Zufall: Mythologie

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Zufall in der Theologie und Mythologie

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Stichworte:[Bearbeiten]

Der Zufall als Antithese gegen einen allwissenden Gott[Bearbeiten]

Wenn man sich Gott allwissend vorstellt, kann er dann Zufälliges voraussehen ? Literatur:

  • Sproule, R C (1992). Essential Truths of the Christian Faith. Tyndale. pp. 61–63. ISBN 0-8423-2001-6.
    • Zitat In a universe governed by God, there are no chance events.
      • In einem Universum, das von Gott regiert wird, gibt es keine Zufallsereignisse.

Der Zufall als Gottesurteil[Bearbeiten]

Zufallsentscheidungen wurden in der Bibel und bis ins Mittelalter als Gottesentscheidungen angesehen. Nur Gott konnte den Zufall voraussehen. So wurde manch strittiges Problem mit dem Würfel entschieden und als vermeintliches Gottesurteil unangreifbar gemacht.

Act of God[Bearbeiten]

Der englisch-rechtliche Begriff act of God (wörtlich Gottestat) entspricht im deutschen Sprachraum ungefähr dem Zufallsereignis der höheren Gewalt.

Gott würfelt nicht[Bearbeiten]

Die Vorstellung vom Zufall steht für manche Menschen im Widerspruch mit dem Gedanken eines allwissenden persönlichen Gottes, der alles voraussehen kann.

Gott würfelt nicht. – Albert Einstein

Anderseits kann Einstein auch den Zufall bestehen lassen, denn grundlegende Naturgesetze und ein darauf beruhender Bauplan lassen Zufälle zu bzw. müssen sie nicht zwangsläufig verhindern. Bsp. ein Hausbau: gegen die Schwerkraft und Naturgewalten kann ein Architekt nichts unternehmen, aber die Schwerkraft kann er sich zunutze machen, um das Haus gegen Naturgewalten weitgehend bestehen zu lassen. Wie sich dann die Hausbewohner einrichten, ist von seiner Warte aus gesehen Zufall, da er ihnen nichts vorschreibt.

Im Vergleich zum allwissenden Gott – soweit es überhaupt zu vergleichen ist – stellt sich dann die Frage, ob dieser von seiner Fähigkeit der Allwissenheit Gebrauch machen "muss" oder ob er sie nur in bestimmten Fällen einsetzen "kann". Sollte er immer allwissend sein und somit nichts dem Zufall überlassen, dann wäre die 1. logische Schlussfolgerung, dass alles (jede Handlung vom Individuum (sofern davon noch gesprochen werden kann)) vorherbestimmt ist und es 2. keine Möglichkeit der Selbstbestimmung gibt. Denn sollte der freie Wille da sein und ein Mensch aus der Vorherbestimmung ausbrechen, dann wäre Gott nicht allwissend. Hätte er aber diesen Schritt gekannt, wäre es kein Ausbrechen und somit kein freier Wille. 3. Wäre er für all die Zustände verantwortlich, was aber für viele Gläubige unannehmbar ist. Mögliche Folgen: was würde da ein Mörder oder Vergewaltiger als Argument bringen? Gott ist Schuld, ich musste es tun? Die Rechtsprechung müsste grundlegend geändert werden. Das seit Menschengedenken existierender Rechtsverständnis wäre falsch. Zufall oder nicht?

Andere können Zufall mit der Existenz Gottes vereinbaren:

Zufall ist vielleicht das Pseudonym Gottes,
wenn er nicht selbst unterschreiben will. – Anatole France

Auch die Diskussion um den freien Willen der Menschen dreht sich öfter um das Thema Zufall.

Der kontingente Gottesbeweis[Bearbeiten]

Thomas von Aquin hat den Zufall als Grundlage einer Argumentationskette für die Existenz Gottes angesehen.

Für viele andere ist die Existenz des echten Zufalls ein Gegenargument gegen den Allmächtigkeitsgedanken Gottes. Auch Gott kann diesen echten Zufall nicht beeinflussen.

