Der Dresdner Missions-Hilfsverein

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nuvola apps bookcase 1.svg Band 1 des Werkes Geschichte des Lutherischen Weltbundes

10% fertig „Der Dresdner Missions-Hilfsverein“ ist nach Einschätzung seiner Autoren zu 10% fertig

Inhaltsverzeichnis

Einleitung[Bearbeiten]

Kreuzkirche 1796

Auf Einladung des Magisters Gustav Ernst Christian Leonhardi[1], Diakon an der Kreuzkirche Dresden[2], fanden sich in dessen Amtswohnung hinter der Kreuzkirche 545[3] am Montag, den 16. August 1819[4], sechs weitere christliche Freunde[5] ein. Diese sieben Männer riefen bei dieser Zusammenkunft den Dresdner Missions-Hülfsverein ins Leben. Anfänglich dafür gedacht, insbesondere das ökumenisch ausgerichtete Basler Missionswerk zu unterstützen, war zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar, dass es siebzehn Jahre später infolge theologischer Differenzen zu einem eigenen lutherisch orientierten Dresdner Missionswerk kommen würde, dem Impulsgeber für die Entwicklung hin zum Lutherischen Weltbund.

Der damals dreißigjährige Gustav Ernst Christian Leonhardi war als Diakonus ab 1814 an der Dresdner Annenkirche und ab 1817 an der Kreuzkirche tätig. Seinerzeit vertraten nur Martin Stephan[6] und er als einzige Dresdner Geistliche ein orthodoxes Luthertum auch von der Kanzel. Darüber hinaus predigte er regelmäßig über die Heidenmission. Beides prädestinierte ihn zum Spiritus rector der lutherischen Missionsbewegung.[7]

Kreuzkirche 1839

Gustav Ernst Christian Leonhardi war zu diesem Zeitpunkt Nachmittagsprediger an der Kreuzkirche, Frühprediger war sein Kollege Diakon Magister Lebrecht Sieg. Jaspis[8], Mittwochsprediger der Archidiakon Magister Elias Fr. Poege[9], Freytagsprediger der Diakon Magister Ch. Gottl. Gueldemann[10] und Stadtprediger der Magister J. Fr. H. Cramer[11]. Superintendent war Ober-Consistorialrath Dr. Carl Christian Tittmann[12]. Damit waren an der Kreuzkirche seinerzeit sechs Theologen als Prediger tätig. In der Dresdner Altstadt gab es des Weiteren Gottesdienste an der Frauenkirche und in der Sophienkirche. Pastor An der Kirche zu Neustadt war Moritz Ferdinand Schmalz.

Martin Stephan (1777 bis 1846)

Martin Stephan predigte an der Johanniskirche (böhmische Gemeinde) und wohnte in der Pirnaischen Vorstadt in der Pirnaischen Gasse 232. Weitere vorstädtische Gottesdiente gab es An der Waisenhauskirche (Prediger J. Christ. Baupel), An der Annenkirche (Pastor Magister Carl Friedrich Axt), Am Stadtkrankenhause (Prediger Joh. Andreas Fruehauf), An der Ehrlichen Armen=Schulanstalt (Prediger Franz Theodor Ghold Zscheile) und An der Kirche zu Friedrichsstadt (Pastor Magister Leb. Sam. Ben. Vogel).

Martin Stephan war seit 1793 Mitglied der 1780 aus dem Geist des Halleschen Pietismus entstanden Deutsche Christentumsgesellschaft. Nach seinem theologischen Studium von 1803 bis 1809 in Halle nahm er eine Pfarrstelle im böhmischen Haber (Habřina) an. Schon 1810 wurde er zum Prediger der böhmischen Exulanten-Gemeinde in Dresden berufen, welche ihre Gottesdienste vor den Toren der Stadt in der Johanniskirche feierten. 1819 übte Martin Stephan die Funktion des Geistlichen Leiters der Sächsischen Particular-Gesellschaft der Deutschen Christentumsgesellschaft in Dresden aus. Sekretär der Gesellschaft war Christian Gottlieb Blumhardt, 1815 Mitbegründer der Basler Mission.

1819 beherrschte der Theologischen Rationalismus die lutherische Landeskirche Sachsen. Im Dresdner Missions-Hülfsverein sammelten sich wie auch in der Dresdner Bibelgesellschaft führende Vertreter der pietistisch geprägten Frömmigkeit, stellten sich gegen diese rationalistische Tendenz und beförderten Einrichtungen der kirchlichen Erneuerung im pietistischen Sinne.

Aufklärungstheologe Johann August Ernesti

Der damalige Dresdner Superintendent Karl Christian Tittmann (1744 bis 1820) war allerdings theologisch in der Zeit der Aufklärung verankert, so dass diesen Erneuerungsbestrebungen von Anfang an enge Grenzen gezogen waren. Geprägt durch seinen Lehrer und Förderer, den Aufklärungstheologen Johann August Ernesti (1707 bis 1781), gestaltete er ab 1797 Gesangbücher und Gebetbücher bis hin zur dann Neuen Sächsischen Kirchenagende in seinem Sinne um.[13] Auch in seinen theologischen Traktaten war Karl Christian Tittmann von Johann August Ernesti geprägt, dessen theologische Arbeiten der Neologie zugeordnet werden. So veröffentlichte er 1783 seine Christliche Moral, welche 1785 und nochmals 1794 neu aufgelegt wurden. In der Neologie wurde das Christentum vorrangig ethisch akzentuiert, die Inspirationslehre allerdings durch eine historisch-kritische Betrachtungsweise der Bibel ersetzt.

Die böhmische Gemeinde Dresden[Bearbeiten]

Die Anfänge nach der Schlacht am Weißen Berg 1620[Bearbeiten]

bereits 1619 gab Johann Georg I. administrative Regelungen an den Magistrat der Stadt die Aufnahme Fremder betreffend vor, insbesondere derer aus den böhmischen Ländern (1618: Ständeaufstand) - der Zuzug sollte so weit wie möglich unterbunden werden

  • aus diplomatischen Erwägungen gegenüber dem Kaiser
  • aus Sicherheitsbedenken für die wichtigste sächsische Festung Dresden

dennoch ließen sich böhmische Auswanderer in Dresden nieder, es lockten

  • die relative Nähe zur Heimat
  • die gute Verkehrslage an der Elbe und Teplicer Straße
  • die Schutz versprechende Festung in dieser unsicheren Zeit
  • die guten wirtschaftlichen Bedingungen
  • die Anwesenheit des Hofes


nach der w:Schlacht am Weißen Berg am 8. November 1620 bei Prag begann in Böhmen und Mähren die Epoche des temno, die Zeit der Dunkelheit, des Absolutismus und der Rekatholisierung - jeder, der nicht konvertierte, musste auswandern (weil das die meisten nicht konnten, gab es masssenhafte Zwangskonversionen) - w:Ferdinand II. (HRR) vertrieb mindestens 30.000 protestantische Familien (bei einer hohen Dunkelziffer) und zog 650 adelige Güter als Reparationen ein, die er zur Tilgung seiner Schulden an seine katholischen Gläubiger verteilte

am 16. Dezember 1620 beschwerte sich der Kurfürst schriftlich beim Kommandanten der Stadtwache, dass entgegen seinen Befehlen noch immer Fremde in die Stadt gelassen würden[14]

am 1. März 1623 durften Fremde nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung des Kurfürsten in Dresden aufgenommen werden - zwischen 1623 und 1637 entstanden mindestens sieben Fremdenverzeichnisse - 1623 gab es 25 fremde Haushalte mit knapp 70 Personen, zum Höhepunkt der Einwanderung 1636 dann schon 173 Exulantenhaushalte mit 683 Personen (dabei ein Drittel Adlige)

auch eine am 3. Februar 1629 erlassenen kurfürstliche Verordnung, jeder habe 20 Taler Strafe pro beim Stadtrat unangemeldete Person zu zahlen, fruchtete nicht viel

hierdurch war auch die Zahl der böhmischen Exulanten in Dresden so stark gewachsen, dass die Zentralbehörden der Stadt es als ein Problem bemerkten, die Zuwanderer in das Kirchensystem der Stadt zu integrieren

  • deutschsprachige Exulanten wurden nun in bestehende Kirchengemeinden integriert
  • die wenigen tschechischsprachigen Exulanten in Dresden konnten aber dem Gottesdienst nicht folgen

seit den 1620er-Jahren gab es andernorts inoffizielle böhmische Privatgottesdienste, so im grenznahen Zittau; in Dresden waren sie aufgrund der Ablehnung der kursächsischen Zentralbehörden allerdings verboten

aus Angst vor Calvinisten und anderen Sektierern wurde jeder Exulant auf seine lutherische Konfession hin zu überprüft

