Computerhardware: SSD

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Solid State Disk[Bearbeiten]

Wenn man viele Flash-Speicher (ebensolche wie in den USB-Sticks) zusammen mit einer Steuerelektronik in ein Festplattengehäuse packt, trägt es den Namen „Solid State Disk“ (SSD). Diese „Festplatten“ sind sehr schnell und absolut geräuschlos (denn es steckt kein Motor drin). Einige Spitzenmodelle können Daten schneller lesen, als sie ein SATA-2-Anschluss mit 3 Gbit/s (300 MByte/s) weiterleiten kann. SSD brauchen nur wenig Strom, was sie besonders für Notebooks attraktiv macht. Allerdings sind sie überaus teuer. Eine 240-GB-SSD kostet etwa 60 € (Stand: Oktober 2018). Für ebendiese 60 € könnte man alternativ eine magnetische Festplatte mit 2000 GB Kapazität kaufen.

Lebensdauer[Bearbeiten]

Flash-Speicher kann man beliebig oft lesen, doch beim Schreiben haben sie einen schweren grundsätzlichen Mangel: ihre begrenzte Lebensdauer. Die Hersteller erwarten eine Haltbarkeit in der Größenordnung von 3 000 Schreibvorgängen für MLC-Speicher und 100 000 Schreibvorgängen für SLC-Zellen. Wenn ein Speicherblock ausgefallen ist, wird er von einem intelligenten Controller genau wie bei heutigen Magnetfestplatten durch einen Block aus einem Reservekontingent ersetzt.

100 000 Schreibvorgänge sind viel, auch 3000 sind eine ganze Menge. Niemand schafft es, den Stick so oft zu beschreiben und zu einem anderen Computer zu tragen. Für die Verwendung als Arbeitsspeicher ist das jedoch zu wenig, denn eine CPU, die mehr als zwei Milliarden Befehle pro Sekunde ausführt, könnte einzelne Speicherbereiche Millionen mal pro Sekunde mit Zwischenergebnissen beschreiben.

Es gibt aber ein Problem: Nach jedem Schreibvorgang jeder Datei müssen die Verwaltungstabellen des Dateisystems geändert werden. Diese befinden sich am Anfang des Datenträgers. Folglich geht der Speicher dort zuerst kaputt. Deshalb muss die Anzahl der Schreibvorgänge durch geeignete Software und die Ansteuerlogik minimiert werden. Das wird auf mehreren Wegen erreicht:

  1. Die Speicherzellen sind in Blöcken von z. B. 4 kByte zusammengeschaltet. Ein Block kann nur im Ganzen geschrieben werden. Wenn in einem Block ein Byte geändert werden soll, muss der komplette Block mit der Änderung auf einen freien Platz kopiert werden, anschließend wird der alte Block zum Löschen freigegeben. Die Steuerelektronik der SSD nutzt einen internen Cache-Speicher, um die Änderungswünsche zu sammeln und nicht wegen jedem zu änderndem Byte einen ganzen Block kopieren zu müssen.
  2. Nach einem „Wear Leveling“ genannten Verfahren werden die Daten möglichst gleichmäßig im gesamten Speicherchip verteilt. In einer Tabelle wird gezählt, wie oft jeder der Speicherblöcke schon gelöscht worden ist. Der Controller verteilt die Daten einschließlich der Verwaltungstabellen häufig um. Idealerweise wird damit eine gleichmäßige „Abnutzung“ aller Speicherblöcke erreicht. Zahlreiche Sticks (nicht alle) haben dieses Verteilverfahren in die Ansteuerelektronik integriert. Falls nicht, hat Windows ab der Version Vista dafür eine Softwarelösung.
  3. Ebenso wie bei den Magnet-Festplatten halten die Hersteller eine Anzahl Blöcke als „heimliche Reserve“ zurück. Der Zustand jedes einzelnen Blockes wird in einer Tabelle registriert. Ausgefallene Blöcke werden durch Blöcke aus der Reserve ersetzt, ohne dass der Benutzer etwas merkt.
  4. Die Steuerelektronik der SSD nutzt einen internen Cache-Speicher, um die Daten vor dem Schreiben zu sammeln.

