Wikipedia-Lehrbuch: Belege und Literatur

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Belege[Bearbeiten]

In herkömmlichen Enzyklopädien wird eher stiefmütterlich damit umgegangen, was man in der Wikipedia einen Beleg nennt: einen Hinweis darauf, woher man sein Wissen hat. Im Brockhaus beispielsweise steht am Ende von manchen Artikeln ein „Lit.“ für Literatur und danach ein, zwei oder wenig mehr Werke, die irgendwie mit dem Artikelinhalt zu tun haben. Das ist weder Fisch noch Fleisch. Der Leser weiß dann nicht, ob die Werke als eine Art Beleg gemeint sind oder als weiterführende Literatur. Belegt ist damit jedenfalls nichts, denn der Leser könnte kaum mit angemessenem Aufwand nachprüfen, ob das Wissen des Artikels irgendwie aus diesen Werken stammt.

Vom urheberrechtlichen Standpunkt ist das beim Brockhaus kaum ein Problem: Die Brockhaus-Artikel sind kurz und oberflächlich und präsentieren sehr allgemeines Wissen. Bei der Wikipedia hingegen besteht viel eher die Gefahr, dass nicht nur die Nachprüfbarkeit nicht gegeben ist, sondern eine Urheberrechtsverletzung begangen wird. Außerdem ist die Wikipedia ein Wiki: Wenn später ein anderer Benutzer noch etwas hinzuschreibt, hat dies vielleicht gar keinen Bezug zu den erwähnten Werken.

Die Wikipedia kennt zum Glück keinen Platzmangel. Ihre Artikel haben normalerweise eine ordentliche Sektion „Literatur“ mit weiterführenden Werken, und außerdem eine Sektion mit den „Belegen“ (auch Einzelnachweise oder Fußnoten genannt). Da die Wikipedia ein Wiki ist und eine Seite jederzeit von einem anderen geändert werden kann, solltest du darauf achten, zwischen „Literatur“ und „Belegen“ streng zu trennen. Eine „Literatur“ kann das Belegen nicht übernehmen, und beim Belegen sollte man nicht auf die „Literatur“ verweisen.

Links

Warum und wann belegen[Bearbeiten]

Misstrauen soll kein Selbstzweck sein, ist aber grundsätzlich sinnvoll.

Belege sind aus mehreren Gründen wichtig:

  • Bei sachlichen Streitfällen kann man sich auf Fachliteratur beziehen und damit den Streit – hoffentlich – beilegen.
  • Bei Zitaten muss man belegen, sonst begeht man ein Plagiat. (Belegt werden muss die konkrete Stelle, das Erwähnen des Werkes unter „Literatur“ reicht nicht – das gilt übrigens auch in einer wissenschaftlichen Arbeit.)
  • Die Wikipedia dient der Verbreitung des bestehenden Wissens, nicht der „Theoriefindung“.
  • Generell sollen Behauptungen nachprüfbar sein.

Misstrauen ist angesagt, wenn wichtige Änderungen ohne Belege vorgenommen werden, wenn zum Beispiel in einen biografischen Artikel ein Todesdatum eingefügt wird oder die Behauptung, die Person habe eine kriminelle Vergangenheit oder gehöre einer bestimmten Religion an oder habe eine bestimmte sexuelle Orientierung. Leider ist es schon vorgekommen, dass Vandalen jemandem etwas angedichtet haben.

Das heißt aber nicht, dass du wirklich alles belegen musst, was du in die Wikipedia schreibst. Das siehst du ja auch nicht bei den bisherigen Artikeln. Belegen solltest du aber unbedingt bei Zitaten, Zahlenmaterial und bei etwas, das stark umstritten sein könnte. Ein Beleg ist übrigens wichtig beim Nachweis, dass das Thema eines Artikels „relevant“ ist (es gibt Fachliteratur dazu, also scheint es wichtig genug zu sein). Bedenke ferner, dass einzelne thematische Redaktionen und Richtlinien in der Wikipedia zusätzliche Regeln zum Belegen vorsehen können.