1624 wurde der Katholizismus zur einzigen erlaubten Konfession in Böhmen proklamiert, ein Großteil des protestantischen Adels und des wohlhabenden Bürgertums wanderte daraufhin aus, etwa ein Viertel des Adels verließ das Land, etwa die Hälfte des Grundbesitzes wechselte nach 1620 den Besitzer, ab 1627 infolge der Verneuerten Landesordnung

hierdurch erfolgte ein großer Zustrom tschechischsprachiger Exulanten in das grenznahe Pirna Mitte der 1620er-Jahre

  • 1628 äußerten diese eine Bitte, Gottesdienste in ihrer Muttersprache besuchen zu können
  • daraufhin forderte Kurfürst Johann Georg I. Landesregierung und Oberkonsistorium zu einer Stellungnahme auf, „wie den fremdsprachigen Exulanten gegenüber die notwendige geistliche Fürsorge und Kontrolle zu gewährleisten wäre“.[15]

ab 1628 durften böhmische Gottesdienste in Pirna abgehalten werden, weswegen sich fremdsprachige Exulanten aus Dresden ab dieser Zeit zum Gottesdienst nach Pirna begaben

nachdem 1635 Sachsen zu den Kaiserlichen übergegangen war, mussten 1636/37 die Exulanten das kostspielige Bürgerrecht erwerben oder die Schutzverwandtschaft annehmen und sich gegenüber dem Kurfürsten (ab 1642 gegenüber dem Rat) durch Eid verpflichten - die allermeisten Exulanten erwarben das Bürgerrecht

Pirna wurde im Mai 1639 durch die Schweden geplündert, selbst die protestantische böhmische Gemeinschaft wurde von den vorgeblich ebenfalls protestantischen Schweden zerschlagen

daraufhin siedelten zahlreiche tschechischsprachigen Exulanten nach Dresden über

jetzt erst genehmigte Johann Georg I. den Exulanten im Jahr 1639 eine Sonntagsfeier, böhmische Gottesdienste waren jedoch weiterhin untersagt

erst Anfang der 1640er-Jahre durften dann auch böhmische Hausgottesdienste abgehalten werden

1649 verstarb der böhmische Prediger Matthias Georgines, im August baten die böhmischen Exulanten um die Neubesetzung der Stelle und um die Erlaubnis, öffentliche Gottesdienste in der Johanniskirche abhalten zu dürfen - der Kurfürst lehnte die Bitte ab

in dieser Zeit kam allerdings durch die forcierte Rekatholisierung in Böhmen eine erneute Flüchtlingswelle nach Sachsen und speziell Dresden, weswegen das Gesuch der Exulanten auch vom Rat der Stadt unterstützt

In der Johanniskirche ab 1650[Bearbeiten]

am 8. April 1650 genehmigte Kurfürst Johann Georg I. die Nutzung der Johanniskirche durch die böhmischen Exulanten - der erste böhmische Gottesdienst fand am 11. April 1650 statt

die Johanniskirche lag auf dem Johannisfriedhof vor dem Pirnaischen Tor gegenüber dem Salomonisberg (später Bastion Jupiter) - sie war 1575 als Friedhofskapelle für den neuen notwendig gewordenen Friedhof vor den Toren der Stadt geweiht und nur für Begräbnisse benutzt worden

das Pirnaische Tor war 1590/91 im Renaissancestil als Ersatz von Frauentor und Kreuzpforte neu errichtet worden, unmittelbar vor dem Tor verlief der wassergefüllte Stadtgraben, über den eine Brücke führte

1684 wurde in die Johanniskirche eine Orgel von Johann Christoph Gräbner eingebaut

es gab zwei Chöre je für den deutschen und den böhmischen Gottesdienst zwei Chöre

ab 1694 war der Prediger der böhmischen Exulanten auch für die deutschsprachigen Predigten der Gemeinde zuständig

Hans August Nienborg: Plan der Pirnaischen Vorstadt 1706

Hans August Nienborg: Grundriß und Außenansicht des Johannisfriedhofes 1706

Die böhmische Gemeinde nach 1721[Bearbeiten]

1721 kam Zinzendorf nach Dresden

1722 wurde unter Anleitung des Land- und Grenzkommissars Adam Friedrich Zürner vor dem Pirnaischen Tor am Beginn der Dresden-Teplitzer Poststraße eine wappengeschmückte kursächsische Postmeilensäule aus Postelwitzer Sandstein aufgestellt (nicht mehr existent)

zu 1723 und 1724 finden sich im Ratsarchiv noch Akten über "Die denen Irrthümern deren sogenannten Separatisten und Böhmisten zugetanen Personen"[16]

  • von Halle aus gelangten ab 1709 über die schlesische Gnadenkirche Teschen pietistische Einflüsse auch nach Böhmen
  • die streng lutherisch-orthodoxen Gottesdienste entsprachen natürlich nicht den Vorstellungen pietistisch eingestellter Exulanten - sie mieden daher diese Gottesdienste und hielten Konventikel ab

1726 bis 1743 (in der Zeit des Baus der Bährschen Frauenkirche) wurden die hier seit 1720 in der Frauenkirche stattfindenden Predigerkollegs in die Johanniskirche verlegt

1732 wurde eine "Acta judicialia" angelegt: Die von denen Vorstehern bei der Böhmischen Gemeinde allhier wider einige Exulanten wegen eingeführter Liberdaischer Irrtümern und gehaltener Conventiculorum getane Anzeige und darauf geschehne Untersuchung betr."[17]

Migration und kirchliche Praxis

bei der Besetzung Dresdens durch preußische Truppen im Jahre 1760 wurde auch das Pirnaische Tor beschädigt und unter anderem das 1593 vom Barockbildhauer Andreas Walther III geschaffene lebensgroße Reiterstandbild des sächsischen Kurfürsten Christian I. zerstört

Die neue böhmische Kirche 1795[Bearbeiten]

Im Jahr 1835 wurden die vier östlich der Altstadt gelegenen Vorortgemeinden Fischer-Gemeinde, Rampische, Pirnische sowie Borngasser Gemeinde – jeweils benannt nach der durch sie hindurchführenden Straße – zur Pirnaischen Vorstadt zusammengefasst. Seit 1877 bildet der östliche Teil der Pirnaischen Vorstadt den eigenständigen Stadtteil Johannstadt.

1820 wurden hier im Zuge der Entfestigung die Stadtmauern geschleift und 1820/21 das Pirnaische Tor abgerissen (abgetragen), so dass nordwestlich von Johanniskirche und Friedhof der Pirnaische Platz entstand (von Gottlob Friedrich Thormeyer geplant und angelegt)

das Kirchgelände war zu dieser Zeit von Johannis-Gasse, Kleiner Borngasse, Langer Gasse und Pirnaischer Gasse umschlossen, südlich befand sich die Bürgerwiese.


1986 wurde die Stelle des Exulantenpfarrers nicht mehr besetzt, zum 31. Dezember 1999 hob das Evangelisch-Lutherische Landeskirchenamt Sachsen die "Gemeinde böhmischer Exulanten in Dresden" auf

  • Kirchenvorstand der Ev. Luth. Johanneskirchgemeinde Dresden-Johannstadt-Striesen (Hrsg.): Um Gottes Wort vertrieben. 350 Jahre Evangelisch-Lutherische Gemeinde böhmischer Exulanten in Dresden. Dresden 2000

Erlöserkirche

w:Erlöserkirche (Dresden)

w:Benutzer:Methodios/Lingner Altstadtgarten (Vorgeschichte)

Die böhmische Gemeinde Dresden 1819[Bearbeiten]

Die Brüdergemeine Dresden[Bearbeiten]

Nicht nur das Sächsische Missionswerk und damit der Lutherische Weltbund hatte in Dresden seinen Ursprung, sondern auch die Brüdergemeine ist hier 1721 im Hause von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf entstanden. Der missionarische Impuls entwickelte sich in Dresden vor allem aus der Brüdergemeine heraus.

Die Versammlung am 16. August 1819 war durch die damalige Tageslosung der Brüdergemeine inspiriert worden. Zu den sechs christlichen Freunden, welche sich bei dem Diakon Leonhardi einfanden, gehörten die beiden Leiter der Brüdergemeine, der Lederhändler Christian Jacob Götz und der Weinhändler Johann Traugott Löschke. Auch der ebenfalls an der Versammlung teilnehmende Vorsteher der Deutschen Christentumsgesellschaft in Dresden, der Buchdrucker Burghart, war Mitglied der Brüdergemeine und mit Götz und Löschke eng befreundet. In der Brüdergemeine Dresden war der Missionsgedanke schon seit Jahren intensiv gepflegt worden, die Nachrichten aus der Mission gehörten zum Inhalt vieler Versammlungen.

