Der Dresdner Missions-Hilfsverein

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Nuvola apps bookcase 1.svg Band 1 des Werkes Geschichte des Lutherischen Weltbundes

Inhaltsverzeichnis

Einleitung[Bearbeiten]

Kreuzkirche 1796

Auf Einladung des Magisters Gustav Ernst Christian Leonhardi[1], Diakon an der Kreuzkirche Dresden[2], fanden sich in dessen Amtswohnung hinter der Kreuzkirche 545[3] am Montag, den 16. August 1819[4], sechs weitere christliche Freunde[5] ein. Diese sieben Männer riefen bei dieser Zusammenkunft den Dresdner Missions-Hülfsverein ins Leben. Anfänglich dafür gedacht, insbesondere das ökumenisch ausgerichtete Basler Missionswerk zu unterstützen, war zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar, dass es siebzehn Jahre später infolge theologischer Differenzen zu einem eigenen lutherisch orientierten Dresdner Missionswerk kommen würde, dem Impulsgeber für die Entwicklung hin zum Lutherischen Weltbund.

Der damals dreißigjährige Gustav Ernst Christian Leonhardi war als Diakonus ab 1814 an der Dresdner Annenkirche und ab 1817 an der Kreuzkirche tätig. Seinerzeit vertraten nur Martin Stephan[6] und er als einzige Dresdner Geistliche ein orthodoxes Luthertum auch von der Kanzel. Darüber hinaus predigte er regelmäßig über die Heidenmission. Beides prädestinierte ihn zum Spiritus rector der lutherischen Missionsbewegung.[7]

Kreuzkirche 1839

Gustav Ernst Christian Leonhardi war zu diesem Zeitpunkt Nachmittagsprediger an der Kreuzkirche, Frühprediger war sein Kollege Diakon Magister Lebrecht Sieg. Jaspis[8], Mittwochsprediger der Archidiakon Magister Elias Fr. Poege[9], Freytagsprediger der Diakon Magister Ch. Gottl. Gueldemann[10] und Stadtprediger der Magister J. Fr. H. Cramer[11]. Superintendent war Ober-Consistorialrath Dr. Carl Christian Tittmann[12]. Damit waren an der Kreuzkirche seinerzeit sechs Theologen als Prediger tätig. In der Dresdner Altstadt gab es des Weiteren Gottesdienste an der Frauenkirche und in der Sophienkirche. Pastor An der Kirche zu Neustadt war Moritz Ferdinand Schmalz.

Martin Stephan (1777 bis 1846)

Martin Stephan predigte an der Johanniskirche (böhmische Gemeinde) und wohnte in der Pirnaischen Vorstadt in der Pirnaischen Gasse 232. Weitere vorstädtische Gottesdiente gab es An der Waisenhauskirche (Prediger J. Christ. Baupel), An der Annenkirche (Pastor Magister Carl Friedrich Axt), Am Stadtkrankenhause (Prediger Joh. Andreas Fruehauf), An der Ehrlichen Armen=Schulanstalt (Prediger Franz Theodor Ghold Zscheile) und An der Kirche zu Friedrichsstadt (Pastor Magister Leb. Sam. Ben. Vogel).

Martin Stephan war seit 1793 Mitglied der 1780 aus dem Geist des Halleschen Pietismus entstanden Deutsche Christentumsgesellschaft. Nach seinem theologischen Studium von 1803 bis 1809 in Halle nahm er eine Pfarrstelle im böhmischen Haber (Habřina) an. Schon 1810 wurde er zum Prediger der böhmischen Exulanten-Gemeinde in Dresden berufen, welche ihre Gottesdienste vor den Toren der Stadt in der Johanniskirche feierten. 1819 übte Martin Stephan die Funktion des Geistlichen Leiters der Sächsischen Particular-Gesellschaft der Deutschen Christentumsgesellschaft in Dresden aus. Sekretär der Gesellschaft war Christian Gottlieb Blumhardt, 1815 Mitbegründer der Basler Mission.

1819 beherrschte der Theologischen Rationalismus die lutherische Landeskirche Sachsen. Im Dresdner Missions-Hülfsverein sammelten sich wie auch in der Dresdner Bibelgesellschaft führende Vertreter der pietistisch geprägten Frömmigkeit, stellten sich gegen diese rationalistische Tendenz und beförderten Einrichtungen der kirchlichen Erneuerung im pietistischen Sinne.

Aufklärungstheologe Johann August Ernesti

Der damalige Dresdner Superintendent Karl Christian Tittmann (1744 bis 1820) war allerdings theologisch in der Zeit der Aufklärung verankert, so dass diesen Erneuerungsbestrebungen von Anfang an enge Grenzen gezogen waren. Geprägt durch seinen Lehrer und Förderer, den Aufklärungstheologen Johann August Ernesti (1707 bis 1781), gestaltete er ab 1797 Gesangbücher und Gebetbücher bis hin zur dann Neuen Sächsischen Kirchenagende in seinem Sinne um.[13] Auch in seinen theologischen Traktaten war Karl Christian Tittmann von Johann August Ernesti geprägt, dessen theologische Arbeiten der Neologie zugeordnet werden. So veröffentlichte er 1783 seine Christliche Moral, welche 1785 und nochmals 1794 neu aufgelegt wurden. In der Neologie wurde das Christentum vorrangig ethisch akzentuiert, die Inspirationslehre allerdings durch eine historisch-kritische Betrachtungsweise der Bibel ersetzt.

Die böhmische Gemeinde Dresden[Bearbeiten]

Die Anfänge nach der Schlacht am Weißen Berg 1620[Bearbeiten]

bereits 1619 gab Johann Georg I. administrative Regelungen an den Magistrat der Stadt die Aufnahme Fremder betreffend vor, insbesondere derer aus den böhmischen Ländern (1618: Ständeaufstand) - der Zuzug sollte so weit wie möglich unterbunden werden

  • aus diplomatischen Erwägungen gegenüber dem Kaiser
  • aus Sicherheitsbedenken für die wichtigste sächsische Festung Dresden

dennoch ließen sich böhmische Auswanderer in Dresden nieder, es lockten

  • die relative Nähe zur Heimat
  • die gute Verkehrslage an der Elbe und Teplicer Straße
  • die Schutz versprechende Festung in dieser unsicheren Zeit
  • die guten wirtschaftlichen Bedingungen
  • die Anwesenheit des Hofes


nach der w:Schlacht am Weißen Berg am 8. November 1620 bei Prag begann in Böhmen und Mähren die Epoche des temno, die Zeit der Dunkelheit, des Absolutismus und der Rekatholisierung - jeder, der nicht konvertierte, musste auswandern (weil das die meisten nicht konnten, gab es masssenhafte Zwangskonversionen) - w:Ferdinand II. (HRR) vertrieb mindestens 30.000 protestantische Familien (bei einer hohen Dunkelziffer) und zog 650 adelige Güter als Reparationen ein, die er zur Tilgung seiner Schulden an seine katholischen Gläubiger verteilte

am 16. Dezember 1620 beschwerte sich der Kurfürst schriftlich beim Kommandanten der Stadtwache, dass entgegen seinen Befehlen noch immer Fremde in die Stadt gelassen würden[14]

am 1. März 1623 durften Fremde nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung des Kurfürsten in Dresden aufgenommen werden - zwischen 1623 und 1637 entstanden mindestens sieben Fremdenverzeichnisse - 1623 gab es 25 fremde Haushalte mit knapp 70 Personen, zum Höhepunkt der Einwanderung 1636 dann schon 173 Exulantenhaushalte mit 683 Personen (dabei ein Drittel Adlige)

auch eine am 3. Februar 1629 erlassenen kurfürstliche Verordnung, jeder habe 20 Taler Strafe pro beim Stadtrat unangemeldete Person zu zahlen, fruchtete nicht viel

hierdurch war auch die Zahl der böhmischen Exulanten in Dresden so stark gewachsen, dass die Zentralbehörden der Stadt es als ein Problem bemerkten, die Zuwanderer in das Kirchensystem der Stadt zu integrieren

  • deutschsprachige Exulanten wurden nun in bestehende Kirchengemeinden integriert
  • die wenigen tschechischsprachigen Exulanten in Dresden konnten aber dem Gottesdienst nicht folgen

seit den 1620er-Jahren gab es andernorts inoffizielle böhmische Privatgottesdienste, so im grenznahen Zittau; in Dresden waren sie aufgrund der Ablehnung der kursächsischen Zentralbehörden allerdings verboten

aus Angst vor Calvinisten und anderen Sektierern wurde jeder Exulant auf seine lutherische Konfession hin zu überprüft

1624 wurde der Katholizismus zur einzigen erlaubten Konfession in Böhmen proklamiert, ein Großteil des protestantischen Adels und des wohlhabenden Bürgertums wanderte daraufhin aus, etwa ein Viertel des Adels verließ das Land, etwa die Hälfte des Grundbesitzes wechselte nach 1620 den Besitzer, ab 1627 infolge der Verneuerten Landesordnung

hierdurch erfolgte ein großer Zustrom tschechischsprachiger Exulanten in das grenznahe Pirna Mitte der 1620er-Jahre

  • 1628 äußerten diese eine Bitte, Gottesdienste in ihrer Muttersprache besuchen zu können
  • daraufhin forderte Kurfürst Johann Georg I. Landesregierung und Oberkonsistorium zu einer Stellungnahme auf, „wie den fremdsprachigen Exulanten gegenüber die notwendige geistliche Fürsorge und Kontrolle zu gewährleisten wäre“.[15]

ab 1628 durften böhmische Gottesdienste in Pirna abgehalten werden, weswegen sich fremdsprachige Exulanten aus Dresden ab dieser Zeit zum Gottesdienst nach Pirna begaben

nachdem 1635 Sachsen zu den Kaiserlichen übergegangen war, mussten 1636/37 die Exulanten das kostspielige Bürgerrecht erwerben oder die Schutzverwandtschaft annehmen und sich gegenüber dem Kurfürsten (ab 1642 gegenüber dem Rat) durch Eid verpflichten - die allermeisten Exulanten erwarben das Bürgerrecht

Pirna wurde im Mai 1639 durch die Schweden geplündert, selbst die protestantische böhmische Gemeinschaft wurde von den vorgeblich ebenfalls protestantischen Schweden zerschlagen

daraufhin siedelten zahlreiche tschechischsprachigen Exulanten nach Dresden über

jetzt erst genehmigte Johann Georg I. den Exulanten im Jahr 1639 eine Sonntagsfeier, böhmische Gottesdienste waren jedoch weiterhin untersagt

erst Anfang der 1640er-Jahre durften dann auch böhmische Hausgottesdienste abgehalten werden

1649 verstarb der böhmische Prediger Matthias Georgines, im August baten die böhmischen Exulanten um die Neubesetzung der Stelle und um die Erlaubnis, öffentliche Gottesdienste in der Johanniskirche abhalten zu dürfen - der Kurfürst lehnte die Bitte ab

in dieser Zeit kam allerdings durch die forcierte Rekatholisierung in Böhmen eine erneute Flüchtlingswelle nach Sachsen und speziell Dresden, weswegen das Gesuch der Exulanten auch vom Rat der Stadt unterstützt

In der Johanniskirche ab 1650[Bearbeiten]

am 8. April 1650 genehmigte Kurfürst Johann Georg I. die Nutzung der Johanniskirche durch die böhmischen Exulanten - der erste böhmische Gottesdienst fand am 11. April 1650 statt

die Johanniskirche lag auf dem Johannisfriedhof vor dem Pirnaischen Tor gegenüber dem Salomonisberg (später Bastion Jupiter) - sie war 1575 als Friedhofskapelle für den neuen notwendig gewordenen Friedhof vor den Toren der Stadt geweiht und nur für Begräbnisse benutzt worden

das Pirnaische Tor war 1590/91 im Renaissancestil als Ersatz von Frauentor und Kreuzpforte neu errichtet worden, unmittelbar vor dem Tor verlief der wassergefüllte Stadtgraben, über den eine Brücke führte

1684 wurde in die Johanniskirche eine Orgel von Johann Christoph Gräbner eingebaut

es gab zwei Chöre je für den deutschen und den böhmischen Gottesdienst zwei Chöre

ab 1694 war der Prediger der böhmischen Exulanten auch für die deutschsprachigen Predigten der Gemeinde zuständig

Hans August Nienborg: Plan der Pirnaischen Vorstadt 1706

Hans August Nienborg: Grundriß und Außenansicht des Johannisfriedhofes 1706

Die böhmische Gemeinde nach 1721[Bearbeiten]

1721 kam Zinzendorf nach Dresden

1722 wurde unter Anleitung des Land- und Grenzkommissars Adam Friedrich Zürner vor dem Pirnaischen Tor am Beginn der Dresden-Teplitzer Poststraße eine wappengeschmückte kursächsische Postmeilensäule aus Postelwitzer Sandstein aufgestellt (nicht mehr existent)

zu 1723 und 1724 finden sich im Ratsarchiv noch Akten über "Die denen Irrthümern deren sogenannten Separatisten und Böhmisten zugetanen Personen"[16]

  • von Halle aus gelangten ab 1709 über die schlesische Gnadenkirche Teschen pietistische Einflüsse auch nach Böhmen
  • die streng lutherisch-orthodoxen Gottesdienste entsprachen natürlich nicht den Vorstellungen pietistisch eingestellter Exulanten - sie mieden daher diese Gottesdienste und hielten Konventikel ab

1726 bis 1743 (in der Zeit des Baus der Bährschen Frauenkirche) wurden die hier seit 1720 in der Frauenkirche stattfindenden Predigerkollegs in die Johanniskirche verlegt

1732 wurde eine "Acta judicialia" angelegt: Die von denen Vorstehern bei der Böhmischen Gemeinde allhier wider einige Exulanten wegen eingeführter Liberdaischer Irrtümern und gehaltener Conventiculorum getane Anzeige und darauf geschehne Untersuchung betr."[17]

Migration und kirchliche Praxis

bei der Besetzung Dresdens durch preußische Truppen im Jahre 1760 wurde auch das Pirnaische Tor beschädigt und unter anderem das 1593 vom Barockbildhauer Andreas Walther III geschaffene lebensgroße Reiterstandbild des sächsischen Kurfürsten Christian I. zerstört

Die neue böhmische Kirche 1795[Bearbeiten]

Im Jahr 1835 wurden die vier östlich der Altstadt gelegenen Vorortgemeinden Fischer-Gemeinde, Rampische, Pirnische sowie Borngasser Gemeinde – jeweils benannt nach der durch sie hindurchführenden Straße – zur Pirnaischen Vorstadt zusammengefasst. Seit 1877 bildet der östliche Teil der Pirnaischen Vorstadt den eigenständigen Stadtteil Johannstadt.

1820 wurden hier im Zuge der Entfestigung die Stadtmauern geschleift und 1820/21 das Pirnaische Tor abgerissen (abgetragen), so dass nordwestlich von Johanniskirche und Friedhof der Pirnaische Platz entstand (von Gottlob Friedrich Thormeyer geplant und angelegt)

das Kirchgelände war zu dieser Zeit von Johannis-Gasse, Kleiner Borngasse, Langer Gasse und Pirnaischer Gasse umschlossen, südlich befand sich die Bürgerwiese.


1986 wurde die Stelle des Exulantenpfarrers nicht mehr besetzt, zum 31. Dezember 1999 hob das Evangelisch-Lutherische Landeskirchenamt Sachsen die "Gemeinde böhmischer Exulanten in Dresden" auf

  • Kirchenvorstand der Ev. Luth. Johanneskirchgemeinde Dresden-Johannstadt-Striesen (Hrsg.): Um Gottes Wort vertrieben. 350 Jahre Evangelisch-Lutherische Gemeinde böhmischer Exulanten in Dresden. Dresden 2000

Erlöserkirche

w:Erlöserkirche (Dresden)

w:Benutzer:Methodios/Lingner Altstadtgarten (Vorgeschichte)

Die böhmische Gemeinde Dresden 1819[Bearbeiten]

Die Brüdergemeine Dresden[Bearbeiten]

Nicht nur das Sächsische Missionswerk und damit der Lutherische Weltbund hatte in Dresden seinen Ursprung, sondern auch die Brüdergemeine ist hier 1721 im Hause von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf entstanden. Der missionarische Impuls entwickelte sich in Dresden vor allem aus der Brüdergemeine heraus.

Die Versammlung am 16. August 1819 war durch die damalige Tageslosung der Brüdergemeine inspiriert worden. Zu den sechs christlichen Freunden, welche sich bei dem Diakon Leonhardi einfanden, gehörten die beiden Leiter der Brüdergemeine, der Lederhändler Christian Jacob Götz und der Weinhändler Johann Traugott Löschke. Auch der ebenfalls an der Versammlung teilnehmende Vorsteher der Deutschen Christentumsgesellschaft in Dresden, der Buchdrucker Burghart, war Mitglied der Brüdergemeine und mit Götz und Löschke eng befreundet. In der Brüdergemeine Dresden war der Missionsgedanke schon seit Jahren intensiv gepflegt worden, die Nachrichten aus der Mission gehörten zum Inhalt vieler Versammlungen.

Nikolaus Ludwig von Zinzendorf[Bearbeiten]

Nikolaus Ludwig von Zinzendorf wurde am Mittwoch, den 26. Mai 1700 Abends gegen sechs Uhr als Sohn des damals 38jährigen Georg Ludwig Graf von Zinzendorf und Pottendorf[18] und der damals 25jährigen Charlotte Justine von Gersdorff[19] in Dresden geboren. Niemand vermochte zu diesem Zeitpunkt auch nur zu ahnen, dass sich hierdurch Dresden zur Keimstatt sowohl der Brüdergemeine als auch des Lutherischen Weltbundes entwickeln würde.

Taufpaten von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf waren die Kurfürstinnen von Sachsen und von der Pfalz sowie der Begründer des Pietismus, Philipp Jacob Spener. Hierdurch war allerdings zumindest der geistige Same dafür gelegt, dass sich Nikolaus Ludwig von Zinzendorf einmal zu einem bedeutenden Geistlichen entwickeln werden könne.

Philipp Jacob Spener bekleidete damals zwar seit 1691 das Amt des Propstes und Konsistorialrates an der Berliner St. Nikolai-Kirche, hatte aber als Oberhofprediger in Dresden von 1686 bis zu seiner Berufung nach Berlin eines der angesehensten Ämter im damaligen deutschen Luthertum inne. Nur aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit seinem Landesherrn, dem Kurfürsten Johann Georg III. von Sachsen (Juni 1647 bis September 1691)[20], nahm er die Berufung nach Berlin an, wo er auch bis zu seinem Tode 1705 blieb.

Auch noch neun Jahre nach seinem Wegzug aus Dresden pflegte Philipp Jacob Spener freundschaftliche Beziehungen zu den dortigen Gleichgesinnten. Zu ihnen gehörte die damals 52jährige Henriette Catharina von Gersdorff[21], die Großmutter mütterlicherseits von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. Henriette Catharina von Gersdorff wohnte mit ihrem Mann Nicolaus Freiherrn von Gersdorff überwiegend in Dresden und gewann durch die Stellung ihres Mannes als Gesandter der Kurfürsten und Landvogt der Oberlausitz auf die Staats- und Kirchenangelegenheiten einen nicht unbedeutenden Einfluß. In der Auseinandersetzung der kirchlichen Orthodoxie mit den Pietisten stand sie stets auf der Seite der Letzteren, weil sie zu einem philadelphischen Christentum gefunden hatte. So förderte sie beispielsweise mit ihrem Vermögen die von Spener angeregte Übersetzung der Bibel ins Sorbische.[22] Sie verfasste auch zu ihrer Zeit viel beachtete deutsche wie auch lateinische Gedichte[23]. Henriette Catharina und Nicolaus Freiherr von Gersdorff besuchten nicht nur Speners Gottesdienste und Katechismusunterweisungen, sondern unterstützten auch nachhaltig die pietistische Reformbewegung, so dass sie zum engeren Kreis um Philipp Jakob Spener gerechnet werden können. Spener ließ sich deswegen von Henriette Catharina von Gersdorff als Taufpate ihres Enkels Nikolaus Ludwig von Zinzendorf gewinnen.