Was bringen diese Maßnahmen für die Lebensdauer? Die Hersteller meinen, dass SSD mindestens so lange durchhalten wie mechanische Festplatten, und geben drei Jahre Garantie und mehr. Kann das sein? Beobachten Sie doch einmal die Festplattenaktivität, während Sie eine Pause machen. Windows, besonders in der Version 7, entwickelt eine nennenswerte Aktivität. Firefox beispielsweise sichert jede Sekunde die offenen Fenster, um sie nach einem Absturz wiederherstellen zu können. Da kommen eine Menge Schreib- zugriffe zusammen, selbst wenn Sie meinen, eigentlich nichts gespeichert zu haben.

Nehmen wir an, ein durchschnittlicher PC schreibt täglich 20 GB Daten pro Tag. Durch die Aktivität der Steuerung (Wear Leveling) kommen grob geschätzt 10 GB interne Schreibvorgänge dazu. Auf einer 240 GB SSD wäre nach acht Tagen jede Speicherzelle durchschnittlich einmal beschrieben worden. Wenn die Zellen 3 000 Schreibvorgänge aushalten, ergibt das eine theoretische Lebensdauer von 8 × 3 000 Tagen, etwa 66 Jahre.

Die meisten Hersteller gehen von 20 GB täglicher Schreibleistung aus und geben drei Jahre Garantie, was 20 × 365 × 3 = 21900 GB in drei Jahren ergibt, etwa 22 TeraByte. Wieviel halten die Festplatten tatsächlich aus? Der IT-Journalist Geoff Gasior hat sechs SSD-Platten verschiedener Hersteller mehr als ein Jahr lang ununterbrochen mit Schreibzugriffen „gefoltert“, bis auch die letzte „den Geist aufgegeben“ hat, siehe http://techreport.com/review/24841/introducing-the-ssd-endurance-experiment

Sein Testergebnis: Erst bei einer Schreibleistung von 700 TB (20 GB täglich über 90 Jahre) versagten die ersten beiden SSD. Bei 900 und 1200 TB starben die dritte und vierte SSD. Die fünfte SSD gab nach 2100 TB auf und die letzte bewältigte 2400 TB! Bei 20 GB täglich hätte diese SSD 330 Jahre durchgehalten. Auch wenn man bei Halbleitern mit großen Parameterschwankungen rechnen muss: An Abnutzung der Speicherzellen wird eine SSD nicht sterben.

Der Unsicherheitsfaktor dabei ist: Wie viel Daten schreibt ein durchschnittlicher PC pro Tag? 20 GB? Stammt diese Zahl von Umfragen unter Lesern von Computerzeitschriften, die ihren PC bestimmt viel intensiver nutzen als durchschnittliche Nichtleser? Arbeitet der PC intensiv mit Datenbanken auf seiner eigenen Fest- platte oder speichert er Daten in der Cloud oder auf einem zentralen Server? Für Ihren eigenen PC können Sie das leicht ermitteln: Lesen Sie die SMART-Werte aus. SMART zählt die Schreibzugriffe.

Eine SSD-Disk besteht nicht nur aus Speichermodulen. Die Steuerelektronik und deren Algorithmen sind hoch komplex, um das Wear Leveling und andere Verwaltungsfunktionen zu realisieren. Fachhändler und Datenrettungsunternehmen berichten über einen hohen Anteil an Controllerfehlern. Ein Wunder ist das nicht, die Algorithmen sind noch lange nicht ausgereift. Es gab schon Rückrufaktionen der Hersteller.

