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Klettern/ Magnesia

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Magnesia, auch bekannt unter dem englischen Namen Chalk, wird beim Klettern verwendet, um die Hände trocken zu halten und einen besseren Halt am Fels zu erzielen. Magnesia besteht aus einem Gemisch aus Magnesiumcarbonat und Magnesiumhydroxid, das hygroskopisch wirkt und dadurch den Handschweiß absorbiert. Die Hände fühlen sich weniger "schwitzig" an und die Reibung am Fels wird erhöht. Daneben neutralisiert Magnesia den sauren Handschweiß. Es gibt auch Magnesiaersatzstoffe mit einer anderen chemischen Zusammensetzung.

Formen

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Loses Magnesia

Magnesia ist in verschiedenen Formen im Handel erhältlich: als loses Magnesia (Pulverform), fest als Block, als Chalkball oder als flüssiges Magnesia.

Die Pulverform erleichtert das Verteilen des Magnesia beim Griff in den Magnesiabeutel. Loses Magnesia staubt aber stark. In geschlossenen Räumen kann das feine Pulver nicht nur bei Asthmatikern die Atemwege angreifen. Deshalb sollte man in Hallen sparsam mit losem Magnesia umgehen - in manchen Hallen ist die Verwendung sogar ausdrücklich verboten. Festes Magnesia staubt deutlich weniger. Man kann es in kleinen Blöcken kaufen, die man entweder etwas zerbricht, oder ihn so in den Chalk- Bag steckt. Beim Chalkball handelt es sich um eine Art mit Magnesia gefüllte Socke, die die Staubentwicklung bei der Verwendung von Magnesia in Pulverform deutlich reduziert.

Flüssiges Magnesia trocknet nach dem Auftragen sofort und staubt nicht. Es wird aus der Flasche aufgetragen. Dafür braucht man beide Hände, deshalb eignet sich flüssiges Magnesia nicht zur Verwendung während des Durchsteigens einer Kletterroute. Mittlerweile gibt es auch sogenannten Eco Chalk. Dieser ist bräunlich und greift den Fels nicht an wie es das normale tut.

Magnesiabeutel

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Magnesiabeutel

Der Magnesiabeutel wird auch als Chalk-Bag bezeichnet. Er dient zur Aufbewahrung des Magnesia während des Kletterns und wird dabei um die Hüfte gebunden oder mit einem Materialkarabiner am Gurt befestigt mitgeführt.

Magnesiabeutel gibt es in unterschiedlichen Größen, darunter besonders große zum Bouldern. Einige Modelle haben ein kleines Reißverschlussfach für Schlüssel und Kleingeld oder eine Halterung für eine Zahnbürste.

Zahnbürste (Kletterbürste/Boulderbürste)

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Eine alte Zahnbürste kann zum Säubern von Griffen dienen, die mit Magnesia verschmutzt sind. Dafür gibt es auch spezielle Bürsten.

Auswirkungen von Magnesia auf den Fels

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In einigen Felsgebieten wird der Gebrauch von Magnesia nicht gerne gesehen oder ist sogar untersagt. Zuwiderhandlungen können gebietsweise bestraft werden.

Ein Argument für das Verbot der Benutzung von Magnesia am Fels ist häufig die ästhetische Veränderung durch die hervorgerufenen - teils als hässlichen angesehenen - weißen Flecken. Magnesia ist hygroskopisch und kann bei exzessiver Verwendung im Freien einen breiigen Schleim hinterlassen - verständlich, dass Nachsteiger lieber den reinen Fels vorziehen. Außerdem macht es manchmal einfach mehr Spaß, eine Route selbst zu suchen, als immer nur "den weißen Flecken nach" zu klettern. Zum Entfernen von Magnesiaflecken können je nach Felsart Zahnbürsten oder Wurzelbürsten verwendet werden. Insbesondere beim Bouldern gehört solches Reinigungsmaterial zur Grundausrüstung.

Säuren im Handschweiß können speziell im weichen Kalkgestein mit der Felsoberfläche reagieren und zu einem speckigen, seifigen Schliff des Felsens führen (teils als Felspolitur bezeichnet). Magnesia bindet - wie oben erwähnt - die Säuren des Handschweißes. Somit ist eine Magnesiaverwendung im Kalkgestein - etwa Frankenjura - sehr sinnvoll. Wenn es aber explizit in einem Klettergebiet verboten ist, sollte man trotzdem darauf verzichten. Hinweise hierzu sind in den Kletterführern enthalten, bzw. können bei den regionalen Klettergruppen erfragt werden.

Schäden durch Magnesiabenutzung kann man im groben Sandstein beobachten. Das hygroskopische, an Flüssigkeit gebundene Magnesia verstopft dabei die auf der Felsoberfläche befindlichen Poren und verändert deren Eigenschaften: Flüssigkeitsbindung, Wasserdurchlass, Reibung und auch die Farbe. Dadurch wird die Verwitterung des Felsens mindestens leicht beeinflusst.

Zusammenfassend: Je nach Gesteinsart ist im einen Extrem eine Magnesiabenutzung sinnvoll und neben ästhetischer Belastung problemlos. Im anderen Extrembereich kann es durchaus zur physikalischen und chemischen Schädigung des Felsens kommen.

Psychologische Aspekte der Magnesiaverwendung

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Daneben gibt es den psychologischen Aspekt, wobei der Griff in den Magnesiabeutel oft auch zur Beruhigung der Nerven dient.