Ing Mathematik: Vektoren
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[Bearbeiten] Vektorraum
Ein Vektorraum
sei die Menge aller geordneter n-Tupel von reellen Zahlen. Ein Element eines Vektorraumes heißt Vektor

mit den Koordinaten des Vektors

Vektoren weisen einen Zahlenwert (Betrag) und eine Richtung auf. Skalare haben nur einen Zahlenwert.
Freie Vektoren können beliebig im Raum verschoben werden. Ortsvektoren (gebundene Vektoren) sind ortsgebunden.
[Bearbeiten] Addition von Vektoren



[Bearbeiten] Assoziativgesetz

[Bearbeiten] Kommutativgestz

[Bearbeiten] Nullvektor
Der Nullvektor ist das neutrale Element der Vektoraddition.


[Bearbeiten] Differenzvektor
läßt sich stets umformen zu
.
sei in diesem Fall der Differenzvektor.
[Bearbeiten] Beispiel
Gegeben seien die Vektoren
und
. Gesucht sind
und
.


[Bearbeiten] Multiplikation eines Vektors mit einem Skalar
Geometrisch entspricht die Multiplikation eines Vektors mit einem Skalar der Streckung eines Vektors.



[Bearbeiten] Assoziativgesetz

[Bearbeiten] Distributivgesetze


[Bearbeiten] Gegenvektor


[Bearbeiten] Parallelität
Die zwei Vektoren a und b sind dann parallel, wenn gilt

λ > 0: gleichsinnig parallel
λ < 0: gegensinnig parallel
[Bearbeiten] Beispiel
Sind die Vektoren
und
zueinander parallel?

.
[Bearbeiten] Skalarprodukt
Gegeben sind zwei Vektoren


Das Skalarprodukt ergibt sich zu

- Das Skalarprodukt ordnet einem Paar von Vektoren eine reelle Zahl zu.
- Das Skalarprodukt unterscheidet sich grundlegend von der Multiplikation reeller Zahlen oder der Multiplikation eines Vektors mit einem Skalar.
Mittels Skalarprodukt lassen sich lineare Funktionen einfach anschreiben

[Bearbeiten] Norm eines Vektors
Die Norm (Länge) eines Vektors a ist gegeben durch


Vektoren mit der Länge Eins heißen Einheitsvektoren. Normiert man einen Vektor a, so bringt man ihn auf die Länge Eins

Das Skalarprodukt ist auch definiert durch

wobei
den Winkel zwischen den Vektoren a und b bezeichnet.
[Bearbeiten] Kommutativgesetz

[Bearbeiten] Assoziativgesetz gilt nicht

[Bearbeiten] Distributivgesetz

[Bearbeiten] Chauchy-Schwarzsche Ungleichung

[Bearbeiten] Dreiecksungleichung

[Bearbeiten] Beispiel: Parallelogrammgleichung
Es ist folgende Gleichung herzuleiten

Lösung:



und somit, wie zu zeigen war

[Bearbeiten] Orthogonalität
Zwei Vektoren a, b heißen orthogonal (= senkrecht), wenn
gilt.
Man schreibt dies auch als
.
Es gilt dann der Satz von Pythagoras

[Bearbeiten] Orthogonalsystem
Die Vektoren
bilden ein Orthogonalsystem, wenn
Gilt zusätzlich noch

dann bilden die Vektoren ein Orthonormalsystem.
[Bearbeiten] Gram-Schmidtsches Orthogonalisierungsverfahren
Wikipedia: Gram-Schmidtsches Orthogonalisierungsverfahren
[Bearbeiten] Beispiel: Satz von Thales
Es ist der Satz von Thales "Jeder Peripheriewinkel über dem Durchmesser eines Kreises beträgt 90°" zu überprüfen.
Lösung:





[Bearbeiten] Linearkombinationen
Den Vektor

nennt man Linearkombination aus den Vektoren
.
Ist
, so nennt man die Vektoren 
- linear abhängig, wenn

- linear unabhängig, wenn

[Bearbeiten] Natürliche Basis
Die Einheitsvektoren (Basisvektoren)

nennt man natürliche Basis des
.
Für diese Basisvektoren gilt das sogenannte Kronecker-Delta

Für einen beliebigen Vektor
gilt

nennt man die Komponenten des Vektors bezüglich der natürlichen Basis des
.
[Bearbeiten] Richtungskosinus

daraus folgt

[Bearbeiten] Beispiel
Gesucht ist der Winkel, den der Vektor
mit dem Basisvektor
einschließt.
Lösung:



[Bearbeiten] Projektionen
Unter Projektion ist hier die Orthogonalprojektion gemeint.
[Bearbeiten] Skalare Projektion

Daraus folgt die Gleichung für die skalare Projektion des Vektors a auf b

[Bearbeiten] Vektorprojektion


Daraus folgt

[Bearbeiten] Beispiel
Gegeben ist ein Vektor
. Gesucht ist der Winkel, den die Orthogonalprojektion des Vektors a auf die
-Ebene mit dem
-Basisvektor einschließt.
Lösung:



Dieses Zwischenergebnis hätte man natürlich auch direkt aus der Skizze ermitteln können, dann wäre aber der Witz dieses Beispiels verloren gegangen.


