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Gotisch/ C2

Aus Wikibooks

Hinweis: Einige der hier genannten Formen sind (zufälligerweise) nicht belegt, sondern wurden durch Vergleiche rekonstruiert.


Suppletivparadigma

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wisan (st, V)

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Das wichtigste unregelmäßige Verb ist wisan "sein". Bei der Konjugation handelt es sich um ein sog. Suppletivparadigma aus dem idg. Verb h1es- und dem starken Verb wisan (V). Eigene Imperativformen sind nicht belegt. Anstelle dessen wird die Optativformen verwendet (sijais, sijai, sijaiþ). Das Partizip Präteritum ist ungebräuchlich. Vereinzelt sind auch Formen ohne -j- belegt, z. B. sium.

wisan (V) Ind. Präs. Opt. Präs.
1. Person Singular im sijau
2. Person is sijais
3. Person ist sijai
1. Person Dual siju sijaiwa
2. Person sijuts sijaits
1. Person Plural sijum sijaima
2. Person sijuþ sijaiþ
3. Person sind sijaina

Beachten Sie die Zusammensetzungen mit ist: ni ist = nist, þatist = þata ist, karist = kara ist.

gaggan (st, VII)

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gaggan "gehen" verlor seine reduplizierende Vergangenheit. An deren Stelle trat das schwache Verb (I) iddjan, welches als Präsensverb nicht belegt ist. Man spricht hier von einem sog. Suppletivparadigma. Die Entwicklung ist vergleichbar mit dem englischen go "gehen", deren Vergangenheit vom untergegangenen Verb wend gebildet wird[1].

gaggan (VII) Ind. Prät. Opt. Prät.
1. Person Singular iddja iddjedjau
2. Person iddjes iddjedeis
3. Person iddja iddjedi
1. Person Dual iddjedu iddjedeiwa
2. Person iddjeduts iddjedeits
1. Person Plural iddjedum iddjedeima
2. Person iddjeduþ iddjedeiþ
3. Person iddjedun iddjedeina

In Luk 19, 12 ist die Form gaggida überliefert, welches als analoge Neubildung zu betrachten ist.

Zusammenfall von Modi

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wiljan (PP)

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wiljan "wollen" wird in einigen Grammatiken zu den Präteritopräsentia gezählt. Tatsächlich handelt es sich beim Ind. Präs. nicht um die ehemalige Vergangenheitsform, sondern um das ehemalige Optativ Präteritum. Die Entstehung dieser Kuriosität ist vergleichbar mit dem heutigen "möchte" (eigentl. Konjunktivform von "mögen"), das sich im heutigen Gebrauch vom eigentlichen Grundwort abspaltete und sich nahezu verselbstständigt hat.

Eine eigene Präsensform für das Optativ ist nicht belegt. Hier sind vermutlich beide Modi zusammengefallen. Die Präteritumformen werden wie die anderen Präteritopräsentia schwach gebildet. Zu beachten ist jedoch, dass man den Wortstamm "wil-" (statt "wilj-") ansetzen muss.

wiljan (PP) Ind./Opt. Präs. Imperativ
1. Person Singular wiljau -
2. Person wilais wilja
3. Person wili wiljaudau
1. Person Dual wileiwa -
2. Person wileits wileits
1. Person Plural wileima wileima
2. Person wileiþ wileiþ
3. Person wileina wilainau
Infinitiv wiljan
Partizip Präsens wiljands
Partizip Präteritum wilts

Unregelmäßige Ablaute

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lukan (st, II)

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Das Verb lukan (mit langem u) für "schließen" monophthongierte den iu-Diphthong zu einem /u/. D. h. anstelle eines *liukan (II) haben wir ein "lukan (II)". Das i verschwand in allen Formen mit dem 1. Ablautvokal (z. B. Imp. luk; Passiv lukaza, etc.). Die anderen Ablautvokale blieben erhalten: lukiþ - lauk - lukun - lukans.

trudan (st, IV)

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Die Unregelmäßigkeit des Verbs trudan "treten" besteht darin, dass anstelle eines -i- ein -u- im Wortstamm auftritt. Es ablautet jedoch, wie ein Verb der IV. Klasse. wulan "sieden" folgt demgleichen Muster: wulan - wal - welun - wulans

itan (st, V)