Wie belegen[Bearbeiten]

Es gibt in der Fachliteratur viele unterschiedliche Arten zu belegen und den Beleg an den Text zu heften. In den Sozialwissenschaften beispielsweise ist es weit verbreitet, nach dem Harvardstil abzukürzen und das dann in Klammern in den Fließtext zu setzen („so bereits Müller-Lüdenscheidt 1998:77“). Für eine Enzyklopädie, die sich an ein allgemeines Publikum richtet, wäre dies ungeeignet, weil es unschön ist, den Lesefluss stört und technisch nicht funktionieren würde (siehe unten zum Verweisproblem).

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Der Belegtext, also das, was in der Fußnote steht, sollte wirklich nur belegen. Zusätzliche Informationen zum Thema gehören dort nicht hin, die Fußnote ist keine Schutthalde für Informationen, die du irgendwie nicht in den Fließtext einbringen konntest. Du willst ja nicht, dass der Leser diese Informationen überliest. Entscheide dich also: Etwas ist so wichtig, dass es in den Fließtext gehört, oder es muss (!) wegfallen.

Im Belegtext steht die vollständige Literaturangabe des Werkes, aus dem du zitierst. Vergiss die Seitenangabe nicht, denn sonst ist es kein Beleg (sondern eine Zumutung für jeden, der die Sache nachprüfen will). Bitte verzichte auch auf die Unsitte, mit „ff.“ (für: folgende Seiten) den gesamten Rest des Buches zur angeblichen Literaturangabe hinzuzufügen.

Schreibe immer die vollständige Literaturangabe, verweise nicht auf den Abschnitt „Literatur“ (etwa „Müller-Lüdenscheidt 2005:77, siehe Literatur“). Du kannst ja nicht wissen, ob das entsprechende Werk nicht irgendwann aus der „Literatur“ gestrichen wird. Außerdem sollte für den Leser immer deutlich sein, dass dort unter „Literatur“ nur weiterführende Werke stehen. Stell dir vor, man würde alle vielleicht zwanzig, dreißig Werke, die für das Belegen verwendet wurden, und die sich im Einzelnen vielleicht nur leicht mit dem Lemma-Thema überschneiden, in den Abschnitt „Literatur“ stecken. Das Ergebnis wäre eine lange, unübersichtliche Liste.

Schreibe auch nicht „Ebenda“, wenn in einer Fußnote auf dasselbe Werk wie in der vorigen verwiesen wird – du kannst nicht wissen, ob der Artikeltext nicht später verändert wird. Der spätere Bearbeiter könnte das Ebenda übersehen und etwas einfügen, sodass das Ebenda sich plötzlich auf etwas anderes bezieht.

Belege verwirklicht man in der Wikipedia durch eine Fußnote. Im Quelltext sieht das so aus:

Klaus Schroeder zufolge waren in die SED wesentlich mehr ehemalige NSDAP-Mitglieder eingebunden als in die NDPD.<ref>Klaus Schroeder: ''Der SED-Staat. Partei, Staat und Gesellschaft 1949-1990'', 2. Auflage, Propyläen: München 2000 (1998), S. 42/43.</ref>

Der Belegtext, der dann in die Fußnote kommt, steht also zwischen <ref> und </ref>. Im Artikel erscheint dann anstelle des Codes mit dem Belegtext ein durchnummeriertes Fußnotenzeichen (es soll nach dem Punkt des Satzendes stehen, nicht davor). Beachte: Der Belegtext in der Fußnote beginnt mit einem Großbuchstaben und endet mit einem Punkt, so als wäre es ein Satz.

Der Belegtext selbst wird ganz woanders angezeigt, nämlich unten am Ende eines Artikels, wo <references /> steht. Dazu macht man einen Abschnitt „Belege“. Man beachte das XML-konforme Leerzeichen zwischen references und Schrägstrich:

== Belege ==

<references />

Welche Werke darf man verwenden?[Bearbeiten]

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Eine der häufigsten Fragen von Wikipedia-Anfängern lautet, welche Informationsquellen man für die Wikipedia verwenden darf. Allgemein: Es soll sich um qualitativ hochwertige Fachliteratur handeln. Das ist aber noch etwas undeutlich, und häufig gibt es solche Literatur auch nicht, gerade bei aktuellen Themen und lebenden Personen. Manchmal muss man im Einzelfall entscheiden, und das verlangt dem Wikipedianer Medienkompetenz ab.