1721: Zinzendorf in Dresden[Bearbeiten]

Graf Zinzendorf kam nach seinen Studien 1721 als Justizrat nach Dresden zurück und hielt religiöse Zusammenkünfte zunächst für seine Hausgenossen ab, verschloß aber keinem die Tür. Bald versammelten sich in seiner Wohnung 50 oder gar 100 mit Bibel und Gesangbuch versehene Personen. Ihr Gesang wurde von einem Diener auf dem Klavier begleitet. Bei jeder Versammlung legte Graf Zinzendorf eine Stelle aus der Bibel aus.

Am 30. Dezember 1726 kam ein kurfürstliches Verbot dieser Hausversammlung[24] Bald darauf quittierte Graf Zinzendorf seinen Dienst in Dresden und verließ die Stadt. Aber der einmal von ihm ausgestreute Same ging dennoch nicht unter. Es folgte ein intensiver persönlicher und schriftlicher Austausch zwischen Herrnhut und Dresden. Schließlich wurde etliche Mitglieder dieses ersten Hauskreises in die Brüdergemeine aufgenommen.

1739 versammelten sich die Geschwister im Hause des Geheimen Kriegsrats Wolf Abraham von Gersdorf. Es war die Zeit der Bedrängnis seitens der Obrigkeit, und dennoch wuchs die Zahl der Teilnehmer an seinen Betstunden binnen Jahresfrist von sechs Frauen und drei Männern auf bis zu 48 Personen.

Nachdem von Gersdorf Dresden verlassen hatte, fand die Gemeinschaft bei dem Schneidermeister Johann Georg Kühne zusammen, der sich daraufhin auch zu ihrem Führer und geistigen Fürsprecher entwickelte. Die Sonntagsandachten wurden ganz bewußt erst am Nachmittag vier Uhr durchgeführt - lange nach beendetem Gottesdienste. Hierbei wurde auch die in der Kirche gehörten Predigt wiederholt und das Sonntagsevangelium durch Parallelstellen aus der Bibel tiefer gehend erläutert. Zinzendorfs Lieder sang man nicht nur am Sonntag, sondern auch bei weiteren Zusammenkünften Montags und Dienstags in der Dämmerung. Trotz aller Vorsicht und einem Bekenntnis zur lutherischen Kirche bekam Kühne Probleme mit der Stadtischen Komission, vor der er sich am 14. Mai 1741 verteidigen mußte. Am 28. August 1744 erging der letztinstanzliche Bescheid, dass er zu seinen Hausandachten familienfremde Personen nicht zulassen und die Heilige Schrift nicht nach eigenem Gutdünken auslegen dürfe.

Die Geschwister versammelten sich daraufhin in aller Stille bei ihrem Mitbruder Weiß und kurz darauf bei einem anderen Schneidermeister[25]. Erst die erlaubte Rückkehr Zinzendorfs nach Sachsen im Jahre 1747 beendete die Nachstellungen seitens der kirchlichen und staatlichen Behörden, worauf sich die Versammlung wieder so sehr vergrößert, dass sogar eine Sozietät in Dresden gebildet werden konnte.

Zinzendorf starb am 9. Mai 1760 in Herrnhut. Er mußte das Bombardement von Dresden und die Flucht vieler Geschwister von diesem Ort des Anfanges seiner Versammlungen nicht mehr miterleben.

Die Brüdergemeine Dresden nach 1760[Bearbeiten]

Infolge des Bombardements von Dresden 1760 zerstreute sich die Sozietät, viele siedelten sich am Hutberg an. Die Bleibenden schlossen sich um so enger zusammen, trafen sich fast allabendlich, lasen in der Bibel und in den Nachrichten aus der Brüdergemeine.

Zu den Brüdern zählten der angesehene Weinhändler Peyer und sein Geschäftsführer Friedrich Muster. Der Schuhmachermeister Götz stellte das Versammlungszimmer zur Verfügung. Die Zahl der Mitglieder stieg von 18 (1776) auf 76 (1795), welche meist aus einfachen bürgerlichen Verhältnissen stammten. Zu den Versammlungen kamen aber auch der Kammerrat Wagner, der Hofrat Demiani und die Baronin v. Fletcher. Selbst der hohe Adel nahm an der Brüdergemeine lebhaften Anteil, so die gräflichen Familien Einsiedel und Hohenthal. Auch einige Geistliche waren ihr freundschaftlich verbunden, so der Prediger der böhmischen Gemeinde, Petermann[26] und der Kandidat Slezak aus Ungarn, der an der böhmischen Schule unterrichtete.

1801 übertrug man dem Sohn des Schuhmachermeisters Götz, dem 40jährigen Lederhändler Götz, die Leitung der Sozietät. Dieser war von Kindesbeinen an in der Brüdergemeine aufgewachsen und bekleidete auch mehrere städtische Ehrenämter. Er konnte die Sozietät zu hoher Blüte führen, da der Rationalismus die Gotteshäuser der Landeskirche veröden ließ.[27] So baute er für die Zusammenkünfte einen Saal, der mindestens hundert Personen faßte. Aber selbst dieser große Bau reichte bald nicht mehr aus, so dass häufig der Vorsaal und die Treppe besetzt waren. Hier wurden damals dreimal wöchentlich des Abends Versammlungen statt. Sonntags war die Versammlung öffentlich, und so nahmen auch viele Fremde daran teil. Oft hörte man dabei Vorträge durchreisender Missionare. In der Woche hielt man mittwochs und freitags Versammlungen nur für die Mitglieder ab, wo insbesondere Nachrichten aus der Brüdergemeine und die herrnhutischen Missionsberichte gelesen wurden. Die Zahl der Mitglieder der Brüdergemeine betrug zu jener Zeit um die einhundert Personen.

Der Weinhändler Peyer[Bearbeiten]

Dresdner Adressbuch 1799 Fr. Peyer, Marie Salome, Kauf= und Handelsherrn Wittwe, D. gr. Bdrg. N. 256, führt einen Groshandel mit Materialwaaren und Weine, hat das Comptoir daselbst.

Dresdner Adressbuch 1804, S. 28 Schefffelgasse. [...] 188 Heinrich. 189 Peyer. 190 E. Hochedel. Raths Altenmarks=Keller, wo eine Treppe die General=Accis=Einnahme ist, Altenmarkt 191 Rathhaus.

Dresdner Adressbuch 1809, S. 166 Weinhandlungen und Weinstuben ... Christ. Peyer ebend. 189

Dresdner Adressbuch 1809, S. 188 Scheffelgasse v. d. Mauer n. d. a. Markt l. Hd. No. 171 bis 189

Dresdner Adressbuch 1809, S. 150 Lederhändler ... Samuel Götz, an der Frauenk. 626

Dresdner Adressbuch 1809, S. 135 Böttcher

Dresdner Adressbuch 1810, S. 128 An der Ehrlichschen Armen=Schulanstalt ... Gust. Ernst Christ. Leonhardi, Prediger u. 2ter Catechet, ebd.

Dresdner Adressbuch 1810, S. 125 Die National=Garde in Dresden. ... Adjutant. Hr. Fr. Rud. Peyer, Prem. Lieutenant, Scheffelg. 189

Dresdner Adressbuch 1810, S. 36 Ihro Majestät der höchstsel. Königinn hinterlassener Hof=Staat ... Carl Friedr. Götz, Cassenschreiber, PV, Drehg. 189 (Pirnaische Vorstadt)

Dresdner Adressbuch 1817, S. 25 Ihro Königl. Hoheit der Prinzessin Maria Anna Hof=Staat ... Frau Maria Anna Peyer, Kammerfrau, im Palais. ... Männlicher Hof=Staat ... Georg Peyer, Kammerdiener, gr. Brüderg. 268

Dresdner Adressbuch 1817, S. 103 Evangelische Kirchen= und Schullehrer. ... An der Annenkirche. ... M. Gustav Ernst Christian Leonhardi, Diaconus, ebend. [WV, a. d. Kirche, 577]

Dresdner Adressbuch 1820, S. 25 Ihro Majestät der höchstsel. Königinn hinterlassener Hof=Staat ... Carl Friedr. Götz, Cassenschreiber, Ram. G. 663


Stadtplan Dresden 1820

Dresdner Adressbuch 1820, S. 109 Evangelische Kirchen= und Schullehrer. An der Kreuz=, Frauen= und Sophienkirche. ... M. G. Ernst Ch. Leonhardi, Diac. u. Nachm. P. h.d. Krzk. 545


Dresdner Adressbuch 1820, S. 25 Ihro Königl. Hoheit der Prinzessin Maria Anna Hof=Staat ... Frau Maria Anna Peyer, Kammerfrau, im Palais. ... Männlicher Hof=Staat ... Georg Peyer, Kammerdiener, gr. Brüderg. 268

Dresdner Adressbuch 1820, S. 21 Sr. Königl. Hoh. des Prinzen Anton Frauen Gemahlinn Kaiserl. Hoheit Hof=Staat. ... Männlicher Hof=Staat. ... Frz. Jos. Burghart, Kammerthürhüter, WV. Gerberg. 873

Dresdner Adressbuch 1820, S. 168 Böttcher. ... Johann Traugott Löschke, desgl. [sen. Oberältester] PV. Neueg. 212 ... Christian Traugott Leschke, PV. Neueg. 212

Dresdner Adressbuch 1820, S. 244 Weinhandlungen und Weinstuben. ... Hr. Johann Traugott Löschke, PV. Neueg. 158 ... Hr. Friedrich Rudolph Peyer, Scheffelg. 189 ... Johann Michael Schmidt, und Comp. am Neum. 403 - 31 Adressen

  • an der Frauenk. 564 (Heyne), 679 (Hornoff)
  • am Neum. 403 (Johann Michael Schmidt, und Comp.)
  • Augustusstr. 574 (van der Berghe), 604 (Zeis)
  • Breiteg. 66 (Grimmer)
  • gr. Brüderg. 267 (Johann Christian Schmidt), 269 (Trinks), 276 (Haußwald), 287 (Hempel)
  • Frieseng. 727 (Höfel)
  • Lochg. 481 (Hahn)
  • Moritzstr. 755 (Dammüller)
  • Pirn.g. 683 (Bassenge), 704 (Strubell)
  • Ram. G. 667 (Weldt)
  • Scheffelg. 186 (Creutz), 189 (Peyer)
  • kl. Schießg. 696 (Carl Heinrich Neubert), 701 (Schönert), im Kuffenhause (Wölffer)
  • Schloßg. 323 (Jäppelt), 323 im Durchh. (Johann Friedrich Neubert)
  • Weberg. 135 (Hantzsch), 145 (Jüngst)
  • SV. gr. Plau. G. 489 (Kockel)
    • SV. Waisenh. G. 12A (Reck)
  • PV. Neueg. 158 (Löschke)
  • Frst. Brückenstr. 19 (Wickmann)
  • Nst. Rhänitzg. 76 (Fritzsche)
    • Nst. Niedergr. 162 (Roch)


Dresdner Adressbuch 1820, S. 196 Lederhändler. ... Christian Jacob Götz, an der Frauenk. 631

Heinrich Wilhelm Rachel

Im April 1832 entwirft der Architekt und Maler Woldemar Hermann (*1807 †1878) ein Wohnhaus für den Weinhändler Peyer auf dessen Stadtgut am Ende der äußeren Pirnaischen Gasse dicht am Schlag.[28]

Der Abgeordnete Eisenstuck überreicht einen Vortrag der Weinhandlungen in Dresden, Peyer & Comp., Giesens sel. Wittwe Erben und Löschke, enthaltend ihre Bemerkungen zu dem das indirekte Abgabensystem betreffenden Gesetzentwurfe in Beziehung auf den Weinhandel. Landtagsblatt. Zu Mittheilung der ständischen Verhandlungen im Königreiche Sachsen, Nr. 64, den 23. März 1833, S. 167

1837: Unger Erben & Comp. Verkauf einer chemischen Fabrik in Salzgitter: Verkaufs-Bedingungen sind bei ... Peyer & Comp. in Dresden ... zu erhalten.[29]

um 1880: Peyer & Co. Nachfolger, Weingrosshandlung, Scheffelstr. 36[30]

1891: Fa. Peyer & Co. Nachf. Mitarbeiter Franz Schlüter 13. Nov. 1888 eingetreten in die Dresdner Liedertafel[31]

Raddatz, Richard Karl John Peter / Kloß, Julius Arnold, Weinhandlung Peyer & Co. Nachfolger [32]

Peyer & Co. Nachf., Inh. Arnold Kloß und Richard Raddatz, Theehandlung und Zigarren, Scheffelstraße 2[33]

Die Brüdergemeine Dresden 1819[Bearbeiten]

Weitere evangelische Gemeinden in Dresden 1819[Bearbeiten]

Herzog Heinrich der Fromme von Sachsen

Unmittelbar nach dem Tod von Georg dem Bärtigen am 17. April 1539 in Dresden führte dessen Nachfolger Heinrich der Fromme die Reformation auch im albertinischen Sachsen mit einer Feier am 25. Mai 1539 in Leipzig ein, an der Martin Luthers teilnahm. Dresden wurde so die Residenz des bedeutendsten protestantischen Landes, welches nach den Habsburgischen Ländern der mächtigste deutsche Staat war.

Die Frauenkirche[Bearbeiten]

Album von Dresden um 1850
Saxonia Museum für saechsische Vaterlandskunde 1835

Dresdens älteste Kirche unser lieben Frauen wurde 1539 zunächst geschlossen, die Altäre abgerissen, die Glocken eingeschmolzen und selbst der Kirchenschmuck an die Annaberger und späteren Dresdner Münzmeister verkauft. Einzig der Friedhof dient weiterhin als Begräbnisstätte, die leere Kirche nur noch als Lager. 1556 wurde in die unmittelbare Nähe der Kirche die dann einzige sächsische Münzstätte verlegt. Sämtliche Gottesdienste wurden ab 1539 in der Kreuzkirche abgehalten, bis die steigenden Besucherzahlen 1559 eine Wiedereröffnung der Frauenkirche notwendig machte, welche wieder wie vordem für die noch 26 nach Dresden eingepfarrten Dörfer zuständig wurde. Taufen fanden aber nach wie vor zunächst nur noch in der Kreuzkirche statt. Die Frauenkirchgemeinde reagierte mit einem Ausbau des Frauenkirchhofs, auf welchem ab 1565 dann 112 Erbbegräbnisstätten, sogenannte Schwibbögen, zur Verfügung standen und sehr begehrt waren. August der Starke befahl 1715 die Stillegung des Kirchhofs. Von 1726 bis 1743 wurde die barocke Frauenkirche erbaut. Schon 1820/21 mußte die Kirche außen erstmals saniert werden, wobei Pflanzen entfernt, das Mauerwerk neu verfugt und teilweise lose Steine gesichert wurden.

Die Kreuzkirche[Bearbeiten]

Die St.-Bartholomäus-Kirche[Bearbeiten]

Bartholomäus-Kirche

Die Bartholomäuskirche war die Spitalkirche des spätestens im 14. Jahrhundert gegründeten Leprosiums Sundersiechen vor dem Wilsdruffer Tor. Sie übernahm im Laufe der Zeit auch die Pfarrfunktion für die umliegenden Vorstädte und Dörfer und wurde auch Begräbnisstätte für diesen Bereich. Ende des 16. Jahrhunderts war sie derart überlastet, dass in der Nähe die Annenkirche gebaut werden musste.

Die Annenkirche[Bearbeiten]

Die Annenkirche entstand 1578 als der erste evangelische Kirchenneubau Dresdens.

Die Sophienkirche[Bearbeiten]

Die Waisenhauskirche[Bearbeiten]

Die Neustädter Kirche[Bearbeiten]

Evangelische Schulen in Dresden 1819[Bearbeiten]

Die Kreuzschule[Bearbeiten]

Die höhere Bürgerschule zu Neustadt[Bearbeiten]

Die Annenschule[Bearbeiten]

Das Schulmeister=Seminario zu Friedrichstadt[Bearbeiten]

Die Realschule zu Friedrichstadt[Bearbeiten]

Weitere evangelische Schulen 1819[Bearbeiten]

  • Unterrichts=Anstalt für Töchter mittlern und höhern Bürgerstandes
  • Die Blinden=Anstalt
  • (Institut der Julie Claß) Adresskalender 1799 Jgfr. Claßen, Christiane Soph. Charl., Pirn. Vst. Prin. G. N. 332.
  • Erziehungsanstalt Coudray
  • Die Haanische Schulanstalt für Söhne
  • Erziehungsanstalt Elisabeth Wizani

Weitere Schulen in Dresden 1819[Bearbeiten]

Das Freymaurer=Institut zu Friedrichstadt[Bearbeiten]

Katholische Hauptschule beim Zwinger[Bearbeiten]

Katholische Schule in Neustadt[Bearbeiten]

Katholischen Schule in Friedrichstadt[Bearbeiten]

Königlich Josephinisches Erziehungsinstitut[Bearbeiten]

Frau Maria Christiana Freifrau von Stecken, Vorsteherin des Josephinischen Stifts, Wilsdruffer Vorstadt, Große Plauener Gasse, im Stifte

Dresden 1819[Bearbeiten]

Königlich-Sächsischer Hof=Staat[Bearbeiten]

  • Die Ober=Chargen
  • Das Ober=Hof=Marschall=Amt
  • Die Königliche Hof=Wirthschaft
  • Die Ober=Kaemmerey
    • Die Bibliothek, Cabinetter und Gallerien
  • Die Akademie der bildenden Künste
  • Das Haus=Marschall=Amt
  • Die Kapelle
  • Kapelle und Kammermusik
    • Das italienische Hoftheater
    • Das deutsche Hoftheater
  • Das Ober=Stall=Amt
  • Die Königliche Hof=Jaegerey
  • Ihro Majestaet der Koeniginn Hof=Staat
  • Ihro Königl. Hoheit der Prinzessinn Maria Augusta Hof=Staat
  • Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Anton Hof=Staat
  • Sr. Kgl. Hoh. d. Pr. Anton Frauen Gemahlinn Kaiserl. Hoh. Hof=Staat
  • Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Maximilian Hof=Staat
  • Sr. Königl. Hoheiten der Prinzen Hof=Staat
  • Ihro Königl. Hoheit der Prinzessinn Maria Amalia Hof=Staat
  • Ihrer Königl. Hoheiten der Prinzessinnen Hof=Staat
  • Ihro Königl. Hoheit der Prinzessinn Maria Anna Hof=Staat
  • Ihro Königl. Hoheit der Prinzessinn Cunigunda Hof=Staat
  • Hinterlassene Hofstaaten

Königlich Sächsischer Civil=Staat[Bearbeiten]

  • Das geheime Cabinet
    • Cabinetsminister
    • Die Departments des geheimen Cabinets
    • Das Department der innern Angelegenheiten
    • Das Department der auswärtigen Verhältnisse
    • Die geheime Kriegs=Kanzelley der Militair=Commando=Sachen
  • Conferenz=Minister
  • Der geheime Rath
  • Das geheime Finanz=Collegium
  • Die Kriegs=Verwaltungs=Kammer
  • Die Landes=Regierung
    • Der Kanzler
    • Der Vicekanzler
  • Das Apellation=Gericht
  • Das Ober=Steuer Collegium
  • Die Ober=Rechnungs=Deputation
  • Das Ober=Consistorium
  • Das Hof=Ministerium
  • Die Landes=Oeconomie=Manufactur= u. Commerzien=Deputation
  • Die Commission z. Besorgung d. allg. Straf= u. Versorg.=Anstalten
  • Die Lotterie=Haupt=Expedition
  • Die Brand=Versicherungs Comission
  • Die Gesetz=Comission
  • Die Kammer=Credit=Cassen=Comission
  • Die Cassen=Billets=Comission
  • Die Landes=Comission
  • Die Friedens=Vollziehungs= und Auseinandersetzungs=Commission
  • Das Stadt=Polizey=Collegium
    • Die Paß=Expedition
    • Die Feuerlöschungs=Anstalten
    • Straßen=Beleuchtungs=Anstalt
  • Die Armen=Comission
    • Die Medicinal=Anstalten
  • Das Sanitäts=Collegium
  • Die chirurgisch=medizinische Akademie
  • Die oekonomische Gesellschaft im Königreiche Sachsen
  • Die Meißner Kreisdeputation
  • Das Civil Ober=Bauamt
  • Die Porzellan=Factorie zu Dresden

Der Königlich Sächsische Militair=Staat[Bearbeiten]

  • Der Königliche Generalstab
  • Der commandirende General der Armee
  • Das Kriegs=Gerichts=Departement
  • Das Gouvernement in Dresden
  • Das adeliche Cadetten=Corps
  • Die Militaer=Akademie
  • Das Ingenieur=Corps
  • Das Fuß=Artillerie=Regiment
  • Das Haupt=Zeughaus
  • Das Leib=Grenadier=Regiment
  • Das Linien=Infanterie=Regiment Prinz Friedrich August
  • Das Linien=Infanterie=Reserve=Bataillon
  • Das Ober=Militaer=Bauamt

Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe[Bearbeiten]

  • Vom Königlich Bayerschen Hofe

Friedrich Christian Johann Graf von Luxburg (* 20. Juni 1783 in Zweibrücken)[34] war Königlich-Bayerischer Kammerherr, 1803 Gesandter in der Schweiz, 1808 in Sankt Petersburg, 1810 in Paris, 1813 beim westfälischen Hof in Kassel und ging 1814 infolge des politischen Umbruchs in Europa in den einstweiligen Ruhestand. 1816 wurde er als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister am sächsischen Hof in Dresden wieder reaktiviert und wohnte dort hinter der Frauenkirche 5 A [35].

