Werkstoffkunde Metall/ Werkstoffprüfung/ Zerstörungsfreie Prüfungen

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Das Farbeindringverfahren[Bearbeiten]

Das Farbeindringverfahren ist eine zerstörungsfreie Werkstoffprüfung. Durch dieses Verfahren werden feine Oberflächenrisse und Poren im Werkstoff sichtbar gemacht.

Vier Schritte der Farbeindringprüfung:

Vier Schritte der Farbeindringprüfung
  • Reinigung des Werkstoffes
  • Spezialfarbe auftragen und eindringen lassen
  • Oberflächiges reinigen
  • Entwickler auftragen

Bei der Reinigung wird die Oberfläche des zu prüfenden Werkstücks gründlich von Fett- und Ölrückständen befreit. Bei unseren Edelstahlrohren ist es wichtig die Schweißnaht besonders gründlich zu reinigen, um dort nachher zu prüfen, ob Risse in der Naht zu sehen sind. An gut gelüfteten Orten wird als nächstes das Eindringmittel (Spezialfarbe) aufgebracht. Dies ist eine rote Farbe die durch Aufsprühen erfolgt. Das Werkstück wird benetzt.

Das Kriechvermögen des Eindringmittels ist hoch und es hat einen starken Farbkontrast zum Entwickler. Nach Ablauf, der vom zu prüfenden Werkstoff abhängigen Einwirkungszeit, wird die Oberfläche mit Wasser wieder gereinigt und anschließend gut getrocknet. Zum Schluss wird dann der Entwickler gleichmäßig aufgetragen.

Der Entwickler ist ein feinkörniges Pulver, meist auf Kalkbasis (Kreide) in Wasser oder lösungsmittelsuspendiert. Die Saugfähigkeit des Entwicklers führt dazu, dass in den feinen Rissen (Poren) das verbliebene Eindringmittel herausgezogen wird