Beweisarchiv: Zahlentheorie: Elementare Zahlentheorie: Satz von Euklid
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· Primzahlsatz
Inhaltsverzeichnis |
Satz von Euklid [Bearbeiten]
Aussage [Bearbeiten]
Es gibt unendlich viele Primzahlen.
Konstruktive Beweise [Bearbeiten]
Die folgenden Beweise sind konstruktiv in dem Sinne, dass sie ein Verfahren angeben, mit dem sich beliebig viele Primzahlen finden lassen.
Beweis von Euklid (300 v. Chr.) [Bearbeiten]
Euklid geht von einer endlichen Menge
von Primzahlen aus und bildet die Zahl
Diese Zahl ist durch keine der Primzahlen
teilbar, da immer ein Rest 1 verbleibt. Damit sind die Primfaktoren von
nicht in der Ausgangsmenge enthalten, man kann also zu jeder endlichen Menge von Primzahlen eine weitere hinzufügen. Mit dieser Formulierung umging Euklid geschickt den Begriff des Unendlichen, wenngleich seine damalige Formulierung "zu jeder endlichen Liste von Primzahlen lässt sich eine weitere hinzufügen" äquivalent zu der Aussage ist, dass es unendlich viele Primzahlen gibt.
Hinweis: Die Zahl N ist nicht notwendigerweise selber eine Primzahl, siehe etwa 
Beweise, die die Existenz unendlich vieler paarweise teilerfremder Zahlen zeigen [Bearbeiten]
Es gibt verschiedene Beweise, die alle auf dem selben Prinzip aufbauen: Ist
eine Menge natürlicher Zahlen, die größer als 1 sind und von denen je zwei teilerfremd sind, d. h. deren größter gemeinsamer Teiler 1 ist, so erhält man durch die Faktorisierung dieser Zahlen eine Menge von Primzahlen, die mindestens so viele Elemente wie
besitzt. Denn natürliche Zahlen größer als 1 haben mindestens einen Primfaktor, und die Teilerfremdheit stellt sicher, dass verschiedene Zahlen auch verschiedene Primzahlen liefern.
Um zu beweisen, dass es unendlich viele Primzahlen gibt, genügt es also, eine unendliche Menge paarweise teilerfremder natürlicher Zahlen anzugeben, oder verschiedene endliche Mengen paarweiser teilerfremder natürlicher Zahlen, deren Größe jedoch unbeschränkt ist.
Goldbachs Beweis (1730) [Bearbeiten]
Es sei
für
die Folge der Fermat-Zahlen. Es gilt
Diese Aussage lässt sich beispielsweise mit vollständiger Induktion zeigen. Daraus folgt für
, dass
die Zahl
teilt. Damit folgt
Da aber die Fermat-Zahlen alle ungerade sind, ist dieser ggT gleich 1, d. h. je zwei Fermat-Zahlen sind teilerfremd. Die Folge ist offenbar streng monoton steigend, also enthält sie unendlich viele verschiedene Glieder, und mit dem obigen Argument folgt die Existenz unendlich vieler Primzahlen.
Schorns Beweis [Bearbeiten]
Wähle eine natürliche Zahl
. Die
natürlichen Zahlen
für
sind paarweise teilerfremd, denn wenn eine Primzahl
die beiden Zahlen
und
teilt, dann teilt
auch die Differenz
, die nur Primfaktoren
besitzt. Also ist
. Andererseits ist
durch alle Zahlen
und somit durch
teilbar, also wären zwei aufeinanderfolgende Zahlen durch
teilbar: Widerspruch. Somit sind die
Zahlen
für
paarweise teilerfremd, und nach der obigen Überlegung gibt es folglich mindestens
Primzahlen. Da
beliebig gewählt war, gibt es unendlich viele Primzahlen.
Stieltjes’ Beweis (1890) [Bearbeiten]
Angenommen,
seien die einzigen Primzahlen, die existieren. Dann kann man die Zahl
auf verschiedene Arten in der Form
zerlegen. Jede Primzahl
teilt entweder
oder
, aber nicht beide zugleich. Aus diesem Grund ist
durch keine der existierenden Primzahlen teilbar (einer der Summanden
und
ist jeweils teilerfremd zu der Primzahl und somit ein Rest). Da aber
ist, ist
eine weitere, größere Primzahl oder durch eine weitere noch unbekannte Primzahl teilbar.
Anmerkung: Im Spezialfall
ist dies genau Euklids Beweis.
Nichtkonstruktive Beweise [Bearbeiten]
Eulerprodukt für die harmonische Reihe [Bearbeiten]
Als Motivation betrachten wir das Produkt
Die Nenner der auftretenden Brüche sind gerade diejenigen Zahlen, in denen der Primfaktor 2 höchstens dreimal und der Primfaktor 3 höchstens zweimal enthalten ist und die sonst durch keine anderen Primzahlen teilbar sind. Jeder solche Bruch tritt genau einmal auf. Würde man im ersten Faktor noch
hinzufügen, kämen diejenigen Zahlen hinzu, die den Primfaktor 2 viermal enthalten.
Geht man zum entsprechenden Grenzwert über, erhält man die Aussage:
ist gleich der Summe der Kehrwerte aller natürlichen Zahlen, die keine anderen Primfaktoren als 2 und 3 enthalten.
Die Reihen in den Klammern sind geometrische Reihen und haben jeweils einfach angebbare Werte:
Die obige Rechnung funktioniert auch für mehr als zwei Primzahlen: Ist
eine beliebige endliche Menge von Primzahlen, so ist das Produkt
gleich der Summe der Kehrwerte aller natürlichen Zahlen, die durch keine anderen Primzahlen als
teilbar sind.
Wären nun
bereits alle Primzahlen, so wäre die Zahl
also gleich der Summe der Kehrwerte aller natürlichen Zahlen, also gleich der harmonischen Reihe
Diese Reihe ist aber bekanntlich divergent und somit nicht gleich der endlichen Zahl
: Widerspruch.
Anmerkung: Die Überlegung liefert allgemein eine Produktdarstellung
Die linke Seite wird für
als riemannsche Zetafunktion bezeichnet, die rechte Seite als Eulerprodukt.