Verwendete Literatur sollte

  • von Menschen geschrieben worden sein, die sich mit dem betreffenden Thema auskennen. Dabei kann es sich sowohl um Professoren als auch um praxiserfahrene Sachbuchautoren handeln; ein wenig auf der Kippe sind Journalisten, die sich mal eben mit einer Sache beschäftigt haben. Hier kann man sicherlich noch unterscheiden zwischen Fachjournalisten und Boulevardjournalisten.
  • neutral sein. Bei Literatur, die in Diktaturen erschienen ist, kann man eventuell unterscheiden zwischen politisch / ideologisch problematischen und anderen Werken. Auch bei scheinbar harmlosen Dokumentationen muss man aufpassen.
  • zugänglich sein. Ein normal veröffentlichtes Werk sollte mithilfe einer öffentlichen Bibliothek erreichbar sein, gegebenenfalls über die Fernleihe. Quellenmaterialien etwa aus einem Archiv sind für die Wikipedia nicht geeignet, da sie nur mit viel Aufwand für Nachprüfende zugänglich sind.
Die hauptsächlichen Informationswege aus der realen Welt in die Welt des Geschriebenen.

Literatur kann man auf die unterschiedlichste Art einteilen. Grundlegend und für die enzyklopädische Arbeit sinnvoll ist die folgende (siehe Schaubild):

  • Quellen: Ohne Erfahrung ist es oft schwierig, den Unterschied zwischen Quellen und Sekundärliteratur zu machen. Quellen sind beispielsweise Briefe, Tagebücher und Akten, anhand derer die Forschung Wissen über die Vergangenheit erwirbt. Für Naturwissenschaftler geht es um die physische Welt selbst, die studiert wird. Für die Wikipedia sind Quellen normalerweise ungeeignet. Daher zitiert man keine Quellen aus Archiven oder Quelleneditionen, sondern die Werke von Forschern, die sich mit diesen Quellen beschäftigt und sie wissenschaftlich eingeordnet haben.
  • Sekundärliteratur: Die eigentliche Fachliteratur, bestehend aus Monografien und Artikeln in Fachzeitschriften, soll die erstrangige Grundlage für die Wikipedia-Arbeit sein. Oft zeigen sich Einführungen und Gesamtdarstellungen am geeignetsten, da sie das Wichtige bereits vom weniger Wichtigen getrennt haben.
  • Hilfsmittel: Ebenso sind Hilfmittel für die Wikipedia nützlich. Darunter versteht man Handbücher, Fachwörterbücher, Handwörterbücher, Fachlexika und ähnliches.

Im englischen Sprachraum nennt man diese drei Gruppen (in dieser Reihenfolge) neuerdings übrigens primary sources, secondary sources und tertiary sources. Verwende diese Ausdrücke aber nicht im Deutschen (auch nicht verdeutscht), wo sie andere Bedeutungen haben (siehe Primärquelle und Sekundärquelle).

Ferner sieht man in der Wikipedia, dass auch zahlreiche andere Informationsquellen gebraucht wurden, vor allem Zeitungen. Qualitätszeitungen wie die Frankfurter Allgemeine oder die Süddeutsche sind dabei vertrauenswürdiger als Boulevardzeitungen. Es hängt vom Thema ab, ob man eine Zeitung als Grundlage nimmt: Schreibt man über das Deutsche Kaiserreich, dann sollte man in der Stadtbücherei ausreichend Literatur finden und ist man nicht auf eine reißerische Serie im Spiegel angewiesen. Gerade aber über aktuelle Ereignisse kann man sich am besten über Qualitätszeitungen informieren; auch wenn man letztlich nur aus einer zitiert, sollte man mehrere gelesen haben, um ein nuancierteres Bild zu bekommen.

Sogenannte graue Literatur ist problematisch: Die Mitteilungsblätter von kleinen Vereinen oder selbst herausgegebene Bücher sind oft nur in sehr wenigen Exemplaren vorhanden, die auch kaum in öffentlich zugänglichen Bibliotheken stehen. Letzteres sollte das entscheidende Kriterium bei der Auswahl sein.