Nikolaus Ludwig von Zinzendorf[Bearbeiten]

Nikolaus Ludwig von Zinzendorf wurde am Mittwoch, den 26. Mai 1700 Abends gegen sechs Uhr als Sohn des damals 38jährigen Georg Ludwig Graf von Zinzendorf und Pottendorf[18] und der damals 25jährigen Charlotte Justine von Gersdorff[19] in Dresden geboren. Niemand vermochte zu diesem Zeitpunkt auch nur zu ahnen, dass sich hierdurch Dresden zur Keimstatt sowohl der Brüdergemeine als auch des Lutherischen Weltbundes entwickeln würde.

Taufpaten von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf waren die Kurfürstinnen von Sachsen und von der Pfalz sowie der Begründer des Pietismus, Philipp Jacob Spener. Hierdurch war allerdings zumindest der geistige Same dafür gelegt, dass sich Nikolaus Ludwig von Zinzendorf einmal zu einem bedeutenden Geistlichen entwickeln werden könne.

Philipp Jacob Spener bekleidete damals zwar seit 1691 das Amt des Propstes und Konsistorialrates an der Berliner St. Nikolai-Kirche, hatte aber als Oberhofprediger in Dresden von 1686 bis zu seiner Berufung nach Berlin eines der angesehensten Ämter im damaligen deutschen Luthertum inne. Nur aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit seinem Landesherrn, dem Kurfürsten Johann Georg III. von Sachsen (Juni 1647 bis September 1691)[20], nahm er die Berufung nach Berlin an, wo er auch bis zu seinem Tode 1705 blieb.

Auch noch neun Jahre nach seinem Wegzug aus Dresden pflegte Philipp Jacob Spener freundschaftliche Beziehungen zu den dortigen Gleichgesinnten. Zu ihnen gehörte die damals 52jährige Henriette Catharina von Gersdorff[21], die Großmutter mütterlicherseits von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. Henriette Catharina von Gersdorff wohnte mit ihrem Mann Nicolaus Freiherrn von Gersdorff überwiegend in Dresden und gewann durch die Stellung ihres Mannes als Gesandter der Kurfürsten und Landvogt der Oberlausitz auf die Staats- und Kirchenangelegenheiten einen nicht unbedeutenden Einfluß. In der Auseinandersetzung der kirchlichen Orthodoxie mit den Pietisten stand sie stets auf der Seite der Letzteren, weil sie zu einem philadelphischen Christentum gefunden hatte. So förderte sie beispielsweise mit ihrem Vermögen die von Spener angeregte Übersetzung der Bibel ins Sorbische.[22] Sie verfasste auch zu ihrer Zeit viel beachtete deutsche wie auch lateinische Gedichte[23]. Henriette Catharina und Nicolaus Freiherr von Gersdorff besuchten nicht nur Speners Gottesdienste und Katechismusunterweisungen, sondern unterstützten auch nachhaltig die pietistische Reformbewegung, so dass sie zum engeren Kreis um Philipp Jakob Spener gerechnet werden können. Spener ließ sich deswegen von Henriette Catharina von Gersdorff als Taufpate ihres Enkels Nikolaus Ludwig von Zinzendorf gewinnen.

1721: Zinzendorf in Dresden[Bearbeiten]

Graf Zinzendorf kam nach seinen Studien 1721 als Justizrat nach Dresden zurück und hielt religiöse Zusammenkünfte zunächst für seine Hausgenossen ab, verschloß aber keinem die Tür. Bald versammelten sich in seiner Wohnung 50 oder gar 100 mit Bibel und Gesangbuch versehene Personen. Ihr Gesang wurde von einem Diener auf dem Klavier begleitet. Bei jeder Versammlung legte Graf Zinzendorf eine Stelle aus der Bibel aus.

Am 30. Dezember 1726 kam ein kurfürstliches Verbot dieser Hausversammlung[24] Bald darauf quittierte Graf Zinzendorf seinen Dienst in Dresden und verließ die Stadt. Aber der einmal von ihm ausgestreute Same ging dennoch nicht unter. Es folgte ein intensiver persönlicher und schriftlicher Austausch zwischen Herrnhut und Dresden. Schließlich wurde etliche Mitglieder dieses ersten Hauskreises in die Brüdergemeine aufgenommen.

1739 versammelten sich die Geschwister im Hause des Geheimen Kriegsrats Wolf Abraham von Gersdorf. Es war die Zeit der Bedrängnis seitens der Obrigkeit, und dennoch wuchs die Zahl der Teilnehmer an seinen Betstunden binnen Jahresfrist von sechs Frauen und drei Männern auf bis zu 48 Personen.

Nachdem von Gersdorf Dresden verlassen hatte, fand die Gemeinschaft bei dem Schneidermeister Johann Georg Kühne zusammen, der sich daraufhin auch zu ihrem Führer und geistigen Fürsprecher entwickelte. Die Sonntagsandachten wurden ganz bewußt erst am Nachmittag vier Uhr durchgeführt - lange nach beendetem Gottesdienste. Hierbei wurde auch die in der Kirche gehörten Predigt wiederholt und das Sonntagsevangelium durch Parallelstellen aus der Bibel tiefer gehend erläutert. Zinzendorfs Lieder sang man nicht nur am Sonntag, sondern auch bei weiteren Zusammenkünften Montags und Dienstags in der Dämmerung. Trotz aller Vorsicht und einem Bekenntnis zur lutherischen Kirche bekam Kühne Probleme mit der Stadtischen Komission, vor der er sich am 14. Mai 1741 verteidigen mußte. Am 28. August 1744 erging der letztinstanzliche Bescheid, dass er zu seinen Hausandachten familienfremde Personen nicht zulassen und die Heilige Schrift nicht nach eigenem Gutdünken auslegen dürfe.

Die Geschwister versammelten sich daraufhin in aller Stille bei ihrem Mitbruder Weiß und kurz darauf bei einem anderen Schneidermeister[25]. Erst die erlaubte Rückkehr Zinzendorfs nach Sachsen im Jahre 1747 beendete die Nachstellungen seitens der kirchlichen und staatlichen Behörden, worauf sich die Versammlung wieder so sehr vergrößert, dass sogar eine Sozietät in Dresden gebildet werden konnte.

Zinzendorf starb am 9. Mai 1760 in Herrnhut. Er mußte das Bombardement von Dresden und die Flucht vieler Geschwister von diesem Ort des Anfanges seiner Versammlungen nicht mehr miterleben.

Die Brüdergemeine Dresden nach 1760[Bearbeiten]

Infolge des Bombardements von Dresden 1760 zerstreute sich die Sozietät, viele siedelten sich am Hutberg an. Die Bleibenden schlossen sich um so enger zusammen, trafen sich fast allabendlich, lasen in der Bibel und in den Nachrichten aus der Brüdergemeine.

Zu den Brüdern zählten der angesehene Weinhändler Peyer und sein Geschäftsführer Friedrich Muster. Der Schuhmachermeister Götz stellte das Versammlungszimmer zur Verfügung. Die Zahl der Mitglieder stieg von 18 (1776) auf 76 (1795), welche meist aus einfachen bürgerlichen Verhältnissen stammten. Zu den Versammlungen kamen aber auch der Kammerrat Wagner, der Hofrat Demiani und die Baronin v. Fletcher. Selbst der hohe Adel nahm an der Brüdergemeine lebhaften Anteil, so die gräflichen Familien Einsiedel und Hohenthal. Auch einige Geistliche waren ihr freundschaftlich verbunden, so der Prediger der böhmischen Gemeinde, Petermann[26] und der Kandidat Slezak aus Ungarn, der an der böhmischen Schule unterrichtete.

1801 übertrug man dem Sohn des Schuhmachermeisters Götz, dem 40jährigen Lederhändler Götz, die Leitung der Sozietät. Dieser war von Kindesbeinen an in der Brüdergemeine aufgewachsen und bekleidete auch mehrere städtische Ehrenämter. Er konnte die Sozietät zu hoher Blüte führen, da der Rationalismus die Gotteshäuser der Landeskirche veröden ließ.[27] So baute er für die Zusammenkünfte einen Saal, der mindestens hundert Personen faßte. Aber selbst dieser große Bau reichte bald nicht mehr aus, so dass häufig der Vorsaal und die Treppe besetzt waren. Hier wurden damals dreimal wöchentlich des Abends Versammlungen statt. Sonntags war die Versammlung öffentlich, und so nahmen auch viele Fremde daran teil. Oft hörte man dabei Vorträge durchreisender Missionare. In der Woche hielt man mittwochs und freitags Versammlungen nur für die Mitglieder ab, wo insbesondere Nachrichten aus der Brüdergemeine und die herrnhutischen Missionsberichte gelesen wurden. Die Zahl der Mitglieder der Brüdergemeine betrug zu jener Zeit um die einhundert Personen.