Graf von Luxburg heiratete in Dresden am 7. Januar 1819 Maria Anna Freiin von Gumppenberg-Pöttmes, Schwester des bayerischen Landtagsabgeordneten Wilhelm von Gumppenberg. Das Paar bezog das Haus Scheffelgasse[36] 155 unweit des damaligen Dresdner Rathauses am Altmarkt[37]. Zuvor logierte dort der Gesandte des Königlich Dänisches Hofes mit seiner Gemahlin. Am 2. Januar 1820 wurde die Tochter Caroline Maximiliane von Luxburg geboren.

  • Vom Königlich Dänischen Hofe
Der damalige Außenminister Dänemarks Niels Rosenkrantz (1757 bis 1824)
Bruststern und Kreuz des Dannebrogordens

Adressbuch 1799: Ahlefeld, von - Dänischer Gesandter - Dresden - Morizstraße 766

Der Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1817[38] verzeichnet noch keine Auswärtige Gesandtschaft am Königlich Sächsischen Hofe vom Königlich Dänischen Hofe, obgleich diese 1816 eingerichtet worden war. Dieser Adreß=Kalender dürfte bereits (Ende) 1816 in Druck gegangen sein, noch bevor die Nachricht einer neuen dänischen Gesandtschaft die Redaktion erreicht hatte. Ein Adreß-Kalender auf das Jahr 1818 ist nicht überliefert.

Die Königlich Dänische Gesandtschaft war dann 1818 (Adreß=Kalender auf das Jahr 1819) in der Scheffelgasse 155 zu finden, wo nach ihr die Königlich Bayersche Gesandschaft einzog (der bayersche Gesandte Friedrich Christian Johann Graf von Luxburg hatte am 7. Januar 1819 geehelicht und mußte sich räumlich verbessern). 1819 (Adreß=Kalender auf das Jahr 1820) logierte sie in der Moritzstraße 753, ab 1820 oder 1821 (Adreß-Kalender auf das Jahr 1822) bis mindestens 1826 (Adreß=Kalender auf das Jahr 1827) in der Moritzstraße 766.[39]

Seit 1816 war Mathias Friis von Irgens-Bergh[40] der Chargé d'affaires (Geschäftsträger)[41] der Königlich Dänischen Gesandtschaft am Sächsischen Hofe in Dresden. Im gleichen Jahr heiratete er in Kopenhagen Mathilde Therese Holsten (* 1793 in Kopenhagen)[42].

Mathias Friis von Irgens-Bergh wurde am 16. November 1786 in Ringebu im Fylke Oppland in Norwegen geboren. Norwegen gehörte damals seit 1380 zu Dänemark-Norwegen[43]. Seinen Doppelnamen erhielt er von seinen Eltern, dem Pfarrer von Tønsberg (und später von Ringsaker) Gerhard Gunnerus Bergh (1755–1834) und seiner Frau Pauline Birgitte Irgens (1766–1825). Nach einer Vorbereitung an der Christiania Kathedralskole (Kathedralschule von Christiana) bezog er 1807 als Teologiestudent die Universität Kopenhagen, wurde aber durch den damaligen dänischen Außenminister Niels Rosenkrantz[44], als dessen Kanzlist er neben seinem Studium tätig war, zu einem Fächerwechsel bewogen und studierte ab 1811 Jura. Niels Rosenkrantz nahm als Staatsminister der dänischen Delegation beim Wiener Kongress[45] den damals gerade 29jährigen von Irgens-Bergh als Mitarbeiter 1815 mit nach Wien, wo sich dieser hervorragend bewährte bewährte und dafür nicht nur den Dannebrogorden[46] erhielt, sondern auch den diplomatischen Rang eines legationssekretærs (Legationssekretär, auch ambassadesekretær = Gesandtschaftssekretär). Diese Beförderung ermöglichte es von Irgens-Bergh, im Jahr darauf einen Hausstand zu gründen und zum Geschaftsträger (Chargé d'affaires) der Königlich Dänischen Gesandtschaft am Königlich Sächsischen Hofe zu Dresden ernannt zu werden. Als Mitarbeiter der dänischen Delegation beim Wiener Kongress war er in Dresden kein Unbekannter, zumal sich insbesondere auch das Königreich Dänemark gegen die preußischen Hegemonialbestrebungen gestemmt und mit für den Erhalt des Königreiches Sachsen (wenigstens in verkleinerter Form) gewirkt hatte.

Als 1819 die Elbschiffahrtskommission[47] in Dresden ihre Arbeit aufnahm, gehörte Mathias Friis von Irgens-Bergh zu deren aktivsten Mitarbeitern. Er hatte wesentlichen Anteil an der Vertragsgestaltung der Elbschiffahrtsakte vom 21. Juni 1821. Dänemark war damals mit seinen Herzogtümern Holstein und Lauenburg Elbanrainer und zeigte großes Interesse daran, dass die für die Elbschifffahrt hinderlichen zahlreichen Elbzölle abgeschafft werden. Solche Zölle sind für Böhmen, Nisan und Meißen bereits für das 10. Jahrhundert belegt.

1820 entstand ein Aquarell von Johan Christian Clausen Dahl, welches Mathias Friis von Irgens-Bergh zeigt und heute in der Nasjonalgalleriet (Nationalgalerie) Oslo[48] aufbewahrt wird. Johan Christian Clausen Dahl wurde 1788 im norwegischen Bergen geboren, studierte ab 1811 an der Kunstakademie Kopenhagen und zog 1818 nach Dresden, wo er 1820 Mitglied und um 1823 (1824) Professor der Dresdner Kunstakademie wurde. 1823 bezog er Wohnung und Atelier im Haus von Caspar David Friedrich an der Elbe 33.[49] Bis zu seiner Vermählung im Jahre 1818 wohnte Caspar David Friedrich in sehr bescheidenen Verhältnissen an der Elbe 27[50]

Ein Ölgemälde von Mathias Friis von Irgens-Bergh befindet sich im Statens Museum for Kunst[51] in Kopenhagen und wurde durch Christian Albrecht Jensen[52] 1824 in Kopenhagen geschaffen, der sehr viele Persönlichkeiten des dänischen Goldenen Zeitalters[53] porträtierte. Eine Kopie fertigte der dänische Maler Carl Christian Andersen[54], der 1894 mit der Veröffentlichung dänischer Porträts in zehn (von geplanten zwölf) Bänden begann.

1828 entstand wohl im Zusammenhang mit dem Tod von Mathias Friis von Irgens-Bergh am 8. März 1828 in Dresden ein Stich von Edme Quenedey[55] in Paris. Dieser französische Porträtzeichner war ein früher Mitarbeiter von Gilles-Louis Chrétien, dem Erfinder des Physionotrace[56]. Solche Stiche werden als Vorläufer der Photographie betrachtet, denn von nur einer Platte waren theoretisch bis zu 2000 Drucke herstellbar. Dieser Stich von Mathias Friis von Irgens-Bergh fällt in die Endphase der Physionotrace und deren Innovation für die Produktion von Porträts in großen Stückzahlen.

  • Vom Königlich Englischen Hofe

Adresskalende 1797, S. 425 Große Klostergasse. Vom Marktplatze nach der Gegend am Jägerhofe zu, a) linker Hand. Nr. 214 [...] Nr. 215 [...] Nr. 216

Adresskalende 1797, S. 426 Nr. 217 (Zum Hirsch genannt.) [...] Nr. 218 [...] Nr. 219 [...] b) rechter Hand, nach dem Marktplatze zurück. A. Nr. 9 Hr. Hofrath Johann Christoph Adelung, Oberbibliothekar bey der kurfürstl. Bibliothek

Adresskalende 1797, S. 427 Nr. 222 [...] Nr. 223

Adresskalende 1797, S. 428 Nr. 224 Im Vordergebaeude. Im Hintergebaeude. Im Gartengebaeude. [...] Nr. 225 [...] Nr. 226 [...] Hugh Elliot, Esquire, Königl. Großbritann. Gesandteam kursächs. Hofe, (zieht Ostern nach Dresden in das Palais der Prinzessin Maria Durchl. im Zeughofe. An dessen Stelle zieht der kaiserl. königl. Gesandte, Gr. und Edler Hr. zu Elz=Kempenich.)

Adresskalende 1797, S. 429 [...] (Dieses und nachstehendes Haus besitzt Hr. Kammerherr von Langenau.) Nr. 227. Ihro Durchl. Fr. Herzoginn von Cumberland. Hr. von Gray, Legationssekretär bei der engl. Gesandtschaft. Die folgende Nr. 228 u.s.w.f. Marktplatz.


  • Vom Königlich Französischen Hofe
Marie-Charles-César-Florimond de Faÿ, comte de La Tour-Maubourg 1797
Just-Pons-Florimond de Faÿ, baron puis marquis de La Tour-Maubourg, als Gesandter des Königlich Französischen Hofes beim Heiligen Stuhl, Kirche San Luigi dei Francesi in Rom

Französischer Gesandter war 1819 der damals 37jährige Just-Pons-Florimond de Faÿ de La Tour-Maubourg, ältester Sohn von Charles-César de Faÿ de La Tour-Maubourg. Die Botschaft befand sich in der Südvorstadt in der Halben Gasse Nr. 388. Sie bestand des Weiteren aus dem Legationssekretär Edme de Chateau sowie dem Legationsattache Adolph de Bondy.[57]

Die Gesandtschaft des Königreiches Frankreich am Sächsischen Hof in Dresden blickt auf eine lange Tradition zurück. So war im Dezember 1746 Louis François Armand de Vignerot du Plessis de Richelieu als Gesandter nach Dresden geschickt worden, um für den Dauphin um die Hand der damals 15jährigen Prinzessin Maria Josepha von Sachsen[58] anzuhalten.[59] Louis François Armand de Vignerot du Plessis war als jüngster Großneffe des Kardinals Richelieu und Patenkind von Ludwig XIV. seit 1715 der 3. Herzog von Richelieu, 3. Herzog von Fronsac, Fürst von Mortagne, 3. Marquis du Pont-Courlay, Graf von Cosnac, Baron von Albret, Barbezieux, Coze und Saugeon sowie Pair von Frankreich und hatte schon von 1725 bis 1729 als Gesandter in Wien diplomatische Erfahrungen gesammelt. Er wurde von Antoine-Rene de Voyer d'Argenson, Marquis de Paulmi, begleitet, der dann von Dresden nach Berlin weiterreiste. Die Gesandtschaft wurde trotz der schwierigen politischen Großwetterlage ein voller Erfolg. Der polnische König und Kurfürst von Sachsen, Friedrich August, stimmte der Verbindung mit dem französischen Hof zu. Maria Josepha von Sachsen wurde die Mutter von Ludwig XVI., dem letzten König des Ancien Régime. Ab 1747 wurde daraufhin eine ständige Gesandtschaft in Warschau eingerichtet. Erster Gesandter des Königlich Französischen Hofes beim Königlich Polnischen Hof in Warschau Charles Hyacinthe de Galléan, Marquis des Issarts (geboren am 12. April 1716, gestorben am 18. August 1754 in Avignon), der 1751 als Gesandter nach Turin geschickt wurde.

Von 1801 bis 1805 war Alexandre-François de La Rochefoucauld[60] Gesandter des Königlich Französischen Hofes beim Kurfürstlich Sächsischen Hof in Dresden, ab dem 24. September 1815 dann Joseph Fouché, Herzog von Otranto, der nicht länger als drei Monate in Dresden wohnte. Joseph Fouché war der übermächtige Polizeiminister im französischen Kaiserreich und in der darauf folgenden Restauration[61]. Er wird 1816 abgelöst durch Édouard Dillon (1750-1839), den comte de Dillon. Er war mit Émilie Pocquet de Puilhery, einer vermögenden Kreolin aus Martinique, verheiratet. In Dresden verliebte sich der preußische König Friedrich Wilhelm III. in Dillons 1798 geborene Tochter Georgine. Diese lehnte aber den Antrag ab und heiratete am 25. Mai 1820 ungarischen Grafen Károlyi, verstarb aber schon 1827. Friedrich Wilhelm III., seit 1810 Witwer, lernte 1822 bei einer Kur im böhmischen Teplitz seine zweite Frau Auguste von Harrach (* 30. August 1800 in Dresden) kennen und heiratete sie heimlich am 9. November 1824.


Französische Botschafter in Sachsen

César-Florimond geboren in Dresden am 22. Juli 1820

  • gestorben in Paris am 25. Februar 1886
  • Marquise von La Tour-Maubourg
  • Offizier in Afrika
  • Abgeordneter von Haute-Loire (1852-1870)
  • Generalrat
  • Bürgermeister
  • Verwalter des Grand Central
  • Kammerherr von Napoleon III.
  • Offizier der Ehrenlegion
  • heiratete am 21. Juni 1849 in Paris Anne-Ève ​​Mortier von Treviso ( geboren am 31. Dezember 1829 - gestorben im Oktober 1900)

Dresdner Stadtteile 1819[Bearbeiten]

Die Residenzstadt Dresden ist in vier Viertel eingetheilt. Das erste Viertel faßt die eine Seite der Pfarrgasse, die Schreiber- See- Breite- Zahns- Weber- und Scheffelgasse, die eine Seite der Willßdruffergasse, und die am alten Markt, und an der Stadtmauer zwischen diesen Straßen liegenden Häuser, und also die Nr. 1 bis mit 219; das zweyte Viertel die zweyte Seite der Willßdruffergasse, die Schloß- große und kleine Brüdergasse, den Taschenberg, die Schösser- Rosmarin- Sporergasse, einen Theil der großen Frauengasse, den Jüdenhof, und die am alten Markt zwischen der Schloß- und der hroßen Frauengasse liegenden Häuser, also Nr. 220 bis mit 395.; das dritte Viertel den zweyten Theil der großen Frauengasse, die Lochgasse, kleine Frauen- kleine und große Kirchgasse, Nasse Gasse, die am Neumarkte zwischen der großen Frauen- und kleinen Kirchgasse liegenden Häuser, die kleine und große Frohn-, große und kleine Marktgasse, die am alten Markt zwischen der Lochgasse und Kreuzkirche, die an und hinter dieser liegenden Häuser, die Kreuz- und Schulgasse, die zweyte Seite der Pfarrgasse, die ander Frauenkirche zwischen der großen Fischergasse und dem Neumarkte, und die an diesem zwischen der Frauenkirche und der Augustusstraße liegenden Häuser, die Augustusstraße, die Töpfer- und kleine Fischergasse, und die Georgenstraße, und also die Nr. 396 bis mit 605; und das vierte Viertel , das am Eingang zum Klepperstalle zu liegende Haus, die Gegend am Klepperstalle, die große Fischergasse, die hinter und an der Frauenkirche zwischen der großen Fischer- der Salz- und Rampischen- und Pirnaischen Gasse liegenden Häuser, die Salz- Hinter- Rampische- kleine und große Schießgasse, die Pirnaische- und Friesengasse, die Morizstraße, und die am Neumarkt zwischen der Pirnaischen- und kleinen Kirchgasse liegenden Häuser, also Nr. 606 bis mit 768. Die Viertel sind durch die über jeder Nummer stehenden Buchstaben: A. B. C. D. bemerkt; A. bezeichnet das erste, B. das zweyte, C. das dritte und D. das vierte Viertel.[62]

Friedrichstadt ist durch die über die Weißeritz erbauete Bruecke mit Dresden verbunden. Man geht durch den Zwinger über die Zwingerbruecke, durch die Ostraallee, und ueber die Ostrabruecke dahin. Friedrichstadt steht ganz unter Amtsgerichtsbarkeit und hat I. Richter, 3. Gerichtsschoeppen, und 4. Viertelsmeister, und ist wie Dresden und Neustadt in vier Viertel eingetheilt. Das erste Viertel enthält die Brueckenstraße und einen Theil der Weißeritzstraße, nämlich Nr. 1. bis mit 50.; das zweyte Viertel den uebrigen Theil der Weißeritzstraße, die Badergasse und die Neue Gasse, und also die Nr. 51. bis mit 89.; das dritte Viertel die Prießnitzer Straße und einen Theil der Schaeferstraße, nämlich: Nr- 90. bis mit 133.; das vierte Viertle den uebrigen Theil der Schaeferstraße, die Vorwerkstraße, und den Marktplatz, und also die Nr. 134. bis mit 178. Die Namen der Straßen sind am Eckhause jeder Straße angeschrieben. Die Viertel sind ebenfalls, wie in Dresden und Neustadt, durch die ueber jeder Nummer stehenden Buchstaben: A. B. C. D. bemerkt; A. bezeichnet das erste, B. das zweyte, C. das dritte und D. das vierte Viertel.[63]

Dresdner Straßen 1819[Bearbeiten]

  • Alte Markt
  • Augustusstraße
  • Borngasse (gr.), Pir.Vst.
  • Breite Gasse, Neust.
  • Brückenstraße, Frdrst.
  • Brüdergasse, große
  • Brüdergasse, kleine
  • Elbe (a.d.), Pir.Vst.
  • Elbberg, Pir.Vst.
  • Festungsgraben, Sth.Vst.
  • Fischersdorf, Wil.Vst.
  • Frauengasse, große
  • Frauengasse, kleine
  • Frauenkirche, an der
  • Freiberger Schlag (außerhalb), Wil.Vst.
  • Hundsgasse, Wil.Vst.
  • Jägerhof, gr., Neust.
  • Jüdenteich (am), Sth.Vst.
  • Klostergasse (gr.), Neust.
  • Kohlmarkt, Neust.
  • Kreuzgasse
  • Kreuzkirche (hinter d.)
  • Lange Gasse, Pir.Vst.
  • Lochgasse
  • Marktplatz, Neust.
  • Meißner Gasse (gr.), Neust.
  • Meißner Gasse (kl.), Neust.
  • Mittelgasse, Wil.Vst.
  • Morizstraße
  • N.A.
  • Nachbarschaft, Wil.Vst.
  • Nasse Gasse
  • Neue Gasse, Pir.Vst.
  • Neumarkt
  • Obergraben, Neust.
  • Palaisplatz, Neust.
  • Pfarrgasse
  • Pfarrgasse, Neust.
  • Pirnaische Gasse
  • Pirnaische Gasse, Pir.Vst.
  • Plauische Gasse (gr.), Sth.Vst.
  • Plauische Gasse (kl.), Sth.Vst.
  • Poliergasse, Sth.Vst.
  • Prießnitzer Straße, Frdrst.
  • Rampische Gasse
  • Rampische Gasse, Pir.Vst.
  • Ränitzgasse, Neust.
  • Ritterstraße, Neust.
  • Roßmaringasse
  • Schäferstraße, Frdrst.
  • Schießgasse, Wil.Vst.
  • Schießgasse, große
  • Schießgasse, kleine
  • Schloßgasse
  • Schössergasse
  • Schreibergasse
  • See (am), Sth.Vst.
  • Seegasse
  • Viehweide, Wil.Vst.
  • Webergasse
  • Weißeritzstraße, Frdrst.
  • Willßdruffer Gasse
  • Zahnsgasse
  • Ziegelgasse, Pir.Vst.