Die Selbstdarstellungen von Personen und Vereinen sind Quellen im Sinne der obigen Aufzählung. Dazu zählen unter anderem Autobiografien und Internet-Auftritte. Auch wenn man solches Material mit Vorsicht nehmen muss, so sollte es erlaubt sein, grundlegende Fakten wie das Geburtsdatum eines Menschen oder das Gründungsdatum eines Vereins von dort zu nehmen. (Natürlich wie immer mit Beleg und damit der Gelegenheit für den Leser, selbst die Verlässlichkeit einzuschätzen.)

Beispiel: Vom Buch in die Wikipedia[Bearbeiten]

Belegen und Zitieren ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die man sich durch Überlegung und Übung aneignen muss. Viele Studenten und auch Diplomierte empfinden das als schwierig. Sei daher nicht frustriert, wenn Lehrende oder Mitwikipedianer dich auf Unzulänglichkeiten hinweisen. Hier soll am Beispiel gezeigt werden, wie man aus einer Textstelle in der Sekundärliteratur angemessen einen Absatz in der Wikipedia macht.

Im vorliegenden Fall hat ein Wikipedianer den Artikel „Chronologiekritik“ gelesen und sich gefragt, was Historiker zu der Behauptung sagen, das Mittelalter habe es gar nicht gegeben. In einer Einführung in die Geschichtswissenschaft findet der Wikipedianer eine treffende Aussage (Paul Kirn: Einführung in die Geschichtswissenschaft, 5. Auflage, De Gruyter, Berlin 1968). Er macht sich ein Exzerpt (einen Auszug) mit wörtlichen Zitaten und teilweise Wiedergabe mit eigenen Worten:

S. 18 Kirn über die Theorie eines Wilhelm Kammeier, der 1935–39 Broschüren mit Titeln wie „Die Fälschung der deutschen Geschichte“ veröffentlicht hat:
„Wohl aber wurde allen Ernstes die Behauptung gewagt, das, was uns bis heute als gesicherte Tatsachen der deutschen Geschichte im Mittelalter gilt, sei durch einen riesigen Betrug, den die Papstkirche im 15. Jahrhundert in Szene gesetzt habe, aufgezeichnet worden. Nehmen wir einen Augenblick an, es wäre wirklich so. Die Werke eines so wichtigen Geschichtsschreibers aus der Frühzeit Friedrich Barbarossas wie des Bischofs Otto von Freising wären eine spätere Fälschung. Was wäre damit behauptet? Damit wäre behauptet, die Fälscher hätten sich die Mühe gemacht, an die 45 Handschriften anzufertigen und äußerlich so auszustatten, daß sie ganz verschiedenen Schreibschulen und verschiedenen Jahrhunderten anzugehören scheinen. Sie hätten es überdies so eingerichtet, daß ein Teil davon wie eine ältere Fassung, ein anderer wie eine von demselben Verfasser später vorgenommmene Neubearbeitung wirkt. Und endlich hätten sie noch einzelne Handschriften hergestellt, in denen der Text durch Zusätze ergänzt wird, in denen die Welfen ver-
(S. 19) herrlicht werden, und andere, deren Zusätze die Wittelsbacher rühmend hervorheben.“ Außerdem habe „jene angebliche Fälschergenossenschaft“ Hunderte von Handschriften (z.B. der Bibel) angefertigt, so „daß jenes Bild von der Schriftentwicklung, das die geschichtlichen Handschriften bieten, eine scheinbare Stütze erhalte. (...) Endlich ist noch an eins zu erinnern: Zum Bestand unserer Geschichtsquellen kommen alle Tage neue Stücke hinzu. Bauarbeiten legen im Boden versteckte Gebäudereste bloß. Ein alter Buchdeckel platzt, man findet beschriebene Pergamentblätter. Sie bestätigen das Geschichtsbild, das aus anderen Quellen gewonnen ist. Sollen wir annehmen, jene Gebäudereste und diese Pergamentzettel seien vor Jahrhunderten von bösartigen Fälschern versteckt worden (...)?“
S. 20: Kirn beendet den Abschnitt mit dem Wort „lächerlich“.

