Der Dresdner Missions-Hilfsverein: Detlev Carl Wilhelm Baumgarten-Crusius

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Kapitel aus dem Abschnitt Die Gründer des Dresdner Missions-Hilfsvereins aus dem Buch Der Dresdner Missions-Hilfsverein aus der Buchreihe Geschichte des Lutherischen Weltbundes

Einleitung[Bearbeiten]

Der damalige Conrector der Dresdner Kreuzschule Detlev Carl Wilhelm Baumgarten-Crusius gehörte am Montag, den 16. August 1819 zu den sieben Gründern des Dresdner Missions-Hülfsvereins, welche sich beim Magister Gustav Ernst Christian Leonhardi, Diaconus an der Kreuzkirche Dresden, in dessen Amtswohnung hinter der Kreuzkirche 545 zu diesem Zwecke trafen. Er wohnte wie sein Rector Christian August Ernst Gröbel im Schulgebäude der Kreuzschule.[1]

An der Kreuzschule hatte es erst gut zwei Jahre zuvor einschneidende Veränderungen gegeben. Nach dem Tod des langjährigen Rectors Christian Heinrich Paufler am 1. Oktober 1816 wurde dessen damaliger Conrector Christian August Ernst Gröbel am 10. Oktober 1816 zum Nachfolger berufen und am 18. November 1816 feierlich in das Amt eingeführt.

Ende 1816 bewarb sich Crusius um das erledigte Conrectorat an der Kreuzschule in Dresden. Er wurde daraufhin im Januar 1817 angestellt und trug zusammen mit Gröbel eine umfassende Schulreform von der Lateinschule hin zu einem Gymnasium, welche im Februar 1817 umgesetzt wurde und Anfang 1819 zu einer Anerkennung der neuen Schulform durch den Stadtrath führte. Mitten in diesem Prozeß reichte der Kreuzkantor und spätere Thomaskantor Christian Theodor Weinling am 22. September 1817 sein Entlassungsgesuch ein. Zum neuen Kreuzkantor wurde nach einer Probe im Februar 1818 Friedrich Christian Hermann Uber zum Cantor gewählt und am 9. März 1818 bestätigt.

Die Familie Baumgarten-Crusius[Bearbeiten]

Detlev Karl Wilhelm Baumgarten-Crusius wurde am 24. Januar 1786 in Dresden geboren. Sein Vater Gottlob August Baumgarten-Crusius war zu diesem Zeitpunkt Prediger an der Kreuzkirche zu Dresden, seine Mutter Charlotte Sophia war eine geborene Löwe.

Als Sohn eines ehemaligen Predigers der Kreuzkirche und eines späteren Superintendenten (von Merseburg) hatte seine Bewerbung als Conrector der Kreuzschule von vornherein erhebliche Aussicht auf Erfolg und wurde auch wie erwartet angenommen. Er gehörte mindestens der vierten Generation Baumgarten an, welche als Schulmänner oder Pastoren tätig waren. Schon sein Urgroßvater bekleidete das Amt eines Rectors (der Schule von Mittweida).

Der Großvater[Bearbeiten]

Der Großvater Gottlob August Baumgarten wurde am 1. April 1752 als jüngstes von vier Kindern in Penig geboren. Dessen Vater Johann Christian Baumgarten war Schulmann und Cantor in diesem kleinen Städtchen und hatte dieses Amt schon zuvor in Geringswalde bekleidet. Er war verheiratet mit Sophie Elisabeth geb. am Ende, Tochter des Predigers zu Mahlis bei Hubertusburg.

Der Urgroßvater Johann Christian Baumgarten wurde 1758 zum Rector der Schule Mittweida berufen, verstarb aber bereits 1759. Eine Tochter war ihm im Tod bereits vorangegangen, eine andere Tochte vermählte sich mit dem Königlich-Sächsischen[2] Hofrath und Oberpostamtsrath Boxberg in Leipzig.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Adresse 1819: Carl Glieb. Detl. Baumgarten, gen. Crusius, Conrector, ebend. (d.h. in dem Schulgeb. - An der Kreuzschule.) + Rector: Hr. Christian Ernst Aug. Gröbel (In dem Schulgeb.); Dresdner Adressbuch 1820, S. 110 Schulen. ... An der Kreuzschule. Hr. Christian Aug. Ernst Gröbel, Rector in dem Schulgeb. - C. Glieb. Detl. Baumgarten, gen. Crusius, Conrector, ebend.
  2. Königlich-Sächsisch meint hier nicht den König von Sachsen (den gab es erst ab 1806), sondern den König von Polen und Kurfürsten von Sachsen Friedrich August II.