Wikibooks:Abstellraum/ Biographien bekannter Chemiker

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Zusammenfassung des Projekts[Bearbeiten]

  • Zielgruppe:

Schüler und chemiehistorisch interessierte Leser.

  • Lernziele:

Dieses Buch soll in Umfang und Niveau dem interessierten, aber in der Fachwissenschaft (noch) wenig bewanderten Leser angepasst sein...


  • Buchpatenschaft / Ansprechperson:

--Oliver s. 23:19, 19. Dez. 2007 (CET)[Antworten]

  • Sind Co-Autoren gegenwärtig erwünscht?

Ja, es ist jeder zum Mitmachen, Erweitern und Verbessern eingeladen.

  • Richtlinien für Co-Autoren:

Seid mutig und tragt zusammen, was ihr für wichtig und interessant haltet. Es geht hier nicht um Vollständigkeit und Perfektion und auch nicht um abgehobenes Fachchinesisch. Es sollte hier m.M.n. ein eher leicht zu lesender Fließtext entstehen, der einen Eindruck von der Atmosphäre der Zeit und der Persönlichkeit des Chemikers vermittelt. Wichtig ist allerdings, dass euer Text sachlich richtig ist. Die Angabe der Literaturquellen wäre daher am Ende jedes Unterkapitels wünschenswert.

  • Projektumfang und Abgrenzung zu anderen Wikibooks:
  • Themenbeschreibung:
  • Aufbau des Buches:

Alphabetisch nach den Nachnamen der Chemiker


(Vorlage für Kapitelstruktur) Nachname, Vorname (Geburtsjahr-Sterbejahr)[Bearbeiten]

Einleitung[Bearbeiten]

unter Verlinkung des entsprechenden W:Wikipediaartikels

2. Unterkapitel[Bearbeiten]

3. Vorlage für folgende Unterkapitel-Überschriften[Bearbeiten]

Davy, Humphry (1778 -1829)[Bearbeiten]

Einleitung[Bearbeiten]

Sir Humphry Davy (* 17. Dezember 1778 in Penzance, England; † 29. Mai 1829 in Genf, Schweiz) war ein bedeutender Wegbereiter der modernen Elektrochemie...

2. Unterkapitel[Bearbeiten]

3. Vorlage für folgende Unterkapitel-Überschriften[Bearbeiten]

Faraday, Michael (1791-1867)[Bearbeiten]

Einleitung[Bearbeiten]

Michael Faraday (* 22. September 1791 in Newington Butts bei London; † 25. August 1867 bei Hampton Court) hatte nur wenig Schulbildung und kein Universitätsstudium. Auch deshalb blieben ihm mathematische Formeln immer unverständlich. Trotz alledem gehört er zu den wichtigsten Naturwissenschaftlern des 19. Jahrhunderts. Im Laufe seines fast vier Jahrzehnte währenden Wirkens entdeckte er viele neue chemische und physikalische Gesetze. Der „Faradaysche Käfig“, ein physikalisches Phänomen, trägt noch heute seinen Namen. Auf dem Gebiet der Chemie hat er sich besonders dadurch hervorgetan, herausgefunden zu haben, dass z.B. Gase verflüssigt werden können. Zudem war er Begründer der Elektrochemie und wir haben ihm Fachausdrücke wie Elektrolyse und Elektrolyt, Kathode und Anode sowie Kation und Anion zu verdanken. Die "Faradayschen Gesetze" stammen, wie der Name schon sagt, ebenfalls von ihm.

Sein Vater war ein Grobschmiedgeselle im Londoner Vorort Newington, doch konnte er schon in jungen Jahren seinen Beruf nicht mehr ausüben, weshalb die Familie in ärmlichen Verhältnissen lebte. Auf Grund der kargen staatlichen Unterstützung hatten die vier Kinder nur selten genug zu essen. Manchmal, so erinnerte sich Faraday, musste ein Laib Brot für eine ganze Woche reichen. Faraday hat, wie schon gesagt, eine äußerst dürftige Ausbildung genossen, hat also lediglich Lesen, Schreiben und etwas Rechnen gelernt. Mit 13 Jahren verließ er die Schule. Zu der Zeit deutete noch nichts auf seine spätere außergewöhnliche Laufbahn hin. Durch die mangelhafte Ernährung war Michael Faraday zu einem schwächlichen Jungen herangewachsen und konnte aus diesem Grund auch nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten. In dieser Zeit war er häufig in den nahe gelegenen Dockanlagen und Lagerhäusern oder auch bei den Kesselflickern, Färbern oder Leimsiedern anzutreffen, was seine Beobachtungsgabe schärfte, welche ihn später die Induktion entdecken ließ. Seinen erster Job war der eines Zeitungsausträgers, mit dem er sich ein paar Pennys verdiente, indem er die Blätter von Haus zu Haus brachte. Auf diesen „Entdeckungstouren“ hielt er die Augen nach Gegenständen offen, die am Ufer der Themse herumlagen und noch nützlich für ihn oder seine Familie sein könnten.