Der geografische Zufallsgott[Bearbeiten]

An welchen Gott man glaubt, hängt meist davon ab, in welcher Region und damit auch in welchem religiösen Umfeld man geboren und aufgewachsen ist. Jeder der als Christ geboren, getauft und sozialisiert wurde, kann sich einmal fragen, was passiert wäre, wenn er statt dessen in einer buddhistischen Familie in Japan oder in einem hinduistischen Umfeld in Indien religiös groß geworden wäre.

Martin Luther und der Glaube an den Determinismus[Bearbeiten]

Ausgehend von einem Spruch Martin Luthers besteht in der evangelischen Kirche ein Hang zum Determinismus, was das Schicksal jedes einzelnen Gläubigen betrifft. Der freie Wille sich für oder gegen eine ethisch bedeutsame Handlung und deren Folgen zu entscheiden, wird verneint. Letztendlich ist das Schicksal jedes Einzelnen schon vorherbestimmt. Deus praescit et praeordinat omnia (Gott weiß und ordnet alles im voraus), Martin Luther: De servo arbitrio (Vom unfreien Willen) 158. Nach dieser Ansicht ist Alles was geschieht, von Gott so gewollt und man kann sich eigentlich nur Gottes Wille und seinem Schicksal fügen. Diese Ansicht ist aus zwei Gründen problematisch:

  • Erstens negiert sie den Einfluß den der Zufall auf unser Leben hat.
  • Zweitens lehnt sie die Vorstellung vom freien Willen ab und ist damit auch theologisch umstritten.

Fortuna[Bearbeiten]

Fortuna - aus dem Götterrummel der alten Welt ist sie die einzige, die in unverminderter Frische unter uns weilt

Fortuna (lat. "Glück", "Schicksal", Fors Fortuna "Macht des Schicksals") ist die Glücks- und Schicksalsgöttin der Römischen Mythologie. Sie entspricht der Tyche in der Griechischen Mythologie und dem Heil bei den altnordischen Völkern.

Vermutlich wurde die Göttin durch den König Servius Tullius bereits zu Beginn des Römischen Reichs populär, welcher ihr zwei Tempel gewidmet haben soll. Der Legende nach war dieser als Sohn einer Sklavin durch die Gunst der Schicksalsgöttin auf den Königsthron gekommen. Fortuna spielt später in der Religion der Römer eine wichtige Rolle (u. a. wird sie als eine der  Parzen genannt) und viele Tempel im gesamten Römischen Reich waren ihr gewidmet. Bekannte Tempel der Fortuna befanden sich u. a. in Antium, Praeneste und auf dem Quirinal, einem der sieben Hügel Roms. Ihr Fest wird am 24. Juni gefeiert.

Ausgehend von den Klosterschulen, fing man im 12. Jahrhundert an, Fortuna sowie die Göttin Natura als Dienerinnen Gottes zu sehen. Obwohl diese Idee unvereinbar mit dem christlichen Glauben war, wanderte sie im 13. Jahrhundert an die neu gegründeten Universitäten. Philosophisch beschlagene Geister blieben dieser Ansicht gegenüber jedoch häufig kritisch.

Tadeusz Kuntze: Fortuna, 1754

Fortuna wird im Allgemeinen als eine wankelmütige, vielschichtige Göttin charakterisiert, die (insoweit ähnlich der Justitia, die freilich dabei abstrakt abwägt) die Gaben ihres Füllhorns, gutes wie schlechtes Schicksal, Glück und Unglück, ohne Ansehen der Person verteilt. Ihre anfängliche religiöse Bedeutung als Fruchtbarkeitsgöttin wurde dabei später von ihren Glücks- und Schicksalsaspekten verdrängt. Als Orakelgöttin wurde Fortuna häufig zur Zukunft befragt, oftmals geschah dies über das Ziehen von Losen, kleinen Holzstücken mit eingeritzten Linien, die von der Priesterschaft gedeutet wurden.

Fortuna und das Rad des Lebens, mittelalterliches Manuskript

In der bildenden Kunst wird sie häufig mit ihren Attributen, dem Lebens- oder Schicksalsrad, einem Füllhorn, einem Ruder oder auf einer Kugel rollend, dargestellt.

