( Felgen = W 9x28 )

Füllmengen[Bearbeiten]

  • Tankinhalt = 45 l
  • Getriebe = 18 l
  • Kühlsystem = 8 l
  • Hydraulik = 6 l
  • Motoröl = 3,6 l
  • Riemenscheibenantrieb = 0,8 l
  • Ölbadluftfilter = 0,65 l
  • Lenkgetriebe = 0,25 l

Verbrauch[Bearbeiten]

Kabine[Bearbeiten]

  • Fahrerplattform mit gefedertem Schwingsitz und linkem Kotflügelsitz
  • Optional mit Rückscheinwerfer, rechtem Kotflügelsitz und Allwetterverdeck

Sonderausrüstung[Bearbeiten]

  • Zentralhydraulik, Frontlader, Frontkotflügel, Riemenscheibe, Motorzapfwelle, Allwetterverdeck, Rückscheinwerfer

Sonstiges[Bearbeiten]

Die als Traggschlepper konzipierten C-Typen waren gut durchkonstruiert und beinhalteten eine vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, bis zum Zwischenachsanbau für die Erledigung mehrerer Arbeitsgänge in einem. Auf dieser Grundlage wurde auch das Combitrac-System von der Hanomag begründet. Das die umfängliche Ausstattung der Schlepper mit entsprechend angepassten Landmaschinen und Geräten beinhaltete. Allerdings hatten die C-Typen aber, als gemeinsame und entscheidende Schwachstelle die nicht ausgereiften 2-Taktmotoren, die bei den Käufern zu einem nicht unerheblichen Verdruss führten und den Ruf der Hanomag auf Jahre beschmutzten - sowie die Schlepper selbst.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanomag-Das Typenbuch ( A. Mößmer )

Weblinks[Bearbeiten]

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