2. Faradays erster Kontakt mit der Wissenschaft[Bearbeiten]

Während seiner im Oktober 1805 begonnenen siebenjährigen Buchbinderlehre entdeckte der damals 14-jährige Michael Faraday sein Interesse für die Wissenschaft. Aufgrund seiner Arbeit las er die Bücher, die er einbinden musste, so auch die Encyclopaedia Britannica. Besonders das Kapitel über „elektrische Erscheinungen“ erweckte sein Interesse, obwohl es für ihn kaum verständlich war. Dies veranlasste ihn dazu, alle Bücher zum Thema Wissenschaft zu lesen, deren er habhaft werden konnte. Da Faraday das einfache Lesen nicht genügte, nahm er an wissenschaftlichen Vorlesungen und verschiedenen Kursen, wie beispielsweise Rhetorikkursen, teil. Über diese Vorlesungen machte er genaue Aufzeichnungen mit Skizzen und Tabellen. Diese Aufzeichnungen zeigte sein Meister einem reichen Kunden, der davon so begeistert war, dass er es Faraday ermöglichte, an weiteren Vorträgen teilzunehmen, so auch an denen von Humphry Davy. Diese Vorträge bekräftigten ihn in seinem Vorhaben, sich vom Handwerk zurückzuziehen und Wissenschaftler zu werden.

3. Unterricht über chemische Energie[Bearbeiten]

Nach dem Ende seiner Buchbinderlehre bot er der „Royal Society“ seine Dienste an, jedoch bekam er keine Antwort. Er versuchte es, indem er einen Brief an den Direktor der „Royal Institution“, Davy schickte. Er wählte genau den richtigen Zeitpunkt für seine Nachfrage: Davy suchte jemanden, der ihm bei den Vorlesungen assistiert. Nachdem er die Aushilfszeit beendet hatte, bat Michael Faraday um eine feste Anstellung. Man stellte ihn ein, aber er war eigentlich für niedere Dienste bestimmt. Er lebte in dürftigen Verhältnissen und sein Lohn betrug 25 Schilling pro Woche. Schon am ersten Arbeitstag erhielt er Unterricht über chemische Energie. Für seine gute Arbeit wurde er damit belohnt, dass er das Ehepaar Davy auf einer Vortragsreise durch Europa begleiten durfte. Diese Reise war die Chance seines Lebens. Auf dieser Reise lernte er viele bedeutende Wissenschaftler kennen …(noch in Arbeit)

4. Faradays Weg zum Wissenschaftler[Bearbeiten]

Michael Faraday kehrte als Assistent zur Royal Institution nach London zurück, um mit neuer Motivation und einer Besoldung von 30 Schilling wissenschaftliche Aufträge zu erfüllen. Zunächst hatte er die Aufgabe, die mineralogische Sammlung zu betreuen. Im Rahmen einer Auftragsforschung hatte Faraday die Aufgabe, Stahllegierungen auf ihre Eigenschaften zu untersuchen, außerdem half er Davy bei dessen Versuchen zur Herstellung von Lachgas. Der erste Auftrag, den er selbstständig bewältigen sollte, beschäftigte sich mit toskanischem Ätzkalk. „Sir Humphry Davy beauftragte mich mit dieser Analyse – es war mein erster Versuch auf dem Gebiete der Chemie – zu einem Zeitpunkt, da meine Angst größer war als mein Selbstvertrauen und beide zusammen weit größer als mein Wissen.“ Später schuf Faraday mit seinen Versuchen zur Zündfähigkeit von Methan-Luftgemischen – ein weiterer Auftrag von Davy – die Grundlage für die Konstruktion der „Davyschen Grubenlampe“. Durch die praktischen Arbeiten und das Selbststudium konnte Faraday sich so viel Wissen aneignen, dass er sich in der Lage fühlte, die erworbenen Fachkenntnisse an andere weiterzugeben. Mit 26 Jahre sprach Faraday schon vor kleineren Hörerkreisen über Kohäsion und Adhäsion, über die Halogene Chlor, Jod, Fluor und über Sauerstoff und Wasserstoff. Je mehr Vorträge er hielt, desto besser wurde seine Ausdrucksweise und sein Selbstbewusstsein stieg. Außerdem interessierten sich immer mehr Zuhörer für den jungen Wissenschaftler, der sich nun auch an philosophische Themen wagte. Er hielt Vorträge über Ehre, Freundschaft, über Einbildung, Urteil und Hoffnung. Zusätzlich beschäftigte er sich mit dem Thema Ehe, da er kurz vor der Hochzeit mit seiner Verlobten Sarah Barnard stand. Diese Ehe hielt 45 glückliche Jahre. Im selben Jahr der Hochzeit, 1821, gelang Faraday, inspiriert durch den Physiker Ørsted, seine erste große Entdeckung. Ørsted hatte durch Experimente nachgewiesen, dass eine Magnetnadel durch elektrischen Strom abgelenkt werden kann. Angeregt dadurch beschäftigte sich Faraday mit dem Zusammenhang zwischen Magnetismus und Elektrizität. Er baute aus Draht und Magneten zwei Stromkreise, von denen jeweils ein Magnet beziehungsweise Draht frei beweglich, der andere fest war. Wurde der Draht unter Strom gesetzt, drehte er sich um den festen Magneten. Wenn allerdings umgekehrt der stromdurchflossene Draht fest war und der Magnet beweglich, rotierte dieser um den Draht. Faraday verbrachte viel Zeit mit diesem „Spielzeug“, da es ihm viel Freude bereitete und er sich dabei entspannen und ablenken konnte. Aber dieses Spielzeug hatte es in sich: Die Umwandlung des elektrischen Stroms in eine rotierende mechanische Bewegung bewies, dass Elektrizität Arbeit leisten kann.

