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Amateurfunklehrgang – Der Weg zur HB9-Lizenz/ Konventionen und Conteste

Aus Wikibooks

Der Kodex des Funkamateurs

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Nach den Grundlagen von Paul M. Segal, W9EEA (1928) - Auf die heutige Zeit angepasst:

Der Funkamateur ist:

RÜCKSICHTSVOLL..... Er betreibt nie wissentlich seinen Funkbetrieb auf eine Weise, die das Vergnügen anderer mindert. Er betreibt die Station so, dass die Einflüsse auf die Umwelt (Emissionen, Ortsbild) in einem ausgewogen Verhältnis zur Hobbyausübung stehen.

LOYAL..... bietet Loyalität, Ermutigung und Unterstützung für andere Funkamateure, engagiert sich in der Sektion, in Arbeitsgruppen und der USKA. Er sorgt für ein positives Bild in der Öffentlichkeit.

PROGRESSIV..... Er hält sein Wissen auf dem neuesten Stand der Technik, hat eine qualitativ gute Station und betreibt sie tadellos.

FREUNDLICH..... Er zeigt Geduld und Nachsicht mit Anfänger und wenig routinierten Amateuren. Bietet freundliche Unterstützung und ist Rücksichtsvoll.

AUSGEWOGEN..... Amateurfunk ist eine Berufung, die niemals die Pflichten gegenüber Familie, Beruf oder Freunden im Leben ausserhalb des Hobbies beeinträchtigt.

DER GESELLSCHAFT DIENEND..... Der Funkamateur ist bereit zum Dienst für Land und Gemeinschaft. Das bedeutet zum Beispiel Engagement in der Jugendarbeit oder Einsatz im Notfunk.

QSO-Beispiele

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Beliebige Verbindungen (CQ-Anruf)

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CQ-Ruf: Der Operator sendet einen allgemeinen Anruf, bekannt als "CQ", um jede Station, die hören kann, zur Antwort aufzufordern.

CQ CQ CQ, this is [dein Rufzeichen], calling CQ and standing by.

Antwort: Eine andere Station hört den CQ-Ruf und antwortet mit ihrem eigenen Rufzeichen.

[dein Rufzeichen], this is [antwortendes Rufzeichen].

Bestätigung: Der ursprüngliche Operator bestätigt den Empfang der Antwort und wiederholt das Rufzeichen der antwortenden Station.

[antwortendes Rufzeichen], this is [dein Rufzeichen]. Thanks for the call.

Informationsaustausch: Die Operatoren tauschen grundlegende Informationen aus, wie Signalstärke, Standort und Name.

You are 5 by 9 here in [dein Standort]. My name is [dein Name]. How copy?

Abschluss: Nach dem Informationsaustausch beenden die Operatoren das QSO.

Thanks for the QSO, [antwortendes Rufzeichen]. 73 and good DX. This is [dein Rufzeichen] clear.

Verbindungen in eine bestimmte Region

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Gezielter CQ-Ruf: Der Operator sendet einen CQ-Ruf, der eine bestimmte Region oder ein Land anspricht.

CQ CQ CQ, this is [dein Rufzeichen], calling CQ Europe, CQ Europe, and standing by.

Antwort: Eine Station aus der gewünschten Region hört den Ruf und antwortet.

[dein Rufzeichen], this is [antwortendes Rufzeichen] from [Land/Region].

Bestätigung und Informationsaustausch: Der ursprüngliche Operator bestätigt den Empfang der Antwort und führt das QSO wie bei einem allgemeinen CQ-Ruf fort.

[antwortendes Rufzeichen], this is [dein Rufzeichen]. Thanks for the call from [Land/Region]. You are 5 by 9 here in [dein Standort]. My name is [dein Name]. How copy?

Abschluss: Die Operatoren beenden das QSO nach dem Informationsaustausch.

Thanks for the QSO, [antwortendes Rufzeichen]. 73 and hope to hear you again. This is [dein Rufzeichen] clear.

DX - Kontakte über grosse Entfernungen

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Ein DX (Abkürzung für „Distance X“) ist im Amateurfunk eine Verbindung über grosse Entfernungen hinweg, oft über mehrere tausend Kilometer. Es geht darum, seltene oder weit entfernte Stationen zu erreichen.

