Verschwendung: Verkehr

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Wozu braucht man so ein Auto ?

Einleitung[Bearbeiten]

In den entwickelten Industrieländen hat sich der Verkehrssektor zu einer gigantischen unökonomischen Verschwendungsmaschinerie entwickelt. Gipfelpunkt dieser Verschwendung sind

  • Flugreisen als Kurztrip zum Shopen oder Urlaub machen
  • Individuelle Autofahrten auf der Kurz- und Langstrecke mit völlig überdimensionierten Fahrzeugen und mit einem einzigen Insassen.
  • Güterfernverkehr von Lastwägen oder Schiffen, beladen mit Gütern, die sehr einfach auch regional erzeugt werden könnten.

Dringend notwendig ist eine einheitliche Besteuerung der fossilen CO2 Produktion und Verteuerung dieser Verschwendungswirtschaft, die den Flächenverbrauch, die Lärmbelastung, den Energieverbrauch und die Sinnhaftigkeit des Verkehrs berücksichtigt.

Beispiele[Bearbeiten]

  • Sinnlos mit dem Auto herum fahren, Dasselbe ist mit dem Fahrrad viel gesünder und umweltfreundlicher.
  • durchschnittliche PS-Zahl von Neuwagen in Deutschland
 95,1 PS                  1995
131,1 PS                  2008
118,0 PS                  2009
130,5 PS                  2010
133,6 PS                  2011
    • Kommentar: Eine gigantische ungebremste Verschwendungsmaschinerie. Ein VW Käfer nach dem Krieg hatte 20 PS.
  • Gewicht der Autos:
    • Golf
      • 1974 750 kg
      • 2013 1200 kg
    • Mini
      • 1974 617 kg 34 PS
      • 2014 1500kg 211 PS
  • durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch jedes Deutschen im Jahr 2008: 453 Liter Quelle: Destatis
Gigantischer Flächenverbrauch durch den Individualverkehr mit dem Auto

Unsinniger Strassenbau[Bearbeiten]

Gebetsmühlenartig wird von unseren Politikern der weitere zügige Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, vor allem im Bereich des Strassenbaues gefordert. Das wirtschaftlich Wohl und Wehe ganzer Regionen stehe angeblich auf dem Spiel. Zumindest im ländlichen Raum sind diese Aussagen schlicht und einfach falsch. Die regelmässigen Verkehrszählungen zeigen eine Stagnation der Zahlen über Jahre teilweise Jahrzehnte. Die Stauzeiten sind im Vergleich zu den Ballungsräumen verschwindend gering. Die vorhandene Infrastruktur muß gut in Schuß gehalten werden, vorhandene Kreuzungen kann man oft durch effektivere Kreisverkehre ersetzen, die ein oder andere Ortsumgehung kann man noch bauen. Ansonsten ist die vorhandene Verkehrsinfrastruktur völlig ausreichend, grössere und großzügige Neubaumaßnahmen sind teuer, umweltunfreundlich und bringen oft den Anwohner mehr Belastung als Entlastung, landwirtschaftliche Flächen und Naturräume gehen verloren oder werden durchschnitten. Beispiele sind der angeblich notwendige 4 spurige Ausbau der B 303 bei Schirnding oder der seit Jahrzehnten geforderte Ausbau der B 173 im Raum Lichtenfels Und Kronach. Zu diesen Baumaßnahmen gibt es oft klare Stellungnahmen der Landesrechnungshöfe, die sie als Verschwendung und unnötig ansehen. Siehe https://www.focus.de/finanzen/steuern/flugstunden-bezahlt-aber-nicht-genutzt-bundeswehr-gesundheit-verkehr-rechnungshof-wirft-politik-steuerverschwendung-vor_id_8817504.html

Stichworte[Bearbeiten]

Die Schwalbe suggeriert lautloses Gleiten durch die saubere Luft. Das Gegenteil kommt aus dem Auspuff:Krach und Gestank
  • Landschaftsverbrauch durch die vielen Straßen.
  • Platzverbrauch durch Parkplätze und Straßen in den Städten
  • Energieverbrauch
  • bisher gibt es keinen einigermaßen umweltfreundlichen Kraftstoff für Autos, Flugzeuge etc.
    • Biomethan wäre eine gute Möglichkeit.
  • Zeitverschwendung im Stau und bei der Parkplatzsuche
  • menschliches Leid durch Unfälle mit Verletzten und Toten
  • Bei der Produktion von Autos werden viele Rohstoffe und Energie verbraucht
  • der Verkehr hat einen erheblichen Anteil am Treibhauseffekt.
  • Verkehrsschadstoffe neben dem CO2 sind Schwefeldioxid, Benzol, Stickstoffe, Kohlenwasserstoffe, Kohlenstoffmonoxid, Rußpartikel und Asbest
  • Lärmemissionen durch den Verkehr
  • Müllproduktion bei Herstellung und Entsorgung von Verkehrsmitteln
  • Modetendenzen bei den individuellen Verkehrsmitteln wie Autos und Motorräder
  • Ökologische Probleme des touristischen Auto- ,Schiffs- und Flugverkehrs.