  • Frauengasse:
Anton Weck: Grundriss der Stadt Dresden 1529

Nach dieser Karte von 1680 nach der Situation von 1529

  • verlief die Gr. Frauen g. von der Jüden gaß. auf das Frauen Thor und dadurch in etwa parallel mit dem südlich davon liegendem Loch - nördlich der Gr. Frauen g. lag der Jüdenhoff - ob die Gr. Frauen g. bei den Brotbänken endete, ist nicht klar - bei den Brotbänken gibt es noch einen deutlichen Platz (Markt), die weitere Verlängerung nach Westen über Die Schloßgaße hinaus bildet die Große Brüder g.
  • verlief die (kürzere) Kl. Frauengaß. vom Loch auf das Frauen Thor zu - und stellte damit über Loch, den (Alt)Marckt und die Wilsdorffer gaß. die Hauptverbindung zwischen dem Wilsdorffer Thor und dem Frauen Thor, also die wichtige Ost-West-Verbindung, her
  • verlief die Nicolas gaß. parallel zu und zwischen der Jüden gaß. und der Schloßgaße
  • verlief die Naßengaße parallel zu (Alt)Marckt und Kirchgaße und stieß westlich der Einmündung Kl. Frauengaß. auf das Loch, die Kirchgaße östlich davon
  • lag vor dem mittelalterlichen Frauen Thor das frühneuzeitliche Rampische Thor, welches die Pirnische gaß. teilte - die Verbindung zwischen Ausgangspunkt der Pirnischen gaß. und dem Frauen Thor stellte die Rampische g. am Südrand des Frauenkirchhofs her


Frauengasse(n) mit dem alten (Brot)Markt (der breite, westlichste Abschnitt)

Karte von 1755

Nach dieser Karte von 1755 (eine ältere Situation zeigend - Katholisch Hofkirche, ab 1739 im Bau, 1755 geweiht, fehlt vollends)

  • verlief die Große Fraun Gaße vom Loch (nahe dessen Mündung in den Alten Marckt) parallel zu Schoeßer Gaße und Kleine Fraun Gaße, kreuzte den uralten Markt An den Brod Baencken (linkerhand) und stieß dann auf den Iuden Hof = Judenhof (rechterhand befand sich dort das Commendanten Hauß) - das Straßenstück an der linken Seite des Stalls hin zur Reuth-Bahne ist unbezeichnet und stellte die direkte Verlängerung der Großen Fraun Gaße über den Iuden Hof dar
  • verlief die Kleine Fraun Gaße vom Loch (das in den Sack führte) parallel zu Große Fraun Gaße und Kleine Kirch Gaeßgen (als Verlängerung der Weißen Gaße) zu dem Gebäudeblock mit Gewandhauß und Commendanten Hauß (die Straße vom Neu Marckt über die Kreuzung mit der Kleinen Fraun Gaße, die Kreuzung mit der Großen Fraun Gaße, über An den Brod Baencken, über die Kreuzung mit der Schoeßer Gaße bis hin zur Schloß Gaße ist unbezeichnet - bis auf das Stück zwischen Großen Fraun Gaße und Schoeßer Gaße, welches als An den Brod Baencken bezeichnet wird - aber genau dieses Stück (zwischen den Quartieren V und VI) wird heute als Frauenstraße bezeichnet, sofern es noch vorhanden ist: vom Neumarkt über die Einmündung der Gasse zwischen den Quartieren VI/1 und VI/2 (wohl in etwa die ehemalig Kleine Fraun Gaße) bis zur vom Kulturpalast verschobenen Galeriestraße, die ehemalige Große Fraun Gaße)
  • befand sich An den Brod Baencken genau unter dem heutigen Kulturpalast
  • verlief die Schoeßer Gaße vom Alten Marckt parallel zu Schloß Gaße und Große Fraun Gaße über die Kreuzung mit An den Brod Baencken (rechterhand, die Straße links war unbezeichnet) und die Kreuzung mit Spuhr Gaeßgen (rechterhand) und Rosemarien Gaße (linkerhand) bis zum Cantzley Gaeßgen (linkerhand, rechterhand lag die Reuth-Bahne)
  • verlief das Spuhr Gaeßgen von Iuden Hof bis zur Schoeßer Gaße, nach dieser Kreuzung hieß die Fortführung der Straße dann Rosemarien Gaße
  • wurde die Straße vom Georgen Thor bis zur Kleinen Fischer Gaße als Pohlnische Straße bezeichnet, und danach Am Stalle - die Verlängerung über den Neu Marckt bis zur Großen Schieß Gaße nannte sich Moritz Gaße
  • wurde die Verlängerung von an Klepper Stall über die Große Fischer Gaße in Richtung Zeug und Zimmer-Hof mit An Stockfisch Buden bezeichnet

im Vergleich zu der Situation von 1529 hatte sich die Kirchgaße einen Durchbruch durch die nördliche Bebauung des Lochs erzwungen und verlief in einer eigentümlich gezackten Straßenführung auf den neugeschaffenen Neumarkt und die Frauenkirche zu und hatte durch den Bau des Gewandhauses nahe dem ehemaligen Frauentor der Kleinen Frauengasse als Verbindung zum Frauenkirch-Areal den Rang abgelaufen, welche dadurch in die Bedeutungslosigkeit einer kleinen, kurzen Innenstadtgasse absank

ganz eigentümlich verlief nun die Große Frauengasse gar nicht mehr in Richtung Frauenkirch-Areal, sondern um neunzig Grad gedreht vom Loch Richtung Jüdenhof und erscheint an Stelle der alten Jüdengasse

offenbar muß man annehmen, dass die Brotbänke seit alters her zur (Großen) Frauenstraße in Richtung Frauentor gehörten, weswegen eine Drehung der Straße an genau diesem Punkt um neunzig Grad kein Problem darzustellen schien

Adressbuch 1797:

S. 573: Nr. 370. s. Lochgasse. (Zwischen dem alten Markte und der großen Frauengasse.) Von Nr. 371. bis mit 374. s. gr. Fraueng. (von der Lochgasse n. d. Juedenhofe zu.) Von Nr. 375. bis mit 378. s. gr. Fraueng. (zwischen vorstehender gr. Frg. und der Schössergasse.) Von Nr. 379. bis mit 383. s. gr. Fraueng. (nach dem Juedenhofe zu.) Von Nr. 384. bis mit 387. s. Juedenhof (zwischen d. gr. Frg. u. d. Sporergasse.) Nr. 388 s. Sporergasse. Von Nr. 389. bis mit 390. s. Juedenhof (zwischen dem Neumarkte u. d. gr. Frg.) Von Nr. 391. bis mit 395. s. gr. Frg. (vom Juedenhof in dieselbe.)

S. 574: Von Nr. 396. bis mit 402. s. gr. Fraueng. nach dem Neumarkte zu. Nr. 403. s. Neumarkt. (zwischen der kl. Kirchg. und der gr. Frg.) Von Nr. 404. bis mit 410. s. vorstehende gr. Frauengasse (linker Hand) Von Nr. 411. bis mit 418. s. gr. Frg. nach der Lochg. zu. Von Nr. 419. bis mit 421. s. Lochgasse. (zwischen der gr. und kleinen Frauengasse.) Von Nr. 422. bis mit 433. s. kl. Frauengasse. Von Nr. 434. bis mit 437. s. Lochgasse. (zwischen der kl. Frauen= u. kleinen Kirchg.) Von Nr. 438. bis mit 442. s. kl. Kirchg. (zwischen d. Lochgasse und dem Neumarkte.) Nr. 443. s. Neumarkt. (zwischen der kl. Kirchg. und der gr. Frg. neben Nr. 403.) Nr. 444. s. kl. Kirchgasse. (vom Neumarkte nach der Lochg. zu, linker Hand.)

S. 89: Große Frauengasse. Von der Lochgasse nach dem Juedenhofe zu, a) linker Hand. Nr. 371. [...] Hr. Friedr. Benj. Pfefferkorn, Rauchhaendler, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in demselben in der Lochgasse. Hr. Gotthelf Wilh. Pfefferkorn, Kaufmann, führt Materialwaaren, und den Laden in diesem Hause, in der Lochgasse. Hr. Joh. Christian Pfefferkorn, Kaufmann. [...] Nr. 372. [...] August Christian Pfitzinger, führt Materialwaaren, hat den Laden in diesem Hause, und besitzt dasselbe.

S. 90: Nr. 373. Hr. Joh. Michael Löwe, Drechslermeister, hat den Laden in diesem Hause und besitzt dasselbe. Hr. Joh. Gfried. Opitz, Kürschnermeister, hat den Laden in diesem Hause, unter Nr. 414. [...] Nr. 374. [...] Hr. Joh. Gfried. Benj. Rietschel, Hofposamentier, Besitzer dieses Hauses. [...] Die folgende Nr. 375. u. s. w. s. große Frauengasse zwischen der Schoessergasse und dem Neumarkte. [...] Nr. 379. [...] Herr George Friedr. Walther, Hofbuchhändler, Mitbesitzer dieses Hauses. Hr. Konrad Salomon Walther, Hofbuchdrucker, Mitbesitzer dieses Hauses. (Im ersten Stocke dieses Hauses ist das General-Kriegsgerichtskollegium; im Erdgeschoß die Waltherische Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerey.) Nr. 380.

S. 91: Hr. Aug. Friedr. Günther, Agent, hat die Geschäfte des kursächs. Gesandten in Berlin, Hrn. Grafen von Zintzendorff zu besorgen; auch kann man bey ihm Lotterieloose haben. Herr Christian Glieb. Graf v. Holzendorff, kursächs. Kammerjunker, (hat hier sein Absteigequartier.) Hr. Joh. Glob. Kratz, Besitzer dieses Hauses. Nr. 381. [...] Hr. Joh. Karl Glob. Hohlfeld, Klempnermeister, hat den Laden in dieser Straße, unter Nr. 393. [...] Dieses Haus besitzt des Neumarktkellerwirths, Hrn. Müller, Ehefrau.) Nr. 382. Herr Christian Glieb. Grünberg, Besitzer dieses Hauses, schenkt Wein, und setzt Weingäste. Nr. 383. [...] Hr. Friedr. Aug. Petri, Sporermeister, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in der Sporergasse unter dem Eckhause an der Schoessergasse Nr. 360. [...] (Dieses Haus besitzt der Kaufmann, Hr. Fretzdorff.) Die folgende Nr. 384 u. s. w. s. Juedenhof. b) rechter Hand, vom Juedenhofe nach der Lochgasse zurück. Nr. 391.

S. 92 Dieses Haus besitzt Hr. Hof= und Justizienrath D. Weinlig. [Besitzer von Haus Nr. 9 Alte Markt und Haus Nr. 391] Nr.392. [...] Dieses Haus besitzen die Kirschischen Erben. [Herr D Heinrich Christoph Kirsch, Rechtskonsulent, Mitbesitzer dieses Hauses (Neustadt 187. Breite Gasse) und von D. Nr. 392.] Nr. 393 [...] Herr Karl Gottlieb Neubert, Spitzenhaendler, Bes. d. H. Nr. 394. [...] Hr. Joh. Gotthelf Steger, Klempnermeister, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in demselben. Nr. 395. [...] Hr. Joh. Gottfried Rostig, Lotteriekollekteur, Besitzer d. Hauses, hat das Kom[p]toir in demselben. [...] Mit dieser Nummer schließt sich das zweyte Stadtviertel. Folgende Nrn. 411. - 418. gehoeren zum dritten Stadtviertel, werden aber hier aufgefuehrt, um diese Gasse nicht zu zerstueckeln. Nr. 411.


S. 93: Herr Engel Friedr. Triebel, Accisrath und Generalaccisinspektor allhier, dessen Ehefrau Eigenthuemerinn dieses hauses ist. Nr. 412. [...] Hr. Joh. George Simon, Hofzinngießer, Viertelsmstr. u. Besitz. dieses Hauses, hat den Laden in demselben. [...] Nr. 413. [...] Nr. 414. Herr Joh. Ludw. Fretzdorff, Kaufmann, führt Materialwaaren, hat den Laden hier, und besitzt dieses und vorstehendes Haus. [...] Nr. 415. [...] Hr. Joseph Dotesius, Kupferstich= Landkarten= und Bilderhaendler aus Leipzig, hat b. seinem Hierseyn den Stand in der Roßmaringasse am Eckhause an der Schloßgasse. [...] (Dieses Haus besitzt der Kaufmann, Hr. Pfitzinger. [wohnt in Nr. 372])

S. 94: Nr. 416. Hr. Joh. Chrstph. Junker, Drechslermeister, hat den Laden in der gr. Frg. unter Nr. 411. [...] Fr. Anne Marie Siegel, Weißbaeckermeisters Wittwe, Besitzerinn dieses Hauses. [...] Herr Heinr. Traug. Siegel, Weißbaeckermeister. Nr. 417. [...] Hr. Joh. Friedr. Jaedicke, Schuhmachermeister, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in der kl. Frg. unter dem Eckhause an der Lochgasse. Nr. 421. [...] Nr. 418. [...] Hr. Benj. Gottfried Redlich, Kaufmann, hat das Gewoelbe in der Lochgasse unter dem Eckhause am alten Markte Nr. 513., führt seidne u. weiße Waaren. [...] (Dieses Haus besitzt Jgfr. Dorothee Friederike Sigismunde Titius. [Dorothee Friedericke Sigismunde Titius lt. Berichtigung] Große Frauengasse. Zwischen der Schoessergasse und dem Theile der großen Frauengasse, welcher von der Lochgasse nach dem Juedenhofe zu läuft. Von der Schoessergasse nach dieser gr. Frauengasse zu, a) rechter Hand.

S. 95: Nr. 375. Herr Joh. Karl Bertram, Kaufmann, führt Materialwaaren und hat den Laden in diesem Hause. [...] (Dieses Haus besitzt Hr. Accisrath, Triebel.) [D. große Frauengasse Nr. 411; dessen Ehefrau besitzt das Haus D. Nr. 375, er das Haus D. Nr. 411 (große Frauengasse)]



Neumarkt heute

w:Neumarkt (Dresden) und Kategorie

w:Quartier V

Straßen 1813

Frauengasse

Galeriestraße

Die Gründer des Dresdner Missions-Hilfsvereins[Bearbeiten]

Detlev Carl Wilhelm Baumgarten-Crusius[Bearbeiten]

Siehe Kapitel: Detlev Carl Wilhelm Baumgarten-Crusius

Dresdner Adressbuch 1820, S. 110 Schulen. ... An der Kreuzschule. Hr. Christian Aug. Ernst Gröbel, Rector in dem Schulgeb. - C. Glieb. Detl. Baumgarten, gen. Crusius, Conrector, ebend.