Eine Datenrettung von einer defekten SSD ist generell schwieriger als bei einer defekten Magnetfestplatte. Doch auch hier gibt es Unterschiede. Die Firma Kuert Datenrettung beispielsweise „warnt vor dem Kauf von SSDs, die mit einem Sandforce-Controller 2281 ausgestattet sind, da sich diese bei einem Controller- Defekt nur schwer bis unmöglich retten lassen. Hinzu kamen in der Vergangenheit Kinderkrankheiten und Firmware-Problematiken, die meist mit einem Datenverlust bei betroffenen Kunden einher gingen“ (Hinweis: Der Controller 2281 wird in aktuellen SSD nicht mehr verwendet).

Windows merkt sich, welche Daten Sie häufig verwenden. Die Funktionen „Prefetch“ (ab XP) und „Super Prefetch“ (ab Win 7) laden vorsorglich diejenigen Daten von der Festplatte, die Sie vielleicht benötigen werden. Bei einer SSD bringt das keinen Zeitvorteil. Wenn Sie diese Funktionen abschalten, schonen Sie Ihre SSD. Starten Sie „REGEDIT“, gehen Sie zum Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\Current- ControlSet\Control\SessionManager\MemoryManagement\PrefetchParameters und ändern Sie die Werte von ENABLE PREFETCHER und ENABLE SUPERFETCH auf Null.

Wenn man eine Datei löscht, werden die Daten nicht sofort überschrieben, es wird nur der freiwerdende Speicherbereich in der Belegungstabelle als verfügbar gekennzeichnet. Bei einer Magnetfestplatte kann ein freigegebener Speicherblock einfach überschrieben werden. Bei einer SSD ist das „Überschreiben“ nicht möglich. Der Block muss in einem ersten Arbeitsgang gelöscht werden, bevor er im zweiten Arbeitsgang beschrieben werden kann. Bei älteren SSDs startete der Controller eine aufwändige Aufräumaktion (die als „Garbage Collection“ bezeichnet wird) erst dann, wenn die leeren Blöcke knapp wurden. Das passiert vorzugsweise dann, wenn die SSD gerade voll beschäftigt ist.

Die SSD-Hersteller empfehlen, die Kapazität einer SSD zu höchstens 95 % auszunutzen. Andernfalls arbeitet der Controller uneffektiv, die SSD wird merklich langsamer und die Zahl der Schreibvorgänge steigt steil an. Am Besten ist es, schon beim Einrichten der SSD einen Teil der Kapazität ungenutzt zu lassen. Verwenden Sie nur 95 % der SSD für Partitionen! Der nicht partitionierte Bereich von 5 % wird vom Controller genutzt, um seine Leistung zu verbessern.

Defragmentieren von SSD-Festplatten[Bearbeiten]

Eine SSD-Festplatte dürfen Sie keinesfalls defragmentieren! Es reduziert die Lebensdauer, denn die Anzahl der Schreibvorgänge ist begrenzt. Außerdem ist es völlig nutzlos, denn bei einer SSD werden die Speicher- zellen elektrisch digital adressiert (es werden keine Schreibköpfe bewegt!). Jede Speicherzelle wird gleich schnell erreicht, und somit hat eine Fragmentierung keinen Einfluss auf die Geschwindigkeit.

Windows 7 schaltet die Defragmentierung von SSD automatisch ab. Unter Windows 8 wird die Defrag- mentierung nun als „Optimierung“ bezeichnet und für alle Festplatten ausgeführt. Bei Magnetplatten wird tatsächlich defragmentiert. Bei SSD sendet Windows nur den TRIM-Befehl mit den Angaben, welche Blöcke endgültig gelöscht werden dürfen. Kontrollieren Sie, ob Windows die SSD als solche erkennt: Im Windows- Explorer Rechtsklick auf die SSD, „Eigenschaften“, „Tools“, „Optimieren“. Wenn unter Medientyp nicht „Solid-State-Laufwerk“ steht, sondern „Festplatte“, löst vielleicht das einmalige Ausführen der Windows- Systembewertung das Problem – zu finden unter Leistungsinformationen und -tools. Falls Sie mehrere Fest- platten haben, bleibt nur das manuelle Abschalten der Optimierung: Im Windows-Explorer Rechtsklick auf die SSD ausführen, „Eigenschaften“, „Tools“, „Jetzt defragmentieren“ bzw. „Optimieren“. Alle Laufwerke werden angezeigt. Unter „Zeitplan konfigurieren“ finden Sie „Datenträger auswählen“. Falls SSDs in der Laufwerksliste auftauchen, entfernen Sie den Haken davor.