Der Weinhändler Peyer[Bearbeiten]

Die Brüdergemeine Dresden 1819[Bearbeiten]

Weitere evangelische Gemeinden in Dresden 1819[Bearbeiten]

Herzog Heinrich der Fromme von Sachsen

Unmittelbar nach dem Tod von Georg dem Bärtigen am 17. April 1539 in Dresden führte dessen Nachfolger Heinrich der Fromme die Reformation auch im albertinischen Sachsen mit einer Feier am 25. Mai 1539 in Leipzig ein, an der Martin Luthers teilnahm. Dresden wurde so die Residenz des bedeutendsten protestantischen Landes, welches nach den Habsburgischen Ländern der mächtigste deutsche Staat war.

Die Frauenkirche[Bearbeiten]

Album von Dresden um 1850
Saxonia Museum für saechsische Vaterlandskunde 1835

Dresdens älteste Kirche unser lieben Frauen wurde 1539 zunächst geschlossen, die Altäre abgerissen, die Glocken eingeschmolzen und selbst der Kirchenschmuck an die Annaberger und späteren Dresdner Münzmeister verkauft. Einzig der Friedhof dient weiterhin als Begräbnisstätte, die leere Kirche nur noch als Lager. 1556 wurde in die unmittelbare Nähe der Kirche die dann einzige sächsische Münzstätte verlegt. Sämtliche Gottesdienste wurden ab 1539 in der Kreuzkirche abgehalten, bis die steigenden Besucherzahlen 1559 eine Wiedereröffnung der Frauenkirche notwendig machte, welche wieder wie vordem für die noch 26 nach Dresden eingepfarrten Dörfer zuständig wurde. Taufen fanden aber nach wie vor zunächst nur noch in der Kreuzkirche statt. Die Frauenkirchgemeinde reagierte mit einem Ausbau des Frauenkirchhofs, auf welchem ab 1565 dann 112 Erbbegräbnisstätten, sogenannte Schwibbögen, zur Verfügung standen und sehr begehrt waren. August der Starke befahl 1715 die Stillegung des Kirchhofs. Von 1726 bis 1743 wurde die barocke Frauenkirche erbaut. Schon 1820/21 mußte die Kirche außen erstmals saniert werden, wobei Pflanzen entfernt, das Mauerwerk neu verfugt und teilweise lose Steine gesichert wurden.

Die Kreuzkirche[Bearbeiten]

Die St.-Bartholomäus-Kirche[Bearbeiten]

Bartholomäus-Kirche

Die Bartholomäuskirche war die Spitalkirche des spätestens im 14. Jahrhundert gegründeten Leprosiums Sundersiechen vor dem Wilsdruffer Tor. Sie übernahm im Laufe der Zeit auch die Pfarrfunktion für die umliegenden Vorstädte und Dörfer und wurde auch Begräbnisstätte für diesen Bereich. Ende des 16. Jahrhunderts war sie derart überlastet, dass in der Nähe die Annenkirche gebaut werden musste.

Die Annenkirche[Bearbeiten]

Die Annenkirche entstand 1578 als der erste evangelische Kirchenneubau Dresdens.

Die Sophienkirche[Bearbeiten]

Die Waisenhauskirche[Bearbeiten]

Die Neustädter Kirche[Bearbeiten]

Evangelische Schulen in Dresden 1819[Bearbeiten]

Die Kreuzschule[Bearbeiten]

Die höhere Bürgerschule zu Neustadt[Bearbeiten]

Die Annenschule[Bearbeiten]

Das Schulmeister=Seminario zu Friedrichstadt[Bearbeiten]

Die Realschule zu Friedrichstadt[Bearbeiten]

Weitere evangelische Schulen 1819[Bearbeiten]

  • Unterrichts=Anstalt für Töchter mittlern und höhern Bürgerstandes
  • Die Blinden=Anstalt
  • (Institut der Julie Claß) Adresskalender 1799 Jgfr. Claßen, Christiane Soph. Charl., Pirn. Vst. Prin. G. N. 332.
  • Erziehungsanstalt Coudray
  • Die Haanische Schulanstalt für Söhne
  • Erziehungsanstalt Elisabeth Wizani

Weitere Schulen in Dresden 1819[Bearbeiten]

Das Freymaurer=Institut zu Friedrichstadt[Bearbeiten]

Katholische Hauptschule beim Zwinger[Bearbeiten]

Katholische Schule in Neustadt[Bearbeiten]

Katholischen Schule in Friedrichstadt[Bearbeiten]

Königlich Josephinisches Erziehungsinstitut[Bearbeiten]

Frau Maria Christiana Freifrau von Stecken, Vorsteherin des Josephinischen Stifts, Wilsdruffer Vorstadt, Große Plauener Gasse, im Stifte

Dresden 1819[Bearbeiten]

Königlich-Sächsischer Hof=Staat[Bearbeiten]

  • Die Ober=Chargen
  • Das Ober=Hof=Marschall=Amt
  • Die Königliche Hof=Wirthschaft
  • Die Ober=Kaemmerey
    • Die Bibliothek, Cabinetter und Gallerien
  • Die Akademie der bildenden Künste
  • Das Haus=Marschall=Amt
  • Die Kapelle
  • Kapelle und Kammermusik
    • Das italienische Hoftheater
    • Das deutsche Hoftheater
  • Das Ober=Stall=Amt
  • Die Königliche Hof=Jaegerey
  • Ihro Majestaet der Koeniginn Hof=Staat
  • Ihro Königl. Hoheit der Prinzessinn Maria Augusta Hof=Staat
  • Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Anton Hof=Staat
  • Sr. Kgl. Hoh. d. Pr. Anton Frauen Gemahlinn Kaiserl. Hoh. Hof=Staat
  • Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Maximilian Hof=Staat
  • Sr. Königl. Hoheiten der Prinzen Hof=Staat
  • Ihro Königl. Hoheit der Prinzessinn Maria Amalia Hof=Staat
  • Ihrer Königl. Hoheiten der Prinzessinnen Hof=Staat
  • Ihro Königl. Hoheit der Prinzessinn Maria Anna Hof=Staat
  • Ihro Königl. Hoheit der Prinzessinn Cunigunda Hof=Staat
  • Hinterlassene Hofstaaten

Königlich Sächsischer Civil=Staat[Bearbeiten]

  • Das geheime Cabinet
    • Cabinetsminister
    • Die Departments des geheimen Cabinets
    • Das Department der innern Angelegenheiten
    • Das Department der auswärtigen Verhältnisse
    • Die geheime Kriegs=Kanzelley der Militair=Commando=Sachen
  • Conferenz=Minister
  • Der geheime Rath
  • Das geheime Finanz=Collegium
  • Die Kriegs=Verwaltungs=Kammer
  • Die Landes=Regierung
    • Der Kanzler
    • Der Vicekanzler
  • Das Apellation=Gericht
  • Das Ober=Steuer Collegium
  • Die Ober=Rechnungs=Deputation
  • Das Ober=Consistorium
  • Das Hof=Ministerium
  • Die Landes=Oeconomie=Manufactur= u. Commerzien=Deputation
  • Die Commission z. Besorgung d. allg. Straf= u. Versorg.=Anstalten
  • Die Lotterie=Haupt=Expedition
  • Die Brand=Versicherungs Comission
  • Die Gesetz=Comission
  • Die Kammer=Credit=Cassen=Comission
  • Die Cassen=Billets=Comission
  • Die Landes=Comission
  • Die Friedens=Vollziehungs= und Auseinandersetzungs=Commission
  • Das Stadt=Polizey=Collegium
    • Die Paß=Expedition
    • Die Feuerlöschungs=Anstalten
    • Straßen=Beleuchtungs=Anstalt
  • Die Armen=Comission
    • Die Medicinal=Anstalten
  • Das Sanitäts=Collegium
  • Die chirurgisch=medizinische Akademie
  • Die oekonomische Gesellschaft im Königreiche Sachsen
  • Die Meißner Kreisdeputation
  • Das Civil Ober=Bauamt
  • Die Porzellan=Factorie zu Dresden

Der Königlich Sächsische Militair=Staat[Bearbeiten]

  • Der Königliche Generalstab
  • Der commandirende General der Armee
  • Das Kriegs=Gerichts=Departement
  • Das Gouvernement in Dresden
  • Das adeliche Cadetten=Corps
  • Die Militaer=Akademie
  • Das Ingenieur=Corps
  • Das Fuß=Artillerie=Regiment
  • Das Haupt=Zeughaus
  • Das Leib=Grenadier=Regiment
  • Das Linien=Infanterie=Regiment Prinz Friedrich August
  • Das Linien=Infanterie=Reserve=Bataillon
  • Das Ober=Militaer=Bauamt

Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe[Bearbeiten]

  • Vom Königlich Bayerschen Hofe

Friedrich Christian Johann Graf von Luxburg (* 20. Juni 1783 in Zweibrücken)[28] war Königlich-Bayerischer Kammerherr, 1803 Gesandter in der Schweiz, 1808 in Sankt Petersburg, 1810 in Paris, 1813 beim westfälischen Hof in Kassel und ging 1814 infolge des politischen Umbruchs in Europa in den einstweiligen Ruhestand. 1816 wurde er als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister am sächsischen Hof in Dresden wieder reaktiviert und wohnte dort hinter der Frauenkirche 5 A [29].