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itan "essen" weicht von den anderen Verben der V. Klasse darin ab, dass der zweite Ablautvokal mit dem dritten zusammengefallen ist. Anstatt des zu erwartenden itiþ - at - etun - itans (gemäß der Ablautreihe i-a-e-i) lautet die korrekte Form itiþ - et - etun - itans. Beachten Sie auch die Zusammensetzung fra-itan "aufessen", welche ohne -a- ablautet (fraitan - fret - fretun - fraitans). Etymologisch entwickelte sich daraus das nhd. "fressen".

itan (IV) Ind. Prät
1. Person Singular et
2. Person est
3. Person et
1. Person Dual etu
2. Person etuts
1. Person Plural etum
2. Person etuþ
3. Person etun

Dental-Wechsel

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kaupatjan (sw, I)

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kaupatjan "ohrfeigen" hat eine unregelmäßige Vergangenheit. Anstatt eines *kaupatida ist ein kaupasta belegt. Möglicherweise konjugieren die Verben lauhatjan "leuchten" und swogatjan "seufzen" ähnlich.

kaupatjan (I) Ind. Prät. Opt. Prät.
1. Person Singular kaupasta kaupastedjau
2. Person kaupastes kaupastedeis
3. Person kaupasta kaupastedi
1. Person Dual kaupastedu kaupastedeiwa
2. Person kaupasteduts kaupastedeits
1. Person Plural kaupastedum kaupastedeima
2. Person kaupasteduþ kaupastedeiþ
3. Person kaupastedun kaupastedeina

witan (PP, I)

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Das gotische Wort für "wissen" verlor den Plosivlaut -t- in der Vergangenheit. Zu erwarten wäre ein *wista, da hier die Regel des Konsonantenwechsels vor einem Dental wirkt (*wit-da -> *wit-ta mit Anpassung der Stimmhaftigkeit -> *wis-ta mit Konsonantenwechsel).

witan (I) Ind. Prät. Opt. Prät.
1. Person Singular wissa wissedjau
2. Person wisses wissedeis
3. Person wissa wissedi
1. Person Dual wissedu wissedeiwa
2. Person wisseduts wissedeits
1. Person Plural wissedum wissedeima
2. Person wisseduþ wissedeiþ
3. Person wissedun wissedeina

kunnan (PP, III)

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kunnan "kennen, wissen" bildet die Vergangenheit anstelle eines -d-/-t- mithilfe eines -þ-. Ebenso sind auch Schreibweisen mit und ohne Doppel-n belegt, z. B. kant und kannt.

kunnan (I) Ind. Prät. Opt. Prät.
1. Person Singular kunþa kunþedjau
2. Person kunþes kunþedeis
3. Person kunþa kunþedi
1. Person Dual kunþedu kunþedeiwa
2. Person kunþeduts kunþedeits
1. Person Plural kunþedum kunþedeima
2. Person kunþeduþ kunþedeiþ
3. Person kunþedun kunþedeina
Infinitiv kunnan
Partizip Präsens kunnands
Partizip Präteritum kunþs

Unregelmäßige Endungen

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hirjan (sw, I)

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Das Wort *hirjan "(her-)kommen" ist nur als Imperativ belegt (hiri! "Komm her"). Möglicherweise wurde das Verb nur konjunktionell gebraucht. Es ist mit dem Wort her "hier" verwandt.

hirjan (I) Imp. 2. P.
Singular hiri
Dual hirjats
Plural hirjiþ

bauan (sw, III)

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Das Verb bauan "wohnen" war ursprünglich ein reduplizierendes Verb, das sich später zur dritten schwachen Verbklasse gesellte. Die Präsenskonjugation blieb allerdings stark. Möglicherweise wird auch das Verb bnauan "zerreiben" auf diese unregelmäßige Weise flektiert. Hierfür fehlen jedoch die Belege.

bauan (III) Ind. Präs.
1. Person Singular baua
2. Person *bauis
3. Person bau
1. Person Dual *bauos
2. Person *bauats
1. Person Plural *bauam
2. Person bau
3. Person *bauand

h-Wechsel

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Mehrere gotische Verben ersetzen im Präteritum den velaren Verschlusslaut (/g/, /k/, /ŋ/) durch ein <h>. Die Präteritopräsentia zeigen diesen Wechsel bereits im Präsens.

waurkjan (sw, I)

