Innere Medizin kk: Propofol

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Propofol in einer Spritze aufgezogen

Das Wichtigste[Bearbeiten]

  •  Propofol sollte nur jemand anwenden, der intubieren kann. Auf jeden Fall muß ein Ambubeutel in der Nähe sein.
  • Es gibt kein Gegenmittel
  • Propofol ist ein stark und schnell wirksames Narkotikum, welches intravenös verabreicht wird.
  • Genauso schnell wie der Wirkungseintritt ist auch das Wirkungsende.
  • Bei sachgemässem Gebrauch ist es gut verträglich.
  • Die übliche Dosis beim Erwachsenen sind zb 50 bis 70 mg für eine Magenspiegelung. Beginn der Untersuchung mit 30 mg
  • Die Dosis ist körpergewichtsbezogen und muss nach Wirkung gesteuert werden.
  • Während und nach der Propofolgabe muß der Patient überwacht werden. Er ist nicht verkehrs- oder geschäftstüchtig.
  • Sehr vorsichtig sollte Propofol bei Patienten mit schwerer COPD und/oder stark reduzierter Pumpfunktion des Herzens gegeben werden.

Wirkstoff[Bearbeiten]

Zusammensetzung[Bearbeiten]

10 ml Spritze, der Stempel steht bei 3 ml

Propofol 10 mg/ml enthält in 1 Milliliter jeweils 10 mg Propofol

  •  Emulsion zur intravenösen Injektion oder Infusion
  • Weiße, milchige Öl-in-Wasser-Flüssigkeit

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:[Bearbeiten]

  • 1 ml Emulsion zur Injektion oder Infusion enthält:
    • Raffiniertes Sojaöl (Ph. Eur.) 50 mg
    • Natrium 0,03 mg

Wirkungsweise[Bearbeiten]

Indikation[Bearbeiten]

Propofol ist ein kurzwirksames intravenöses Narkosemittel zur

  • Allgemeinanästhesie bei Erwachsenen oder Kindern ab einem Monat
  • Sedierung von beatmeten Patienten > 16 Jahre auf der Intensivstation
  • Sedierung bei diagnostischen, invasiv internistischen und chirurgischen Maßnahmen, allein oder in Kombination mit einer Lokal- oder Regionalanästhesie bei Erwachsenen oder Kindern ab einem Monat.

Art der Anwendung Dosierung[Bearbeiten]

1 ml Propofol aus der Standard Ampulle = 10 mg Propofol

Bolus[Bearbeiten]

30 - 50 mg entsprechend 3 - 5 ml Propofol

Narkoseaufrechterhaltung[Bearbeiten]

Es gibt zwei Möglichkeiten, die man auch kombinieren kann.

  • wiederholte Bolusinjektionen je nach Wachheitszustand
    • Bolus 25 – 50 mg Propofol (entsprechend 2,5 – 5 ml Propofol 10 mg/ml)
  • kontinuierliche Infusion
    • 4 – 12 mg Propofol/kg Körpergewicht/h
      • bei 100 kg KG entsprechend 40 - 120 ml/h
      • bei 50 kg KG entsprechend 20 - 60 ml/h

CAVE: bei älteren Patienten, bei Patienten mit schwerer Herz- oder Ateminsuffizienz , bei Patienten der Risikogruppen ASA III und IV und bei hypovolämischen Patienten muss die Dosis meist verringert werden

Vorsichtsmaßnahmen für die Verwendung[Bearbeiten]

Gegenanzeigen[Bearbeiten]

  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Propofol oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Überempfind-lichkeit (Allergie) gegenüber Erdnuss oder Soja
  • Alter < 16 Jahre

Nebenwirkungen[Bearbeiten]

  • Die wichtigste Nebenwirkungen ist die Atemdepression

Wechselwirkungen[Bearbeiten]

Alternativen[Bearbeiten]

  • Midazolam iv
  • Ethomidate iv
  • Lachgasnarkose

Packungsgröße[Bearbeiten]

Verfallsdatum und Lagerung[Bearbeiten]

Kosten[Bearbeiten]

Firma[Bearbeiten]

Fragen[Bearbeiten]

Wieviel Tage darf man Propofol auf der Intensiv bei beatmeten Patienten geben ?[Bearbeiten]

Darf man Propofol bei Leberzirrhose geben ?[Bearbeiten]

Vasopastische Reaktion auf Propofol ?[Bearbeiten]

Eine Patient reagiert auf die Gabe von 20 mg iv mit starken Schmerzen und ausgeprägter weisser Hautverfärbung um die Venüle circa 2 cm im Umkreis . Dauer der Reaktion circa 15 Minuten. Auch bei einer zweiten Venüle reagiert er wieder genauso. Die Untersuchung wird dann mit Innere Medizin kk: Midazolam fortgeführt. Ist das ein Vasospasmus ? Gibt es so etwas öfter auf Propofol ?

Literatur[Bearbeiten]

Links[Bearbeiten]