Graf von Luxburg heiratete in Dresden am 7. Januar 1819 Maria Anna Freiin von Gumppenberg-Pöttmes, Schwester des bayerischen Landtagsabgeordneten Wilhelm von Gumppenberg. Das Paar bezog das Haus Scheffelgasse[30] 155 unweit des damaligen Dresdner Rathauses am Altmarkt[31]. Zuvor logierte dort der Gesandte des Königlich Dänisches Hofes mit seiner Gemahlin. Am 2. Januar 1820 wurde die Tochter Caroline Maximiliane von Luxburg geboren.

  • Vom Königlich Dänischen Hofe
Der damalige Außenminister Dänemarks Niels Rosenkrantz (1757 bis 1824)
Bruststern und Kreuz des Dannebrogordens

Adressbuch 1799: Ahlefeld, von - Dänischer Gesandter - Dresden - Morizstraße 766

Der Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1817[32] verzeichnet noch keine Auswärtige Gesandtschaft am Königlich Sächsischen Hofe vom Königlich Dänischen Hofe, obgleich diese 1816 eingerichtet worden war. Dieser Adreß=Kalender dürfte bereits (Ende) 1816 in Druck gegangen sein, noch bevor die Nachricht einer neuen dänischen Gesandtschaft die Redaktion erreicht hatte. Ein Adreß-Kalender auf das Jahr 1818 ist nicht überliefert.

Die Königlich Dänische Gesandtschaft war dann 1818 (Adreß=Kalender auf das Jahr 1819) in der Scheffelgasse 155 zu finden, wo nach ihr die Königlich Bayersche Gesandschaft einzog (der bayersche Gesandte Friedrich Christian Johann Graf von Luxburg hatte am 7. Januar 1819 geehelicht und mußte sich räumlich verbessern). 1819 (Adreß=Kalender auf das Jahr 1820) logierte sie in der Moritzstraße 753, ab 1820 oder 1821 (Adreß-Kalender auf das Jahr 1822) bis mindestens 1826 (Adreß=Kalender auf das Jahr 1827) in der Moritzstraße 766.[33]

Seit 1816 war Mathias Friis von Irgens-Bergh[34] der Chargé d'affaires (Geschäftsträger)[35] der Königlich Dänischen Gesandtschaft am Sächsischen Hofe in Dresden. Im gleichen Jahr heiratete er in Kopenhagen Mathilde Therese Holsten (* 1793 in Kopenhagen)[36].

Mathias Friis von Irgens-Bergh wurde am 16. November 1786 in Ringebu im Fylke Oppland in Norwegen geboren. Norwegen gehörte damals seit 1380 zu Dänemark-Norwegen[37]. Seinen Doppelnamen erhielt er von seinen Eltern, dem Pfarrer von Tønsberg (und später von Ringsaker) Gerhard Gunnerus Bergh (1755–1834) und seiner Frau Pauline Birgitte Irgens (1766–1825). Nach einer Vorbereitung an der Christiania Kathedralskole (Kathedralschule von Christiana) bezog er 1807 als Teologiestudent die Universität Kopenhagen, wurde aber durch den damaligen dänischen Außenminister Niels Rosenkrantz[38], als dessen Kanzlist er neben seinem Studium tätig war, zu einem Fächerwechsel bewogen und studierte ab 1811 Jura. Niels Rosenkrantz nahm als Staatsminister der dänischen Delegation beim Wiener Kongress[39] den damals gerade 29jährigen von Irgens-Bergh als Mitarbeiter 1815 mit nach Wien, wo sich dieser hervorragend bewährte bewährte und dafür nicht nur den Dannebrogorden[40] erhielt, sondern auch den diplomatischen Rang eines legationssekretærs (Legationssekretär, auch ambassadesekretær = Gesandtschaftssekretär). Diese Beförderung ermöglichte es von Irgens-Bergh, im Jahr darauf einen Hausstand zu gründen und zum Geschaftsträger (Chargé d'affaires) der Königlich Dänischen Gesandtschaft am Königlich Sächsischen Hofe zu Dresden ernannt zu werden. Als Mitarbeiter der dänischen Delegation beim Wiener Kongress war er in Dresden kein Unbekannter, zumal sich insbesondere auch das Königreich Dänemark gegen die preußischen Hegemonialbestrebungen gestemmt und mit für den Erhalt des Königreiches Sachsen (wenigstens in verkleinerter Form) gewirkt hatte.

Als 1819 die Elbschiffahrtskommission[41] in Dresden ihre Arbeit aufnahm, gehörte Mathias Friis von Irgens-Bergh zu deren aktivsten Mitarbeitern. Er hatte wesentlichen Anteil an der Vertragsgestaltung der Elbschiffahrtsakte vom 21. Juni 1821. Dänemark war damals mit seinen Herzogtümern Holstein und Lauenburg Elbanrainer und zeigte großes Interesse daran, dass die für die Elbschifffahrt hinderlichen zahlreichen Elbzölle abgeschafft werden. Solche Zölle sind für Böhmen, Nisan und Meißen bereits für das 10. Jahrhundert belegt.

1820 entstand ein Aquarell von Johan Christian Clausen Dahl, welches Mathias Friis von Irgens-Bergh zeigt und heute in der Nasjonalgalleriet (Nationalgalerie) Oslo[42] aufbewahrt wird. Johan Christian Clausen Dahl wurde 1788 im norwegischen Bergen geboren, studierte ab 1811 an der Kunstakademie Kopenhagen und zog 1818 nach Dresden, wo er 1820 Mitglied und um 1823 (1824) Professor der Dresdner Kunstakademie wurde. 1823 bezog er Wohnung und Atelier im Haus von Caspar David Friedrich an der Elbe 33.[43] Bis zu seiner Vermählung im Jahre 1818 wohnte Caspar David Friedrich in sehr bescheidenen Verhältnissen an der Elbe 27[44]

Ein Ölgemälde von Mathias Friis von Irgens-Bergh befindet sich im Statens Museum for Kunst[45] in Kopenhagen und wurde durch Christian Albrecht Jensen[46] 1824 in Kopenhagen geschaffen, der sehr viele Persönlichkeiten des dänischen Goldenen Zeitalters[47] porträtierte. Eine Kopie fertigte der dänische Maler Carl Christian Andersen[48], der 1894 mit der Veröffentlichung dänischer Porträts in zehn (von geplanten zwölf) Bänden begann.

1828 entstand wohl im Zusammenhang mit dem Tod von Mathias Friis von Irgens-Bergh am 8. März 1828 in Dresden ein Stich von Edme Quenedey[49] in Paris. Dieser französische Porträtzeichner war ein früher Mitarbeiter von Gilles-Louis Chrétien, dem Erfinder des Physionotrace[50]. Solche Stiche werden als Vorläufer der Photographie betrachtet, denn von nur einer Platte waren theoretisch bis zu 2000 Drucke herstellbar. Dieser Stich von Mathias Friis von Irgens-Bergh fällt in die Endphase der Physionotrace und deren Innovation für die Produktion von Porträts in großen Stückzahlen.