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Das Verb waúrkjan "wirken" hat eine unregelmäßige Vergangenheit. Das <k> wird durch ein <h> ersetzt und das /i/ verschwindet. Das nachfolgende Dentalsuffix passt sich der Stimmhaftigkeit an. Nach diesem Muster gehen auch die Verben bugjan "kaufen", brukjan "brauchen", þagkjan "denken" und þugkjan "dünken".

kunnan (I) Ind. Prät. Opt. Prät.
1. Person Singular waurhta waurhtedjau
2. Person waurhtes waurhtedeis
3. Person waurhta waurhtedi
1. Person Dual waurhtedu waurhtedeiwa
2. Person waurhteduts waurhtedeits
1. Person Plural waurhtedum waurhtedeima
2. Person waurhteduþ waurhtedeiþ
3. Person waurhtedun waurhtedeina
Infinitiv waurkjan
Partizip Präsens waurkjands
Partizip Präteritum waurhts

briggan (st, III?)

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briggan "bringen" müsste der Form nach zur dritten starken Verbklasse gehören. Tatsächlich wird die Vergangenheit nur mit dem 2. Ablautvokal und dem Dentalsuffix gebildet. Hinzu kommt ein Konsonantenwechsel, der an die Präteritopräsentia erinnert (vgl. magan, ogan). Diese Unregelmäßigkeit hat das Deutsche geerbt (bringen - brachte - gebracht).

briggan (III) Ind. Prät. Opt. Prät.
1. Person Singular brahta brahtedjau
2. Person brahtes brahtedeis
3. Person brahta brahtedi
1. Person Dual brahtedu brahtedeiwa
2. Person brahteduts brahtedeits
1. Person Plural brahtedum brahtedeima
2. Person brahteduþ brahtedeiþ
3. Person brahtedun brahtedeina
Infinitiv briggan
Partizip Präsens briggands
Partizip Präteritum brahts

aihan (PP, I)

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Die Zugehörigkeit des Verbs áihan oder *aigan "haben" zu einer Verbalklasse ist umstritten. Formal gehört es zur ersten Klasse, indes fehlt der Ablautwechsel. Das Schwanken von <g> und <h> (vgl. magan, ogan, briggan) ist hier am stärksten ausgeprägt. In mehreren Fällen sind beide Schreibweisen überliefert (die häufiger belegte Form steht links; rekonstruierte Formen mit *). Dabei scheint die Schreibweise mit <g> im Plural und Optativ zu überwiegen, während der Singular und die Vergangenheit die Schreibweise mit <h> bevorzugen. Der Dual ist nicht belegt.

aihan (I) Ind. Präs. Opt. Präs. Ind. Prät. Opt. Prät.
1. Person Singular aih/aig *aigjau *aihta *aihtedjau
2. Person *aiht *aigeis *aihtes aihtedeis
3. Person aih/aig aigi aihta *aihtedi
1. Person Plural aigum/aihum *aigeima *aihtedum *aihtedeima
2. Person aihuþ aigeiþ *aihteduþ *aihtedeiþ
3. Person aigun aigeina aihtedun *aihtedeina
Infinitiv aihan
Partizip Präsens aigands/aihands
Partizip Präteritum *aihts

magan (PP, V)

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magan "können" wechselt in der Vergangheit den Konsonanten -g- zu einem -h-. vgl. auch briggan und aihan.

magan (V) Ind. Prät. Opt. Prät.
1. Person Singular mahta mahtedjau
2. Person mahtes mahtedeis
3. Person mahta mahtedi
1. Person Dual mahtedu mahtedeiwa
2. Person mahteduts mahtedeits
1. Person Plural mahtedum mahtedeima
2. Person mahteduþ mahtedeiþ
3. Person mahtedun mahtedeina
Infinitiv magan
Partizip Präsens magands
Partizip Präteritum mahts

ogan (PP, VI)

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Das Verb für fürchten besitzt mehrere Unregelmäßigkeiten. Das ursprüngliche starke Verb *agan ist noch im Partizip Präsens unagands "furchtlos" erhalten. Als Imperativ ist die unregelmäßige Form ogs "fürchte dich" überliefert. Dabei handelt es sich um einen Rest des indogermanischen Konjunktivs, der im Germanischen durch den Optativ verdrängt wurde.[2] Als Plural wird die Optativform ogeiþ gebraucht.