Es gibt unterschiedliche Ziele in dieser Wettbewerbsform:

  • Weit entfernte Stationen
  • Kontakt zu seltenen Länder oder Gebiete (z. B. unbewohnte Inseln, Antarktis).
  • Spezifische Diplome und Auszeichnungen (z. B. „DX Century Club (DXCC)“ für 100 verschiedene Länder).
  • Technische Herausforderungen meistern (Propagation, Antennen, Funkgeräte optimieren).
  • Notfallkommunikation testen, falls kommerzielle Netze ausfallen.

Wie läuft ein DX-Kontakt ab?

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Ein DX-Kontakt ist meistens sehr kurz und auf das Wesentliche beschränkt, um möglichst viele Verbindungen zu ermöglichen.

DX-Station Entfernte Station
CQ-Ruf „CQ DX“ („Calling anyone for long-distance contacts“).

CQ DX, CQ DX, this is VK9XX, listening.

Antwort Ein Operator ruft die DX-Station mit seinem Rufzeichen.

VK9XX, this is HB9ABC

Bestätigung Die DX-Station bestätigt den Kontakt mit dem Rufzeichen des Operators.

HB9ABC, this is VK9XX Thanks for the call.

Rapport-Austausch Gibt ein Rapport (z. B. „59“ auf SSB)

DL1ABC, you are 59, over.

Bestätigung & 73 Die DX-Station bestätigt den Rapport, verabschiedet sich und nimmt den nächsten Anruf an.

Roger, 59, thanks, 73!

Begriffe & Techniken im DX-Betrieb

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  • DX Expedition: Funkamateure reisen in ein seltenes Gebiet, um von dort Funkbetrieb zu machen.
  • Split-Betrieb: Die DX-Station sendet auf einer Frequenz, empfängt aber auf einer anderen (z. B. „Listening up 5“ = Empfang 5 kHz höher).
  • Pile-Up: Viele Stationen rufen die DX-Station gleichzeitig, es entsteht ein „Funk-Chaos“.
  • QSL-Karte: Früher eine Art Postkarte, heute meist eine elektronische Bestätigung des Funkkontaktes.
  • Propagation: Ausbreitungsbedingungen der Funkwellen, abhängig von der Tageszeit, Sonnenaktivität, Ionosphärenbedingungen.
  • DX Cluster: Eine Online-Plattform, auf der DX-Stationen gemeldet werden (z. B. dxsummit.fi, www.cluster.dk, oder andere).

DX Code of Conduct

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  • Ich höre und höre und höre wieder, bevor ich rufe.
  • Ich rufe nur, wenn ich die DX-Station gut empfangen kann.
  • Ich vertraue nicht auf den DX-Cluster und rufe erst wenn ich das Rufzeichens der DX-Station sicher verstanden habe.
  • Ich werde weder die DX-Station noch andere Rufende stören und werde niemals auf der DX-Frequenz oder im QSX-Slot abstimmen.
  • Ich warte, bis die DX-Station einen Kontakt beendet hat, bevor ich rufe.
  • Ich werde immer mein vollständiges Rufzeichen senden.
  • Ich rufe und höre dann eine angemessene Zeit lang zu. Ich rufe nicht ununterbrochen.
  • Ich sende nicht, wenn der DX-Operator ein anderes Rufzeichen ruft.
  • Ich werde nicht senden, wenn der DX-Operator ein Rufzeichen abfragt, das nicht meines ist.
  • Ich sende nicht, wenn die DX-Station andere geografische Gebiete als meins anfragt.
  • Wenn der DX-Operator mich ruft, werde ich mein Rufzeichen nicht wiederholen, es sei denn, ich glaube, er hat es falsch kopiert.
  • Ich werde dankbar sein, wenn ich einen Kontakt herstellen kann.
  • Ich werde meine Kollegen respektieren und mich so verhalten, dass ich ihren Respekt verdiene.

Contest - Wettkämpfe

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Ein Contest-QSO ist deutlich knapper und stärker standardisiert als ein „normales“ QSO. Ziel ist maximale Effizienz - möglichst viele Verbindungen in kurzer Zeit mit minimalem Wortwechsel.