Der Wikipedianer möchte im Artikel eine Sektion mit dem Titel „Kritik“ schaffen. Theoretisch könnte er einfach das obige Exzerpt einfügen und eine Fußnote mit Herkunftsangabe hinzusetzen. Abgesehen davon, dass man den Text besser einleiten müsste, ist er jedoch viel zu lang. Urheberrechtlich gesehen wäre ein Zitat in dieser Länge noch nicht problematisch, aber die eigene Leistung eines Zitierenden besteht eben darin, das Wichtige vom weniger Wichtigen zu trennen. Bei zu langen Zitaten würde man diese Arbeit auf den Leser abschieben. Außerdem soll in der Wikipedia nicht Paul Kirn möglichst lange zu Wort kommen, sondern der neutrale, im Artikel unsichtbare Wikipedia-Autor als Vermittler der Argumente Kirns.

Zunächst überlege man sich genau, warum man Kirn hier überhaupt zitiert: Der Geschichtswissenschaftler Kirn erklärt die textkritische Schwachstelle dieser Verschwörungstheorie vom erfundenen Mittelalter. Die vermuteten Erfinder hätten sehr viele Quellen fälschen müssen, und zwar so genial, dass Handschrift und Inhalt bestimmten Entwicklungslinien gefolgt wären. Auch die Überlieferungsgeschichte hätten die Erfinder mit unglaublichem Geschick und Aufwand sichern müssen.

Vom Exzerpt lässt man alles weg, das zur Wiedergabe dieser Kritik unnötig ist. Weder an die Reihenfolge von Kirns Argumenten noch an die Details (Otto, Wittelsbacher, Welfen) muss man sich beim Zitieren halten. Es ist gut, wenn abstrahiert werden kann. Allerdings sind einige Originalausdrücke Kirns („Fälschergenossenschaft“) eventuell zitierwürdig, da sie seine Kritik so treffend bzw. anschaulich machen.

Die entsprechende Sektion (oder ein Absatz in dieser Sektion) des Artikels könnte folglich so aussehen:

Der Geschichtswissenschaftler Paul Kirn kritisiert an den Ideen von Wilhelm Kammeier, diese setzten die Existenz einer überaus fähigen „Fälschergenossenschaft“ voraus. Es gibt aus dem angeblich erfundenen Mittelalter zahlreiche Quellen, die zeigen, wie sich die Schrift entwickelt hat und die sich auch inhaltlich aus politischen Gründen widersprechen. Die Erfinder hätten dies alles produzieren müssen. Außerdem tauchen in alten Gebäuden immer noch Schriftstücke aus dem Mittelalter auf. „Sollen wir annehmen, jene Gebäudereste und diese Pergamentzettel seien vor Jahrhunderten von bösartigen Fälschern versteckt worden (...)?“ (Fußnote: Paul Kirn: Einführung in die Geschichtswissenschaft, 5. Auflage, De Gruyter, Berlin 1968, S. 18/19.)

Aufgabe

Du willst Kirns Kritik noch kürzer haben, in ein-zwei Sätzen, die du an einen bestehenden Absatz kleben kannst. Formuliere diese Sätze.

Zur Lösung.

Literatur[Bearbeiten]

Die Sektion „Literatur“ dient dazu, dem interessierten Leser Tipps für das eigenständige Weiterlesen zu geben. Hier sollten wirklich nur relativ wenige, wichtige Werke aufgelistet werden. Ein Zuviel ist geradezu schädlich, da der Leser in einem zu großen Wald kaum noch die wesentlichen Bäume wiederfindet.

Denke bei der Auswahl immer daran, ob das Werk dem Leser weiterhilft. Einführungen und Überblicksdarstellungen sind meist sinnvoller als detaillierte Handbücher und spezielle Abhandlungen. Faktoren bei deiner Auswahl sollten sein:

  • Angemessenheit für das Artikelthema: Die Literatur sollte eine ähnliche „Ebene“ behandeln wie der Artikel. Etwa bei der Stadt „Aschaffenburg“ sind Werke zu Aschaffenburg als gesamte Stadt angemessen, nicht aber Werke über Unterfranken (zu hohe Ebene), Stadtteile Aschaffenburgs (zu niedrig) oder aber Einzelthemen wie die Parklandschaft oder Müllabfuhrprobleme Aschaffenburgs bzw. Unterfrankens.
  • Aktualität: Streng genommen ist Fachliteratur nach zehn Jahren veraltet, aber das gilt natürlich nicht für jedes Werk und schon gar nicht für gut geschriebene Standardwerke und Einführungen.
  • Fachliche Korrektheit.
  • Verständlichkeit für einen größeren Kreis als nur die entsprechende Fachwissenschaft.