  • Vom Königlich Englischen Hofe

Adresskalende 1797, S. 425 Große Klostergasse. Vom Marktplatze nach der Gegend am Jägerhofe zu, a) linker Hand. Nr. 214 [...] Nr. 215 [...] Nr. 216

Adresskalende 1797, S. 426 Nr. 217 (Zum Hirsch genannt.) [...] Nr. 218 [...] Nr. 219 [...] b) rechter Hand, nach dem Marktplatze zurück. A. Nr. 9 Hr. Hofrath Johann Christoph Adelung, Oberbibliothekar bey der kurfürstl. Bibliothek

Adresskalende 1797, S. 427 Nr. 222 [...] Nr. 223

Adresskalende 1797, S. 428 Nr. 224 Im Vordergebaeude. Im Hintergebaeude. Im Gartengebaeude. [...] Nr. 225 [...] Nr. 226 [...] Hugh Elliot, Esquire, Königl. Großbritann. Gesandteam kursächs. Hofe, (zieht Ostern nach Dresden in das Palais der Prinzessin Maria Durchl. im Zeughofe. An dessen Stelle zieht der kaiserl. königl. Gesandte, Gr. und Edler Hr. zu Elz=Kempenich.)

Adresskalende 1797, S. 429 [...] (Dieses und nachstehendes Haus besitzt Hr. Kammerherr von Langenau.) Nr. 227. Ihro Durchl. Fr. Herzoginn von Cumberland. Hr. von Gray, Legationssekretär bei der engl. Gesandtschaft. Die folgende Nr. 228 u.s.w.f. Marktplatz.


  • Vom Königlich Französischen Hofe
Marie-Charles-César-Florimond de Faÿ, comte de La Tour-Maubourg 1797
Just-Pons-Florimond de Faÿ, baron puis marquis de La Tour-Maubourg, als Gesandter des Königlich Französischen Hofes beim Heiligen Stuhl, Kirche San Luigi dei Francesi in Rom

Französischer Gesandter war 1819 der damals 37jährige Just-Pons-Florimond de Faÿ de La Tour-Maubourg, ältester Sohn von Charles-César de Faÿ de La Tour-Maubourg. Die Botschaft befand sich in der Südvorstadt in der Halben Gasse Nr. 388. Sie bestand des Weiteren aus dem Legationssekretär Edme de Chateau sowie dem Legationsattache Adolph de Bondy.[51]

Die Gesandtschaft des Königreiches Frankreich am Sächsischen Hof in Dresden blickt auf eine lange Tradition zurück. So war im Dezember 1746 Louis François Armand de Vignerot du Plessis de Richelieu als Gesandter nach Dresden geschickt worden, um für den Dauphin um die Hand der damals 15jährigen Prinzessin Maria Josepha von Sachsen[52] anzuhalten.[53] Louis François Armand de Vignerot du Plessis war als jüngster Großneffe des Kardinals Richelieu und Patenkind von Ludwig XIV. seit 1715 der 3. Herzog von Richelieu, 3. Herzog von Fronsac, Fürst von Mortagne, 3. Marquis du Pont-Courlay, Graf von Cosnac, Baron von Albret, Barbezieux, Coze und Saugeon sowie Pair von Frankreich und hatte schon von 1725 bis 1729 als Gesandter in Wien diplomatische Erfahrungen gesammelt. Er wurde von Antoine-Rene de Voyer d'Argenson, Marquis de Paulmi, begleitet, der dann von Dresden nach Berlin weiterreiste. Die Gesandtschaft wurde trotz der schwierigen politischen Großwetterlage ein voller Erfolg. Der polnische König und Kurfürst von Sachsen, Friedrich August, stimmte der Verbindung mit dem französischen Hof zu. Maria Josepha von Sachsen wurde die Mutter von Ludwig XVI., dem letzten König des Ancien Régime. Ab 1747 wurde daraufhin eine ständige Gesandtschaft in Warschau eingerichtet. Erster Gesandter des Königlich Französischen Hofes beim Königlich Polnischen Hof in Warschau Charles Hyacinthe de Galléan, Marquis des Issarts (geboren am 12. April 1716, gestorben am 18. August 1754 in Avignon), der 1751 als Gesandter nach Turin geschickt wurde.

Von 1801 bis 1805 war Alexandre-François de La Rochefoucauld[54] Gesandter des Königlich Französischen Hofes beim Kurfürstlich Sächsischen Hof in Dresden, ab dem 24. September 1815 dann Joseph Fouché, Herzog von Otranto, der nicht länger als drei Monate in Dresden wohnte. Joseph Fouché war der übermächtige Polizeiminister im französischen Kaiserreich und in der darauf folgenden Restauration[55]. Er wird 1816 abgelöst durch Édouard Dillon (1750-1839), den comte de Dillon. Er war mit Émilie Pocquet de Puilhery, einer vermögenden Kreolin aus Martinique, verheiratet. In Dresden verliebte sich der preußische König Friedrich Wilhelm III. in Dillons 1798 geborene Tochter Georgine. Diese lehnte aber den Antrag ab und heiratete am 25. Mai 1820 ungarischen Grafen Károlyi, verstarb aber schon 1827. Friedrich Wilhelm III., seit 1810 Witwer, lernte 1822 bei einer Kur im böhmischen Teplitz seine zweite Frau Auguste von Harrach (* 30. August 1800 in Dresden) kennen und heiratete sie heimlich am 9. November 1824.


Französische Botschafter in Sachsen

César-Florimond geboren in Dresden am 22. Juli 1820

  • gestorben in Paris am 25. Februar 1886
  • Marquise von La Tour-Maubourg
  • Offizier in Afrika
  • Abgeordneter von Haute-Loire (1852-1870)
  • Generalrat
  • Bürgermeister
  • Verwalter des Grand Central
  • Kammerherr von Napoleon III.
  • Offizier der Ehrenlegion
  • heiratete am 21. Juni 1849 in Paris Anne-Ève ​​Mortier von Treviso ( geboren am 31. Dezember 1829 - gestorben im Oktober 1900)

Dresdner Stadtteile 1819[Bearbeiten]

Die Residenzstadt Dresden ist in vier Viertel eingetheilt. Das erste Viertel faßt die eine Seite der Pfarrgasse, die Schreiber- See- Breite- Zahns- Weber- und Scheffelgasse, die eine Seite der Willßdruffergasse, und die am alten Markt, und an der Stadtmauer zwischen diesen Straßen liegenden Häuser, und also die Nr. 1 bis mit 219; das zweyte Viertel die zweyte Seite der Willßdruffergasse, die Schloß- große und kleine Brüdergasse, den Taschenberg, die Schösser- Rosmarin- Sporergasse, einen Theil der großen Frauengasse, den Jüdenhof, und die am alten Markt zwischen der Schloß- und der hroßen Frauengasse liegenden Häuser, also Nr. 220 bis mit 395.; das dritte Viertel den zweyten Theil der großen Frauengasse, die Lochgasse, kleine Frauen- kleine und große Kirchgasse, Nasse Gasse, die am Neumarkte zwischen der großen Frauen- und kleinen Kirchgasse liegenden Häuser, die kleine und große Frohn-, große und kleine Marktgasse, die am alten Markt zwischen der Lochgasse und Kreuzkirche, die an und hinter dieser liegenden Häuser, die Kreuz- und Schulgasse, die zweyte Seite der Pfarrgasse, die ander Frauenkirche zwischen der großen Fischergasse und dem Neumarkte, und die an diesem zwischen der Frauenkirche und der Augustusstraße liegenden Häuser, die Augustusstraße, die Töpfer- und kleine Fischergasse, und die Georgenstraße, und also die Nr. 396 bis mit 605; und das vierte Viertel , das am Eingang zum Klepperstalle zu liegende Haus, die Gegend am Klepperstalle, die große Fischergasse, die hinter und an der Frauenkirche zwischen der großen Fischer- der Salz- und Rampischen- und Pirnaischen Gasse liegenden Häuser, die Salz- Hinter- Rampische- kleine und große Schießgasse, die Pirnaische- und Friesengasse, die Morizstraße, und die am Neumarkt zwischen der Pirnaischen- und kleinen Kirchgasse liegenden Häuser, also Nr. 606 bis mit 768. Die Viertel sind durch die über jeder Nummer stehenden Buchstaben: A. B. C. D. bemerkt; A. bezeichnet das erste, B. das zweyte, C. das dritte und D. das vierte Viertel.[56]