  • Detlev Karl Wilhelm Baumgarten-Crusius (* 24. Januar 1786 in Dresden; † 12. Mai 1845 in Meißen)
  • Dr. Karl Wilhelm Baumgarten-Crusius
    • Sohn des Predigers an der Kreuzkirche in Dresden und späteren Stiftssuperintendenten von Merseburg Gottlob August Baumgarten-Crusius (* 1. April 1742 in Penig; † 15. Dezember 1816 in Merseburg) und Charlotte Sophia geb. Löwe († 7. März 1811 in Merseburg)
Ludwig Friedrich Otto Baumgarten-Crusius
    • Bruder des evangelischen Theologen w:Ludwig Friedrich Otto Baumgarten-Crusius (* 31. Juli 1788 in Merseburg; † 31. Mai 1843 in Jena) - dieser lernte u. a. bei w:Karl August Gottlieb Keil, einem theologischer Vertreter des Rationalismus
    • 1798 Landesschule (Fürstenschule) in Grimma
    • 1803 Universität Leipzig (Theologie und klassische Philologie)
    • 1806 theologische Prüfung - das Predigen wirkte aber nachteilig auf seine Gesundheit
    • 1810 Conrector des Domgymnasiums Merseburg (welches 1815 preußisch wird) - damals wohl noch Domschule
    • w:Plutarch: Agesilaus (w:Agesilaos II.) erste philologische Arbeiten (Leipzig 1812 ?)
    • w:Xenophon Leipzig 1812 erste philologische Arbeiten
    • Deutsche Blätter F. A. Brockhaus (1813?) - für die Freiheit Deutschlands und gegen Napoleon kämpfte er mit dem Schwerte des Wortes und schlug recht wacker zu
    • Vier Reden über Vaterland, Freiheit, deutsche Bildung und das Kreuz. An die deutsche Jugend gesprochen. Eine Weihnachtsgabe. Leipzig und Altenburg, F. A. Brockhaus 1814, Neue Auflage 1816 159 S. - Jenaer Allgemeine Literatur-Zeitung 1816 Nr. 7f Sp. 49. 56/60.
    • „Vier Reden an die deutsche Jugend über Vaterland, Freiheit, deutsche Bildung und das Kreuz“ (Leipz. 1816)
    • Suetonius, Leipz. 1816—18 in 3 Bdn
    • 1817 Conrector der Kreuzschule Dresden
    • Reise aus dem Herzen in das Herz / hrsg. von Carl Baumgarten-Crusius [Mikrofiche-Ausg.] ISBN 978-3-628-37015-1; 3-628-37015-9 Mikrofiche-Ausg.: Wildberg : Belser Wiss. Dienst, 1989 - 1990. (Edition Corvey) dnb http://d-nb.info/552270466
    • Reise aus dem Herzen in das Herz Teil: 1 (1819) Dresden : Hilscher VI, 150 S. ISBN 978-3-628-37015-1; 3-628-37015-9 dnb http://d-nb.info/932288677
    • Reise aus dem Herzen in das Herz Teil: 2 (1819) Dresden : Hilscher 176 S. ISBN 978-3-628-37015-1; 3-628-37015-9 dnb http://d-nb.info/932288685
    • Reise auf der Post von Dresden nach Leipzig : e. humorist. Erzählung / von Carl Baumgarten-Crusius Dresden : Hilscher 1820 164 S. ISBN 978-3-628-40527-3; 3-628-40527-0 Mikrofiche-Ausg.: Wildberg : Belser Wiss. Dienst, 1989 - 1990. (Edition Corvey)dnb http://d-nb.info/932288693
    • Odyssee (1822 bis 24. 4 Bde. mit sachgemäßen Auszügen aus dem weitschweifigen Commentar des Eustathios und andern griechischen Scholien
    • „Briefe über die Bildung und Kunst in Gelehrtenschulen“ (Leipz. 1824)
    • w:Titus Livius: T. Livii Patavini historiarum [ab urbe condita] libri qui supersunt omnia et deperditorum fragmenta : T 1-3 / Detl. C. G. Baumgarten-Crusius Ausgabe Ed. curavit ... Lipsiae : Teubner 1825-26 dnb http://d-nb.info/361162464 - Titus Livius war fester Bestandteil des Lateinunterrichts in Deutschland - gelesen wurde er in Sekunda vor allem unter dem Aspekt der als vorbildhaft dargestellten „römischen Tugenden“
    • 1832 Rector der Landesschule von Meißen - nach zwei Quellen 1833
    • „Symbolae ad Lexica graeca ex Aretaeo Cappadoce, scriptore medico", 1834
    • „De Psyche, fabula Platonica“, 1835
    • „De Georgii Fabricii, rectoris Afrani, vita et scriptis“, 1839

Detlev Carl Wilhelm Baumgarten-Crusius

Baumgarten=Crusius, Detlev Karl Wilhelm

dnb Baumgarten-Crusius, Carl Wilhelm http://d-nb.info/gnd/115804129

Leben des ... Dr. D. K. W. B.-C., ... beschrieben und nach den von ihm hinterlassenen Mittheilungen zusammengestellt von seinem Sohne Arthur Baumgarten-Crusius Oschatz, Beck 1853, VI, 178 S. Benutzt werden auch Bruchstücke aus Briefen an D. K. W. B.-C. von Ammon, Bötiger, Hermann, Jacobs, v. Langenn u. a. - d. [W. Chezy]: Morgenblatt 1857. S. 486a. 1067.

= Arthur Baumgarten-Crusius: Leben des Rektors und ersten Professors der Königl. Sächs. Landesschule zu Meißen, Dr. Detlev Karl Wilhelm Baumgarten-Crusius, Ritter des Königlich Sächsischen Civilverdienst-Ordens . - beschrieben und nach den von ihm hinterlassenen Mittheilungen zusammengestellt von seinem Sohne Arthur Baumgarten-Crusius. - Seinen Schülern und seinen Freunden gewidmet von dem Verfasser. Oschatz 1853. Druck und Verlag von C. H. O. Beck. MDZ http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10061577-3

Vorwort: ... und folge seinem Beispiele, wie er das Leben seines Vaters beschrieb... Oschatz im März 1853. Der Verfasser.

Johann Christian Baumgarten - Schulmann - Cantor zu Geringswalde, dann zu Penig, verh. mit Sophie Elisabeth geb. am Ende, Tochter des Predigers zu Mahlis bei Hubertusburg

vier Kinder, das jüngste Gottlob August am 1. April 1752 in Penig geboren - 1758 zum Rector der Schule Mittweida berufen, 1759 verstorben (eine Tochter bereits zuvor gestorben)

die Schwester wurde Gattin des königl. sächs. Hofrates und Oberpostamtsrat Boxberg in Leipzig

Ostindienfahrer
Batavia um 1740

(geb. 1746/47?) ältester Bruder Christian Gottfried Baumgarten - (1759/60? - nach Krankenlager) mit 13 Jahren Lehre in einem angesehenen Handelshaus in Leipzig - (1764/65?) er verließ voller Abenteuerlust mit 18 Jahren Leipzig, wurde in Amsterdam als Matrose auf einen holländischen Ostindienfahrer gebracht und führt mehrere Jahre den Namen Pauw, weswegen er 4 Jahre als verschollen galt - er kam nach Batavia (w:Batavia (Niederländisch-Indien)) und von dort zu den verschiedensten Handelsplätzen seiner Companie (China, Ceylon, Bengalen, Negapatam an der indischen Koromandel-Küste, Persien...) - 1767 Assistent bei der General-Secretaire in Batavia, von dort erste Nachricht - er sparte auf die Rückkehr, die 1773 erfolgte - der Plan, eine Handlung in Leipzig zu errichten, scheiterte - nach einigen Monaten ging er als Bombadier auf einem holländischen Schiff nach Batavia zurück, arbeitete sich zum ersten Secretair der holländischen Regierung in Batavia empor, folgte aber 1776 dem Gouverneur, Herrn de Bruye, nach Malacca - verheiratet mit der Tochter des Herrn Gerrik Lendert Velge aus Malakka, aus der Ehe gingen acht Kinder hervor, die beiden ältesten Söhne schickte er im Alter von 6 und 7 nach Lübeck, wo sie sein Bruder abholte, beide jung gestorben, der Ältere auf der Heimreise nach Batavia, der jüngere, Friedrich August, als Prediger in Kriegstädt bei Lauchstädt - am 7. August 1788 wurde er Regent des eroberten Königreiches Jahoor mit Sitz auf der Insel Riouw, starb dort bereits am 17. März 1789, im 42ten Jahre seines Alters - die anderen Söhne fanden britische Anstellungen, die einzige Tochter heiratete den Kaufmann Bree in Madras

die Mutter Sophie Elisabeth nährte die Familie kümmerlich mit Handarbeiten, lebte in ihren letzten mehr als 20 Jahren bei Gottlob August, half bei der Kindererziehung und erreichte ein hohes Alter - ihr Sohn ließ sich neben ihr begraben

Gottlob August sollte sich nicht wie sein Vater den Wissenschaften widmen, weil Fleiß und Wissen kaum für das tägliche Brot reichte

das Haus, wo die Familie wohnte, gehörte einem wohlhabenden Leineweber, und der Junge mußte nach der Stadtschule in die Werkstube

Magister Christoph Cruse (Crusius) aus Mitteida (70jährig), verwitwet und kinderlos, heiratete Sophie Elisabeth am 28. Dezember 1760 - der Ehe waren noch zehn Jahre vergönnt, Gottlob August nahm den Namen Crusius an (bis zu amtlichen Anstellungen und Publikationen)

im 12. Jahr (1764) Fürstenschule in Grimma, 1769 Universität Leipzig, danach Hauslehrerstelle bei dem Kreishauptmann v. Gehrsdorf (und später noch bei dessen Bruder)

1774 Prediger der Gemeinde zu Kleinzschocher und Miltitz, bald danach Heirat mit der Tochter des Geistlichen M. Löwe in Eythra (in 35 Jahren Ehe 12 Kinder, sechs wurden erwachsen)

1780 zwei Predigten bei Leipzig vor einem Übungslager der sächsischen Armee - diese wurden gedruckt, daraufhin eine Berufung als Diakonus an der Kreuzkirche Dresden (die Kreuzkirche wardamals noch zerstört, 1792 erfolgte die Weihe und 1800 war der Sakralbau endgültig vollendet) - Gottesdienst in der evang. Hofkirche

1787 verließ er seine Lieblingsstadt Dresden und folgte einer Berufung des Domkapitels Merseburg als Stiftssuperintendent, Konsistorialassessor und Inspektor des Gymnasiums

1789 Doktor der Theologie in Leipzig, Schwur, die reine evangelische Lehre zu lehren und zu verteidigen

nach der Teilung Sachsens 1816 Regierungs- und Konsistorialrat in Merseburg und Mitglied der Magdeburger Regierung - November 1816: Ernennung seines Nachfolgers Neander als Superintendent (der spätere Bischof) - starb am 15. November in den Abendstunden

ältester Sohn preußischer Regierungsrat in Roßla, der zweite Vize-Präsident des königl.- sächs. Oberappellationsgerichts zu Dresden (lebte 1853? noch), der dritte Carl, der vierte geheimer Kirchenrat und Primarius der theologischen Fakultät Jena

Biographie Carl Wilhelm Crusius

Carl Wilhelm * 24. Januar 1786 in Dresden (Geburtstag mit Friedrich dem Großen * 24. Januar 1712 in Berlin; † 17. August 1786 in Potsdam), sein Vater seit 1780 Diakonus an der Kreuzkirche dort (früher Landprediger) - das vierte von sechs Kindern, die erwachsen wurden - ein Bruder und eine Schwester wurden noch später geboren

1791 ? Gespräche mit der Großmutter über Joseph, Jesus etc. - Bild des barmherzigen Samariters

wuchs mit seinen Geschwistern und den beiden Buben aus Ostindien auf -die Knaben erhielten in den frühen Morgenstunden Haus-Unterricht vom Vater ("Kinderbewahranstalt"), Latein hatte nach altväterlicher Sitte den ersten Rang, aber er gab auch Französisch (ihm aus seiner Hofmeisterzeit geläufig), Griechisch gab er erst in den letzten Jahren vor der Entlassung aus dieser Vorschule - Bibel in Lutherdeutsch, das Alt Testament nur in geschichtlichen Auszügen, dazu Luthers Katechismus - Geschichte durch Erzählungen, Rechnen im Kopf, Geometrie auf dem Felde - als der Vater in der Stellug stieg, wurde ein Hofmeister angestellt (sieben Jahre lang)

der Vater las die Begebenheiten aus der Zeitung vor - es war die Zeit der französischen Revolution und des deutschen Kampfes dagegen - Wunsch, ebenfalls dem allen zu entfliehen wie der Onkel nach Ostindien und dort sein Glück zu finden -

Christian Felix Weiße 1769

Weiße's Kinderfreund genügte nicht mehr - (Der Kinderfreund : ein Wochenblatt Hrsg.: Weiße, Christian Felix ; Achter Theil, 1778 Tübingen w:Christian Felix Weiße (* 28. Januar 1726 in Annaberg; † 16. Dezember 1804 in Stötteritz) Der Kinderfreund (24 Bände, 1775–1782) - Besuch der Thierbude und des Familientheaters Magister Bibulus (Der Kinderfreund, 9. und 10. Theil 1778) gefiel besonders - aber besser noch Reisebeschreibungen und Beschreibungen fremder Menschen und Sitten - und heimlich Hensler, Karl Friedrich Die Löwenritter Th. 1. 1799 |Th. 2. 1801 , Hensler, Karl Friedrich Die Löwenritter : Ein Schauspiel mit Gesang in vier Aufzügen, nach der Geschichte des Herrn Spieß für die Marinellische Schaubühne; Spieß, Christian Heinrich Die zwölf schlafenden Jungfrauen T. 1. 1797 Spieß, Christian Heinrich Die zwölf schlafenden Jungfrauen : Ein Schauspiel mit Gesang in vier Aufzügen, nach der Geistergeschichte des Herrn Spieß, für die Marinellische Schaubühne bearbeitet - aber auch w:Friedrich Christian Schlenkert Kaiser Heinrich der Vierte, 5 Bände, Dresden Leipzig, 1788–1795 Graf Wieprecht von Groitzsch, 3 Bände, 1789–1795 Altdeutsche Geschichten romantischen Inhalts, 1790

Beschäftigung mit Livius vor dem 12. Jahr

Fürstenschule Grimma, 17. Jh. (Bauwerk bis 1820)

kaum das 12. Jahr beendet, auf die Klosterschule (wo bereits zwei ältere Brüder vorausgegangen waren) - am 1. Mai 1798 in der Fürstenschule zu Grimma recipirt - nach lateinischen Übersezungen in die Oberquarta, Rutschbank - Rector Mücke (hatte auch schon den Vater unterrichtet) w:Johann Heinrich Mücke (* 10. Februar 1735 in Wittenberg; † 11. März 1799 in Grimma) 1767 Konrektor, 1782 Rektor w:Johann Tobias Krebs (Altphilologe) (* 16. Dezember 1718 in Buttstädt; † 6. April 1782 in Grimma) 1752 Konrektor, 1763 Rektor - lernen hinter Schloß und Riegel und eisernen Stäben, im Sommer nur zehn geführt Wanderungen zu eingehegten Spielplätzen, Winter im klösterlichen Kreuzgang in der Schule, Baden im Fluß verboten - religiöser Sinn wurde durch Zwang und Gwohnheit, recht fromm und gottselig zu machen, herausgetrieben - morgens und abends eine Stunde Gebet (langes Lied, zwei Kapitel Bibel, abgeschmackte, bis zum Überdruß wiederholt Gebete), Gebet am Anfang und am Ende der Unterrichtsstunde und Gebete vor und nach dem Essen, dazu Betstunde drei Uhr nachmittags in der Kirche und geistliche Übungen in den Zimmern bis in die Nacht - Gottesdienste Sonn- und Feiertags zweimal, an den damals in Sachsen neuen Bußtagen dreimal, Freitags Wochenkirche (Landprediger des Bezirks mit Circularpredigten) - auf die Erhebung der Gemüter wurde am wenigsten Rücksicht genommen - viermal im Jahr Abendmahl mit jeweils drei Tagen ständiger Vorbereitung - statt die Seelen zu Höherem zu erheben, verbreitete man durch die Schuldogmatik einen stillen Widerwillen gegen Alles, was Religion hieß

bald darauf in Volksbeschluß, daß die Zöpfe fallen müssen

Ovid Metarmophosen, Virgils Aeneide, Horaz Oden, vor allem Römische Geschichte: Livius (in einem Jahr!), Tacitus (für später), immer wieder Cicero

Eifer für die Griechen - in der Schule nur Neues Testament und Chrestomathien - den ganzen Homer, einige Dialoge des Plato, die Tragödien des Sophokles und Euripides

Geographie zum eigenen Fleiß gedacht, es fehlt an Büchern un Karten - Geschichte Handbuch von Schröder, später sprunghaft und wenig haftend

Mathematik, Geometrie (wie Religion Gemeinschaftsunterricht), Algebra

Musik, Kirchenmusik - Veranstaltung kleiner Konzerte an freien Tagen für die Öffentlichkeit z.B. dragoner - Carl hatte öfters die Hauptrolle im Gesang

deutsche Sprache - mangelhaft - das Lesen deutscher Bücher war verboten, galt als unwissenschaftlich - außer frommen Erbauungsbüchern waren Klopstock und Gellert geduldet, vor Schiller hatte man Angst - Rabener, Lessing und Goethe nur vorsichtig für obere Klassen

Brief von 1802: (aus diesem Verschluße [heraus]): halbe Tage in der Zelle eingeschlossen mit den Dichtern und Geschichtsschreibern des Altertums - findet keine neue Freundschaft wie zu dem Adressaten - eisern Gitter an der Dchstube, Sicht zur Mulde und die Berge dahinter, einige Flußspaziergänge - griechische Studien - wikk sie in Leipzig vertiefen,sich theologisch ausbilden lassen, sieht seine Rednergabe und seinen stillen Sinn als Wahrzeichen eines werdenden Kirchenlichts - doch jetzt ist die Zeit des Zweifelns, des Verflachens, selbst des Spottes und Verhöhnens - liest das Neue Testament in griechisch, nimmt Zuflucht zu Klopstocks Messiade - wollte nach Hamburg pilgern, ihn wenigstens zu sehen w:Friedrich Gottlieb Klopstock (* 2. Juli 1724 in Quedlinburg; † 14. März 1803 in Hamburg) - nun ist das schöne Rheinland hingegeben, das seit tausend Jahren uns Heimat war - wird Napoleon Frieden halten? armes Deutschland und wir armen Deutschen, mit deren Ruhm und Ehre, mit deren Sprache und Sitte, mit deren Geschichte es vielleicht bald aus ist - keine Ruhe mehr in den Klostrmauern, vom Sturm und Drang berührt, erinnert an das heimliche Lesen von Schiller Räuber in einer Abschrift! - am das Jahr, wo Schillers Gedichte in Abschriften kursierten - vor einigen Monaten brachte [Anschütz, jetzt Hofschauspieler in Wien] den Wallenstein mit, später ergänzt durch die Jungfrau von Orleans und Maria Stuart, veranstaltete Vorlesungen, bereitete eine Aufführung vor - bis zum Donnerschlag von oben

Heinrich Gotthelf Noah Hofmann (* 14. Dezember 1734 in Püchau;† 19. März 1822 in Grimma) - 13. Februar 1767 dritter Lehrer, 28. Juni 1782 Konrektor, 31. Mai 1799 Rektor -da die Frequentierung des Gymnasiums unter seiner Leitung stark zurückgegangen war, wurde er am 25. Juni 1803 emeritiert

w:Gymnasium St. Augustin gegr. 14. Sept. 1550 von Herzog Moritz von Sachsen - jüngste der drei sächsischen Fürstenschulen - im ehemaligen Augustiner-Eremiten-Kloster zu Grimma (1287 erbaut), auch Collegium Moldanum genannt

Johann Gottfried Jakob Hermann

1803 Universität Leipzig - zwei Brüder wurden schon dem Stande des Vaters untreu und studierten Jurisprudenz, Carl Wilhelms Wunsch und der des Vaters war, daß er zum Theologen gezimmert werde - er ging zum Philologen Gottfried Herrmann w:Gottfried Hermann Johann Gottfried Jakob Hermann (* 28. November 1772 in Leipzig; † 31. Dezember 1848 ebenda) habilitierte sich im Oktober 1794 in Leipzig, 1798 außerordentlicher Professor der Philosophie, 1803 ordentlicher Professor der Beredsamkeit, 1809 auch der Poesie

außerdem Philosophie, aber er war nicht für die Philosophei ("Wandsbecker Bote") und ging seines Weges

auch die Theologie konnte er anfangs nicht so recht erfassen - das Gottesreich des Friedens, der Geduld und der Liebe wurde durch Streit und Zank, Haß und Anfeindung in einen Tummelplatz des verderblichsten Krieges verwandelt

sein Plan war es, in ein stilles, verstecktes Dörfchen Prediger zu werden oder ein Bote des Evangeliums unter irgend einem fremden Volke zu werden, dem mit der reinen, unverfälschten Lehre auch menschliche Sitte und menschliches Leben zu bringen wäre (S. 47)

er las schon im ersten Jahr das Alte und das Neue Testament in seinen Grundsprachen durch und studierte orientalische Dialekte - hinzu kam ein Studium der Kirchenväter

