Traktorenlexikon: Hanomag C 220

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Hanomag C 220
Hanomag C220 (Baujahr 1960)
Basisdaten
Hersteller/Marke: Hanomag
Modellreihe: C
Modell: C 220
Bauweise: Rahmenbauweise
Produktionszeitraum: 1959–1960
Maße
Eigengewicht: 1370 kg
Länge: 3100 mm
Breite: 1600–1860 mm
Höhe: 1750 mm
Radstand: 1960 mm
Bodenfreiheit: 400 mm
Spurweite: vorne: 1280, 1360, 1440 mm
hinten: 1270, 1415, 1560 mm
Wenderadius mit Lenkbremse: 2700 mm
Wenderadius ohne Lenkbremse: 3250 mm
Standardbereifung: vorne: 4.50-16, 5.00-16
hinten: 8-32, 7-36, 8-36, 10-28
Motor
Nennleistung: 14,6 kW, 20 PS
Nenndrehzahl: 1870/min
Zylinderanzahl: 2
Hubraum: 1021 cm³
Drehmoment: 80 Nm
Kraftstoff: Diesel
Kühlsystem: Wasserkühlung
Antrieb
Antriebstyp: Hinterradantrieb
Getriebe: 6/2-Schaltgetriebe
Höchstgeschwindigkeit: 19,8 km/h

Der C 220 ist ein Traktor mit Zweizylindermotor und 20 PS Leistung, der von Hanomag in den beiden Jahren 1959 und 1960 produziert wurde. Durch die Erhöhung der Drehzahl wurde aus dem C 218 der C 220. Der C 220 wurde überwiegend ins Ausland verkauft, da sich der schlechte Ruf der 2-Takt-Motoren in Deutschland herumgesprochen hatte. Dieser Aspekt wurde auch von der Konkurrenz aufgegriffen und weidlich zur eigenen Werbung ausgeschlachtet. Das wirkte sich natürlich ungünstig auf die in dem Zeitraum angestrebte Aufklärungskampagne der Hanomag aus. Auf alle Fälle war der Schaden den die Hanomag dadurch erfahren hatte nicht mehr wieder gut zu machen. Aus diesem Grund wurde die Schlepper-Produktion ab 1960 bei der Hanomag neu ausgerichtet.

Motor[Bearbeiten]

  • Hanomag, Typ: D 621, wassergekühlter Zweizylinder-Zweitakt-Reihen-Wirbelkammer-Dieselmotor mit Schlitzsteuerung, Druckumlaufschmierung mit Zahnradpumpe, Vollschaftkolben, Spaltfilter, mechanischem Verstellregler, dreifach-gelagerte Kurbelwelle, Ölbadluftfilter, Lamellenkühler, Thermostat-Zweikreiskühlung, Umkehrspülung und Drehkolben-Spülgebläse.
  • Bohrung = 85 mm, Hub = 90 mm
  • Verdichtung = 18:1
  • Max. Drehmoment = 8 mkp bei 1800 U/min.
  • Geregelter Drehzahlbereich = 450-1900 U/min.
  • Bosch-Kraftstoffpumpe, Typ: FP/KS 22 F 8
  • Kraftstofffilter, Typ: Knecht FB 202 oder Bosch FJ/DW 5/103 mit Bosch-Vorreiniger FJSJ 1/3 Z
  • Bosch-Einspritzpumpe, Typ: PF 2 K 50 2/11 oder 50 5/11 oder 50 9/11
  • Bosch-Düsen, Typ: DN 12 SD 12 / Bosch-Düsenhalter, Typ: KBA 55 S 9/4
  • Max. Einspritzdruck = 150 bar
  • Max. Öldruck = 3 bar

Kupplung[Bearbeiten]

  • Einscheiben-Trockenkupplung von Fichtel & Sachs, Typ: K 16

Getriebe[Bearbeiten]

  • Hanomag-Wechselgetriebe
  • Zwei Gruppen mit je drei Vorwärts-und einem Rückwärtsgang
  • Schaltgetriebe mit 6 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgängen

Geschwindigkeiten vor- und rückwärts[Bearbeiten]

Mit Bereifung 8-36 AS

  • Gruppe I: 1.Gang = 1,6 km/h; 2.Gang = 3,1 km/h; 3.Gang = 4,8 km/h; 1.Rückwärtsgang = 2,1 km/h.
  • Gruppe II: 4.Gang = 6,6 km/h; 5.Gang = 12,5 km/h; 6.Gang = 19,8 km/h; 2.Rückwärtsgang = 8,8 km/h.

Mit Bereifung 8-32 AS

  • Gruppe I: 1.Gang = 1,5 km/h; 2.Gang = 2,7 km/h; 3.Gang = 4,3 km/h; 1.Rückwärtsgang = 1,9 km/h.
  • Gruppe II: 4.Gang = 6,0 km/h; 5.Gang = 11,3 km/h; 6.Gang = 18,0 km/h; 2.Rückwärtsgang = 7,7 km/h.