Friedrichstadt ist durch die über die Weißeritz erbauete Bruecke mit Dresden verbunden. Man geht durch den Zwinger über die Zwingerbruecke, durch die Ostraallee, und ueber die Ostrabruecke dahin. Friedrichstadt steht ganz unter Amtsgerichtsbarkeit und hat I. Richter, 3. Gerichtsschoeppen, und 4. Viertelsmeister, und ist wie Dresden und Neustadt in vier Viertel eingetheilt. Das erste Viertel enthält die Brueckenstraße und einen Theil der Weißeritzstraße, nämlich Nr. 1. bis mit 50.; das zweyte Viertel den uebrigen Theil der Weißeritzstraße, die Badergasse und die Neue Gasse, und also die Nr. 51. bis mit 89.; das dritte Viertel die Prießnitzer Straße und einen Theil der Schaeferstraße, nämlich: Nr- 90. bis mit 133.; das vierte Viertle den uebrigen Theil der Schaeferstraße, die Vorwerkstraße, und den Marktplatz, und also die Nr. 134. bis mit 178. Die Namen der Straßen sind am Eckhause jeder Straße angeschrieben. Die Viertel sind ebenfalls, wie in Dresden und Neustadt, durch die ueber jeder Nummer stehenden Buchstaben: A. B. C. D. bemerkt; A. bezeichnet das erste, B. das zweyte, C. das dritte und D. das vierte Viertel.[57]

Dresdner Straßen 1819[Bearbeiten]

  • Alte Markt
  • Augustusstraße
  • Borngasse (gr.), Pir.Vst.
  • Breite Gasse, Neust.
  • Brückenstraße, Frdrst.
  • Brüdergasse, große
  • Brüdergasse, kleine
  • Elbe (a.d.), Pir.Vst.
  • Elbberg, Pir.Vst.
  • Festungsgraben, Sth.Vst.
  • Fischersdorf, Wil.Vst.
  • Frauengasse, große
  • Frauengasse, kleine
  • Frauenkirche, an der
  • Freiberger Schlag (außerhalb), Wil.Vst.
  • Hundsgasse, Wil.Vst.
  • Jägerhof, gr., Neust.
  • Jüdenteich (am), Sth.Vst.
  • Klostergasse (gr.), Neust.
  • Kohlmarkt, Neust.
  • Kreuzgasse
  • Kreuzkirche (hinter d.)
  • Lange Gasse, Pir.Vst.
  • Lochgasse
  • Marktplatz, Neust.
  • Meißner Gasse (gr.), Neust.
  • Meißner Gasse (kl.), Neust.
  • Mittelgasse, Wil.Vst.
  • Morizstraße
  • N.A.
  • Nachbarschaft, Wil.Vst.
  • Nasse Gasse
  • Neue Gasse, Pir.Vst.
  • Neumarkt
  • Obergraben, Neust.
  • Palaisplatz, Neust.
  • Pfarrgasse
  • Pfarrgasse, Neust.
  • Pirnaische Gasse
  • Pirnaische Gasse, Pir.Vst.
  • Plauische Gasse (gr.), Sth.Vst.
  • Plauische Gasse (kl.), Sth.Vst.
  • Poliergasse, Sth.Vst.
  • Prießnitzer Straße, Frdrst.
  • Rampische Gasse
  • Rampische Gasse, Pir.Vst.
  • Ränitzgasse, Neust.
  • Ritterstraße, Neust.
  • Roßmaringasse
  • Schäferstraße, Frdrst.
  • Schießgasse, Wil.Vst.
  • Schießgasse, große
  • Schießgasse, kleine
  • Schloßgasse
  • Schössergasse
  • Schreibergasse
  • See (am), Sth.Vst.
  • Seegasse
  • Viehweide, Wil.Vst.
  • Webergasse
  • Weißeritzstraße, Frdrst.
  • Willßdruffer Gasse
  • Zahnsgasse
  • Ziegelgasse, Pir.Vst.

Die Gründer des Dresdner Missions-Hilfsvereins[Bearbeiten]

Detlev Carl Wilhelm Baumgarten-Crusius[Bearbeiten]

Siehe Kapitel: Detlev Carl Wilhelm Baumgarten-Crusius

Chronik[Bearbeiten]

  • 1590: - Johann Georg I. (* 9. Mai 1567 in Harzgerode; † 24. Mai 1618 in Dessau), Fürst von Anhalt 1586 bis 1603, Fürst von Anhalt-Dessau 1603 bis 1618, verweist den Pastor Johann Arndt (geb. 1555 in Ballenstedt oder Edderitz; 1583 in Bernburg ordiniert; 1584 bis 1590 Pastor in Badeborn, Anhalt-Bernburg) des Landes, weil Arndt die Entwicklung hin zum Calvinismus nicht mittragen kann - Arndt geht nach Quedlinburg, wo er Pfarrer wird
  • 1599: - Johann Arndt Pfarrer in Braunschweig
  • 1605: - Von wahrem Christenthum, Buch 1, von Johann Arndt, erscheint in Frankfurt am Main
  • 1610: - Die Vier Bücher vom wahren Christentum von Johann Arndt erscheinen in Magdeburg
  • 1611: - Johann Arndt Generalsuperintendent in Celle
  • 1612: - Das Paradiesgärtlein voller christlicher Tugenden, wie solche zur Übung des wahren Christentums durch andächtige, lehrhafte und trostreiche Gebete in die Seele zu pflanzen von Johann Arndt erscheint in Magdeburg