Zitate[Bearbeiten]

Fahr nicht so schnell, sonst kommst du zu schnell an

Jens Borken-Kleefeld vom IIASA Nur zwei Flugreisen machen so viel aus wie alle Autofahrten eines durchschnittlichen Haushalts zusammengenommen. Die Preise sind extrem verlockend fürs Fliegen und setzen die falschen Signale. Hier muß die Politik handeln - zum Beispiel durch Besteuerung von Flugbenzin und eine Stärkung des Emissionshandels, der bisher nur innerhalb Europas gilt. Es geht nicht darum, dem Einzelnen seinen Urlaub zu vermiesen. Die Politik muss ihre Stellschrauben nutzen.

Alexander von Schönburg, München Ich habe nie ein Auto besessen, und bisher hat das mein Leben sehr erleichtert. Ich bin kein Autohasser. (...) Aber bei meinen fahrenden Freunden habe ich meist nur miterleben können, was für ein Klotz am Bein ein Auto ist. Das Geld, das sie für Benzin, Versicherung, Reparaturen, Parkplatzmiete, Falschparken und vieles mehr ausgeben, übersteigt bei weitem das, was ich für Bahntickets und gelegentliche Taxifahrten zahle. Die Zeit, die Autofahrer schimpfend und nach Parkplätzen suchend verbringen, spare ich mir ohnehin.

Harald Welzer, Soziologe Wir verzichten darauf, den größten Teil unserer Innenstädte überhaupt betreten zu dürfen, damit die Autos freie Fahrt haben.

weltweite Flugrouten im Passagierluftverkehr

Gegenentwicklung[Bearbeiten]

zu Fuß laufen[Bearbeiten]

Leider hat der Fußgängerverkehr sowohl in den Städten als auch auf dem Land keine schlagkräftige Lobby. So sind die Fußwege oft gar nicht vorhanden, zu schmal und an den Rand gedrängt oder schlecht gepflegt. Hier muß noch ein Umdenken stattfinden, denn die Bewegung auf den eigenen zwei Beinen macht Freude und beugt vielen Krankheiten vor. Jede Erleichterung für den Fußgängerverkehr, die halbwegs vernünftig und finanzierbar erscheint, sollte umgesetzt werden. Die betroffenen Menschen müssen in den Planungsprozess einbezogen werden. Diskussionsforen, zentrale Vorschlagswikis und GPS Datensammlungen sind dabei hilfreich. Das Wandern sollte man viel stärker fördern. In die Planung, Anlage und Markierung von Wander- und Fußwegen sollten auch schon Schulkinder viel mehr einbezogen werden, denn sie kennen oft die besten, kürzesten oder spannendsten Wege.

Fahrradwege und Fahrradverkehr[Bearbeiten]

Die Situation für den Fahrradverkehr hat sich in den letzten Jahrzehnten in Deutschland und seinen Nachbarländern schon erstaunlich gut entwickelt. Gab es beispielsweise 1975 kaum vernünftige Fahrradwege, so ist Deutschland mittlerweile überzogen mit einem Netz guter Radwege. Dieses Netz kann in der Freizeit und für den Nahverkehr ideal genutzt werden. Auch Fussgänger, Skater, Inliner und kleine langsame Motorfahrzeuge profitieren von dieser Entwicklung. Verbesserungen sind natürlich auch am Radwegenetz immer noch dringend nõtig. So enden oft die schönsten Radweg abrupt im Acker oder auf viel befahrenen Strassen. Die Vernetzung mit Bussen, Bahnen und dem Autoverkehr muss noch stark verbessert werden.

Eine der besten Karten für Fahrradfahrer mit den meisten Radwegen findet man im Netz unter Openstreetmaps.org Layer Radwege. Auch in Google Maps kann man sich Fahrradrouten von A nach B explizit für Fahrradfahrer ausrechnen und anzeigen lassen.

Öffentliche Verkehrsmittel Busse, Strassenbahnen, Eisenbahnen, Aufzüge, Taxis etc[Bearbeiten]

siehe auch Bahn

Literatur[Bearbeiten]

  • Verkehr in Zahlen 2012/2013 von Bau u. Stadtentwicklung Bundesministerium f. Verkehr von
    • DVV Media Group (Februar 2012)
  • Schlaue Netze: Wie die Energie- und Verkehrswende gelingt
    • von Weert Canzler und Andreas Knie von Oekom (29. Juli 2013)
  • Geschlafen wird am Monatsende:
    • Ich, mein Truck und der alltägliche Wahnsinn auf Europas Straßen
    • von Dieckmann, Jochen von Westend Verlag (10. November 2011)
  • Alptraum Auto /Grün kaputt /Sein oder Nichtsein: Sein oder Nichtsein. Die industrielle Zerstörung der Natur
    • von Sylvia Hamberger, Peter M. Bode, Ossi Baumeister und Wolfgang Zängl von Raben Vlg., Mchn. (1992)
  • Stehzeuge: Der Stau ist kein Verkehrsproblem.
    • Hermann Knoflacher (Autor, Illustrator)
  • Totalschaden: Das Autohasserbuch
    • Klaus Gietinger (Autor)
  • Virus Auto: Die Geschichte einer Zerstörung
    • Hermann Knoflacher (Autor)
  • Zurück zur Mobilität!: Anstöße zum Umdenken
    • Hermann Knoflacher (Autor)
  • Schwarzbuch Straße: Die subventionierte Transportlawine
    • Andreas Reisinger (Autor), Else Rieger (Autor)
  • Crashtest Mobilität. Die Zukunft des Verkehrs. Fakten, Strategien, Lösungen.
    • Frederic Vester (Autor)

Links[Bearbeiten]