[Bearbeiten] Vektorprodukt
Das Vektorprodukt zweier linear unabhängiger Vektoren ist nur für den euklidischen Raum
definiert.

Die Vektoren
bilden ein Rechtssystem.
[Bearbeiten] Regeln
- Das Vektorprodukt ist nicht kommutativ:

- Orthogonalität:

- Parallelität:

- Lagrangesche Identität:

- Parallelogramm:
ist der Flächeninhalt des von den Vektoren
aufgespannten Parallelogrammes.
ist der von a und b eingeschlossene Winkel. - Distributivgesetz:


[Bearbeiten] Rechnungen




εijk

[Bearbeiten] Beispiel
Gesucht ist ein normierter Normalenvektor auf die beiden Vektoren
.
Lösung:



[Bearbeiten] Spatprodukt
Das Spatprodukt der Vektoren
ist definiert als

[Bearbeiten] Regeln
- Unabhängigkeit: Die Vektoren a, b, c sind linear unabhängig,wenn

- Rechtssystem:

- Linkssystem:

- Spatvolumen:

- Vertauschungssatz:

[Bearbeiten] Geraden
[Bearbeiten] Gerade durch Punkt und Richtung
Gegeben sei ein Punkt A (Ortsvektor a) und ein Richtungsvektor c. Der Punkt X liegt auf der Geraden g (
) wenn,

Obige Gleichung nennt man auch eine Parameterdarstellung (Parameter λ).
[Bearbeiten] Gerade durch zwei Punkte
Die Gerade sei durch die Punkte A und B gegeben (Ortsvektoren a,b). Der Punkt X liegt auf der Geraden g (
) wenn,

Die Punkte A, B und X heißen kollinear, d.h. diese drei Punkte liegen auf der gleichen Geraden.
[Bearbeiten] Ebenen
[Bearbeiten] Ebene durch einen Punkt und zwei Richtungen
Gegeben sei ein Punkt A (Ortsvektor a) und zwei Richtungsvektoren c,d. Der Punkt X liegt in der Ebene E (
) wenn,

Die Ebene E wird also durch die zwei Geraden g und h aufgespannt.
[Bearbeiten] Ebene durch drei Punkte
Gegeben seinen drei Punkte A, B und C (Ortsvektoren a,b,c). Der Punkt X liegt in der der Ebene E (
) wenn,

Die Ebene kann in diesem Fall auch über das Spatprodukt definiert werden:

Da die Punkte B, C und X in einer Ebene liegen, ist VSpat = 0 und

[Bearbeiten] Hessesche Normalform
n sei ein Normalenvektor zur Ebene E. Es gilt
, und somit

Dividiert man diese Gleichung durch die Norm des Normalenvektors
, so erhält man die Ebenengleichung in der Hesseschen Normalform

[Bearbeiten] In Koordinatenschreibweise
Aus der Parameterdarstellung

erhält man in Koordinaten angeschrieben

Eliminiert man
aus diesen Gleichungen, so erhält man die sogenannte Abschnittsform der Ebenengleichung

[Bearbeiten] Anwendungen: Punkte, Geraden und Ebenen
[Bearbeiten] Winkel zwischen Geraden
Gegeben sind zwei Geraden im 


Den Winkel zwischen den beiden Geraden g und h kann man über das Skalarprodukt gewinnen

[Bearbeiten] Normale: Abstand Punkt - Ebene
Gegeben sei ein Punkt P und eine Ebene E. D sei der Durchstoßpunkt von n durch die Ebene E.
Der Abstand von Punkt P zu Ebene E ist 
Direkt aus der Abbildung oder auch mittels der Hesseschen Ebenengleichung ergibt sich

Weiters ist

Aus den beiden vorigen Gleichungen kann man nun λ ermitteln



Und somit ist

[Bearbeiten] Gerade als Schnitt zweier Ebenen
Eine Gerade im Raum
kann man auch in der Form

darstellen. Natürlich dürfen die Ebenen hierbei nicht parallel liegen.
Beispiel: Gegeben sei eine Gerade
mit
. Gesucht sind die beiden Ebenen, welche g als Schnittgerade besitzen.



Daraus folgt

und schließlich ist


Beispiel: Gegeben seinen zwei Ebenen
. Gesucht ist die Schnittgerade in Parameterdarstellung.
Wir wählen z.B.: 
und berechnen sukzessive


Somit ist die Darstellung der Geraden in Parameterform

[Bearbeiten] Durchstoßpunkt einer Geraden durch eine Ebene
Es gibt drei Möglichkeiten:
- Die Gerade g schneidet die Ebene E in einem Punkt
- Die Gerade liegt parallel zur Ebene, aber nicht in der Ebene
- Die Gerade liegt in der Ebene
Beispiel: Gegeben sei eine Gerade
und eine Ebene
. Der Durchstosspunkt der Gerade durch die Ebene soll berechnet werden.
Gerade g:


Ebene E:

Das sind drei Gleichungen für drei Unbekannte, aufgelöst
Durchstosspunkt 
[Bearbeiten] Winkel zwischen einer Geraden und einer Ebene

Daraus kann man leicht den Winkel α ausrechnen.
Ähnlich funktioniert die Bestimmung eines Winkels zwischen zwei Ebenen. Dort verwendet man eben die Normalenvektoren der beiden Ebenen zur Winkelberechnung.
