Friedrich August Christian Wilhelm Wolf (1759 bis 1824)

von seiner Heimatstadt Merseburg aus besuchte er auch oft die Universität Halle - so hörte er auch w:Friedrich August Wolf

auch theologische Vorlesungen besuchte er, welche im Spannungsfeld zwischen (den bereits verstorbenen) w:Karl Friedrich Bahrdt (* 25. August 1740[1] in Bischofswerda; † 23. April 1792 in Nietleben) und August Hermann Francke (* 12. März/ 22. März 1663 in Lübeck; † 8. Juni 1727 in Halle an der Saale) standen - als segensreich empfindet er die Franckeschen Anstalten

auch lernte er Französisch und Englisch in seinen freien Stunden

Reisen durch das Kurfürstentum Sachsen, den Saalkreis, die Brandenburgischen Marken - zu den Domkirchenen von Magdeburg, Halberstadt, Erfurt und Meißen, nach Dresden und Königstein -alles zu Fuß

ein Schwager war der Oberpostamtsrat Borberg in Leipzig

während der napoleonischen Dämmerung über Sachsen und Preußen beschäftigte er sich mit der allgemeinen Geschichte - beschäftigte sich mit w:Johann Christoph Gatterer (* 13. Juli 1727 in Lichtenau bei Nürnberg; † 5. April 1799 in Göttingen), w:Johannes von Müller (* als Johannes Müller am 3. Januar 1752 in Schaffhausen; † 29. Mai 1809 in Kassel), w:Ludwig Timotheus Spittler (* 11. November 1752 in Stuttgart; † 14. März 1810 ebenda), w:Arnold Heeren (* 25. Oktober 1760 in Arbergen bei Bremen; † 6. März 1842 in Göttingen)

(vor August) 1806 Beschäftigung mit Schellings Naturphilosophie - mit Schlegel, Novalis, den Werken Goethes (Iphigenie, Hermann und Dorothea, Römische Elegien, Wilhelm Meisters Lehrjahre, Faust) - der Mann, den man das Schicksal nennen möchte, hätte die Menschen auf einzelne Klippen getrieben, und sie warten, ob auch sie ein neuer Windstoß mit hinabwirft in das allgemeine Verderben, oder ob sich der Himmel wieder aufheitern wird, die tobenden Wellen sich verlaufen, und nach der Sündfluth eine sanftere grünende Bahn sich eröffnet (S. 58) - (14. Oktober: Napoleon I. schlägt in der Schlacht bei Jena und Auerstedt die preußische Armee - 11. Dezember: Im Frieden von Posen mit Napoleon Bonaparte schließt sich Sachsen dem Rheinbund an)

Candidatenexamen in Dresden am 3. Mai 1806 - er übertraf alle anderen Examinierten - Oberhofprediger Reinhard schrieb nach Merseburg - er kann sich aber nicht zum Hofmeister (noch zur Ehe) entschließen - geht als Lehrer nach Merseburg - Choralis bei der Domschule zu Merseburg

September 1806 - überall Rüstung und Lärm der Waffen - die Würfel sind gefallen und alle Kräfte in Bewegung gesetzt - das Kriegsgetümmel wächst - er sieht den preußischen König nebst Königin

wenige Tage nach Jena und Auerstedt zieht Napoleon in Merseburg ein, übernachtet auf dem Schloß und zieht den folgenden Tag nach Halle weiter - er sieht die Kaisergarde auf dem Schloßplatz - das Domkapitel machte dem Kaiser seine Aufwartung - sein Vater an der Spitze (Napoleon gab vor, die Sachsen gegen die preußische Expansiionspolitik schützen zu wollen) - die Eltern und Brüder seines Vaters hatten den Kaiser aus den Fenstern der Superintendentur vorbeireiten sehen - seine Großmutter hatte den Kaiser mit einem prächtig gekleideten Marschall verwechselt

danach unterrichtete er wieder - neben dem Knabenunterricht gab er auch Privatstunden in den Häusern für Mädchen, wo allerdings Mode und Manier drückten

Beschäftigung mit den Franzosen: w:François Fénelon (* 6. August 1651 auf Schloss Fénelon im Périgord; † 7. Januar 1715 in Cambrai), w:Jacques Bénigne Bossuet (* 27. September 1627 in Dijon; † 12. April 1704 in Paris), w:Charles de Secondat, Baron de Montesquieu (getauft am 18. Januar 1689 auf Schloss La Brède bei Bordeaux; † 10. Februar 1755 in Paris), vor allem aber w:Jean-Jacques Rousseau (* 28. Juni 1712 in Genf; † 2. Juli 1778 in Ermenonville bei Paris)

er begann mit Erfolg zu predigen und beschäftigte sich mit den deutschen Religionslehrern

23. Oktober 1810: zum Conrektor des Domgymnasiums gewählt (an Stelle des an die Universität Königsberg berufenen Carl Gottlob August Erfurdt (* 11. Dezember 1780 in Zörbig; † 5. Februar 1813 in Königsberg i. Pr. - 1801 dritter Lehrer am Domgymnasium, 1807 Konrektor) - das Preußische Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten berief Erfurdt am 6. Januar 1810 auf den Lehrstuhl für alte Literatur der Albertus-Universität Königsberg (dieser errichtete dort im selben Jahr das Philologische Seminar)

13. Mai 1810: nach längerer Verlobung Heirat mit Susanne, der vierten Tochter des Merseburger Stiftsamtsmanns Praße - neue Wohnung auf der Grünen Gasse (die Ehe währt 26 Jahre bis zum Tod der Frau, neun Kinder wurden geboren, von den letzten starben vier zeitig)

1812 erschien von ihm derAgesilaus von Plutarch und Xenophon mit kritischen und kommentierenden Noten - er beabsichtigte damit einen Vergleich der beiden Werke - die Schrift fand viel Beifall in der gelehrten Welt, insbesondere von der Koryphäe der Philologen, w:Heinrich Karl Eichstädt, Professor zu Jena (Ehrenmitglied und Direktor der lateinischen Gesellschaft in Jena), woraufhin er zum Mitglied der Gelehrten-Gesellschaft zu Jena gewählt wurde (deutschen gelehrte Gesellschaft zu Jena)

ab 1808 (Spanien) und 1809 (Österreich) wurden die damaligen Verhältnisse erschüttert - die Tagesereignisse drangen bis ins kleinste Dorf und bis ins Familienleben - die Kontinentalsperre zeigte ihre Wirkung, Zucker und Kaffe stiegen stark im Preise

dann (1812) begann die Rüstung gegen Rußland, welche auch in Sachsen zu spüren war - riesige Heere zogen gen Osten, insbesondere spanische Regimnter, mit Maultieren und anderen Kuriositäten, zogen wie eine Völkerwanderung durchs Land

die Unglücksberichte (wie der Brand von Moskau, der Rückzug und die Vernichtung des unüberwindlich geschienenen Heeres) wurden von den Franzosen unterdrückt, man raunte sich das Gehörte ins Ohr, debattierte hitzig in Casinos und kleinen Zirkeln

die Flucht des Imperators auf einem Schlitten und seine schleunige Reise auch durch Sachsen wurde ruchbar

Beginn des Appells An Mein Volk, mit dem Preußens König Friedrich Wilhelm III. am 17. März 1813 zum Freiheitskrieg gegen das napoleonische Frankreich aufrief.

im tränenreichen Jahr 1813 erfolgte der Aufruf des Preußenkönigs an sein Volk - jung und alt, todesmutig und gottergeben, aber enthusiastisch wie nie füllten die Menschen die Regimenter(9. Februar: König Friedrich Wilhelm verordnet Preußen die Wehrpflicht. - 10. März: König Friedrich Wilhelm III. stiftet den deutschen Kriegsorden des Eisernen Kreuzes, eine Tapferkeitsauszeichnung für Soldaten aller Stände. - 16. März: Preußen erklärt Frankreich den Krieg.)

gegen Mitttag des 29. April rückten die Soldaten des französischen Generals Macdonald in mehreren Kolonnen gegen Merseburg vor, entschlossen, über die Saale zu gehen (Napoleon traf am 25. April in Erfurt [am 16. April in Mainz - damals als französisch besetztes Mayence Hauptstadt des Département Donnersberg] - Lauriston rückte gegen Halle, Ney gegen Weißenfels vor)

Frühjahrsfeldzug 1813

zum Verteidiger von Merseburg wurde w:Karl Friedrich Ludwig von Lobenthal - mit nur zwei Batallione des Ersten Ostpreußischen Infanterieregiments, eine halbe Batterie und vierzig Pferde gegen ein ganzes französisches Corps - Lobenthal sollte sich so lange wie möglich halten, um eine Vereinigung des Kleistschen und des Blücherschen Corps zu ermöglichen - Lobenthal bestzte die linkssaalische Stadt und ihre fünf Tore, um die Brücke zu verteidigen - die preußischen Scharfschützen vor den Stadttoren mußten sich wegen des ungünstigen Geländes in die Stadt zurückziehen, die Franzosen drangen an anderer Stelle als ein Tor in die Stadt ein, es kam zum Bajonettkampf, 5 Uhr nachmittags war die Übermacht des Feindes zu groß, so daß sich die Preußen aus der Stadt zurückziehen mußten, eine von den Torabteilungen wurde abgeschnitten und gefangen genommen, ein 17jähriger verteidigte mit dem Ring in der Hand heldenmütig bis zum Tod das Tor, bewundert selbst von den Feinden, die Preußen zogen über die Brücke ab, über Dölzig, Kleinlindenau, Schkeuditz Richtung Leipzig -als Generalstabs-Offizier stand von Lobenthal der spätere General im Ingenier-Corps Herr von Reiche zur Seite [Pantheon des preußischen Heeres] - die Verteidigung Merseburgs wird im Militair-Wochenblatt Jg. 1833 geschildert - Crusius war trotz der Gefahr (die Feueressen stürzten von Kogeln getroffen auf die Straße etc.) unterwegs, zu helfen - einige von den abgeschnittenen Preußen wurden versteckt und wanderten im Schutze der Nacht nach Halle

2. Mai 1813: die blutige w:Schlacht bei Großgörschen (französisch bataille de Lützen ‚Schlacht bei Lützen‘ genannt) - wenige von den Geistlichen Merseburgs blieben von Drangsalen der Schlacht verschont - ausgeplündert der Pfarrr von Audigast (Dr. Siegel, später Pfarrer in St. Nikolai zu Leipzig) bei Groitzsch (Amt Pegau), der Schwiegervater von Crusius jun.

Superintendent Crusius besuchte dem Amtmann Müller in Lützen (einen alten Jugendfreund aus Merseburg, bei dem Napoleon gewohnt hatte) und das Schlachtfeld

in Merseburg wurden Freunde dahingerafft, Bekannte verarmten - es herrschten Hunger und Einquartierung, besonders der Russen ("Befreiungsbestien") - Kosaken, Kalmüken, Kirgisen, Tartaren (nur die Kosaken vom Don waren disziplinierter)

der Superintendent hatte französische Einquartierung

am 18. September 1813 kam der General Thielemann in den Rücken der französischen Armee nach Merseburg, sprengte die steinerne Saalebrücke in die Luft und nahm 700 Franzosen gefangen und befreite eine große Anzahl Gefangener der Alliierten (6. September: Schlacht bei Dennewitz - 16. September: Schlacht an der Göhrde)

12. Oktober? das Corps des Generals St. Priest von Langerons besetzt Merseburg, die große Schlacht wird an der Saale erwartet - viele Verwandte flüchteten nach Leipzig, wodann die Schlacht ausbrach - in Merseburg hörte man den Kanonendonner, der Horizont war rot durch den Brand der Dörfer

am 19. Oktober zog das Yorksche Corps durch Merseburg, die Kanonen hüpften auf dem Straßenpflaster beim Trab

danach kam der Rest der königlich-sächsischen Kürassierbrigade, beruhigte die in Mereburg gebliebenen Kosaken und berichteten vom Übergang der Sachsen

am 23. Oktober verlegte der Kronprinz von Schweden sein Hauptquartier nach Merseburg

danach verlagerte sich der Krieg, Kummer und fieberhafte Aufregung wich einer gänzlichen Abspannung und Apathie - aber die Not hörte noch nicht auf

Paris wurde Ende März 1814 eingenommen

Napoleon musste abdanken und am 11. April auf den Thron verzichten (Vertrag von Fontainebleau)

Pariser Frieden vom 30. Mai 1814

der diplomatische Federkrieg begann, als die Waffen schwiegen

Anfang April 1815 entwich Napoleon von Elba und machte sich wiederzum Kaiser

der preußische König kam am 23. Juni 1815 nach Merseburg, hier erreichte ihn die Nachricht vom Sieg in der Schlacht bei Waterloo (auch Schlacht bei Belle-Alliance) am 18. Juni 1815 - auf Trauer folgte Freude

[[File:Friedrich Jacobs.jpg|mini|Friedrich Jacobs 1815 erschien im Druck bei Brockhaus zu Leipzig vier Reden von Crusius über Vatrland, Freiheit, deutsche Bildung und das Kreuz -an die deutsche Jugend gesprochen - gewidmet dem Hofrat w:Friedrich Jacobs (Philologe) gewidmet (* 6. Oktober 1764 in Gotha; † 30. März 1847 ebenda)

18. Mai 1815 wurde Merseburg von Sachsen abgetrennt (1815 huldigten Magdeburg und Aachen den Preußen) - am 3. August, dem Geburtstag des preußischenKönigs, fand die Huldigungsfeier statt (am 2. August Erleuchtung der Stadt) - Staatsminister Freiherr v. d. Reck bewohnte das Schloss und nahm dort die Huldigung entgegen - von dort ging der Zug in die Domkirche, der Superintendent Crusius hielt die Huldigungsrede - zurück im Schloß hielt der Statthalter vom Thron herab (unter dem Bild des Königs) eine Rede an die Stände, beantwortet vom Domdechanten Rittergurbesitzer (zu Großböhla bei Oschatz) v. Krosigk - dann wurde der Huldigungseid geleistet, verlesen durch Kriegsrat May - nach einer Rede vom Schlossbalkon leisten der Magistrat und die Bürgerschaft nebst Innungen den Huldigungseid

1393 wurde das erste Schulgebäude an der Südseite der Kreuzkirche eröffnet

alte Kreuzschule (von 1557) in der Nähe der Kreuzkirche - 1480 errichtetes und 1557 bzw. 1813 umgebautes Schulhaus zwischen Schul- und Pfarrgasse in Nähe der Kreuzkirche

1755 war Theodor Christlieb Reinhold, Kantor der Kreuzschule und Musikdirector der drei evangelischen Hauptkirchen, gestorben w:Theodor Christlieb Reinhold

Homilius 1782

durch Verfügung des Rathes vom 10. Juni 1755 wurde Gottfried August Homilius sein Nachfolger, zugleich erhielt er die frei gewordene fünfte Lehrerstelle an der Kreuzschule

im Dezember 1784 rührte Homilios der Schlag

Christian Ehregott Weinlig

Homilius starb am 2. Juni 1785 - Christian Ehregott Weinlig wurde ohne Prüfung zum Cantor gewählt und am 25. October ins Amt eingeführt w:Christian Ehregott Weinlig

1791 ersuchte Weinling den Rath um Befreiung vom Schuldienste in der 5. Classe - diese wurde ihm auch gewährt, allerdings kürzte man ihm auch das Gehalt

Seit 1809 begann Weinling zu kränkeln und mußte sich daher öfter von seinem Neffen Christian Theodor Weinlig vertreten lassen

Weinling † am 14. März 1813 (geboren am 28. September 1743 in Dresden als Sohn des dortigen Bürgermeisters w:Christian Weinlig (Bürgermeister))

am 10. August 1813 trat w:Gottlob August Krille das Amt des Kreuzkantors an - er erlag am 24. Oktober 1813 dem sogenannten Lazarettfieber (* 20. April 1779 in Wehlen)

Bildnis Christian Theodor Weinlig (1780–1842) Christian Theodor Weinling (geboren am 25. Juli 1780 in Dresden, ein Sohn des Justizrates Dr. W.) wurde am 17. Februar 1814 mit großer Majorität vom Stadtrat zum Cantor an der Kreuzschule gewählt w:Christian Theodor Weinlig

Weinling verwaltete das Amt so zur Zufriedenheit der Behörde, daß sie ihm im Januar 1815 hundert Thaler Zulage gab - ein sehr seltenes Vorkommnis

durch Zwistigkeiten zwischen Rector und Cantor, unter denen damals alle Cantorate litten, und der Schwierigkeit, in mehreren Kirchen für Musikaufführungen sorgen zu sollen und noch die Leichen auf den Kirchhof zu begleiten, reichte er am 22. September 1817 sein Entlassungsgesuch ein, was auch bewilligt wurde (er erteilte dann privaten Musikunterricht und übernahm die Direction der Dreyßig’schen Singakademie, bis er 1823 Cantor Schicht an der Leipziger Thomasschule starb und er an dessen Stelle berufen - † am 7. März 1842 als Thomaskantor in Leipzig)

Ende 1816 bewarb sich Crusius um das erledigte Conrector an der Kreuzschule in Dresden - Rector Paufler war gestorben, und Conrector Gröbel Rector geworden - Christian Ernst August Gröbel (1783–1854), Rektor der Kreuzschule von 1816 bis 1848

Gröbel: geb. 22. Dezember 1783 in Flemmingen, sein Vater Christian Ernst Gröbel war dort seit 1761 Pfarrer - am 13. November 1797 Aufnahme in die Fürstenschule Pforta (nur eine Stunde Weges von Flemmingen) - bis 1802 Rector Heimbach, danach Rector Ilgen (w:Karl David Ilgen - * 26. Februar 1763 in Sehna bei Eckartsberga; † 17. September 1834 in Berlin - 1802 bis 1831 Rektor an der Landesschule Pforta) - Ostern 1803: Universität Leipzig, Studium der Theologie, aber auch der Philologie (Vorliebe für die klassische Literatur des Altertums) - Gröbel studierte so mehr Philologie als Theologie und bereitete sich zum Schulamt vor - Rector Ilgen empfahl ihn Weihnachten 1807 der Dresdner Schulbehörde für die Stelle eines Collaborators in Pforta - mit dem Beginn des neuen Jahres, am 4. Januar 1808, wurde Gröbel in sein Lehramt eingeführt - 1809 (1810) Konrector am Lyzeum in Annaberg - 1811 Konrector in Görlitz - 1814 Konrektor an der Kreuzschule in Dresden, Nachfolger von Rector Christian Heinrich Paufler (gest. 1. Oktober 1816, seit 1804 Rector der Kreuzschule - geb. 13. August 1763 in Schneeberg, Vater Buchbinder, ab 1785 Universität Leipzig, 1791 Tertius am Lyzeum Schneeberg, 1803 Rector in Neustadt=Dresden) - Gröbels Berufung zum Rectorat erfolgte am 10. Oktober 1816 - die feierliche Einführung in das Amt am 18. November 1816 (er hatte 1812 in Görlitz Kunigunde Wilhelmine geb. Baumeister aus einer Görlitzer Kaufmannsfamilie geheiratet)

die Kreuzschule war keine öffentliche Lehranstalt im modernen Sinne - die Mittel beruhten nur aus frommen Stiftungen, dazu gelegentliche, nicht bedeutende Einnahmen aus Singegeldern - neben Rector und Conrector ein Tertius und ein Quartus und daneben der Kantor - Gesanglehrer für die Alumnen und Currendaner und Lehrer für die fünfte Klasse, und als sechster ein Sextus - die Gehälter aus den frommen Stiftungen waren gering, die Haupteinnahme bestand aus dem Schulgeld, welches unmittelbar an die Lehrer (von jeder Klasse an ihren Ordinarius) gezahlt wurde

die Kreuzschule hatte einen dreierlei öffentlichen Charakter:

