Verschwendung: Nahrung

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Weggeworfene Lebensmittel

Einleitung[Bearbeiten]

Wenn man in einen mitteleuropäischen Einkaufskorb oder Kühlschrank hinein schaut, wundert man sich, wie hungrig doch die Leute alle sein müssen. Wenn man dann sieht, wieviel von dem Gekauften in unseren Mägen ankommt und wie wenig davon wirklich in Muskelkraft oder Gehirnleistung umgesetzt wird, erkennt man eine gigantische Verschwendungskette. Neben der Kritik an der sinnlosen Verschwendung von Nahrungsmitteln, kommen noch zwei wichtige Aspekte dazu.

  • Die übermässige Ernährung macht dick, träge und krank.
  • Für die Nahrungsmittelproduktion ist ein hoher Energieaufwand notwendig, dessen ökologisch ungünstige Folgen bisher unzureichend im Preis der Nahrungsmittel spürbar sind.

Es ist notwendig, die Landwirtschaft, das Transportgewerbe, den Handel und den Verbraucher im ökologischen Sinne an den Kosten der Nahrungsmittelproduktion stärker und adäquat der Umweltbelastung zu beteiligen. Ökologisch unsinnige Subventionen in der Nahrungsmittelproduktion müssen dringend abgebaut werden.

Nahrungsmittel allgemein[Bearbeiten]

Die Nahrung sollte vorwiegend regional und vegetarisch sein. Das ist eine klare ökologische Forderung, die allerdings möglichst undogmatisch umgesetzt werden sollte. Die Nahrungsmittelproduktion, -verteilung und -verarbeitung muß nicht nur aus ökologischen Gründen kontinuierlich und unabhängig überwacht werden. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang der klar erkennbare Trend bei jungen Leuten, zu einer ökologisch verträglichen und bewussteren Ernährungsweise.

UN Initiative gegen den Hunger[Bearbeiten]

Geschätzte 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmitteln werden nicht gegessen, sondern verderben oder werden weggeworfen. Die UN-Agrarorganisation  FAO will eine Reduktion dieser Verschwendung erreichen.

Wir verlieren weltweit jedes Jahr die unglaubliche Menge von 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmitteln. Das wäre genug, um drei Milliarden Menschen zu ernähren. FAO-Mitarbeiter Hinroyuki Konuma.

Wir alle – Landwirte und Fischer, Lebensmittelproduzenten und Supermärkte, lokale und nationale Regierungen sowie die Verbraucher – müssen in jedem Glied der menschlichen Nahrungsmittelkette etwas ändern. Wir dürfen nicht erlauben, dass ein Drittel der Nahrungsmittel, die wir herstellen, auf dem Müll landen, wenn 870 Millionen Menschen gleichzeitig Hunger haben. FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva

Ökologischer Fussabdruck verschiedener Nahrungsmittel[Bearbeiten]

CO2 Äquivalent in g CO2 / kg Nahrungsmittel
-------------------------------------
Butter                    23500
Rindfleisch               13300
Geflügelfleisch            3490
Schweinefleisch            3250
Pommes frites Tiefgekühlt  5670
Eier                       2570
Milch                       940
Brot                        720
Reis                       4130
Kartoffeln                  200
Tomaten                     310

Quelle tagesschau.de Gemis

 Mindesthaltbarkeitsdatum[Bearbeiten]

Viele Verbraucher mißdeuten das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmittelverpackungen als Verfallsdatum und werfen Lebensmittel weg, die das Datum überschritten haben.

Fleisch[Bearbeiten]

Rindezucht

Fleisch ist ein gutes Nahrungsmittel und eine hervorragende Eiweißquelle. Leider ist der Energieverbrauch und die Umweltverschmutzung durch die Fleischproduktion sehr hoch, insbesondere wenn man die industrielle Massentierhaltung betrachtet. Auch tierethisch ist diese Art der Nahrungsmittelproduktion umstritten, da es gute Alternativen gut. Tierische Eiweißproduktion wird es nur noch in viel geringerer Menge und nur in offener, extensiver Weidewirtschaft geben. Zu erreichen ist das einfach dadurch, wenn die Tierproduktion entsprechend dem Verursacherprinzip sukzessive mit den anfallenden Folgekosten belegt wird. Die CO2 Produktion kann schon durch eine Verteuerung der fossilen Brennstoffe insgesamt reduziert werden. Die Methanproduktion bei der Rinderhaltung wird entsprechend der Zahl der gehaltenen Rinder ermittelt und mit einer Abgabe belegt. Entsprechendes gilt für den klima- und wasserverschmutzenden Düngereinsatz und die Belastung des Trinkwassers durch Nitrate und Phosphate.

europäisches veganes Label

Vegetarisch oder vegan Essen[Bearbeiten]

Die pflanzliche Nahrungsmittelproduktion ist gegenüber der tierischen ökologisch weitaus weniger aufwendig und die vegetarische Ernährung ist bei Beachtung einiger Besonderheiten ernährungsphysiologisch gleichwertig. Dies wurde um 1850 schon von Alexander von Humboldt erkannt, wie das folgende Zitat zeigt.

Zitate[Bearbeiten]

diesselbe Strecke Landes , welche als Wiese d.h als Viehfutter 10 Menschen durch das Fleisch der darauf gemästeten Tiere aus zweiter Hand ernährt, vermag mit Hirse , Erbsen, Linsen und Gerste bebaut 100 Menschen zu erhalten und zu ernähren.  Alexander von Humboldt 1769

Links[Bearbeiten]

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/fleisch-wie-koennen-wir-unseren-fleischkonsum-nachhaltiger-gestalten-a-1242634.html

Trinkwasserverschwendung[Bearbeiten]

Statt Mineralwasser lieber Wasser aus der Leitung[Bearbeiten]

In Deutschland ist das Trinkwasser, welches aus der Leitung kommt, einwandfrei und ständig überprüft. Es ist eine sinnlose Verschwendung und Plagerei vieler Hausfrauen und Hausmänner, wenn sie Kästen von Mineralwässer kaufen und nach Hause schleppen. Õkologisch komplett unsinnig wird das Mineralwasser dann, wenn es in einer weit entfernten Quelle abgefüllt und dann hunderte Kilometer durch die Gegend gefahren wird.