Besonderheiten:

  • Kaum Smalltalk: nur Pflichtinfos (innert Sekunden abgehandelt)
  • Standardisierte Exchanges je nach Contest (z. B. ITU-Zone, District, Seriennummer)
  • „59“ ist oft symbolisch (nicht unbedingt real gemessen)
  • Pile-Ups möglich: Viele Stationen rufen gleichzeitig
Run-Station Caller
CQ-Ruf „CQ TEST“ („Calling anyone for contest contacts“).

CQ TEST HB9XYZ

Antwort Eine Station Antowrtet mit ihrem Rufzeichen.

T32AQ

Bestätigung Die DX-Station bestätigt den Kontakt mit dem Rufzeichen des Operators.

HB9ABC, this is VK9XX Thanks for the call.

Rapport-Austausch Gibt ein Rapport (z. B. „59“ auf SSB)

DL1ABC, you are 59, over.

Bestätigung & 73 Die DX-Station bestätigt den Rapport, verabschiedet sich und nimmt den nächsten Anruf an.

Roger, 59, thanks, 73!

Ablauf eines standard contest QSO







Bei einem Pile-up sieht es so aus - wir haben zwei gleichzeitige Caller, einer davon wird ausgewählt für den Kontakt:

Ablauf eines standard Contest mit Pile-up







Contestausschreibungen und die Reglemente findet man z.b. bei der USKA

Beispiel - National Mountain Day (NMD)

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Als Beispiel sei der National Mountain Day hier als Zusammenfassung aufgeführt

Der National Mountain Day ist ein Amateurfunk-Contest in der Schweiz, bei dem Stationen auf Bergen arbeiten – unter minimalistischen „portable“ Bedingungen. Die Idee dahinter ist ein echter „SOTA-ähnlicher“ Minimalbetrieb

Er findet am 3. Sonntag im Juli von 06:00–09:59 UTC statt. Das Ziel sind Funkverbindungen (QSOs) mit Stationen in der Schweiz und weltweit mittels CW und SSB. Eine Anmeldung ist erforderlich bis am Dienstag vor dem Contest.Einse Station gilt als teilnahmeberechtigt wenn sie:

  • mindestens 800 m über Meer liegt
  • kein Stromnetz nutzt
  • keine vorhandenen Antennen benutzt
  • die gesamte Ausrüstung maximal 6 kg wiegt (Funkgerät, Stromversorgung, Kopfhörer, Mikrofon, Keyer / Taste, Antenne + Masten + Abspannungen + Kabel und Ersatzmaterial)

Nicht erlaubt sind feste Gebäude, Skilifte, Masten vor Ort, nicht zum Gewichtslimit gerechnet werden Campingzeug, Logbücher etc., Schutz gegen statische Entladung (wenn sie nicht notwendig für Betrieb sind).

Erlaubt ist CW auf 3510 – 3560 kHz und SSB auf 3600 – 3650 kHz

Der Austausch ist zwischen der NMD-Station und anderen Stationen. Zusätzlich zum Signalrapport (RS oder RST) wird von der NMD-Station ein Text mit mindestens 15 Zeichen (z. B. „das wetter ist gut heute“) gesendet. Jeder Text darf nur einmal verwendet werden. Die nicht-NMD Stationen senden nur den Rapport (RS/T)

Mehrfachverbindungen (Duplikate) sind ab 08:00 UTC mit der gleichen Stationen erlaubt, aber nur einmal pro mode.

Die Wertung sieht 4 Punkte vor für jede Verbindung zweier NMD-Stationen und eine Verbindung mit jeder anderen Station ergibt 1 Punkt.

Wenn Regeln nicht korrekt eingehalten wurden (z. B. Anmeldung fehlt), kann der Wert auf 1 Punkt reduziert werden. Es werden alle gesammelten Punkte summiert und bei Gleichstand gewinnt die leichtere Station. Es werden getrennte Ranglisten für CW und SSB geführt. Das Log (komplett) und die detaillierte Stationsbeschreibung (Gewicht + Ausrüstung) muss innerhalb 8 Tagen eingereicht werden.