Traktorenlexikon: Hanomag Granit 501 (S)

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Hanomag Granit 501 (S)
Hanomag Granit 501 von 1970 mit D132R1 Motor
Basisdaten
Hersteller/Marke: Hanomag
Modellreihe: Granit
Modell: Granit 501 (S)
Bauweise: Blockbauweise
Produktionszeitraum: 1968–1970
Stückzahl: 5200
Maße
Eigengewicht: 2070 kg
Länge: 3420 mm
Breite: 1765 mm
Höhe: 1700 mm
Radstand: 2100 mm
Bodenfreiheit: 425 mm
Spurweite: 2100 mm vorne: 1250–1800 mm
hinten: 1250–1720 mm
Wenderadius mit Lenkbremse: 3200 mm
Wenderadius ohne Lenkbremse: 3500 mm
Standardbereifung: vorne: 5,5-16 (Serie), 6-16, 5-16, 7,5-16
hinten: 9-36 (Serie), 11-28, 11-32, 13-28
Motor
Nennleistung: 29 kW, 40 PS
Nenndrehzahl: 2600/min
Zylinderanzahl: 3
Hubraum: 2126–2356 cm³
Drehmoment: 128 Nm
Kraftstoff: Diesel
Kühlsystem: Wasserkühlung
Antrieb
Antriebstyp: Hinterachsantrieb
Getriebe: 9/3 Gruppenschaltgetriebe
Höchstgeschwindigkeit: 20–27,2 km/h
Hanomag Granit 501-S, Baujahr 1968

Das äußere Erscheinungsbild des Hanomag Granit 501 (S) gleicht dem des Granit 500/1 aus der Anfangszeit, des Granit in Blockbauweise. Nur der seit dem R 22 verwendete Langhubmotor D21 CR des Granit 500/1 wurde durch die Kurzhubmotoren D131 R ersetzt und dieser später durch den D132 R1 mit etwas mehr Hubraum. Beibehalten wurde das bewährte 9/3 Ganggetriebe G236. In dieser Ausführung wurde der Granit 501 bis zur Einstellung der Schlepperproduktion bei der Hanomag im Jahr 1971 gebaut. Die Schlepper der Granitreihe waren als zugstarke, vollbelastbare Tragschlepper konstruiert, sogenannte Mehrbereichstraktoren, geeignet für den Zwischenachsanbau. Dies geht auf die Konzeption der Hanomagschlepper aus den 50er Jahren, der sogenannten Combitrac-Reihe zurück und wurde für die Modellreihen Perfekt und Granit bis zum Schluß der Traktorenproduktion von der Hanomag beibehalten. Die passenden und zugehörigen Arbeitsgeräte wurden von der Hauseigenen Landmaschinenfabrik Essen, kurz LFE produziert und geliefert.

Motor[Bearbeiten]

  • anfangs Kompaktmotor (ab Jan.1968) D131 R mit 2126 cm³ Hubraum, Leistung 40PS/29,5kW bei 2600 u/min


  • ab September 1969 dann Kompaktmotor D132 R1 mit 2356 cm³ Hubraum
  • 3 Zylinder/4-Takt-Reihen-Dieselmotor mit Wirbelkammer-Einspritzung
  • Leistung 40PS/29,5KW bei 2600 U/min
  • Hubraum 2356 ccm

Kupplung[Bearbeiten]

  • Doppelkupplung LuK ET 240/225 N 3580-0

Getriebe[Bearbeiten]

  • Modell G236, Gruppenschaltgetriebe
  • 3 Vorwärtsgänge + 1 Rückwärtsgang, in 3 Gruppen unterteilt (Pflege-, Acker-, und Straßengruppe)
  • 9 Vorwärts- und 3 Rückwärtsgänge

Geschwindigkeiten vor- und rückwärts[Bearbeiten]

  • Höchstgeschwindigkeiten vorwärts: 20 km/h oder bei S-Ausführung 27,2 km/h

Zapfwelle[Bearbeiten]

  • 2 Zapfwellen mit Keilwellenprofil 1 3/8 Zoll (Motorzapfwellen)
  • Drehzahlen: untere 540 U/min ; obere: 1000 U/min

Bremsen[Bearbeiten]

  • Hinten Trommelbremsen mit Servowirkung, als Lenkbremse mit Einzelradbremse
  • Feststellbremse auf Getriebe wirkend

Achsen[Bearbeiten]

  • Vorne Starrachse (Spurweite 1370 mm), auf Wunsch Teleskopachse Spurweiten verstellbar
  • Hinten starre Hinterachse mit Achstrichter und Steckachsen, incl. Differentialsperre