Zapfwelle[Bearbeiten]

  • Getriebezapfwelle mit Normprofil, 1 3/8"-578 U/min. ( Optional als Motorzapfwelle )
  • Optional mit Riemenscheibe, 250 mm Durchmesser und 140 mm Breite
  • Drehzahl = 1260 U/min. / Riemengeschwindigkeit = 16,5 m/sec. / Leistung = 18 PS

Bremsen[Bearbeiten]

  • Deutsche Perrot Bremse, Typ: 350x60 SM
  • Fußbetätigte Innenbackenbremse auf die Hinterräder wirkend, als Lenkbremse zu verwenden
  • Feststellbare Handbremse auf die Fußbremse wirkend

Achsen[Bearbeiten]

  • Vorderachse als Pendelachse mit verstellbarer Spurweite
  • Starre Hinterachse, Stirnräder mit Geradverzahnung und vier Ausgleichkegelräder
  • Mechanische Differentialsperre
  • Achslast vorne = 700-900 kg, hinten = 950-1180 kg

Lenkung[Bearbeiten]

  • ZF-Rosslenkung, Typ: ZF-202 ( neue Bezeichnung = ZF-7152 )

Hydrauliksystem und Kraftheber[Bearbeiten]

  • Optional mit Hanomag-Zentralhydraulik mit drei Anbauräumen und zusätzlich mit Antischlupf
  • Bosch-Förderpumpe, Typ: HY/ZD 14 AL 19 oder HY/ZD 14 AL 21
  • Förderleistung = 14 l/min. bei 80 bar
  • Max. Hubkraft = 1020 kg
  • Hydraulik ist mit normalen Motorenöl 15w 40 gefüllt.

Steuergeräte[Bearbeiten]

Elektrische Ausrüstung[Bearbeiten]

  • Bosch-Anlasser 12V-1,8 PS; Bosch-Lichtmaschine 12V-90 W; Batterie 12V-84 Ah; Glühkerzen, Bosch KE/GA 1/19/0,9 V oder Beru 341 GL

Maße und Abmessungen[Bearbeiten]

  • Länge = 3100 mm, breite je nach Spurweite = 1600-1860 mm, höhe bis Lenkrad = 1750 mm, mit Verdeck = 2270 mm
  • Leergewicht = 1370 kg / zul. Gesamtgewicht = 1650-2000 kg

Bereifung[Bearbeiten]

  • Standardbereifung vorne = 5,00-16 ASF ( Felgen = 3,25x16 ), hinten = 8-32 AS ( Felgen = W 7x32 )
  • Optional vorne = 5,50-16 ASF ( Felgen = 3,50x16 ), hinten = 8-36 AS ( Felgen = W 7x36 ) und 7-36 AS ( Felgen = W 6x36 )

Füllmengen[Bearbeiten]

  • Tankinhalt = 45 l
  • Getriebe = 18 l
  • Kühlsystem = 8 l
  • Hydraulik = 6 l
  • Motoröl = 3,6 l
  • Riemenscheibenantrieb = 0,8 l
  • Ölbadluftfilter = 0,65 l
  • Lenkung = 0,25 l

Verbrauch[Bearbeiten]

Kabine[Bearbeiten]

  • Fahrerplattform mit gefedertem Schwingsitz und linkem Kotflügelsitz
  • Optional mit Rückscheinwerfer und Allwetterverdeck

Sonderausrüstung[Bearbeiten]

  • Antischlupf
  • Mähwerk
  • Frontlader
  • Zwischenachsanbau
  • Riemenscheibe
  • Motorzapfwelle
  • Allwetterverdeck
  • Rückscheinwerfer
  • vordere Kotflügel

Sonstiges[Bearbeiten]

Die als Traggschlepper konzipierten C-Typen waren gut durchkonstruiert und beinhalteten eine vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, über den Frontlader bis zum Zwischenachsanbau, für die Erledigung mehrerer Arbeitsgänge in einem, sowie die entsprechenden Arbeitsgeräte selbst, an alles hatten die Ingenieure gedacht. Nur die Ausstattung mit den unausgereiften 2-Taktmotoren verhinderte, das sich die Hanomag dauerhaft auf einen der vorderen Plätze der Zulassungssttistik halten konnte. Hätten sie die neu entwickelten Schleppertypen, doch mit den ausgereiften Motoren der 4-Taktmodelle versehen, dann hätte es zu der Zeit für die Konkurrenz schlecht ausgesehen. Im Gegenteil, die Absatzzahlen sanken derart nach unten, das man in der ganzen Zeit, während des Bestehens der Hanomag-Schlepperproduktion nie mehr an die Spitzenplätze der Zulassungsstatistik heran rückte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanomag-Das Typenbuch ( A. Mößmer )

Weblinks[Bearbeiten]

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