Welche Werke in die Literatur kommen, hängt auch vom Angebot ab. Zu einer großen Stadt wie Köln liegt viel mehr Literatur vor als zu Siegburg, darum wird man bei der „Literatur“ zu Siegburg weniger wählerisch sein, um auf eine Handvoll Werke zu kommen.

Verwechsle also die „Literatur“ eines Wikipedia-Artikels nicht mit dem Literaturverzeichnis einer Seminararbeit. Im Literaturverzeichnis der Seminararbeit sollen alle in der Seminararbeit verwendeten Werke stehen, nicht mehr und nicht weniger. Das Literaturverzeichnis zeigt an, auf welcher Literaturgrundlage die Arbeit geschrieben wurde. Bei der Wikipedia hingegen hat die Sektion „Literatur“ nichts damit zu tun, sie dient nicht zum Belegen und kann sogar ganz andere Werke präsentieren als die in den Belegen verwendeten. Ansonsten würde die Sektion dazu neigen, sehr lang und unübersichtlich zu werden.

Links

Aufgabe

Im Artikel „Annette von Droste-Hülshoff“ findest du eine lange Literaturliste. Welche Werke streichst du heraus?

Eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts, die Westfälin Annette von Droste-Hülshoff.
  • Peter Berglar: Annette von Droste-Hülshoff. Rowohlt Verlag, Reinbek 1967
  • Dieter Borchmeyer: Des Grauens Süße. Annette von Droste-Hülshoff, München 1997 (Hanser). Überarb. Neuaufl.: Annette von Droste-Hülshoff. Darf nur heimlich lösen mein Haar, München 2003 (Deutscher Taschenbuch Verlag).
  • Monika Ditz/ Doris Maurer: Annette von Droste-Hülshoff und ihre Freundinnen, Turm-Verlag, 2006, ISBN 3-929874-05-9
  • Walter Gödden: Die andere Annette. Paderborn 1992
  • Walter Gödden: Tag für Tag im Leben der Annette von Droste-Hülshoff, Daten Texte, Dokumente, Paderborn 1996
  • Walter Gödden: „Sehnsucht in die Ferne“ Reisen durch die Biedermeierzeit. Düsseldorf 1996
  • Ursula Koch: Nur ein Leuchten dann und wann, Brunnen Verlag Gießen 2001, ISBN 3-7655-1685-6
  • Doris Maurer: Annette von Droste-Hülshoff. Ein Leben zwischen Auflehnung und Gehorsam, Keil-Verlag, Bonn 1987, ISBN 3-921591-22-8
  • Doris Maurer: Annette von Droste-Hülshoff. Turm-Verlag 1996, ISBN 3929874016
  • Ilse Pohl: Miniaturen - Über Cornelia Goethe, Adele Schopenhauer, Clara Schumann und Annette von Droste-Hülshoff. Verlag der Cornelia Goethe Akademie 2005, ISBN 3-933800-06-4
  • Heiko Postma: »Und darf nur heimlich lösen mein Haar...« Über die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. jmb-Verlag 2008, ISBN 978-3-940970-08-4
  • Ronald Schneider: Annette von Droste-Hülshoff, Stuttgart 1995 (2. vollständig neu bearbeitete Auflage).
  • Levin Schücking: Annette von Droste, Ein Lebensbild, Hannover 1862 (Karl Rümpler, 162 Seiten)
  • Alfons Semler: Das Testament der Annette von Droste-Hülshoff; in: „Jahrbuch der Droste-Gesellschaft“, hrsg. von Clemens Heselhaus, Bd. 2, 1948-1950; S. 83-87.
  • Emil Staiger: Annette von Droste-Hülshoff. Frauenfeld 1967

Zur Lösung.


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