ogan (V) Ind. Präs. Ind. Prät. Opt. Prät. Imperativ
1. Person Singular og ohta ohtedjau -
2. Person oht ohtes ohtedeis ogs
3. Person og ohta ohtedi ?
1. Person Dual ogu ohtedu ohtedeiwa ?
2. Person oguts ohteduts ohtedeits ?
1. Person Plural ogum ohtedum ohtedeima -
2. Person oguþ ohteduþ ohtedeiþ ogeiþ
3. Person ogun ohtedun ohtedeina ?
Infinitiv ogan
Partizip Präsens ogands
Partizip Präteritum ohts

n- und j-Schwund

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Eine Reihe von Verben besitzen im Präsens ein -n- oder -j-, das im Präteritum verschwindet. Die Ursache liegt im Indogermanischen, in dem es Präsensbildungen mithilfe von Konsonanten gab.[3] Dies betrifft ausnahmslos ablautende Verben, sprich: starke Verben.

n-Schwund

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keinan (st, I)

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Das gotische Wort für "keimen" verliert das -n- in den Präteritumstämmen. Anstelle von *kai "ich/er keimte" ist auch das schwach konjugierte keinoda belegt.

keinan (I) Ind. Prät. Opt. Prät.
1. Person Singular kai kijjau
2. Person kait kijeis
3. Person kai kiji
1. Person Dual kiju kijeiwa
2. Person kijuts kijeits
1. Person Plural kijum kijeima
2. Person kij kijeiþ
3. Person kijun kijeina
Infinitiv keinan
Partizip Präsens keinands
Partizip Präteritum kijans

fraihnan (st, V)

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Diese Unregelmäßigkeit zeigt auch das Wort fraíhnan "fragen".

frahnan (V) Ind. Prät. Opt. Prät.
1. Person Singular frah frehjau
2. Person fraht freheis
3. Person frah frehi
1. Person Dual frehu freheiwa
2. Person frehuts freheits
1. Person Plural frehum freheima
2. Person freh freheiþ
3. Person frehun freheina
Infinitiv fraihnan
Partizip Präsens fraihnands
Partizip Präteritum fraihans

standan (st, VI)

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Das Klasse-VI-Verb standan "stehen" ist ein Musterbeispiel für den Nasalschwund. Die Unregelmäßigkeit hat sich auch im Englischen erhalten, siehe stand - stood - stood.

standan (VI) Ind. Prät. Opt. Prät.
1. Person Singular stoþ stodjau
2. Person stost stodeis
3. Person stoþ stodi
1. Person Dual stodu stodeiwa
2. Person stoduts stodeits
1. Person Plural stodum stodeima
2. Person stod stodeiþ
3. Person stodun stodeina
Infinitiv standan
Partizip Präsens standands
Partizip Präteritum staþans

j-Schwund

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bidjan (st, V)

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bidjan "bitten" scheint auf dem ersten Blick ein schwaches Verb erster Klasse zu sein. Tatsächlich verliert es in den Vergangenheitsformen das -j- und konjugiert wie ein Verb der 5. starken Klasse (bidjiþ - bad - bedun - bidans) . Belegt sind aber auch die regelmäßigen Präsensstämme bidan (statt bidjan) und usbida (statt usbidja).

hlahjan, skapjan, etc. (st, VI)

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Mehrere Verben der 6. Klasse verlieren ebenfalls das -j- im Präteritum und im Partizip Perfekt. Bsp. hlahjan "lachen": hlahjiþ - hloh - hlohun - hlahans. Weitere Verben: fraþjan "verstehen", garaþjan (?) "zählen", hafjan "heben", skapjan "schaffen", skaþjan "schaden" und wahsjan "wachsen".

Klassenschwankende Verben

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Einige Verben haben keine eindeutige Klasse. Für diese sind zwei unterschiedliche Konjugationen belegt. Dies gilt insbesondere für schwache Verben.

Beispielwörter:

"hören": hausjan (sw, I) und hausjon (sw, II)
"kitzeln": suþjan (sw, I) und suþjon (sw, II)
"hassen": hatjan (sw, I) und hatan (sw, III)

Einzelnachweise

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  1. Eintrag zu "wend" auf Online Etymology Dictionary (englisch)
  2. Ferdinand Wrede "Ulfilas - Gotische Grammatik", 1896, S. 397 [1]
  3. Wilhelm Braune "Gotische Grammatik", 1912, S. 103