  • sie war auf Stiftungen begründet
  • sie diente der Kirche durch den Gesang der Alumnen und Currendaner
  • sie stand unter der Aufsicht der städtischen und öffentlichen Behörden

ansonsten war die Schule privat

  • in friedlichen Zeiten des Wohlstandes viele Schüler
  • in Notzeiten ging der Besuch eklatant zurück bis hin zu großen Bedrängnissen

seit 1817 werden die größeren Schulfeste, die sog. actus valedictorii usw. nicht mehr innerhalb des Schulgebäudes gefeiert, sondern im Saal des 2ten Stockes des Gewandhaus begangen - jährlich gingen 40 bis 50 Schüler an die Universität

jede Klasse zählte für sich - Schüler blieben länger bei beliebten Lehrern, bei weniger beliebten durchliefen sie den Unterricht schneller - in einer schwach besuchten Klasse erhielt der Ordinarius deutlich weniger Geld -

Mag. Karl August Heyder, Tertius - 1775 Alumnus in der Quinta, eine ordentliche Klasse - in der Quarta dann ein unfähiger, schon ganz abgelebter Lehrer - nur wenig Schüler, die Unfug und Teufeleien trieben - nur ein Jahr blieb Heyder dort - dafür in Secunda bei dem tüchtigen Lehrer Beutler zwei Jahre (dieser wurde später Rector) - in Prima blieb er dann nur kurze Zeit - 1798 wurde Heyder Sextus an der Kreuzschule - er übernahm sehr wenig Schüler, das Schulgeld war auf drei Thaler monatlich gesunken - man gab ihm die Quinta dazu, die dem Kantor abgenommen wurde, worauf Heyder einen neuen Lehrplan entwickelte und der Schulbehörde vorlegte - aus der vereinigten Quinta und Sexta entstand eine Art neuer Bürgerschule, welche sehr gut angenommen wurde - er nahm aller Knaben, und ließ die Fähigen und Motivierten in die höheren Klassen - so bekamen die mittleren Klassen Schüler, an denen es mangelte, obwohl die Form nicht gewahrt wurde - so gab es mit Mühe und Not vier Gymnasialklassen, und die unteren Klassen waren zu einer Elementarschule herabgesunken (wobei die Eltern sicher hofften, daß die Knaben eine Chance auf das Gymnasium bekamen)

die Lektionen waren teils öffentlich, teils privat (für letztere musste ein Honorar gezahlt werden) - auch war es gestattet, nur an den Privatlektionen eines Lehrers teilzunehmen - solche Schüler hießen Prrivatisten, sie galten nicht als Schüler und standen allein unter der Obhut des Lehrers, dem sie sich anschlossen (zB war Theodor Körner Privatist - er hat um 1807 die Kreuzschule besucht, ohne dass sein Name in den Schülerlisten auftaucht)

  • zunächst hatten die Gymnasien nur vier Klasse - Prima bis Quarta; dann kamen Quinta und Sexta dazu
  • in jeder Klasse saßen drei Abteilungen verschiedener Vorbildung zusammen - denn der einzelne Schüler blieb eineinhalb Jahre in der Klasse sitzen, aber versetzt wurde halbjährig
  • der Schüler hörte so dreimal hintereinander den vorgetragenen Cursus, der alle halbe Jahre wiederholt wurde
    • im ersten Halbjahr als Unterer konnte er Vieles noch nicht verstehen
    • im zweiten Halbjahr rückte er als Mittlerer in die mittlere Abteilung auf, und ihm galt der Hauptunterricht
    • im dritten Halbjahr rückte er zu den Oberen (oder Veteranen) in die obere Abteilung auf und mußte im Wesentliche nur noch rezipieren
  • der regelmäßige Cursus betrug drei Semester je sechs Klassen, für die Befähigteren nur zwei Semester pro Klasse

an der Kreuzschule bestand Anfang des 19. Jahrhunderts neben den sechs Klassen (das eigentliche Gymnasium) auch eine Elementarklasse (mit Latein und im Privatunterricht auch Griechisch)

durch die Kriegszeit nahm der Besuch mehr und mehr ab

1817: bei Amtsantritt von Rektor Gröbel fand er 176 Schüler vor (25 Schüler pro Klasse im Durchschnitt)

  • Neue praktische Anleitung zum Uebersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische von Gröbel. Erstauflage 1813 - in vielen Nachauflagen - er besorgte noch die 15. im Jahre 1854, dann übernahm Dr. Louis Franz Götz 20. Aufl. 1874 - ein Kulturträger bis in das fernste Dorf, bis in das entlegenste Pfarrhaus oder Schulhaus, machte es den namen Gröbel populär

Gröbel formte die Schule zu einem geeinten und in sich geschlossenen Organismus - er behielt die Form des Collegiums aus dem 18. Jahrhundert bei, welches aus sechs Mitgliedern einschließlich des Rektors bestand - der Kantor führte aber nur noch den Titel Collega, weil er keine Klasse mehr unterrichtete (weswegen er an den Konferenzen auch nur noch ausnahmsweise teilnahm) - dafür wurde der Mathematicus als sechster Lehrer in den Klassen ständiges Mitglied des Collegiums

seit Gröbel war zu unterscheiden zwischen

  • den sechs Collegae einschließlich dem Kantor und
  • dem sechsköpfigen Collegium der oberen Lehrer einschließlich dem Rector und dem Mathematicus, aber ohne den Kantor (erstmals belegt 1833 als der Rector und die fünf ordentlichen Oberlehrer, sicher aber älter)

einer der jüngeren Oberlehrer sammelte das Schulgeld in den Klassen ein, welches jetzt als Einnahme des gesamten Kollegiums betrachtet und nach bestimmten Verhältnissätzen geteilt wurde - dies festigte die Schule in ihrem Bestand

Gröbel besserte auch die Situation der Alumnen - diese hatten in altertümlicher Kostümierung (auffällige Tracht mit Perücke, dreieckigem Hut und Mäntelchen und ihren Instrumenten) in der Kirche und auf den Straßen der Stadt zu singen, aber auch Leichenbegängnisse häufig zu begleiten - darüber wurden sie bei den Opernaufführungen im Theater als Choristen oder gar Solisten verwendet - der Schulunterricht trat hinter das Singen und die notwendige musikalische Ausbildung zurück, weil an einen regelmäßigen Schulbesuch nicht zu denken war - Gröbel gelang es, das Theatersingen, aber auch die altertümliche Tracht abzuschaffen, die übrigen Verpflichtungen wurde eingeschränkt, die Gesangsausbildung so gelegt, daß keine Schulversäumnisse mehr vorkamen - auf diese Weise entstand der Schulchor (Kreuzchor)

Ostern 1817 hatte die siebente Klasse nur noch sieben Schüler und wird aufgegeben

aber auch die nunmehr letzte Klasse, die sechste, wird zu schwach besucht und verschwindet nach kurzer Zeit

Ostern 1817 das erste von Gröbel abgefasste Programm der Kreuzschule - im Hinblick auf die bevorstehende dritte Säcularfeier der Kirchenreformation: D. Martin Luthers Gedanken über Schulen und Schulwesen, aus seinen Schriften gesammelt

Weinling reichte er am 22. September 1817 sein Entlassungsgesuch als Cantor ein, was auch bewilligt wurde - Uber meldete sich am 15. Oktober 1817 (er gab damals in Leipzig Privatunterricht - 1816 war er Capellmeister an der Sekonda’schen Operngesellschaft in Dresden, welche aber bald aufgelöst wurde)

Gottfried Christoph Härtel (1763–1827)

ebenfalls am 15. Oktober 1817 empfahl w:Gottfried Christoph Härtel (1795 Kompagnon von Bernhard Christoph Breitkopf, 1796 Alleininhaber des Musikverlages, seit 1798 Herausgeber der Allgemeinen musikalischen Zeitung, in der auch Uber publizierte):

Uber hat mehr methodische allgemeine Bildung, als die meisten Musiker, ist ein gründlicher Theoretiker seiner Kunst und selbst ein achtbarer Componist, ist auch nicht ohne ziemliche praktische Fertigkeit. B VIIa 48 Vol. 1 fol. 119.

1. November 1817 erschien das Festprogramm zur Reformationsfeier

Ostern 1818: die lateinisch abgefasste Oratio saecularis - ein Nachklang zur dritten Säcularfeier - Programm des Jahres 1818

ab Michaelis 1818 w:Julius Ludwig Klee Schüler (geb. zu Dresden am 14. August 1807)

1818: w:Friedrich Christian Hermann Uber nach einer Probe im Februar 1818 zum Cantor gewählt und am 9. März bestätigt - er blieb bis zu seinem Tode am 2. März 1822 in Dresden Musikdirektor der Kreuzkirche und Kreuzkantor (* 22. April 1781 in Breslau) - der Kreuzkantor hatte

  • das Alumnat zu leiten
  • die Kirchenmusik an mehreren Kirchen einzuüben und zu dirigieren
  • Schulunterricht in Quarta zu geben

es kam zu Streitigkeiten mit dem Rectorat wegen der geringen Einnahme, der Aufgabe, die Alumnen in Ordnung zu halten und die Leichen auf den Kirchhof zu begleiten (vgl, Karl Held Doctordissertation über das Kreuzcantorat zu Dresden) - der Tradition folgend schrieb er für die Kirchenfeierlichkeiten mehrere größere Cantaten, zB „Die Feier der Auferstehung“, außerdem die Musik zu dem Drama „Der ewige Jude“

Friedrich Christian Hermann Uber, 1818-1822

seit Ostern 1819 hatte die Kreuzschule nur noch nur fünf (Haupt)Klassen - so blieb es bis 1868

23. April 1819: Gröbels Redeactus an die Abiturienten - Rede zur Belebung eines edlen und thätigen Gemeingeistes unter uns - Denn nicht im Dienste einer Stadt, nicht im Dienste einer Partei, befinden wir uns, sondern im Dienste des Vaterlandes und der Menschheit befinden wir uns, und alles Gute, das hier gethan und geschaffen wird, fließt in den großen Strom des allgemeinen Guten, das als die Summe, als die Ausbeute aller Bestrebungen der Menschheit das große Weltreich der Ideen und der Humanität begründen soll. [...] Der Genius einer jeden guten Schule ist der Genius der Menschheit. - im Druck erschienen im Programm des Jahres 1819

1819 Camoene, eine Sammlung prosaischer und poetischer Ausätze von mehreren Schülern der Kreuzschule Dresden 1. Band 1819, 2. Band 1820 - nicht weniger als hundert Aufsätze, Übersetzungen und Gedichte von 22 Schülern der ersten Klasse meist in deutscher, aber auch in lateinischer und griechischer Sprache - geschrieben mit kunstfertiger Hand von Finanzsekretär Karl August Ludwig Sillig (sein Sohn Karl Julius war zu dieser Zeit in der Prima - er wurde später Conrector und als Archäologe und Plinius-Herausgeber bekannt) di Arbeiten von Julius Sillig:

  • Einige Bemerkungen über des Aeschylus Perser
  • in metrisch deutscher Übersetzung aus Aeschylos den Bericht über die Schlacht bei Salamis
  • die deutsche Übersetzung eines Kriegsliedes von Tyrtäos
  • eine griechische Ode auf Arminius
  • eine lateinische Vorlesung über den Dichter Catullus
  • eine Elegie des Catullus ins Griechische

Ostern 1820 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

ab 1820 w:Gustav Helbig Schüler der Kreuzschule

infolge der steigenden Schülerzahl mussten Klassen getrennt werden

zu Ostern 1821 wurde die fünfte Klasse geteilt - auch die anderen Klassen zerfielen in zwei Abteilungen, so dass es zehn Klassen gab - mit Bezeichnung erste, zweite ... Klasse

Ostern 1821 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1822 hatte sich die Schülerzahl fast verdoppelt (fast 350)

Anfang 1822 (oder etwas früher) äußerte Gröbel in einer Unterrichtsstunde, dass eine Schülerbibliothek mit deutschen Klassikern wünschenswert wäre -einige Schüler reagierten sofort mit Buchspenden und regelmäßigen Beiträgen - Dresdner und auch Leipziger Buchhandlungen schenkten Verlagswerke

am Karfreitag den 2. März 1822 gelangt das Oratorium „Die letzten Worte des Erlösers“ von Kreuzkantor Uber (sein letztes Werk) in der Kreuzkirche zur ersten Aufführung, während er zur selben Zeit starb (* 22. April 1781 in Breslau)

Ostern 1822 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1822: w:Ernst Julius Otto macht Abitur an der Kreuzschule

Ostern 1823 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

Ostern 1824 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)


31. Oktober 1824: Vorrede zur vierten Auflage von Neue praktische Anleitung zum Uebersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische von Gröbel. Erstauflage 1813

1825 überstieg sie erstmals die 400

Ostern 1825 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

Ostern 1825. w:Julius Ludwig Klee Abitur mit siebzehn Jahren(nach sechseinhalb Jahren Kreuzschule)

ab 1826 änderte sich die Bezeichnung in Prima, Secunda etc. - Ober- und Unterprima und Ober- und Untersecunda waren nur in wenigen Lektionen getrennt, hier war die Kombination die Regel, welche in den anderen Abteilungen die Ausnahme war

1826: Observationum in scriptores Romanorum classicos specimen Christian Ernst August Gröbel - Band 8 - Gaertner, 1826 - Ad examen publicum ... actumque declamatorium ... in Gymnasio Dresdensi concelebrandum humanissime et observantissime invitant, Gymnasium zum Heiligen Kreuz. Dresden

1826 macht w:Gustav Helbig sein Abitur an der Kreuzschule mit rund 18 Jahren und nach rund sechs Jahren Schulbesuch

Ostern 1827 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1828 wurde die Höchstzahl von 430 Schüler erreicht

1828: Schola Cruciana eaque critica de emendando Horatii loco qui l[iber] I. C. XXXVII, v[ersus] 14 legitur - Christian Ernst August Gröbel - Kreuz-Schule, Dresden., 1828 - 16 Seiten Expl. Princeton University


fünf Bände Camöne aus den Jahren 1828 bis 1837 - kurz vor 1883 an das Schularchiv

1829: Neue praktische Anleitung zum Uebersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische; eine Sammlung progressiver, auf stete Wiederholung berechneter Beispiele, als Hülfsbuch beim ersten Unterricht in der lateinischen Sprache. - herausgegeben von Christian Ernst August Gröbel, Rector der Kreuzschule zu Dresden. - Sechste vermehrte und verbesserte Auflage. Repetitio mater est studiorum. - Halle, Eduard Anton, 1829.

1829 wird eine Mittelquarta geschaffen, aber die Quinta wieder in einer Abteilung zusammengefasst - das macht die Schule attraktiv, weil der Neuling nach einem halben Jahr in die ersehnte hohe Stellung eines Quartaners aufrücken kann

diese Einteilung blieb bis zum Ende von Gröbels Rektorat - zehn Klassen, im Durchschnitt in zehn Jahren zu durchlaufen, aber auch schon in neun - die Versetzungen waren halbjährig, der Schüler hörte in jeder Klasse den Kursus zweimal, als Anfänger und als Repetent

Ostern 1829 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1829 besaß die deutsche Schülerbibliothek schon einige hundert Bände

Ostern 1830 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1831: Ad examen publicum diebus XXI, XXII, XXIII Mart. nec non actum valedictorium die XXIII Mart. A. MDCCCXXXI in schola quae Dresdae est ad aedem crucis ... invitat Christian Ernst August Gröbel - Gaertner, 1831

Ostern 1831: Oratio saecularis in solemnibus traditae ante CCC. annos confessionis Augustanae habita. Christian Ernst August Gröbel - Oratio saecularis in solemnibus traditae ante CCC. annos confessionis Augustanae habita: adjecta sunt aliquot ... carmina teutonica - behandelt die Verdienste Melanchthons bei der Auslegung der Heiligen Schrift - Programm des Jahres 1831

1831 Neue praktische Anleitung zum Uebersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische; eine Sammlung progressiver, auf stete Wiederholung berechneter Beispiele, als Hülfsbuch beim ersten Unterricht in der lateinischen Sprache. - herausgegeben von Christian Ernst August Gröbel, Rector der Kreuzschule zu Dresden. - Siebente verbesserte Auflage. Repetitio mater est studiorum. - Halle, Eduard Anton, 1831. 312 S. Seinem theuern Freunde und Collegen Herrn M. Wagner in treuer Liebe und Ergebenheit gewidmet von dem Verfasser. Vorwort am 26. Mai 1831

mdz

Ostern 1832 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

Ostern 1833 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1833: w:Gustav Helbig Collaborator an der Kreuzschule

Ostern 1834 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

Ostern 1835 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1835: w:Gustav Helbig außerordentlicher Oberlehrer an der Kreuzschule

Ostern 1836 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

Ostern 1837 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

Ostern 1838 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1838 wird Gröbel von König Friedrich August (Prinz-Mitregent bereits seit September 1830, König seit 1836) das Ritterkreuz des Civilverdienstordens w:Zivilverdienstorden (Sachsen) verliehen (das mit der Erhebung in den persönlichen Adelsstand verbunden war?- vgl. w:Nikolaus Friedrich von Thouret) - die Ritter dekorieren die Auszeichnung am Band auf der linken Brustseite

Ostern 1839 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1839: Neue praktische Anleitung zum Uebersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische; (eine Sammlung progressiver, auf stete Wiederholung berechneter Beispiele, als Hülfsbuch beim ersten Unterricht in der lateinischen Sprache. - herausgegeben von Christian Ernst August Gröbel, Rector der Kreuzschule zu Dresden.) 10. Auflage 1839

bis 1840 hielt sich die hohe Schülerzahl (um 400 Schüler?), danach sank sie wieder ab

Ostern 1840 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

Ostern 1841 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1841: das 25jährige Rektoratsjubiläum von Groebel wurde durch die Lehrer am 10. Oktober gefeiert, Conrector Phil. Wagner begrüßte als nächster Collegae den Rector am Morgen des 10. Oktober mit einer lateinischen Ode, die Zöglinge der Schule überreichten ihrem Rektor (durch die Primaner Lamm, Busch und Rahnfeld) ein "Denkmal der Liebe und Dankbarkeit" (4 S. gr. 4) in mehreren mit Geschenken verbundenen Sinngedichten:

  • 1. eine lateinische alcaische Ode
  • 2. ein deutscher Festgruss
  • 3. ein Gruss der Mathematik
  • 4. die heilige Pentas
    • 1. Gedicht, Frömmigkeit
    • 2. Fleiss
    • 3. Gehorsam
    • 4. Bescheidenheit
    • 5. Dankbarkeit

Groebel stellte vier Kardinaltugenden auf: Frömmigkeit, Fleiss, Gehorsam und Bescheidenheit. Seine Schüler fügten die Dankbarkeit hinzu und stellete alle Tugenden durch sinnvoll ausgewählte Geschenke dar. Im Amtszimmer der Schule befand sich noch 1883 als Erinnerung an dieses Fest ein Schreibzeug aus Ebenholz mit dem vergoldeten Kreuze. Beigefügt wurde ein Schulsiegel, welches einen Altar mit dem Kreuze und darüber, auf einer Schriftrolle sitzend, eine Eule zeigt (das Sinnbild der Wissenschaft). Als Symbole waren zwei Olivenzweige und über der Eule war ein Stern mit der Aufschrift: per ardua ad astra beigegeben. Für die tägliche Anwendung war es zu umfangreich, kurz vor 1883 erhielten die Maturitätszeugnisse eine neue Form, wobei dann dieses Schulsiegel der Vergessenheit entrissen und auf die Zeugnisse als Stempel angebracht wurde

unter den Primanern, welche aus diesem Anlass ein Festgedicht gedichtet und vorgetragen hatten, befand sich auch der spätere Präsident des evangelischen Landeskonsistoriums, Berlepsch w:Dietrich Otto von Berlepsch

als Festkantate ertönte zum ersten Mal die Komposition von Musikdirektor Julius Otto: Gott sei mit Dir, mein Sachsenland (Text von Collaborator Hallbach) w:Ernst Julius Otto

Groebel bekam aus diesem Anlaß von der philosophischen Fakultät Leipzig die Doktorwürde honoris causa verliehen - die Kollegen verfassten eine Denkschrift (Festprogramm) "Viro Praestantissimo Chr. Ern. Aug. Groebelio illustris ordinus reg. Sax. bene merentium equiti cet. ante hos ipsos XXV annos ad regendam scholam Crucianam vocato pie gratulantur Collegae" mit einem lateinischen alcaischen Gratulationsgedicht von 6 Seiten und einer Abhandlung über den Dialogus de oratoribus[64] von Tacitus - die Verfasser sind ungenannt, das Gedicht stammt von Conrector Philipp Wagner, der Aufsatz von Karl Julius Sillig Museum des Rheinisch-Westphälischen schulmänner-vereins ..., Band 1, Münster In der Theissingschen Buchhandlung, 1841 S, 226: Prof. Sillig hatte ihm seine "Epist. crit. de corruptis aliquot Taciti locis" dedicirt (nach Repertorium der gesammten deutschen Literatur, Band 32, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1842, S. 15 vom "dritten Collegen Dr. theol. Jul. Frid. Böttcher") - Gröbel wurden drei Werke gewidmet - Dedication:

Ostern 1842 - Programm zur Osterprüfung der Kreuzschule (in Latein?)