Wie schnell sind SSD?[Bearbeiten]

Magnet-Platten benötigen etwa 8 ms, um die Köpfe in die gewünschte Position zu bringen. SSD haben keine bewegten Teile und erreichen Zugriffszeiten von typisch 0,2 ms.

Die höchsten Datenraten werden beim sequenziellen Lesen und Schreiben erreicht, weil bei aufeinan- derfolgenden großen Datenblöcken die Köpfe nur wenig bewegt werden. Doch die Anwender verbringen nur wenig Zeit damit, riesige Dateien zu bewegen. Bei der typischen Benutzung eines PCs sind die meisten Dateien relativ klein, großenteils 4 kByte. Mit vielen kleinen Dateien haben sowohl SSDs als auch magne- tische Platten aus unterschiedlichen Gründen Probleme: Magnetplatten wegen der Fragmentierung und SSDs wegen des oben beschriebenen aufwändigen Löschvorgangs. Deshalb ist die Leistung beim Lesen und Schreiben vieler kleiner Blöcke, die als IOPS („Input/Output Operationen pro Sekunde“) bezeichnet wird, die wichtigere Kennzahl. Eine SSD kann etwa 200 mal mehr kleine Dateien pro Zeiteinheit verarbeiten als eine Magnetplatte. Dazu trägt auch der große Cache-Speicher von typisch 0,5 bis 2 GB bei, welcher es der Elektronik erlaubt, Daten vor dem Schreiben optimal zu gruppieren. Magnetplatten müssen mit 32 bis 64 MB Cache auskommen.

SSDs auf SLC-Basis erreichten Anfang 2010 in Praxistests Leseraten zwischen 80 und 120 MByte/s. Die seitdem erreichten Fortschritte sind beachtlich: bei der Geschwindigkeit erreichen die neuesten SSDs bereits Lese-Datenraten von 600 MB/s, in M.2-Ausführung 3500 MB/s. Noch mehr ist die Schreibleistung gestiegen: bei älteren SSDs erreichte die Schreibgeschwindigkeit nur die Hälfte ihrer Leseleistung. Aktuelle SSDs erreichen beim Schreiben durchschnittlich 90 % bis 95 % ihrer Leseleistung. Der Preis ist von 1 Euro/GB auf 0,25 Euro/GB gefallen. Zum Vergleich: Magnetische 3,5"-Festplatten kommen im Praxistests auf 200 MB/s, Spitzenmodelle auf 250 MB/s, und sie kosten 0,3 Euro/GB.

Ein SATA-II-Anschluss mit 3 Gbit/s kann theoretisch 300 MByte/s transportieren. Für eine Magnetfestplatte recht das, doch für eine SSD nicht. Deshalb sollte man beim Kauf einer neuen Hauptplatine darauf achten, dass sie über SATA-III-Anschlüsse verfügt, die 600 MByte/s transportieren können. Auch bei Komplett-PCs kann es passieren, dass Anlernkräfte am Fließband die Kabel in den falschen Anschluss stecken.