5. Die Kondensation von Gasen und die Entdeckung des Benzols[Bearbeiten]

Zu Faradays Zeit waren Chemie und Physik noch keine getrennten Naturwissenschaften. Faraday versuchte ungelöste Probleme zu lösen. In der Chemie, welcher seine Liebe galt, hatte er bald große Erfolge. Einmal erwärmte er ein Glasrohr, in dem Chlorgas eingeschmolzen war, und bemerkte dabei im Inneren des Rohres eine ölige Substanz. Zunächst dachte er, es wäre eine Verunreinigung. Als er versuchte, das Glasrohr zu öffnen, explodierte dieses. Die ölige Substanz war verschwunden. Um herauszufinden, was passiert war, wiederholte er diesen Versuch, bis er sich sicher war, dass sich das Chlorgas unter Druck verflüssigt hatte. Nun versuchte er auch weitere Gase durch Druck oder starke Abkühlung zu verflüssigen. In den Versuchsreihen explodierten oft die Glasrohre, wobei er sich Verletzungen zuzog, unter anderem auch an den Augen. Faraday blieb hartnäckig und experimentierte auch mit gefährlichen Stoffen, z.B. Cyanverbindungen oder Flusssäure. Seine Mitteilung an die „Royal Society“, dass fast alle Gase, wie zum Beispiel Kohlensäure, Schwefeldioxid und Bromwasserstoff unter Druck oder durch starke Abkühlung verflüssigt werden können, sorgte für großes Aufsehen. Kurz danach erhielt den Auftrag von einem Londoner Gaswerk, ein brennbares Gas zu analysieren, welches durch Erhitzen von Walöl entstand. Dieses „portative Gas“ konnte in Flaschen abgefüllt werden und sowohl zum Kochen als auch zum Befüllen von Gaslampen benutzt werden. Es stellte sich heraus, dass in allen leer zurückgegebenen Flaschen eine eigenartig riechende Flüssigkeit zurückblieb. Faraday nahm Proben von diesem Rest und untersuchte diese in seinem Labor. Er stellte fest, dass es sich um einen einheitlichen Stoff handelte, welcher bei 80°C siedete und die Verhältnisformel CH besitzt. Er gab dieser Substanz den Namen „bicarburate of hydrogene“, welches sich später als Benzol herausstellte und ein wichtiger Rohstoff war, z.B. für Anilinfarben. In Brasilien untersuchte er einen Naturstoff, bei dem es sich um Kautschuk aus dem Baum „Hevea brasiliensis“ handelt. Er entdeckte das Isopren, den Grundstoff, aus dem sich Kautschuk zusammensetzt. Die „Royal Society“ beauftragte Michael Faraday, auf dem Gebiet der Glasforschung zu arbeiten. Da England eine seefahrende Nation war, benötigten sie leistungsfähigere Fernrohre, da die Deutschen den Engländern auf diesem Gebiet weit voraus waren. Mithilfe eines neu entworfenen Glasschmelzofens gelang es Faraday in mehr als 10-jähriger Arbeit hochwertige, blasen- und schlierenfreie Bleigläser herzustellen. Diese konnten sowohl für Fernrohre als auch für Mikroskope verwendet werden.

6. Faraday wird Direktor der Royal Society[Bearbeiten]

Faraday war unübertrefflich im Ersinnen und in der Ausführung von Experimenten sowie in der Formulierung von Hypothesen. Da seine wissenschaftlichen Arbeiten schon damals von großer Bedeutung waren, wurde er bereits im Alter von 34 Jahren zum Direktor der Royal Institution vorgeschlagen. Obwohl sein Lehrer Davy, welcher inzwischen selbst zum Präsidenten der Royal Society aufgestiegen war, ihn sehr schätzte, war er über Faradays Kandidatur nicht glücklich. Zwar bezeichnete Davy Faraday als seine bedeutendste Entdeckung, beobachtete dessen zunehmende Erfolge jedoch mit wachsenden Neidgefühlen. Dass seinem Schüler nun eine solche Ehre zuteil werden sollte, konnte er mit seinem Stolz nicht vereinbaren, so dass er Faraday schließlich sogar dazu aufforderte, seine Kandidatur zurückzuziehen. Faraday lehnte diesen Vorschlag entschieden ab mit den Worten: „Da ich diese Kandidatur nicht persönlich beantragt habe, kann ich sie auch nicht zurückziehen. Ich habe die Royal Society nicht darum gebeten, mich vorzuschlagen.“ Davy antwortete darauf: „Veranlassen Sie gefälligst die Antragsteller zur Rücknahme!“ Faraday lehnte auch dies ab, worauf Davy sich vornahm, den Antrag mit Hilfe seines Amtes als Präsident niederzuschlagen. Hierauf forderte Faraday von Davy, so zu handeln, dass er für die Royal Society das Beste tue. Bei der entscheidenden Wahl warfen alle Mitglieder des Gremiums der Royal Society weiße Kugeln als Zeichen ihrer Zustimmung auf den Tisch, bis auf einen: Davy. Er warf die einzige schwarze Kugel.

7. Faraday als Dozent[Bearbeiten]

Faraday war ein Praktiker, der sein Wissen dem Gewerbe und der Industrie vermitteln wollte. Deshalb organisierte er Informationsabende, die „Friday Evening Discourses“ genannt wurden. Er hielt mehr als 100 Vorträge und erklärte verschiedene Erfindungen wie zum Beispiel die Herstellung von Leuchtturmlampen. Die Herstellung von Silberspiegeln und die korrodierende Wirkung von Seewasser waren unter anderem Themen seiner Vorträge. Diese waren nicht nur theoretisch, sondern er experimentierte auch, z.B. mit Spulen, Stabmagneten und Galvanometern. Die Vorlesungen waren seiner Zeit sehr populär, wodurch auch Fachleute auf ihn aufmerksam wurden. Durch die hohen Besucherzahlen verzeichnete er große Einnahmen, die den Institutionen zugute kamen.