  • Einleitung in die Differential- und Integralrechnung 1. Cap. (28 S.) von Mathematicus Carl Snell - Angabe des Begriffs und der Methode der Differential- und Integralrechnung im Allgemeinen
  • Schulnachrichten von Rector Gröbel (S. 28 bis 37)
    • 301 Schüler
    • der 4. Collaborator Schlurik wurde als 8. Lehrer an der Fürstenschule zu St. Afra Meißen angestellt
    • der 5. Collaborator Dr. Joh. Geo. Thd. Grässe rückte auf, dessen Stelle bekommt der Cand. Ad. Rob. Albani aus Königstein

1842: w:Richard Baltzer (Mathematiker) Oberlehrer an der Kreuzschule

Ostern 1843 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

Ostern 1844 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1845: bei jedem Abschlußactus wurden neben lateinischen und griechischen Aufsätzen auch deutsche Reden und Gedichte vorgetragen, so 1845 bis 1848

Ostern 1845 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1846: bei jedem Abschlußactus wurden neben lateinischen und griechischen Aufsätzen auch deutsche Reden und Gedichte vorgetragen, so 1845 bis 1848

Ostern 1846 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1847: bei jedem Abschlußactus wurden neben lateinischen und griechischen Aufsätzen auch deutsche Reden und Gedichte vorgetragen, so 1845 bis 1848

Ostern 1847 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1848: bei jedem Abschlußactus wurden neben lateinischen und griechischen Aufsätzen auch deutsche Reden und Gedichte vorgetragen, so 1845 bis 1848

Ostern 1848 - Programm der Kreuzschule in Latein (wohl mit einem Abschnitt aus Horaz, von dessen Werken eine größere Ausgabe vorbereitet, aber nicht zu Ende geführt wurde)

1848 (Januar 1849): w:Julius Ludwig Klee Rektor der Kreuzschule in Dresden

Programm des Gymnasiums zu Dresden. Ostern 1849. Theil 2. Dresden, 1849. 8°.

der neue Rektor Klee schaffte 1849 die Versetzungen zu Michaeli ab und legte zwei der zehn Abteilingen zu einer zusammen - im Ergebnis gab es danach neun Klassen mit einjährigen Kursen (das übrige Sachsen behielt die alte Struktur von sechs Klassen mit halbjährigen Versetzungen)

1862: w:Gustav Helbig Conrector der Kreuzschule und zum Professor ernannt

1865: w:Richard Baltzer (Mathematiker) zum Professor an der Kreuzschule ernannt

Rektor w:Julius Ludwig Klee † 6. Dezember 1867 - von seiner Bibliothek, die im Mai 1868 bei H. Hartung in Leipzig versteigert wurde, erschien ein gedruckter Katalog.

1868 und 1869 wurde die bewährte Organisation zur allgemeinen (in Sachsen?) erhoben - Gröbels Maßnahmen bewährten sich über seine Amtszeit hinaus und dienten als Grundlage für spätere Einrichtungen im ganzen Land - die unterste Klasse blieb aber Sexta und nicht Nona

ab Ostern 1868 wurde der Griechischunterricht bereits nach zwei Jahren Schulbesuch erteilt, (noch vor?) 1883 ging man zu dem alten Regulativ über, welches die Kreuzschule unter Rektor Klee eingeführt hatte: Griechisch-Unterricht erst nach drei Jahren Gymnasium-Besuch


1783

1817

nach 1817

Chronik[Bearbeiten]

  • 1590: - Johann Georg I. (* 9. Mai 1567 in Harzgerode; † 24. Mai 1618 in Dessau), Fürst von Anhalt 1586 bis 1603, Fürst von Anhalt-Dessau 1603 bis 1618, verweist den Pastor Johann Arndt (geb. 1555 in Ballenstedt oder Edderitz; 1583 in Bernburg ordiniert; 1584 bis 1590 Pastor in Badeborn, Anhalt-Bernburg) des Landes, weil Arndt die Entwicklung hin zum Calvinismus nicht mittragen kann - Arndt geht nach Quedlinburg, wo er Pfarrer wird
  • 1599: - Johann Arndt Pfarrer in Braunschweig
  • 1605: - Von wahrem Christenthum, Buch 1, von Johann Arndt, erscheint in Frankfurt am Main
  • 1610: - Die Vier Bücher vom wahren Christentum von Johann Arndt erscheinen in Magdeburg
  • 1611: - Johann Arndt Generalsuperintendent in Celle
  • 1612: - Das Paradiesgärtlein voller christlicher Tugenden, wie solche zur Übung des wahren Christentums durch andächtige, lehrhafte und trostreiche Gebete in die Seele zu pflanzen von Johann Arndt erscheint in Magdeburg

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. geb. 3. März 1789 in Wittenberg als Sohn eines Wittenberger Professors der Medizin, gest. 12. November 1849 in Colditz
  2. Diaconi zum heiligen Kreuz
  3. Die (Sack)Gasse hinter der Kreuzkirche 545 verlief an der rechten Seite der Superintendentur, beim Betreten derselben lag die Superintendentur also linkerhand und ihr rechterhand gegenüber standen Wohnhäuser. Leonhardi wohnte im vorletzten Haus vor dem Gassenende; heute befindet sich an dieser Stelle in etwa die Südseite des Innenhofs des Rathauses. Der Dresdner Adreß-Kalender auf das Jahr 1819 führt auf Seite 108 unter Kirchen und Schulen. A. Evangelische Kirchen- und Schullehrer. An der Kreuz=, Frauen= und Sophienkirche aus: M[agister] Gust. Ernst Ch Leonhardi, Diac[on] u. Nachm[ittags] P[rediger] h. d. Krzk. 545.
  4. Montags den 16. August 1819, Abends 5 Uhr
  5. sechs folgende christliche Freunde
  6. Vgl. Karl Hennig: Die Auswanderung Martin Stephans. In: ZKG 58 (1939), S. 142 bis 166.
  7. Vgl. Karl Hennig: Die sächsische Erweckungsbewegung im Anfange des 19. Jahrhunderts. Verlag von Theodor Weicher, Leipzig 1929, S. 137 bis 145.
  8. Diakon Magister Lebrecht Sieg. Jaspis: Pfarrgasse 4a
  9. Archidiakon Magister Elias Fr. Poege: Pfarrgasse 5
  10. Diakon Magister Ch. Gottl. Gueldemann: Pfarrgasse 4b
  11. Stadtprediger Magister J. Fr. H. Cramer: An der Kreuzkirche 542
  12. Superintendent Ober-Consistorialrath Dr. Carl Christian Tittmann: An der Kreuzkirche 541
  13. So das Dresdnische Gesangbuch von 1797, aber auch die Gebete und Andachtsübungen dazu (Dresden 1797), die Gebete zum Gebrauch bei den öffentlichen und häuslichen Gottesdienste (Dresden und Leipzig 1811) und das Kirchenbuch für den evangelischen Gottesdienst der Königlich sächsischen Lande, auf allerhöchsten Befehl herausgegeben (Dresden 1812–1813), 2 Teile (2 Teil auch mit dem Titel Neue Sächsische Kirchenagende, Dresden 1813).
  14. Stadtarchiv Dresden, Ratsarchiv, G.XXV. 17b. fol. 27.
  15. Frank Metasch: Exulanten in Dresden. Einwanderung und Integration von Glaubensflüchtlingen im 17. und 18. Jahrhundert. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2011, S. 191.
  16. Ratsarchiv Dresden, B.I.14.
  17. Ratsarchiv Dresden, B.I.32.
  18. Georg Ludwig (Reichs-) Graf von Zinzendorf und Pottendorf (1662–1700)
  19. Charlotte Justine von Gersdorff (1675–1763)
  20. Kurfürsten Johann Georg III. von Sachsen: * 20. Juni/ 30. Juni 1647 in Dresden; † 12. September/ 22. September 1691 in Tübingen
  21. Henriette Catharina von Gersdorff: geborene von Friesen (*6. Oktober 1648 in Sulzbach; † 6. März 1726 in Großhennersdorf)
  22. Henriette Catharina von Gersdorff übernahm die Druckkosten für folgende Übersetzungen von Michał Frencel, Pfarrer in Großpostwitz bei Bautzen, in den Bautzner Dialekt des Sorbischen: Römer- und Galaterbrief (1693), Der Psalter Des Königlichen Propheten Davids. Budissin 1703 (Digitalisat) und Das Neue Testament Unsers Herrn Jesu Christi / in die Oberlausitzsche Wendische Sprache. Zittau 1706 (Digitalisat) - Jahrzehnte zuvor waren vom gleichen Übersetzer auf Eigeninitiative zwei Evangelien erschienen: S. Matthaeus und S. Marcus / Wie auch Die drey allgemeinen Haupt-Symbola. Budissin 1670 (Digitalisat) Behindert wurde Frencels Arbeit, weil die sächsischen Stände seine Manuskripte konfiszieren ließen und den Druck des Neuen Testaments auf Sorbisch verboten hatten.
  23. Geistreiche Lieder und poetische Betrachtungen. Hrsg. v. Paul Anton, Waisenhaus, Halle 1729. (Nachdruck: Wald, Karben 1998, ISBN 3-932065-93-X).
  24. Der kurfürstliche Befehl lautete, „solche an sich unzulässige Conventus so- fort gänzlich einzustellen".
  25. Schneidermeister Käulfuß?
  26. Der Prediger der böhmischen Gemeinde, Petermann, war zuvor Pfarrer in Vetschau und wurde von dort nach Dresden versetzt. Er hatte mit dem Archidiakon Busse aus Cottbus in der dortigen Gegend Mitte des 18. Jahrhunderts eine Erweckung hervorgerufen.
  27. Plan von Dresden 1809.
  28. Woldemar Hermann bei ArchInform.
  29. Allgemeiner Anzeiger für die preußischen Staaten. 1837
  30. Verzeichnis von Weinhandlungen
  31. Dresdner Liedertafel. Mitgliederverzeichnis am 1. November 1891.
  32. Bl. 32 – 38 im Sächsischen Staatsarchiv Archivalie im Bestand 10711 Ministerium des Königlichen Hauses Archivalnummer Loc. 25 Nr. 15 Datierung 1900 - 1901 Verleihung von Hofprädikaten
  33. Inserat im Adressbuch der Hoflieferanten im Königreiche Sachsen, Dresden von 1905.[1]
  34. vgl.Friedrich von Luxburg in der deutschen Wikipedia
  35. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1817. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche in Nro. 345, S. 79: Auswärtige Gesandtschaften. am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Bayerschen Hofe. Hr. Friedrich Graf von Luxburg, Königl. Bayerscher Kammerherr, außerordentlicher Gesandte, und bevollmächtigter Minister, hinter der Frauenkirche 5 A.; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1819. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 82 und Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1820. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 84: Auswärtige Gesandtschaften. am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Bayerschen Hofe. Hr. Friedrich Graf von Luxburg, Königl. Kammerherr, außerordentlicher Gesandte, und bevollmächtigter Minister, hinter der Frauenkirche 5 A.
  36. Die Scheffelgasse war die frühere Große Webergasse. Sie ist heute in die Altmarkt-Galerie aufgegangen.
  37. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1822. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 82: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Bayerschen Hofe. Hr. Friedr. Graf v. Luxburg, Königl. Kamhr. außerordentlicher Gesandte und bevollmächtigter Minister, Scheffelg. 155.
  38. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1817. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 79.
  39. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1819. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 82: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, Chargé d'Affaires, Scheffelg. 155; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1820. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 84: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. Legat. Rath u. Chargé d'Affaires, Ritter d Dannebrog= u. d. Ruß. St. Wladimir=Ordens, Moritzstr. 753; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1822. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 82: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. Legat. Rath u. Chargé d'Affaires, Ritter d Dannebrog= u. d. Ruß. St. Wladimir=Ordens, Moritzstr. 766.; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1823. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345, S. 84: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. geh. Legat=Rath u. Chargé d'Affaires, Ritter d. Dannebrog=, Komthur d. Ruß. St. Wlademir= d. k. pr. rothen Adler= u. d. k. Oestr. St. Leopolds=Ordens, Moritzstr. 766; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1824. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345, S. 84: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. geh. Legat=Rath u. Chargé d'Affaires, Ritter des Dannebrog=, Komthur des Ruß. St. Wladimir= des königl. preuß. rothen Adler= und des kaiserl. Oesterr. St. Leopolds=Ordens, Moritzstr. 766; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1826. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345, S. 81: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. Kammerherr und Chargé d'Affaires, Ritter des Dannebrog=, Komthur des Ruß. St. Wladimir= des königl. preuß. rothen Adler= und des kaiserl. Oesterr. St. Leopolds=Ordens, Moritzstr. 766; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1827. Zu finden auf der großen Brüdergasse, in Nr. 270, S. 83: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Irgens Bergh, k. Kammerherr und Chargé d'Affaires, Ritter des Dannebrog=, Komthur des Ruß. St. Wladimir= des königl. preuß. rothen Adler= und des kaiserl. Oesterr. St. Leopolds=Ordens, Moritzstr. 766; Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1829. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der großen Brüdergasse in Nr. 270. Dresden, gedruckt in der Schultzeschen Buchdruckerei, S. 86: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Dänischen Hofe. Hr. v. Copmanns, k. Kammerherr und Chargé d'Affaires, Ritter des Dannebrog=Ordens, am Seethore 14 A.
  40. Vgl. den Artikel in der dänischen Wikipedia: Mathias Friis von Irgens-Bergh.
  41. Vgl. den dänischen Wikipedia-Artikel Chargé d'affaires (Chargé d'affaires in der englischen, w:Geschäftsträger in der deutschen Wikipedia
  42. Sie starb 1861 in ihrer Geburtsstadt Kopenhagen. Ihr Vater war vermutlich der kommandør (in etwa Captain at sea oder Kapitän zur See) Frederik Christian Holsten.
  43. Vgl. den Artikel in der deutschen Wikipedia: w:Dänemark-Norwegen.
  44. Niels Rosenkrantz wurde geboren am 9. September 1757 in Øyestad in Norwegen und war ab 1810 Außenminister Dänemarks. Vgl. den Wikipedia-Artikel Niels Rosenkrantz
  45. Der Wiener Kongress lief vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 und ordnete Europa nach den Befreiungskriegen neu. Vgl.den Wikipedia-Artikel w:Wiener Kongress
  46. Vgl. den Artikel in der deutschen Wikipedia: w:Dannebrogorden.
  47. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Elbschiffahrtskommission
  48. Vgl. den dänischen Wikipedia-Artikel w:da:Nasjonalgalleriet
  49. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1823. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345, 61 Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1824. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345 S. 61 Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1826. Zu finden auf der Johannis=Gasse neben der Kirche, in Nr. 345, S. 59: II). Mitglieder. [...] Casp. Dav. Friedrich, Prof. extr. PV. an der Elbe 33 [...] Joh. Christ. Dahl, Prof. extr. PV. an der Elbe 33.
  50. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1809. Mit einem neuen und vollständigen Grundriß von Dresden. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Dresden, in der Arnoldischen Buch= und Kunsthandlung, Mahler und Zeichenmeister, S. 151: Friedrich, Blumenmahler, P[irnaische] V[orstadt]. an der Elbe 27.
  51. Das größte Museum für Bildende Kunst in Dänemark - 1897 eröffnet, 1998 durch Anbau erweitert. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Statens Museum for Kunst.
  52. Geboren am 26. Juni 1792 in Bredstedt, Nordfriesland, Herzogtum Schleswig, damals zu Dänemark. Studium an der Königlich Dänischen Kunstakademie Kopenhagen, kehrte nach einem zeittypischen langjährigen Aufenthalt in Rom 1823 nach Kopenhagen zurück. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Christian Albrecht Jensen.
  53. Dänisch: den danske guldalder, etwa 1800 bis 1850. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Goldenes Zeitalter (Dänemark).
  54. Geboren am 7. November 1849 in Kopenhagen, gestorben am 2. August 1906 in Hellerup. Vgl. den dänischen Wikipedia-Artikel w:da:Carl Christian Andersen (maler).
  55. Auch Edme Quenedey des Ricets. Geboren am 17. Dezember 1756 in Riceys-le-Haut, gestorben am 16. Februar 1830 in Paris. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Edme Quenedey.
  56. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Physionotrace.
  57. Dresdner Adreß=Kalender auf das Jahr 1819. Mit Königl. Sächs. Privilegio. Zu finden vor dem Pirnaischen Thore auf der Johannis=Gasse neben der böhmischen Kirche, in Nr. 345, S. 82: Auswärtige Gesandtschaften am Königlich Sächsischen Hofe. Vom Königl. Französischen Hofe. Se. Excell. Hr. Marquis de la Tour=Maubourg, Officier des Königl. Ordens der Ehrenlegion, außerordentlicher Gesand. u. bevollmächtigt. Minister, SV Halbeg. 388 - Hr. Edme de Chateau, Legation=Secretaer, ebend., - Adolph de Bondy, attaché à la legation.
  58. Vgl. den Wikipedia-Artikel w:Maria Josepha von Sachsen (1731–1767)
  59. Johann David Erdmann Preuß: Œuvres de Frédéric le Grand. (30 Bände, R. Decker, Berlin 1846 bis 1856), Band 11, S. 137 Anm. b: Au mois de décembre 1746, le duc de Richelieu fut nommé ambassadeur à Dresde. Il était chargé de demander pour le Dauphin la main de la princesse Marie-Josèphe de Saxe, fille de l'électeur Frédéric-Auguste. Le duc de Richelieu réussit dans cette négociation. Antoine-René de Voyer d'Argenson, marquis de Paulmi, accompagna le duc de Richelieu dans son ambassade à Dresde, et vint ensuite à Berlin.
  60. Vgl. den Artikel w:fr:Alexandre-François de La Rochefoucauld in der französischen Wikipedia
  61. Vgl. den Artikel w:Joseph Fouché in der deutschen Wikipedia
  62. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner, Dresden 1797, S. 1f.
  63. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner, Dresden 1797, S. 454.
  64. Tacitus widmete der Redekunst unter stilistischer Anlehnung an Marcus Tullius Cicero den Dialogus de oratoribus.