Wer noch mehr Leistung braucht, kauft eine PCI-Express-Steckkarte mit Flash-Bestückung, die vom PC wie eine Festplatte erkannt wird. Damit umgeht man den SATA-Flaschenhals. Die „Z-Drive 4500“ von der Firma OCZ hat eine Kapazität von 3,2 TB und liefert gigantische 2900 MByte/s! Allerdings muss man tief in die Tasche greifen: Sie kostet 7400 €. Die „abgespeckte“ Version „OCZ Revo Drive 350“ mit 1 TByte Kapazität kostet 800 Euro. Sie hat eine Leseleistung von 1800 MB/s und eine Schreibleistung von 1700 MB/s − man würde drei SATA-III-Anschlüsse brauchen, um diese Datenmenge zu transportieren. Beim Lesen, Schreiben und Kopieren im Praxiseinsatz erreichen also die besseren SSD einen vielfach höheren Datendurchsatz als Magnetplatten. [1] Diesen Vorteil nutzt man am besten, indem man eine SSD für das Betriebssystem und häufig benutzte Anwendungen verwendet und eine zweite, magnetische Festplatte einbaut, wenn größere Datenmengen gespeichert werden müssen.

Der Startvorgang von Windows wird leider nicht im gleichen Maß beschleunigt wie andere Anwendungen. Während des Startvorgangs gibt es zahlreiche rechenintensive Vorgänge, während denen nicht auf die Festplatte zugegriffen wird. Immerhin kann man mit einer 40 % kürzeren Zeit als bei einer Magnet- Festplatte rechnen.

Energiebedarf[Bearbeiten]

Moderne 3,5"-Magnetfestplatten brauchen etwa 10 W im Leerlauf und 15 W bei der Arbeit. Die neuesten 2,5"-Magnetfestplatten benötigen im Leerlauf 0,4 bis 1 Watt, im Betrieb 3 bis 4 Watt. Die SSD-Platten der Samsung 840 Familie brauchen im Leerlauf 0,046 Watt, in Betrieb 0,127 Watt.

SSDs haben einen weiteren Vorteil: Sie können es sich erlauben, in kleinen Ruhepausen in den Energiesparmodus zu schalten, denn bei Bedarf wachen sie blitzschnell auf. Magnetplatten warten deutlich länger, bevor sie den Antriebsmotor abschalten: Erstens braucht das Wiederanfahren viel Zeit und zweitens wird zum Beschleunigen viel Energie verbraucht − erheblich mehr als im Dauerbetrieb. Durch allzu häufiges Stromsparen kann der Energiebedarf sogar höher werden als im Dauerbetrieb!

Sicheres Löschen von SSD-Festplatten und USB-Sticks[Bearbeiten]

Ein Teil der Speicherkapazität entfällt auf die Reservesektoren, mit denen ausgefallene Zellen ersetzt werden sollen. Der Controller bezieht mit „Wear Leveling“ auch die Reserveblöcke in den Reihum-Abnutzungs-Prozess mit ein. Dadurch gelangen Dateifragmente in den Reservebereich. Wenn der Benutzer den „sichtbaren“ Bereich löscht, bleiben Fragmente im Reservebereich erhalten, die wiederhergestellt werden könnten, wenn auch mit einem nicht unbeträchtlichen Aufwand. Deutlich gesagt: Ein zuverlässiges, voll- ständiges Löschen ist auch durch mehrfaches Überschreiben nicht möglich. Doch neue SSDs haben einen Befehl „Secure Erase“ im Befehlssatz, der von manchen Tools benutzt wird. Einige Hersteller liefern zu ihren SSDs passende Tools mit aus. Andernfalls können Sie z. B. für 29,90 Euro das Programm „SafeErase“ von „O & O“ kaufen. Es löscht Festplatten, Speichersticks und auch moderne SSD-Platten.