8. Faradays unerfüllte Träume[Bearbeiten]

Seine größten Erfolge erzielte Faraday in der neu aufkommenden Elektrochemie, die ein Grenzgebiet zwischen Chemie und Elektrizität darstellte. Bei seinen Versuchen entdeckte er die später nach ihm benannten „Faradayschen Gesetze“, die die chemischen Wirkungen der Elektrizität beschreiben. Die „Faradayschen Gesetze“ stellen die Beziehung zwischen Stromfluss und den an den Elektroden abgeschiedenen Stoffen dar. Faraday musste für seine Versuche zahlreiche neue Wörter erfinden, um diese prägnant und präzise zu beschreiben, jedoch hatte er keine Ausbildung in klassischen Sprachen wie griechisch und musste den Direktor des „Trinity College“ um Hilfe bitten. Zusammen erfanden sie die uns noch heute bekannten Wörter wie „Elektrolyse“ (griechisch -> „durch Elektrizität befreit“), Elektrolyt oder Elektroden (griechisch -> „die Straße der Elektronen“). Die Begriffe Anode (griechisch -> „obere Straße“) und Kathode (griechisch -> „untere Straße“) gaben Faradays Vorstellung vom Elektronenfluss wieder, denn er war der Überzeugung, dass Elektronen stets von der positiven Elektrode zur negativen fließen, was er mit fließendem Wasser verglich. Die moderne Elektrochemie stellte fest, dass der Elektronenfluss in die andere Richtung verläuft, jedoch sind Faradays Begriffe so fest eingeprägt, dass sie noch heute wichtig für die Elektrochemie sind. Die Begriffe Ion, Anion und Kation stammen ebenfalls von Faraday. Die Proportionalität zwischen dem Stromfluss und den an den Elektroden abgeschiedenen Stoffen war für Faraday ein weiterer Beleg für seine Annahme, dass alle Naturkräfte einem übergeordneten Gesetz gehorchen. Dazu zählen Schwerkraft, Licht, Elektrizität, Magnetismus, Wärme und Energie. Sein Traum war es, dieses Gesetz nachzuweisen und eine Formel zu entwickeln, mit der sich Umrechnungen und Wechselwirkungen zwischen diesen Naturkräften berechnen lassen. Sein Traum erfüllte sich jedoch nie, genausowenig wie der Traum Albert Einsteins, Gravitation und Elektrodynamik in Beziehung zu setzen. Mit der Aussage, dass die Summe aller Energien konstant sei, lag Faraday jedoch richtig, mit ihrer Hilfe formulierte später der Wissenschaftler Robert Mayer „das Gesetz der Erhaltung der Energie“. In weiteren Arbeiten befasste sich Faraday mit dem Zusammenhang zwischen Elektrizität und Licht, den Dielektrika und dem Diamagnetismus. Er entdeckte den nach ihm benannten „Faraday-Effekt“, der besagt, dass Licht seine Polarisationsebene in Gegenwart eines magnetischen Feldes dreht, was heute noch für schnelle Kameraverschlüsse zur Verwendung kommt. Faraday entdeckte ebenfalls den „Faradayschen Käfig“, und sein Name wird heute als Einheit der elektrischen Kapazität verwendet (Farad (F)).

9. Faraday und sein Gehilfe[Bearbeiten]

Da Faraday keine mathematische Ausbildung bekommen hatte, war es ihm in seinem gesamten Leben weder möglich gewesen, eine physikalische Formel aufzustellen noch eine mathematische Abfassung eines physikalischen Begriffes nachzuvollziehen. Außerdem arbeitete Faraday ausschließlich allein und hatte wegen seiner einfachen Herkunft auch nur eine sehr eingeschränkte Zahl an technischen Hilfsmitteln. Deshalb ist die Zahl an Neuerkenntnissen, die er erbracht hat, umso beeindruckender.

Faraday hatte nur bei seinen Vorlesungen einen Assistenten, dessen Name Sergeant Anderson war. Dieser behauptete, dass er bei den Vorlesungen die eigentliche Arbeit mit den Experimenten durchführte und Faraday das Geschehen nur kommentierte.

Faraday, der am Nachmittag immer nach Hause ging, um einen Tee zu trinken, gab Anderson einst den Auftrag, ein Reaktionsgemisch über dem Feuer zu rühren, bis er zurückkäme. Aus unbekannten Gründen war es Faraday jedoch an diesem Tag nicht möglich, zum Labor zurückzukehren. Als er dann am nächsten Tag wieder ins Labor kam, traf er dort seinen Assistenten, der am Feuer stand und etwas umrührte. Faraday verstand nicht, dass Anderson das Labor die ganze Zeit nicht verlassen hatte und fragte ihn verwundert nach dem Grund, warum er schon so früh da sei.

10. Auszeichnungen und Adelstitel[Bearbeiten]

Michael Faradays erfolgreicher beruflicher Aufstieg ist erstaunlich. Er kam aus einfachsten Verhältnissen und arbeitete erst als Zeitungsjunge und fing danach eine Buchbinderlehre an. Damals hätte bestimmt keiner gedacht, dass er später einer der berühmtesten Chemiker und Naturforscher seiner Zeit werden würde. Seine Vergangenheit als Buchbinder wirkte sich auf seine sauber geführten naturwissenschaftlichen Aufzeichnungen positiv aus. Insgesamt verfasste er mehr als 16.000 Einträge.

Die Copley-Medaille, die äquivalent zum derzeitigen Nobelpreis ist, wurde ihm im Jahre 1838 verliehen. Des Weiteren wurde er zum Mitglied der „Französischen Akademie der Wissenschaften“ ernannt. Den ihm ebenfalls offerierten Adelstitel und das Amt des Präsidenten der „Royal Society“ nahm er jedoch aufgrund seiner einfachen Herkunft, die er nicht verleugnen wollte, und der Mitgliedschaft in einer frommen Sekte aus Bescheidenheit nicht an.

