Unwirksam: Aktuelles

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Sept 2019: Spahn will für Homöopathika weiterhin bezahlen[Bearbeiten]

siehe https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/jens-spahn-will-homoeopathie-auf-kassenkosten-nicht-antasten-a-1287297.html

  • die gesetzlichen Kassen zahlen pro Jahr circa 20 Millionen für Homöopathie

Die Kassenärzte sind dagegen:

Februar 2018: Im letzten Jahr weniger Homöopathika in Deutschland verkauft als 2016[Bearbeiten]

  • 2016 55 Millionen Packungen homöopathischer Präparate verkauft
  • 2017 53 Millionen Packungen homöopathischer Präparate verkauft

Quelle: Pharma-Marktforschungsfirma IQVIA und Der Spiegel http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/homoeopathie-deutsche-kaufen-weniger-homoeopathische-mittel-a-1193477.html

Dezember 2014[Bearbeiten]

Eine ganze Reihe Me to Generika wurden unter fragwürdigen Umständen in Indien getestet und müssen, da die Ergebnisse gefälscht oder nicht nachprüfbar sind, vom Markt genommen werden. Alternativ muß man sie nachtesten. Es erscheint einem kritische Beobachter sehr fragwürdig, daß EU Medikamente in Indien getestet werden. Siehe http://www.n-tv.de/panorama/Behoerde-verbietet-80-Generika-in-Deutschland-article14125001.html

1.8.2013 Akutes Omeprazol , irreführendes Pharmamarketing[Bearbeiten]

Hexal ist Marktführer beim Verkauf des Magenmittels  Omeprazol. Um die gute Wirksamkeit bei Säurebeschwerden zu betonen , wurde es mit der Zusatzbezeichnung Akut versehen. Da das Präparat auch nicht schneller wirkt als die Präparate der Mitberwerber und erst nach 1 bis 2 Stunden und nicht in 5 Minuten, wie der Verbraucher vielleicht aus dem Namen ableiten könnte, wurde ihm diese Zusatzbezeichnung als irreführend untersagt.

Das Urteil ist rechtskräftig (Az. 13 A 719/13 -OVG NRW). Der Zusatz "akut" darf nur für Arzneimittel verwendet werden, die schnell oder zumindestens schneller als andere wirken.

18.2.2013 Pharmaindustrie will die Einflußnahme auf Ärzte veröffentlichen[Bearbeiten]

Siehe http://www.welt.de/gesundheit/article113718634/Wie-gross-ist-der-Pharma-Einfluss-auf-die-Aerzte.html

Welche Arten von Einflußnahme gibt es ?[Bearbeiten]

Torsten Strohmeyer, GlaxoSmithKline Weit über 90 Prozent aller Anwendungsbeobachtungen, die in der Industrie laufen, halte ich für wissenschaftlich nicht angezeigt.

  • Ghostwriting: Fachartikel werden nicht von Ärzten geschrieben sondern von professionellen pharmagesponserten Schreibfirmen.

Chef der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig: Ein großes Problem ist etwa das Zustandekommen von Fachartikeln über klinische Studien zu neuen Arzneimitteln

  • Kongressreisen und andere Fortbildungsmaßnahmen werden von Firmen gesponsert.
  •  Pharmavertreter: Die Ärzte werden von ihnen beeinflußt, um neue Produkte zu verschreiben.

Eckhard Schreiber-Weber, Vorstand von  Mezis Das eigentliche Problem sind die vielen kleinen Einflussnahmen Es gibt ca 15000 Pharmavertretern in D die die Produkte ihrer Firma anpreisen.

  • Zeitschriften: Die Industrie finanziert Ärztezeitungen in den ihre Produkte gut wegkommen. Die Zeitungen werden umsonst verschickt.
  • Internetportale: Die Firmen betreiben medizinische Portale mit positiver Information über Ihre Produkte. Die Ärzte haben kostenlosen Zugriff auf die sonst eigentlich kostenpflichtigen Seiten.
  •  Ärztemuster. die Pharmavertreter verteilen kostenlose Medikamentenpackungen, um den Arzt zum Einsatz zu bewegen.
  • Fortbildungsveranstaltungen mit Abendessen werden gesponsert.
  • Krankenhäuser erhalten eine Reihe von Tabletten umsonst, um zu erreichen, daß sie im Arztbrief als Empfehlung auftauchen.