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. geb. 3. März 1789 in Wittenberg als Sohn eines Wittenberger Professors der Medizin, gest. 12. November 1849 in Colditz
  2. Diaconi zum heiligen Kreuz
  3. Die (Sack)Gasse hinter der Kreuzkirche 545 verlief an der rechten Seite der Superintendentur, beim Betreten derselben lag die Superintendentur also linkerhand und ihr rechterhand gegenüber standen Wohnhäuser. Leonhardi wohnte im vorletzten Haus vor dem Gassenende; heute befindet sich an dieser Stelle in etwa die Südseite des Innenhofs des Rathauses. Der Dresdner Adreß-Kalender auf das Jahr 1819 führt auf Seite 108 unter Kirchen und Schulen. A. Evangelische Kirchen- und Schullehrer. An der Kreuz=, Frauen= und Sophienkirche aus: M[agister] Gust. Ernst Ch Leonhardi, Diac[on] u. Nachm[ittags] P[rediger] h. d. Krzk. 545.
  4. Montags den 16. August 1819, Abends 5 Uhr
  5. sechs folgende christliche Freunde
  6. Vgl. Karl Hennig: Die Auswanderung Martin Stephans. In: ZKG 58 (1939), S. 142 bis 166.
  7. Vgl. Karl Hennig: Die sächsische Erweckungsbewegung im Anfange des 19. Jahrhunderts. Verlag von Theodor Weicher, Leipzig 1929, S. 137 bis 145.
  8. Diakon Magister Lebrecht Sieg. Jaspis: Pfarrgasse 4a
  9. Archidiakon Magister Elias Fr. Poege: Pfarrgasse 5
  10. Diakon Magister Ch. Gottl. Gueldemann: Pfarrgasse 4b
  11. Stadtprediger Magister J. Fr. H. Cramer: An der Kreuzkirche 542
  12. Superintendent Ober-Consistorialrath Dr. Carl Christian Tittmann: An der Kreuzkirche 541
  13. So das Dresdnische Gesangbuch von 1797, aber auch die Gebete und Andachtsübungen dazu (Dresden 1797), die Gebete zum Gebrauch bei den öffentlichen und häuslichen Gottesdienste (Dresden und Leipzig 1811) und das Kirchenbuch für den evangelischen Gottesdienst der Königlich sächsischen Lande, auf allerhöchsten Befehl herausgegeben (Dresden 1812–1813), 2 Teile (2 Teil auch mit dem Titel Neue Sächsische Kirchenagende, Dresden 1813).
  14. Stadtarchiv Dresden, Ratsarchiv, G.XXV. 17b. fol. 27.
  15. Frank Metasch: Exulanten in Dresden. Einwanderung und Integration von Glaubensflüchtlingen im 17. und 18. Jahrhundert. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2011, S. 191.
  16. Ratsarchiv Dresden, B.I.14.
  17. Ratsarchiv Dresden, B.I.32.
  18. Georg Ludwig (Reichs-) Graf von Zinzendorf und Pottendorf (1662–1700)
  19. Charlotte Justine von Gersdorff (1675–1763)
  20. Kurfürsten Johann Georg III. von Sachsen: * 20. Juni/ 30. Juni 1647 in Dresden; † 12. September/ 22. September 1691 in Tübingen
  21. Henriette Catharina von Gersdorff: geborene von Friesen (*6. Oktober 1648 in Sulzbach; † 6. März 1726 in Großhennersdorf)
  22. Henriette Catharina von Gersdorff übernahm die Druckkosten für folgende Übersetzungen von Michał Frencel, Pfarrer in Großpostwitz bei Bautzen, in den Bautzner Dialekt des Sorbischen: Römer- und Galaterbrief (1693), Der Psalter Des Königlichen Propheten Davids. Budissin 1703 (Digitalisat) und Das Neue Testament Unsers Herrn Jesu Christi / in die Oberlausitzsche Wendische Sprache. Zittau 1706 (Digitalisat) - Jahrzehnte zuvor waren vom gleichen Übersetzer auf Eigeninitiative zwei Evangelien erschienen: S. Matthaeus und S. Marcus / Wie auch Die drey allgemeinen Haupt-Symbola. Budissin 1670 (Digitalisat) Behindert wurde Frencels Arbeit, weil die sächsischen Stände seine Manuskripte konfiszieren ließen und den Druck des Neuen Testaments auf Sorbisch verboten hatten.
  23. Geistreiche Lieder und poetische Betrachtungen. Hrsg. v. Paul Anton, Waisenhaus, Halle 1729. (Nachdruck: Wald, Karben 1998, ISBN 3-932065-93-X).
  24. Der kurfürstliche Befehl lautete, „solche an sich unzulässige Conventus so- fort gänzlich einzustellen".
  25. Schneidermeister Käulfuß?
  26. Der Prediger der böhmischen Gemeinde, Petermann, war zuvor Pfarrer in Vetschau und wurde von dort nach Dresden versetzt. Er hatte mit dem Archidiakon Busse aus Cottbus in der dortigen Gegend Mitte des 18. Jahrhunderts eine Erweckung hervorgerufen.
  27. Plan von Dresden 1809.
  28. vgl.Friedrich von Luxburg in der deutschen Wikipedia
  29. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1817. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche in Nro. 345, S. 79: Auswärtige Gesandtschaften. am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Bayerschen Hofe. Hr. Friedrich Graf von Luxburg, Königl. Bayerscher Kammerherr, außerordentlicher Gesandte, und bevollmächtigter Minister, hinter der Frauenkirche 5 A.; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1819. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 82 und Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1820. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 84: Auswärtige Gesandtschaften. am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Bayerschen Hofe. Hr. Friedrich Graf von Luxburg, Königl. Kammerherr, außerordentlicher Gesandte, und bevollmächtigter Minister, hinter der Frauenkirche 5 A.
  30. Die Scheffelgasse war die frühere Große Webergasse. Sie ist heute in die Altmarkt-Galerie aufgegangen.
  31. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1822. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 82: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Bayerschen Hofe. Hr. Friedr. Graf v. Luxburg, Königl. Kamhr. außerordentlicher Gesandte und bevollmächtigter Minister, Scheffelg. 155.
  32. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1817. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 79.
  33. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1819. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 82: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, Chargé d'Affaires, Scheffelg. 155; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1820. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 84: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. Legat. Rath u. Chargé d'Affaires, Ritter d Dannebrog= u. d. Ruß. St. Wladimir=Ordens, Moritzstr. 753; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1822. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 82: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. Legat. Rath u. Chargé d'Affaires, Ritter d Dannebrog= u. d. Ruß. St. Wladimir=Ordens, Moritzstr. 766.; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1823. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345, S. 84: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. geh. Legat=Rath u. Chargé d'Affaires, Ritter d. Dannebrog=, Komthur d. Ruß. St. Wlademir= d. k. pr. rothen Adler= u. d. k. Oestr. St. Leopolds=Ordens, Moritzstr. 766; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1824. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345, S. 84: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. geh. Legat=Rath u. Chargé d'Affaires, Ritter des Dannebrog=, Komthur des Ruß. St. Wladimir= des königl. preuß. rothen Adler= und des kaiserl. Oesterr. St. Leopolds=Ordens, Moritzstr. 766; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1826. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345, S. 81: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. Kammerherr und Chargé d'Affaires, Ritter des Dannebrog=, Komthur des Ruß. St. Wladimir= des königl. preuß. rothen Adler= und des kaiserl. Oesterr. St. Leopolds=Ordens, Moritzstr. 766; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1827. Zu finden auf der großen Brüdergasse, in Nr. 270, S. 83: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. Kammerherr und Chargé d'Affaires, Ritter des Dannebrog=, Komthur des Ruß. St. Wladimir= des königl. preuß. rothen Adler= und des kaiserl. Oesterr. St. Leopolds=Ordens, Moritzstr. 766; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1829. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der großen Brüdergasse in Nr. 270. Dresden, gedruckt in der Schultzeschen Buchdruckerei, S. 86: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Copmanns, k. Kammerherr und Chargé d'Affaires, Ritter des Dannebrog=Ordens, am Seethore 14 A.
  34. Vgl. den Artikel in der dänischen Wikipedia: Mathias Friis von Irgens-Bergh.
  35. Vgl. den dänischen Wikipedia-Artikel Chargé d'affaires (Chargé d'affaires in der englischen, w:Geschäftsträger in der deutschen Wikipedia
  36. Sie starb 1861 in ihrer Geburtsstadt Kopenhagen. Ihr Vater war vermutlich der kommandør (in etwa Captain at sea oder Kapitän zur See) Frederik Christian Holsten.
  37. Vgl. den Artikel in der deutschen Wikipedia: w:Dänemark-Norwegen.
  38. Niels Rosenkrantz wurde geboren am 9. September 1757 in Øyestad in Norwegen und war ab 1810 Außenminister Dänemarks. Vgl. den Wikipedia-Artikel Niels Rosenkrantz
  39. Der Wiener Kongress lief vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 und ordnete Europa nach den Befreiungskriegen neu. Vgl.den Wikipedia-Artikel w:Wiener Kongress
  40. Vgl. den Artikel in der deutschen Wikipedia: w:Dannebrogorden.
  41. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Elbschiffahrtskommission
  42. Vgl. den dänischen Wikipedia-Artikel w:da:Nasjonalgalleriet
  43. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1823. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345, 61 Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1824. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345 S. 61 Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1826. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345, S. 59: II). Mitglieder. [...] Casp. Dav. Friedrich, Prof. extr. PV. an der Elbe 33 [...] Joh. Christ. Dahl, Prof. extr. PV. an der Elbe 33.
  44. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1809. Mit einem neuen und vollständigen Grundriß von Dresden. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Dresden, in der Arnoldischen Buch= und Kunsthandlung, Mahler und Zeichenmeister, S. 151: Friedrich, Blumenmahler, P[irnaische] V[orstadt]. an der Elbe 27.
  45. Das größte Museum für Bildende Kunst in Dänemark - 1897 eröffnet, 1998 durch Anbau erweitert. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Statens Museum for Kunst.
  46. Geboren am 26. Juni 1792 in Bredstedt, Nordfriesland, Herzogtum Schleswig, damals zu Dänemark. Studium an der Königlich Dänischen Kunstakademie Kopenhagen, kehrte nach einem zeittypischen langjährigen Aufenthalt in Rom 1823 nach Kopenhagen zurück. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Christian Albrecht Jensen.
  47. Dänisch: den danske guldalder, etwa 1800 bis 1850. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Goldenes Zeitalter (Dänemark).
  48. Geboren am 7. November 1849 in Kopenhagen, gestorben am 2. August 1906 in Hellerup. Vgl. den dänischen Wikipedia-Artikel w:da:Carl Christian Andersen (maler).
  49. Auch Edme Quenedey des Ricets. Geboren am 17. Dezember 1756 in Riceys-le-Haut, gestorben am 16. Februar 1830 in Paris. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Edme Quenedey.
  50. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Physionotrace.
  51. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1819. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 82: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Französischen Hofe. Se. Excell. Hr. Marquis de la Tour=Maubourg, Officier des Königl. Ordens der Ehrenlegion, außerordentlicher Gesand. u. bevollmächtigt. Minister, SV Halbeg. 388 - Hr. Edme de Chateau, Legation=Secretaer, ebend., - Adolph de Bondy, attaché à la legation.
  52. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Maria Josepha von Sachsen (1731–1767)
  53. Johann David Erdmann Preuß: Œuvres de Frédéric le Grand. (30 Bände, R. Decker, Berlin 1846 bis 1856), Band 11, S. 137 Anm. b: Au mois de décembre 1746, le duc de Richelieu fut nommé ambassadeur à Dresde. Il était chargé de demander pour le Dauphin la main de la princesse Marie-Josèphe de Saxe, fille de l'électeur Frédéric-Auguste. Le duc de Richelieu réussit dans cette négociation. Antoine-René de Voyer d'Argenson, marquis de Paulmi, accompagna le duc de Richelieu dans son ambassade à Dresde, et vint ensuite à Berlin.
  54. Vgl. den Artikel w:fr:Alexandre-François de La Rochefoucauld in der französischen Wikipedia
  55. Vgl. den Artikel w:Joseph Fouché in der deutschen Wikipedia
  56. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner, Dresden 1797, S. 1f.
  57. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner, Dresden 1797, S. 454.