Faraday verdeutlichte seinen Standpunkt, indem er sagte, dass sein Vater Hufschmied, sein Bruder Klempner und er selbst Buchbinder gewesen sei. Außerdem gab er zu, die Buchbinderlehre nur absolviert zu haben, um Bücher lesen zu können, die ihm sonst verwehrt geblieben wären.

Ab dem 65. Lebensjahr ließ sein geistiges Potential sehr schnell nach, was vermutlich durch eine Quecksilbervergiftung ausgelöst wurde. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, weiterhin naturwissenschaftliche Vorträge, insbesondere für Kinder, zu halten.

Im Alter von 70 Jahren zog er sich schließlich vollends aus der Wissenschaft zurück. Die letzten Jahre verbrachte er, geistig verwirrt, in einer von Königin Victoria zur Verfügung gestellten „Ehrenwohnung“, bis er mit 76 Jahren starb.


Name des 11. Unterkapitels[Bearbeiten]

Lavoisier, Antoine Laurent de (1743-1794)[Bearbeiten]

Einleitung[Bearbeiten]

W:Antoine Laurent de Lavoisier

Name des 2. Unterkapitels[Bearbeiten]

Name des 3. Unterkapitels[Bearbeiten]

Name des 4. Unterkapitels[Bearbeiten]

Name des 5. Unterkapitels[Bearbeiten]

Name des 6. Unterkapitels[Bearbeiten]

Name des 7. Unterkapitels[Bearbeiten]

Name des 8. Unterkapitels[Bearbeiten]

Name des 9. Unterkapitels[Bearbeiten]

Name des 10. Unterkapitels[Bearbeiten]

Name des 11. Unterkapitels[Bearbeiten]

Liebig, Justus von (1803-1873)[Bearbeiten]

Einleitung[Bearbeiten]

w:Justus von Liebig

Ob der deutsche Chemiker Johann Justus Freiherr von Liebig am 4., 12. oder 13. Mai 1803 geboren wurde, ist bis heute unklar, aber dass er einer der wohl bedeutendsten Naturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts in Deutschland war, daran besteht kein Zweifel.

Geboren wurde Liebig als Sohn eines Handelsmannes in der Kaplaneigasse in Darmstadt in einem kleinen Hinterhaus mit niedrigen Zimmern und kleinen Fenstern. Seine Eltern trugen die Namen Georg Liebig und Caroline, geborene Möserin.

Heutzutage wird Liebigs Name oft mit Fleischkonzentrat und dem so genannten Liebigkühler in Verbindung gebracht, obwohl dies größtenteils auf Missverständnissen beruht. Der Liebigkühler geht auf eine Erfindung des deutschen Chemikers Christian Ehrenfried Weigel zurück und sonst wird der Name Liebig oft zu Werbezwecken benutzt.

In Wirklichkeit hatte sich Liebig nämlich mit der Nährstoffversorgung von Pflanzen beschäftigt und war somit zu wichtigen Erkenntnissen gekommen, die die organische Chemie begründeten. Seine Theorie der Pflanzenernährung bewahrte Millionen Menschen vor dem Hungertod.

2. Die Grundlage des Liebigschen Wohlstands war der Rohrzucker[Bearbeiten]

Zwar war die Mutter Liebigs nicht hochbegabt, doch trotzdem eine sehr originelle Frau, da sie mit einem gesunden Menschenverstand, einer scharfen Zunge und einem Erwerbssinn ausgestattet war. Sie hatte eine große Menge von Rohrzucker gekauft, kurz bevor die Kontinentalsperre 1806 von Napoleon ausgesprochen wurde. Da die Familie nun mehr Rohrzucker hatte, als sie benötigte, verkaufte die Mutter den Rohrzucker zu einem guten Preis und verschaffte durch den Gewinn der Familie einen beträchtlichen Wohlstand. Der Vater Johann Georg Liebig war nicht im heutigen Sinne ein Materialist. Der Beruf, welchem er nachging, war vergleichbar mit dem Drogisten. Er hatte ein Geschäft, in dem er Salben, Firnisse, Farben und andere chemische Alltagswaren verkaufte. Sein Geschäft in Darmstadt war sehr bekannt, da es Außergewöhnlichkeiten vorzuweisen hatte. Herr Liebig beleuchtete nämlich nicht durch Kerzen oder Öllampen, sondern durch die für diese Zeit noch neuen Gasflammen. Die mit „brennender Luft“ betriebenen Lampen führten zu dem Ruf eines Hexenmeisters und Alchemisten. Auf einer Wiese vor der Stadt hatte der Vater ein kleines Labor, in dem er Wagenschmiere, Lackfirnisse, Läusepulver und Schuhcreme herstellte. An diesem Ort hielt sich auch sein Sohn Justus sehr oft auf, da es für ihn wie das Paradies war. Hier gab es besondere (gute) Gerüche und er konnte seinem Vater zur Hand gehen und dabei lernen, wie dieser Mittel herstellte. Oft musste er auch Botengänge für seinen Vater erledigen, die ihn in die Bibliothek des Hofes führten. So lernte er den Bibliothekar kennen, der seinen Hunger nach Wissen mit guten Büchern stillte. Am meisten faszinierte den jungen Justus von Liebig der Jahrmarkt, wo er herumziehenden Händlern, die Knallsilber in Knallerbsen verwandelten, zuschauen konnte. Durch genaues Beobachten erkannte er die Tricks der Jahrmarkthändler. So kam er zum ersten Mal mit Quecksilber in Kontakt.

