Koreanisch: Alphabet

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Einführung[Bearbeiten]

Das koreanische Alphabet, genannt Hangeul ("große Schrift"), wird als eines der effizientesten und logischsten Schriftsysteme der Welt angesehen. Es ist auch eines der wenigen Alphabete, die künstlich geschaffen wurden und sich im Gegensatz zu den meisten modernen Schriftsystemen nicht aus früheren Hieroglyphen oder Ideogrammen entwickelt hat.

Auch wenn es manchem Westlichen zunächst wie chinesische Zeichen aus Ideogrammen zu bestehen scheint, ist das koreanische Alphabet genau dies: Ein Alphabet. Jeder einzelne Block repräsentiert den Klang einer Silbe, wobei jeder Block selbst aus verschiedenen individuellen Buchstaben (Jamo genannt) besteht, ähnlich wie die Buchstaben des lateinischen Alphabets, was bedeutet, dass Hangeul sehr einfach zu lernen ist.

Die Form der Konsonanten basiert auf der Position und Form des Mundes und der Kehle bei der Aussprache. Die Formgebung der Vokale hingegen beruht auf der Philosophie des I Ching (bekannt als das "Buch der Wandlungen"): Mit der vertikalen Linie wird der Mensch, mit der horizontalen Linie die Erde und mit dem Punkt (inzwischen eher ein Strich) der Himmel symbolisiert.

Benutzung chinesischer Schriftzeichen[Bearbeiten]

Koreanisch wurde traditionell mit chinesischen Zeichen geschrieben, Hanja (한자/漢字) genannt, welche in Korea über 2000 Jahre lang benutzt wurden. Die Verbreitung der Benutzung chinesischer Zeichen begann im zweiten Jahrhundert vor Christi, in welchem große Teile des nördlichen Koreas von der Han-Dynastie okkupiert waren. Dies wurde ebenfalls unterstützt durch den chinesischen Text "Cheonjamun" (천자문/千字文) oder "Tausend klassische Zeichen". Auch der Aufstieg des Buddismus in Korea stärkte diesen Einfluss.

Um 400 nach Christi wurden ausschließlich klassische Chinesische Zeichen zum Schreiben verwendet. Dies bedeutete aber, dass ein Text ins Chinesische übersetzt werden musste, bevor er niedergeschrieben werden konnte. Ein Schreiber musste also zunächst chinesisch lernen. Diese Lösung war nicht zufriedenstellend. Es war nicht nur kompliziert, Probleme traten auch dann auf, wenn komplett koreanische Worte und Konzepte übersetzt werden mussten. Außerdem reflektierte das Schreiben in einer fremden Sprache überhaupt nicht die koreanische Sprache oder Grammatik.

Um dies zu beheben, wurden drei unterschiedliche Systeme entwickelt, um koreanisch mit chinesischen Zeichen zu schreiben: Hyangchal (향찰/鄕札), Gugyeol (구결/口訣) und Idu (이두/吏讀). Ähnlich wie das später in Japan entwickelte System, versuchten alle drei, die chinesischen Zeichen für das Koreanische zu adaptieren. Das Hyangchal-System benutzte unterschiedliche Zeichen, um alle phonetischen Laute des Koreanischen abzudecken, erreichte aber nie größere Verbreitung und wurde hauptsächlich für Poetik genutzt. Idu hingegen wurde bereitwillig aufgenommen und mehrere Jahrhunderte benutzt, auch nach der Entwicklung von Hangeul.

Dabei war Idu ein kompliziertes System, das chinesische Zeichen zusammen mit speziellen Symbolen nutzte, welche die koreanischen Verbindungen und grammatikalischen Markierungen repräsentierten. Manche Zeichen wurden nach ihrem chinesischen Klang ausgesucht und koreanischen Klängen zugeordnet, andere nach ihrer Bedeutung zugeordnet und wieder andere bekamen eine komplett neue Aussprache und Bedeutung. Auch wurden 150 neue koreanische Zeichen entwickelt, vor allem für Namen von Personen und Orten. Dieser Prozess führte dazu, dass die Koreaner eine große Menge chinesischer Wörter übernahmen und machte das Idu-System sehr kompliziert. Durch diese Komplexität wurde das Erlernen der Schrift sogar noch komplizierter, und war deshalb einer kleinen Minderheit des männlichen Adels vorbehalten.

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