Carl Orff hat den ersten und den letzten Teil (Fortuna Imperiatrix Mundi) seiner Carmina Burana ihr gewidmet: der Text aus dem 13. Jahrhundert beginnt mit

O Fortuna,
velut luna
statu variabilis...
(O Fortuna, wie der Mond so veränderlich...);

das zweite Lied beginnt mit

Fortune plango vulnera...
(Die Wunden, die Fortuna schlug...).

Fortuna ist ferner ein beliebter Vereinsname für Sportvereine und wird insbesondere im Fußball häufig als Kurzform für den ganzen Verein verwendet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ovid (Publius Ovidius Naso, Fasti VI 771-784.
  • Klaus Reichert: Fortuna oder die Beständigkeit des Wechsels, Suhrkamp Verlag
  • Ehrengard Meyer-Landrut: Fortuna. Die Göttin des Glücks im Wandel der Zeiten. Deutscher Kunstverlag. München & Berlin, 1997

Tyche - die griechische Göttin des Schicksals und des Zufalls[Bearbeiten]

Die griechische Göttin Tyche aus Antioch

Tyche (griechisch τύχη) ist in der griechischen Mythologie die Göttin des Schicksals, der glücklichen (oder bösen) Fügung und des Zufalls.

Týche erhöht und erniedrigt und führt launenhaft den Wechsel der Geschicke herbei. Sie ist eine Tochter des Zeus. Ihre Attribute sind Füllhorn, Ruder, Flügel und ein Steuerruder auf einer Kugel oder einem Rad. Im Hellenismus wuchs ihre Verehrung, Antiochia und Alexandria verehrten sie als Stadtgöttin. Die römische Entsprechung ist die Göttin Fortuna, die germanische Entsprechung ist das (abstraktere) Heil.

Ab der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. ist ein (Agathe) Tyche-Kult nachweisbar. Seit dieser Zeit findet sich auch verschiedene Darstellungen der Tyche mit o.g. Attributen. Bekannt ist die in Antiochien gefertigte Skulptur des Bildhauers Eutychides, die die Tyche mit der Flussgottheit des Orontes, die zu ihren Füßen auftaucht, darstellt. Für die Städte Argos, Mégara, Theben, (und außerhalb Griechenlands:) Bupalos und Smyrna und vielleicht Elis, Korinth, Megalopolis, Sikyon wird mit Tempeln gerechnet. Die hellenistische Entwicklung der Tyche zu einer Stadtgöttin wie in Antiochia findet dann in der römischen Fortuna ihre Fortsetzung.

In der antiken Alltagsverwendung des Wortes schwindet dann aber die personale Vorstellung zunehmend, so dass týche auch „Schicksal“ und „Zufall“ (auch: „zufällige Begegnung“) bedeuten kann und schließlich sogar als eine Art Ausruf bei einem Fehler oder Versehen Verwendung findet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ferdinand Friedrich Baur, De Tyche in pragmatica Polybii historia disputatio; 1861
  • Gerda Natalie Busch, Untersuchungen zum Wesen der Tyche in den Tragödien des Euripides; 1937
  • Tobias Dohrn, Die Tyche von Antiochia; 1960
  • Thomas Hägg, Eros und Tyche. Der Roman in der antiken Welt; 1987
  • Robert Heidenreich, Die Tyche des Eutychides; 1968
  • G. Herzog-Hauser, Tyche und Fortuna, in: Wiener Studien 63 (1948)
  • B. Fehr, Lectio graeca, lectio orientalis. Überlegungen zur Tyche von Antiochia; in: Visible Religion 7 (1990)
  • Paul Joos, Tyche, physis, techne : Studien zur Thematik frühgriechischer Lebensbetrachtung ; 1955
  • Andrea Peine, Agathe Tyche im Spiegel der griechischen und römischen Plastik. Untersuchungen klassischer Statuentypen und ihre kaiserzeitliche Rezeption; 1998
  • Ferdinand Rösiger, Die Bedeutung der Tyche bei den späteren griechischen Historikern, besonders bei Demetrios von Phaleron; 1880
  • Hans Strohm, Tyche. Zur Schicksalsauffassung bei Pindar und den frühgriechischen Dichtern; 1944
  • Eduard Voss, De tyche Thucydidea; 1879
  • Silke Vry, Zeus und Tyche in der Dekapolis; 1996
  • Arnd Zimmermann, Tyche bei Platon; 1964

Kairos - der griechische Gott der günstigen Gelegenheit[Bearbeiten]

Kairos auf einem Fresko des manieristischen Malers Salviati

Kairos ( καιρός) ist in der griechischen Mythologie der Gott der günstigen Gelegenheit und des rechten Augenblicks und laut dem Dichter Ion von Chios (490 - 421 v. Chr.) der jüngste Sohn des griechischen Göttervaters Zeus.