3. Berufswunsch von Justus von Liebig: Chemiker[Bearbeiten]

Sein Berufswunsch stand schon in seiner Zeit als Schüler fest. „Als der ehrwürdige Rektor des Ludwig-Georgs-Gymnasiums mir die ergreifendsten Vorstellungen über meinen Unfleiß machte, wie ich Plage meiner Lehrer und der Kummer meiner Eltern sei, und was ich denn dächte, was einst aus mir werden sollte, und ich ihm zur Antwort gab, dass ich ein Chemiker werden wolle, da brach die Klasse – und der gute Mann selbst – in ein unauslöschliches Gelächter aus.“ Doch zu dieser Zeit konnte man seinen sehnlichsten Berufswunsch, Chemie, weder erlernen noch studieren. Noch nicht. Doch dieser Mangel würde einige Zeit später vom Ausgelachten selbst abgeschafft werden.

Seine „fanatische Einseitigkeit“ zog ihn in die Werkstätten der Gerber, Färber, sowie zu den Messinggießern in den Schmieden. Nebenan beobachtete er den Seifensieder beim Seifekochen, wodurch es ihm nur kurze Zeit später, durch sein großes Geschick, gelang selbst ein parfümiertes Stück weiße Seife in der heimischen Farbküche zu erstellen. Diesen Wissensdurst konnte er nicht auf die Schule übertragen. Er selbst sah seinen Platz als einen der untersten, „der Entgegengesetzte von dem, auf welchem man Prämien erhielt“. Justus hatte an der Schule keine Freude, genauso wenig wie sie an ihm. Auf diesem Weg konnte er seinen Berufstraum nicht erfüllen.

Name des 4. Unterkapitels[Bearbeiten]

Name des 5. Unterkapitels[Bearbeiten]

6. Viele prominente Schüler[Bearbeiten]

Chemiegeschichte wurde in beengten und bedürftigen Verhältnissen geschrieben. Der einzige Platz in Deutschland in den heranwachsende Chemiker praktisch üben konnten, in Verbindung mit dem Chemieunterricht, war die kleine Wachtstube. Das wurde allerorts bekannt. Aus allen Ländern strömten Studenten nach Gießen, sogar aus Amerika, England und Frankreich. Sie arbeiteten von Morgens früh bis spät in die Nacht. Ablenkungen gab es in Gießen nicht. Der einzige der sich beschwerte war der Diener der abends sauber machen sollte, denn es wollte sich keiner aus dem Laboratorium bewegen. Nach kurzer Zeit musste in zwei Schichten gearbeitet werden. Liebig konnte seinen zunächst 9, später bis zu 40 Schülern das bieten, was er sich in Erlangen gewünscht hatte. Es gab Vorlesungen und viele praktische Übungen, die sich gegenseitig ergänzten und bei jedem Schüler das eigenständige Handeln erforderten. Die Experimentalvorlesung (nach Giessener Modell) gab es später an allen Universitäten. Das in der damaligen Zeit modernste Laborgebäude der Welt, ein Erweiterungsbau, wurde 1839 nach 15 Jahren Lehrtätigkeit von Justus von Liebig gebaut. Wie man sehen kann entspringen eine hohe Anzahl an hervorragender Naturwissenschaftler seiner Schule. Um die 100 illustre Namen, darunter viele Nobelpreisträger kommen aus Liebigs „wissenschaftlichen Familie“ Aus seinem Giessener Laboratorium entstanden Jahr für Jahr wichtige Ergebnisse. Das Chloroform, welches später als Nahkosemittel in der Medizin eingesetzt wurde, wurde von Liebig dort erfunden. Er entwickelte das erste synthetische Schlafmittel Chloral. 1835 entwickelte Liebig eine kompliziertere Methode Silberspiegel herzustellen. Vor Liebigs Entdeckung seiner Methode, wurde das Glas mit Quecksilber unterlegt. Durch eine Zinksalzlösung wurde das Glas angeregt, danach mit einer Versilberungslösung aus Silbernitrat, Ammoniak, Ätznatron und Traubenzucker beschichtet und am Ende mit einer Schutzlackierung behandelt. Bis heute ist diese Methode aktuell. Eine größere Bedeutung hatten die analytischen Untersuchungsmethoden, spezielle die zahlreiche Bestimmung von Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff in organischen Verbindungen. Wichtige Fragen konnten durch diese Analysenmethoden beantwortet werden. Die Pflanze enthält welche chemischen Bestandteile? Von wo kommen diese Substanzen? An den Boden werden welche Anforderungen gestellt?

7.Liebigs Grundidee des Düngers[Bearbeiten]