Wenn man kein Hersteller-Tool findet, kann man das Linux-Programm „Parted Magic“ zum vollständigen Löschen benutzen. Laden Sie ein ISO-Image von http://partedmagic.com/doku.php?id=downloads herunter und brennen Sie das Image auf eine CD. Booten Sie von dieser CD. Unter „System Tool“ wählen Sie „Erase Disk“, dann „Internal: Secure Erase command writes zeroes to entire data area“. Wenn ein Fehler „... security state is set to frozen“ angezeigt wird, klicken Sie auf „Sleep“. Wecken Sie den PC wieder auf und versuchen Sie es mit „Erase Disk“ noch einmal.

Hybrid Hard Drive[Bearbeiten]

Ein besseres Verhältnis zwischen Preis und Kapazität haben Hybrid-Festplatten, auch „Hybrid Disk“ oder „Hybrid Hard Disk“ (HHD) oder Solid-State-Hybrid-Disk (SSHD) genannt. Es handelt sich dabei um die Kombination einer großen Magnetplatte mit einer kleineren SSD-Platte, wobei der SSD-Teil als Cache-Speicher für die Magnetplatte dient. Wenn der Cache groß genug ist und wenn die Cache-Algorithmen optimal funktionieren, hat man zwei Vorteile:

  • Das Hochfahren wird deutlich beschleunigt, sofern die beim vorhergehenden Hochfahren benutzten Dateien großenteils noch im SSD-Cache verblieben sind. Auch andere Routinevorgänge werden beschleunigt. Seagate gibt an, dass die dritte Generation der SSHD den PC um 30 % beschleunigt.
  • Wenn Sie wenig Daten erzeugen (z. B. wenn Sie einen längeren Text eintippen), werden die Daten zunächst in den Flash-Speicher geschrieben, während die Festplatte geparkt ist. Erst wenn dieser voll ist, läuft die Festplatte an, übernimmt die Daten und schaltet wieder ab. Das könnte die Batterielaufzeit verlängern. Allerdings erfordert das Anlaufen der Festplatte mehr Energie als der Dauerbetrieb, was den Vorteil relativiert. Wie oft aber tippen Sie einen langen Text? In praktisch relevanten Einsatzbedingungen sind die Vorteile gering, deshalb sind Notebooks mit diesen Festplatten noch selten.

Weil das Stromsparen in Notebooks wichtig ist und weil bei den langsamen 2,5" Festplatten ein Geschwindigkeitsgewinn besonders deutlich ist, wurden SSHD vor allem in Notebooks verwendet.

Wenn es klappen würde, dass die Festplatte die meiste Zeit stillsteht, wäre die Stromersparnis und der Gewinn an Geschwindigkeit beträchtlich. Allerdings war bei den Hybrid Disk der ersten Generation (2008) der Flash-Speicher mit meist 256kB noch zu klein. Wenn die von Windows und der Anwendung ständig benötigte Datenmenge nicht vollständig in den Puffer hineinpasst, kann der Antrieb nicht ausgeschaltet werden und die erwarteten Vorteile traten nicht ein.

Bei den ersten Generationen von SSHD war der SSD-Teil noch zu klein und die Cache-Algorithmen waren nicht ausgereift. Seitdem sind Flash-Chips billiger geworden. Seagate hat einen weiteren Anlauf gestartet und produziert eine neue Generation Hybrid-Festplatten: Der Flash-Speicher ist 8 GB groß, die Magnetplatte hat 1, 2 oder 4 TB Kapazität. Auch ein Cache von 64 MB ist vorhanden. Der Flash-Speicher wird von einem „Adaptive Memory“-Chip verwaltet. Der Chip lernt, welche Dateien häufig benötigt werden und hält diese in den Speicherchips vorrätig. Das beschleunigt Lesevorgänge ungemein. Adaptive Memory funktioniert ohne Treiber und unabhängig vom Betriebssystem. Nun wird ein Gewinn an Geschwindigkeit zwischen 5% und 33% erreicht. [2]

Diese SSHDs sind nur etwa 10 bis 20 € teurer als normale Festplatten und bringen einen kräftigen Geschwindigkeitsschub. Wenn das Notebook nur Platz für eine einzige Festplatte hat, ist eine SSHD eine gute Wahl. Wer die maximale Geschwindigkeit will, benutzt eine SSD für das Betriebssystem und eine große Magnetfestplatte für Datenmassen. Doch das ist deutlich teurer.