Lenkung[Bearbeiten]

  • ZF Gemmer 28

Hydrauliksystem und Kraftheber[Bearbeiten]

  • Regelhydraulik, optinal Pilot-Regelhydraulik
  • Hubkraft 1650kg an der Ackerschiene

Steuergeräte[Bearbeiten]

  • einfachwirkendes Steuergerät (Kraftheber)
  • Optional erweiterbar auf 3 Steuergeräte und Kreise (Frontlader, Mähwerk und Zwischenachsgerät)

Elektrische Ausrüstung[Bearbeiten]

  • Lichtmaschine
  • Stand-, Fahr- und Fernlicht sowie Blinker
  • Hupe
  • bei Frontscheibe Scheibenwischer
  • Betriebsstundenzähler
  • Kombi-Instrument für Motor- und Zapfwellendrehzahl
  • Zusatzausrüstung Arbeitsscheinwerfer hinten

Maße und Abmessungen[Bearbeiten]

  • Radstand 2100 mm
  • Betriebsgewicht bei Serienausstattung 2070 kg
  • Bodenfreiheit 425mm mit Serienbereifung 5,50-16 / 9-36

Bereifung[Bearbeiten]

  • Vorne 5,50-16 (Serie), a.W. 6,00-16, 7,50-16
  • Hinten 9-36 (Serie), a.W. 10-28, 11-28, 13-28, 11-32, 9-32,

Füllmengen[Bearbeiten]

  • Motor: ca. 6,0 L
  • Ölbadluftfilter: ca. 0,6 L
  • Hydraulikanlage: ca. 10,5 L
  • Getriebe (ohne Mähwerkantrieb): 25,5 L
  • Getriebe (mit Mähwerkantrieb): 26 L
  • Riemenantrieb: ca. 1 L
  • Lenkung: ca. 0,4 L
  • Kraftstoffbehälter: ca. 55 L
  • Kühlsystem: ca. 12 L

Verbrauch[Bearbeiten]

Kabine[Bearbeiten]

  • Fritzmeier Verdeck M 215
  • Peko Verdeck 400
  • Dieteg Verdeck

Sonderausrüstung[Bearbeiten]

  • Schnelles Getriebe
  • Mähwerk mit hydr. Aufzug
  • Pilot-Regelhydraulik
  • Zugwiderstandsregelung
  • LFE Frontlader
  • Zwischenachsgeräteanbau
  • Abreißkupplung
  • Radgewichte vo/hi
  • Frontgewichte, 4 Stk. unter dem vorderen Lampenträger
  • Zugpendel
  • Arbeitsscheinwerfer hinten
  • Teleskop-Vorderachse
  • Auspuff wahlweise unten oder oben
  • Heizung, in Verbindung mit geschlossenem Verdeck

Sonstiges[Bearbeiten]

Das schwere Gussteil (Lampenhalter vorne) wurde im September 1969 durch einen kostengünstigeren Stahlblechlampenhalter ersetzt. Im Zuge dessen wurde die Haube abgesenkt. Hierbei entfielen die Klappen auf der Motorhaube, sodass der Tank- sowie der Kühlerstutzen aus der Haube ragten und sich nicht mehr, wie bei der ersten Granit 501 Version, unter der Haube befinden.

Im Vergleich zu den Typen der Mitbewerber in der Zulassungsstatistik, litten die Granit-Typen an der fehlenden Getriebetechnik, eines synchronisierten, - zumindest teilsynchronisierten Getriebes und an dem rückständigen Verbrennungssystem der Wirbelkammereinspritzung. Die sparsamere Direkteinspritzung und die überwiegend synchronisierte Getriebetechnik der Konkurrenz ließen die Verkaufzahlen der Hanomagschlepper im Leistungsbereich von 35 - 55PS das Nachsehen haben. So verkaufte sich der zeitgleich angebotene IHC 423 mit 40PS Leistung, ausgestattet mit Direkteinspritzung und entsprechend moderner Getriebetechnik (Agriomatic), im gleichen Zeitraum, annähernd viermal soviel und bis zum Ende seiner Produktion 1975 insgesamt 27.803 mal.

Literatur[Bearbeiten]

  • OLDTIMER TRAKTOR Ausgabe 01/2011, Seite 14 ff.
  • Matthias Meiburg: Typenkompass Hanomag. Schlepper 1912–1971. Motorbuch, Stuttgart 2003, ISBN 3-61302-340-7.
  • Klaus Tietgens: Alle Traktoren von Hanomag. Rabe, Köln 2003, ISBN 3-926071-25-7.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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