Missernten waren in jenen Jahren ein ernstzunehmendes Thema geworden. Zu beginn des 19. Jahrhunderts war Deutschland noch ein Agrarland. Der größte Teil der Einwohner arbeitete in der Landwirtschaft und etwa 90 % der Bevölkerung lebten auf dem Land oder in Kleinstädten. Durch Ackerbau und Viehzucht wurde eine Lebensgrundlage geschaffen. Von dem Ertrag der Bauern hing das Wohl der gesamten Bevölkerung ab. 1816 kam es zu einer katastrophalen Missernte, welche zu einer Hungersnot und Teuerung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse führte. Die Zeitspanne zu weiteren Missernten verkürzte sich immer mehr. Weiterhin mussten viele Bauern aufgrund der Missernten ihr Leben als Landwirt aufgeben und ihren Besitz verkaufen. Um weiteren Problemen aus dem Weg zu gehen, wanderten viele von ihnen nach Amerika aus. Amerika war für sie das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und sie erhofften sich Rekordernten. Als Folge der hohen Auswanderungsrate der Bauern, wurden viele Felder in Deutschland nicht mehr bewirtschaftet. Liebig wollte eine Lösung für dieses Problem finden. Er versuchte mit der von ihm entwickelten Elementaranalyse die chemischen und biologischen Vorgänge besser zu verstehen. Kurz darauf hatte er eine neue Theorie zum Wachstum der Pflanzen. Seiner Meinung nach entnehmen die Pflanzen der Ackerkrume Nährsalze welche dem Boden dann fehlen. Um die anfängliche Ertragsfähigkeit der Felder zu erhalten müssen diese Nährsalze dem Boden wieder zugeführt werden. Ein Erfolg dieser Theorie würde ein Ende der immer schlimmer werdenden Hungersnöte bedeuten. Je mehr Gedanken sich Liebig zu diesem Thema machte, desto deutlicher wurde ihm, dass die Missernten einzig und allein auf den Mangel an Nährstoffen im Boden zurückzuführen sind. Dieser entscheidende Gedanke hatte den Bauern bisher gefehlt. Diese hatten an der Landwirtschaftsschule nie gelernt, dass Pflanzen zum wachsen Nährsalze benötigen. Innerhalb kurzer Zeit schrieb er all seine Gedanken in seinem Buch „Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikulturchemie und Physiologie“ (Justus Liebig, 1840) nieder und setzte mit ihm einen Meilenstein in der Geschichte der Landwirtschaft. Jedoch wurde seine Theorie nicht anerkannt sondern im Gegenteil sogar von der Allgemeinheit abgelehnt. Man schenkte ihm keinen Glauben, da in der Meinung der Bauern jemand der noch nie auf dem Feld gearbeitet hat, ihnen nicht vorzuschreiben hat, wie sie ihren Acker behandeln sollen.

8. "Liebigs Gesetze" als Rettung in der Not[Bearbeiten]

Liebigs Gesetze zur effizienteren Bewirtschaftung von Feldern und zur ausgewogenen Ernährung bilden den Anfang der modernen Landwirtschaft. Die gesamteuropäische Bevölkerung litt nach zahlreichen Missernten unter Hungersnöten und Typhusepidemien, die u. A. durch falsche Ernährung hervorgerufen wurden. Dies und die stetige Verteuerung der Grundnahrungsmittel, die v. A. ab 1844 einsetzte, führte zu hohen Sterblichkeitsraten, allein in Oberschlesien 1847 starben etwa 16.000 Menschen an Hungertyphus. Ein Jahr später entstand aufgrund der unzureichenden Hilfe des Staates, der daraus resultierenden gesellschaftsübergreifenden Wirtschaftskrise eine große Krise, die sich im Frühjahr desselben Jahres in den meisten europäischen Ländern in revolutionären Unruhen äußerte.

20 Jahre später war die Mineralstofftheorie in der Wissenschaft anerkannt und auch bei Landwirten akzeptiert und die Düngung mit Pflanzennährstoffen setzte sich weitestgehend in der Praxis durch; erste Düngemittelfabriken wurden in Deutschland und England errichtet.

Die Zeit der Hungersnöte war endgültig zu Ende, nachdem die Hektarerträge in der Landwirtschaft eklatant gesteigert wurden und die Einkünfte der ländlichen Bevölkerung besserten sich, auch die Auswandererzahlen gingen zurück. Justus Liebig leistete mit seiner Pflanzenernährungslehre somit einen großen Beitrag zur Verbesserung der damaligen, aber auch der heutigen Lebensbedingungen. Der moderne Landwirt kann 80mal soviel ernten, wie ein Landwirt vor Liebig.

9. Fleischextrakt aus Salzsäure[Bearbeiten]

W:Justus Liebig beschäftige sich ausgiebig mit dem menschlichen Körper und der Frage nach einer optimalen Ernährung. Seine Familie hielt eine lange Zeit als „Versuchskaninchen“ her und er konnte sein Wissen erweitern. Eines Tages kam die an Typhus erkrankte Tochter des englischen Sodafabrikanten W:James Muspratt zu ihm. Die Ärzte hatten sie schon aufgegeben, da sie keine Nahrung zu sich nehmen konnte. Liebig hatte die Idee, fein gehacktes Fleisch mit Wasser und Salzsäure zu vermischen und es zu erhitzen. Die Masse hatte sich nach einigen Stunden fast vollständig aufgelöst und er konnte es der kranken Patientin einflößen. Diese war nach einigen Tagen, dank der Fleischtinktur, wieder außer Lebensgefahr. Liebig war glücklich über seine Entdeckung und machte einen Vermerk in dem von ihm herausgegebenen Buch „Annalen der Chemie“. Einige Jahre später meldete sich ein Herr Giebert bei Liebig und erzählte ihm von einer Geschäftsidee mit dem Fleischextrakt. Liebig war begeistert und sie benutzen Rindfleisch welches ohnehin nicht verwertet worden wäre. So tat Liebig der Welt einen großen Gefallen indem er eine Fabrik zur Herstellung der Tinktur bauen ließ und konnte sich dank der Einnahmen voll und ganz seiner Berufung widmen: der Chemie.

10. Sammelbilder zu Werbezwecken[Bearbeiten]

Der einfallsreiche Geschäftsmann Heinrich Georg Giebert nutzte Liebigs Popularität zur Vermarktung seiner Produkte, indem er zum einen zum Qualitätsnachweis die Etiketten der Fleischextrakt-Töpfchen mit dem Schriftzug „ Nur ächt, wenn jeder Topf den Namenszug J.v.Liebig in blauer Farbe quer über der Etikette trägt! Man hüte sich vor Fälschungen und Nachahmungen!“ versah, zum andern, indem er als Werbegeschenk zum gekauften Produkt neuartig gedruckte Sammelbilder, die so genannten Liebigbilder, verteilte.