Vom Bildhauer Lysippos wird er als blühender Jüngling mit geflügelten Schuhen dargestellt, dem eine Haarlocke in die Stirn fällt, während er am Hinterkopf nur spärliche Anzeichen von Haarwuchs erkennen lässt. Von dieser Statue weiß man, weil der griechische Dichter Poseidippos (3. Jh. v.Chr.) sie in einem Epigramm in Dialogform beschreibt: "Wer bist du?" "Kairos, der alles bezwingt." "Warum gehst du auf Zehenspitzen?" "Ich laufe unablässig." "Warum hast du Flügel an den Beinen?" "Ich fliege wie der Wind" etc. In Trogir (Kroatien) findet sich im kleinen Museum des Nonnenklosters St. Nikolaus ein Relief (3.Jh. v.Chr.) mit einer Darstellung des Kairos als nackter Jüngling, der offenbar in den Händen eine Waage vor sich her trägt. (Nicht ganz sicher, weil ein Teil abgebrochen ist.) Es wird vermutet, dass dieses Relief der verlorenen Statue des Lysippos nachgebildet ist. Die Redensart, "die Gelegenheit beim Schopf" zu packen, wird auf diese Darstellung des Gottes zurückgeführt; wenn die Gelegenheit vorbei ist, kann man sie am kahlen Hinterkopf nicht mehr fassen. Dementsprechend bezeichnet man in der Psychologie die Angst, Entscheidungen zu fällen, als Kairophobie.

In Altgriechisch wird im Gegensatz zu Zeitabschnitt chronos der Kairos als der rechte Zeitpunkt erfasst. Z.B. wird in den biblischen Texten Kairos für einen von Gott gegebenen Zeitpunkt, eine besondere Chance und Gelegenheit, den Auftrag zu erfüllen, verwendet. Immanuel Wallerstein nimmt diesen Begriff in seinem Buch "Unthinking Social Science" wieder auf, um eine postmoderne Theorie gesellschaftlichen Wandels zu formulieren.

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen:

Fragen[Bearbeiten]

Frage aus wer weiß was? Wenn ein Kind von den Eltern in der Phase der Erziehung eine Religion gelehrt bekommt, dann ist diese Religion fest in das Leben des Kindes (später Erwachsener Gläubiger) integriert. Es ist also nur Zufall, welche Religion sich weiter ausbreitet, je nachdem wo man geboren wird.


Pabst der koptischen Christen per Los gewählt[Bearbeiten]

Die koptischen Christen vertrauen bei Ihrer Pabstwahl auf den Zufall und wählen den endgültigen Kandidaten per Los.

Der ehemalige Pabst Benedikt 16 bei seiner Amtseinführung[Bearbeiten]

Pabst Benedikt der 16.

Wir sind nicht das zufällige und sinnlose Produkt der Evolution. Jeder von uns ist Frucht eines Gedankens Gottes. Jeder ist gewollt, jeder ist geliebt, jeder ist gebraucht. Benedikt XVI. Predigt zur Amtseinführung als Papst. Zwar hat die katholische Kirche mittlerweile offiziell die Evolutionslehre der Biologie anerkannt. Trotzdem gibt es - nach katholischer Ansicht - für die Menschenkinder eine Ausnahme gegenüber allen anderen Lebewesen. Den Menschenkindern wird von Gott eine einzigartige, nichtzufällig entstandene Seele geschenkt, die am Ende des Lebens den Körper überlebt. Man kann also schlußfolgern: Die katholische Kirche im Allgemeinen und Benedikt im Besonderen mögen den Zufall nicht, insbesondere wenn er Ihnen ins theologische Handwerk hineinwirkt.