Man erkennt an diesem Beispiel auch, wie unsinnig billig Transportkosten sind, wenn die dadurch hervorgerufene CO2 Produktion nicht angemessen berücksichtigt und mit Abgaben gedrosselt wird.

Weniger Warmwasser nutzen[Bearbeiten]

Sich wohlfühlen und aufwärmen kann man auch im warmen Bett. Dazu braucht man keine Badewanne. Wenn man sich mit kaltem Wasser abwäscht und säubert , ist das wahrscheinlich gesünder und besser für die gute Laune als das warme Wasser. Wer es nicht glaubt sollte es selber aus probieren oder bei Pfarrer  Sebastian Kneipp nachlesen.

  • Lieber Dusche als Wanne
  • Lieber kalt waschen als warm.

Import von heimischen Nahrungsmitteln aus anderen Ländern[Bearbeiten]

Eine ganze Reihe von Nahrungsmittelpflanzen sind in Deutschland heimisch, sind früher hier angebaut worden oder werden im Minimaßstab genutzt. Anstatt sie selbst zu produzieren, werden sie aus anderen Ländern importiert mit entsprechend hohen CO2 Emissionen wegen des langen Transportes. Welche Gründe dafür vorliegen kann man nur spekulieren:

  • unsinnig hohe Lohnkosten wegen der Lohnsteuer in Deutschland
  • niedriges Lohnniveau in den Produktionsländern
  • fehlende Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft
  • fehlende Expertise für den Anbau und die Weiterverarbeitung
  • Ungünstige Witterungsverhältnisse
  • fehlende Produktionsflächen und Anbaugebiete

 Haselnuß[Bearbeiten]

Hauptproduzent für den deutschen Haselnußverbrauch ist die Türkei.

Land             Menge
----------------------------------
Weltweit        914447 Tonnen
USA              30000
Spanien          13900
Frankreich        8358
Italien          85232
Türkei          660000
Polen             4223
Georgien          24700
Aserbeidschan    29624
Iran             21440
China            23000

Quelle:  FAO 2012

 Walnuß[Bearbeiten]

 Hagebutte[Bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten]

Überernährung ist nicht nur Verschwendung, sondern macht auch krank und erzeugt damit unnötige Kosten

Deutschland 2011[Bearbeiten]

Zitat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner: "Nach uns vorliegenden Schätzungen wandern in Deutschland pro Jahr bis zu 20 Millionen Tonnen Nahrungsmittel in den Abfall - pro Person im Wert von 330 Euro 330 Euro * 80 000 000 Einwohner = 26 400 000 000 Euro

Lebensmittel im Wert von 26 Mrd Euro werden in Deutschland pro Jahr weggeworfen.

Eine andere Studie der Uni Stuttgart aus dem Jahr 2018 kommt zu ähnlichen Ergebnissen: Geschätzte 11 - 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel werden in Deutschland pro Jahr weggeworfen. Umgerechnet auf die Bevölkerung sind das etwa 85 kg pro Kopf.

Warum werden die Lebensmittel weggeworfen ? Dazu gibt es eine Umfrage des Bundeslandwirtschaftsministeriums:

  • 84 Prozent weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen oder die Ware verdorben ist.
  • 19 Prozent weil die Packungen zu groß seien
  • 16 Prozent weil sie nicht schmecken
  • 25 Prozent haben zuviel gekauft.

Zitat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner: statt im Abfall soll die Ware öfter auf dem Schnäppchen-Tisch landen. Häufig sind die Produkte ja noch völlig in Ordnung.

Himbeeren frisch geerntet

Alternativen[Bearbeiten]

Wasser aus dem Wasserhahn[Bearbeiten]

  • Wasser aus dem Wasserhahn und etwas Apfelsaft dazu
    • Geht schnell, schmeckt gut, stillt den Durst, fast keine Kalorien

Ein Lebensmittelgeschäft in Berlin nur mit Ausschußware[Bearbeiten]

ZitatDie Salatgurken sind zu krumm, die Kartoffeln zu klein, die Möhren zu verwachsen. Was in dem Lebensmittelladen SirPlus im Berliner Stadtteil Charlottenburg in den Regalen liegt, nehmen Supermärkte den Landwirten normalerweise nicht ab. Das Gemüse landet auf dem Müll. Siehe http://www.spiegel.de/panorama/gerettete-lebensmittel-laden-in-berlin-verkauft-ausschussware-a-1193270.html

Literatur[Bearbeiten]

  • Für die Tonne: Wie wir unsere Lebensmittel verschwenden
    • Tristram Stuart (Autor), Thomas Bertram (Übersetzer)
      • 381 Seiten Verlag: Artemis & Winkler; Auflage: 1., Auflage (15. Januar 2011)
        • Aus dem Klappentext: Tristram Stuart folgt der Versorgungskette - von der Landwirtschaft über die Industrie und Supermärkte bis zu den Verbrauchern - und entlarvt den Geist der Verschwendung auf jeder Ebene.

Für die Tonne ist sicherlich eines der wichtigsten Umweltbücher der letzten Jahre. Aber es ist mehr als das. Es ist ein Anklage gegen unsere Konsumkultur, die uns alle beschämen sollte. The Financial Times

Links[Bearbeiten]

Wasser[Bearbeiten]