Dies war das erste Mal, dass farbige Drucksachen zu Werbezwecken eingesetzt wurden, und führte neben den um ein vielfaches gesteigerten Verkaufszahlen der Liebigschen Produkte auch zu einem generationenübergreifenden Sammelfieber.

Die Bilder, die als „Annerkennung für treue Kundschaft“ und „Ansporn zum stetigen Verbrauch“ vergeben wurden, zeigten Darstellungen von Pflanzen, Tieren, fernen Ländern und fremden Völkern, Szenen aus Opern, Operetten und Märchen und überstiegen teilweise den Wert des eigentlichen Produktes. Die Sammelbilder verhalfen Liebig zu größerer Berühmtheit, als es seine Forschungen taten.

11. Zwischenfall vor königlichem Publikum[Bearbeiten]

Früher war es in England Brauch, für die gebildeten Laien chemische Vorlesungen zu halten. Nachdem Liebig nach München gezogen war, kam ihm der Gedanke die Tradition dieser Vorlesungen am Abend auch in Deutschland durchzuführen. Er wollte die Naturwissenschaften zur Allgemeinbildung machen, war jedoch über das hohe Interesse an den Vorlesungen überrascht. Diese Veranstaltungen wurden zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt, auch der bayrische Hof kam zu den Veranstaltungen. Liebig hielt für seine besonderen Gäste gesonderte Experimentalvorträge. Es gab einen peinlichen Zwischenfall, als bei einer seiner ersten Vorstellungen der bayrische König Ludwig I., die Königinnen Therese und Maria und mehrere Prinzessinnen und Prinzen, Gräfinnen und Grafen anwesend waren. Es wurde der Versuch der Verbrennung von Schwefelkohlenstoff mit Stickoxidgas gezeigt, bei dem man ein aufblitzendes hellblaues Licht erzeugt, welchen Liebig auch in seinen normalen Lesungen schon oft durchgeführt hatte. Das hohe Publikum war von diesem Versuch so begeistert, dass es ihn wiederholt wünschte. Liebigs Assistent verwechselte bei der Vorbereitung des zweiten Versuchs die Gasflaschen Stickoxid mit Sauerstoff. Bei der Durchführung wurde das Glasgefäß mit einem lauten Knall gesprengt. Die Glassplitter flogen durch den ganzen Saal und der Adel war starr und sprachlos vor Schreck. Einige wurde durch das Glas verletzt, so auch Liebig am Körper und der linken Hand. Auch in seine Tabakdose hatte sich ein großer Splitter gebohrt. Der Vorfall fand ein breites Echo, hatte für Liebig jedoch keine Konsequenzen. Eine Woche später schickte ihm die Königin einen Brief, in dem stand, dass ihre Wunden geheilt worden waren und es ihr gut ging. Danach wurden die Abendvorlesungen planmäßig fortgesetzt.

Name des 12. Unterkapitels[Bearbeiten]

Name des 13. Unterkapitels[Bearbeiten]

14. Das letzte Ziel Liebigs: Lösliches Kaffeepulver[Bearbeiten]

Liebig hatte kein Gehör für die Ratschläge seines Freundes. Nach seiner Genesung setzte sich der leidenschaftliche Kaffeetrinker ein neues Ziel: Die Konservierung der Kaffeeüberschüsse aus den Süd- und Mittelamerikanischen Ländern bei Rekordernten. Beim Fleischextrakt war das kein Problem. Man muss das Fleisch nur auskochen und die Brühe bis zur Trockene eindampfen. Er fragte sich, ob nicht auch dieses Verfahren für die Kaffeekonservierung möglich wäre. Seine nachfolgende Beschäftigung galt der Entwicklung eines wasserlöslichen Kaffee-Extrakts. Ein Besucher berichtete über ihn, dass Liebig in seinem Labor fast immer Kaffee kochte. Jeder der ihn besuchte, musste soviel Kaffee trinken, bis ihm zittrig zumute wurde. Er selbst schädigte seine Gesundheit durch den enormen Kaffeekonsum und beschwerte sich ständig über Schlaflosigkeit. Er konnte nicht so wie ein Weinhändler kosten ohne die Probe zu schlucken. Am Ende scheiterte er an dieser Aufgabe und ruinierte völlig seine Gesundheit. Die Schlaflosigkeit durch das viele Koffein und die Schonungslosigkeit taten auf die Dauer nicht gut. Das Resultat waren Herzprobleme und ein schmerzendes Karbunkel im Nacken. Der Versuch die Beschwerden durch eine Badekur in Wiesbaden auszukurieren war erfolglos. Im April 1873 schrieb er an Wöhler: Ob man im Alter alleine durch Schlaflosigkeit ohne eigentliche Krankheit sterben kann. Doch nicht die Schlaflosigkeit, sondern eine Lungenentzündung beendete sein Leben am 18 April 1873. Zu Liebigs 150sten Geburtstag am 12 Mai 1953 sagte der damalige Bundespräsident Theodor Heuß in seiner Rede: Liebig machte die Naturwissenschaften mit Vehemenz zu einer Sache der Allgemeinbildung. Denn dieser Mann verlieh den Methoden der Forschung neue Gestalt, zwang einer ganzen Wissenschaft einen neuen Rhythmus auf und hat sich mit seiner Stellung als Forscher und Bildner einer ganzen Generation nicht begnügt. Er war gleichzeitig Propagandist und Popularisator.