Das neue M.2 Interface[Bearbeiten]

Die modernsten SSD-Festplatten können Daten mit 6 Gbit/s liefern und lasten damit bereits heute das SATA-6Gb/s-Interface voll aus. Deshalb gibt es gegenwärtig drei Lösungen für höhere Geschwindigkeiten.

  • Die Flash-Speicherchips werden auf eine PCI-Express-Karte montiert. In der aktuellen PCIe Version 3.0 kann eine PCIe x16 Schnittstelle (wie sie z. B. für Grafikkarten genutzt wird) 15,7 GByte/s pro Richtung transportieren, während modernste SSD eine Leseleistung von 550 MByte/s erreichen. Ein PCIe x4 Steckplatz bewältigt 3,9 GByte/s, sogar PCIe x1 wäre schnell genug.
  • Die Konzepte von SATA und PCIe sind sehr ähnlich. So wie man mehrere PCIe-Lanes parallel betreiben kann, ist das auch für SATA möglich. Ein „SATA Express“ Anschluss bündelt die Leistung von zwei SATA Anschlüssen mit je 6 Gbit/s. Die resultierenden 1,2 GByte/s sind etwas mehr als doppelt so viel wie die Leseleistung von üblichen SSD.
  • Ein neuer Standard M.2 für interne Erweiterungskarten (früher als Next Generation Form Factor bezeichnet) ist für Massenspeicher und andere Steckkarten konzipiert. Solche M.2 Anschlüsse sind auf vielen Hauptplatinen und in vielen Notebooks verfügbar. Aktuelle M.2 SSD, z.B. die „Samsung 970 EVO“ lesen 3300 MB/s.

SSD-Speicher mit M.2-Interface kommen ohne Gehäuse aus. Das ist einen Vorteil besonders für Notebooks: Es wird wenig Platz gebraucht, um einen SSD-Speicher unterzubringen. Der voluminöse Einbauschacht für eine herkömmliche 2,5" Festplatte kann eingespart werden oder er wird für eine zweite Festplatte genutzt.

Es gibt zwei Arten M.2-Steckplätze (Slots) auf der Hauptplatine. Jeder Steckplatz bietet ein SATA-Express-Interface (6 Gbit/s) und zusätzlich einige PCIe Lanes (Kanäle): M.2 Typ B hat 2 PCIe-Kanäle, Typ M hat 4 Kanäle. Der Hersteller eines M.2 Speichers kann wählen, welche Anschlüsse er nutzen will: SATA oder PCIe x2 oder PCIe x4. In der Version 3.0 kann PCIe x4 (theoretisch) 32 Gbit/s übertragen, PCIe x2 immerhin 16 Gbit/s. SATA mit 6 Gbit/s ist weit abgeschlagen. Mit einem Mehrkanal-SSD-Controller kann die Bandbreite (die Übertragungskapazität) von 32 Gbit/s tatsächlich ausgenutzt werden.

Allerdings sind die verfügbaren Produkte noch nicht ganz ausgereift. Es wäre toll, eine schnelle SSD-Platte an ein M.2 Interface direkt auf der Hauptplatine anzustecken − doch prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Hauptplatine imstande ist, von der gewünschten M.2-SSD zu booten.



Quellen

  1. Praktisch relevanter Datendurchsatz, PC-Welt 11/2009 http://www.pcwelt.de/start/computer/festplatte_storage/tests/197506/die_besten_ssd_festplatten_im_test/
  2. Geschwindigkeit von Hybrid-HDD im Vergleich http://www.channelpartner.de/_misc/galleries/detail.cfm?galleryid=31824&imageid=397392