27.7.2012 HES bringt nichts bei Sepsis sondern erhöht die Sterblichkeit[Bearbeiten]

siehe http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/hes-von-fresenius-kabi-pharmakonzern-bedraengt-kritische-forscher-a-846611.html

12.9.09 Memantine bringt nichts beim Alzheimer[Bearbeiten]

Nach der Auffassung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen ( IQWiG) ist der Nutzen von  Memantine für Alzheimer-Patienten nicht belegt und eine Erstattung durch die gesetzlichen Kassen nicht gerechtfertigt. siehe http://www.welt.de/news/article4514161/Alzheimermittel-Herber-Rueckschlag-fuer-Frankfurter-Pharmakonzern-Merz.html

19.10.2008 Zweitmeinungsverfahren bei Arzneimitteln für die Behandlung von schweren Erkrankungen mit hohen Therapiekosten[Bearbeiten]

Der Gemeinsame Bundesausschuss  G-Ba hat ein Zweitmeinungsverfahren bei Arzneimitteln für die Behandlung von schweren Erkrankungen mit hohen Therapiekosten beschlossen.

Es muß vor der Verordnung die Meinung eines spezialisierten Kollegen eingeholt werden.

Die Regelung gilt zunächst nur für die pulmonal arterielle Hypertonie.

  • betroffene Wirkstoffe
    • Bosentan,
    • Iloprost zur Inhalation,
    • Sildenafil
    • Sitaxentan.

Zitat: Man kann dieses Verfahren als Bürokratie einstufen. Man kann es aber auch als Mittel der Qualitätssicherung betrachten Rainer Hess, Vorsitzende des G-BA

siehe http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34073

Aktuelle Informationen (Stand 2010) zum Zweitmeinungsverfahren bei der Verordnung von Medikamenten für die pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) gibt es hier http://www.zweitmeinung-pah.de

21.10.2008 35 % der krebskranken Kinder erhalten zusätzlich eine komplementäre (=nichtschulmedizinische) Behandlung[Bearbeiten]

In einer Studie von Alfred Längler, Leitender Arzt der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin am Gemeinschafskrankenhaus Herdecke, und Mitautoren des Deutschen Kinderkrebsregisters an der Universität Mainz wurde der Anteil der krebskranken Kinder in Deutschland abgeschätzt, die zusätzlich zur anerkannten-schulmedizinischen Behandlung eine wahrscheinlich unwirksame komplementäre und alternative Thrapie bekommen. Die Zahl liegt mit 35 % erstaunlich hoch. European Journal of Cancer (2008; 44: 2233-2240).

Die am häufigsten angewandten unwirksamen Verfahren sind Homöpathika und anthroposophische Medikamente wie die Misteltherapie.

Siehe auch http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34102

Statistik der Arzneimittelausgaben im Ländervergleich 1999 und 2006[Bearbeiten]

Land           Euro / Kopf 
                1999         2006
----------------------------------
Irland           122 
Griechenland     174
Polen            197
Niederlande      208         321
Dänemark         211         240
Spanien          232         313
GB               250         183
Italien          252
Frankreich       254         506
Schweden         264
Österreich       303         343
Deutschland      349         427
Belgien          377
Schweiz                      485

1999Quelle: Rosian/Vogler. 2002. S.231 2006Quelle: Die Zeit und SFK

Welche Schlußfolgerungen kann aus diesen Werten ziehen:

  • 1.Die Werte sind nicht plausibel. Es ist nicht glaubhaft das Frankreich innerhalb von 7 Jahren von 254 auf 506 Euro ansteigt.
  • 2.Einige Länder geben unsinnig viel Geld für Arzneimittel aus. Wenn man z.B. Dänemark mit Deutschland vergleicht, dann wird in Deutschland viel mehr ausgegeben. Dabei ist die Lebenserwartung und die Krankheitsrate in Dänemark eher besser als in Deutschland. Daraus kann man folgern, dass in Deutschland noch viel Geld für unwirksames ausgegeben wird.