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LaTeX-Kompendium: Sonderzeichen

Aus Wikibooks

Hinweis: Wird der Quelltext in UTF-8 (Unicode Transformation Format) gespeichert, so ist die Eingabe einiger Zeichen, zum Beispiel des Halbgeviertstriches, auch direkt im Quelltext möglich. Dieser kann dann über die normale Tastenkombination im Betriebssystem eingegeben werden (Bsp. für Mac OS: alt+-). Vorteil dieser Methode ist die bessere Lesbarkeit des Quelltextes.

Mit Zusatzpaketen wie dem amssymb-Package ist es möglich, zahlreiche zusätzliche Sonderzeichen einzubinden. Für jedes Sonderzeichen gibt es einen LaTeX-Befehl, der es erzeugt.

Interpunktionszeichen

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Bezeichnung Ausgabe LaTeX-Code
Bindestrich (auch Viertelgeviertstrich) - -
Halbgeviertstrich --
Geviertstrich ---
Auslassungspunkte \dots
vertikale Auslassungspunkte \vdots
Apostroph '
deutsche Anführungszeichen sie sagte „hallo“ sie sagte ,,hallo``

sie sagte "`hallo"' mit ngerman

englische Anführungszeichen she said “hello” she said ``hello''

Bei Verwendung von XeTeX ist das Umwandeln von -- und --- normalerweise nicht eingeschaltet. Man erreicht es durch \defaultfontfeatures{Mapping=tex-text}

Im Formel-Modus (math mode) erzeugt der ASCII-Apostroph ' den hochgestellten Schrägstrich, der für Winkelminuten, Funktionsableitungen usw. verwendet wird.

Mit ngerman bzw. der Option ngerman für babel können weiche und geschützte Bindestriche, verschiedene Arten typografischer Anführungszeichen u. a. m. komfortabel erzeugt werden.

Reservierte Zeichen, Klammern

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Die nachfolgend unter „Ausgabe“ stehenden Zeichen werden von LaTeX anderweitig verwendet und benötigen den rechts davon angegebenen Code, um tatsächlich in der Ausgabe dargestellt zu werden. Die Tabelle gibt an, durch welchen „Backslash-Befehl“ man das Zeichen stattdessen darstellen kann. Manche Befehle sind ausschließlich in Formeln erlaubt, andere ausschließlich außerhalb von Formeln.

Bezeichnung Ausgabe LaTeX-Code
(außerhalb von Formeln)
LaTeX-Code in Formeln
Rückstrich (Backslash) \ \textbackslash \backslash oder \setminus (für Mengendifferenzen)
Geschweifte Klammern {…} \{\}
Dollarzeichen $ \$
Kaufmanns-Und & \&
Raute # \#
Grad ° \textdegree ^\circ
Zirkumflex ^ \^{} \hat, \widehat [s. a. „Caret“ unter #Literatur]
Unterstrich _ \_
Tilde ~ \textasciitilde oder \~{} \tilde
Prozentzeichen % \%

Die eckigen Klammern [ und ] werden für optionale Parameter verwendet und können daher nach einigen Makros „verschluckt“ werden. Dieses Problem tritt nicht auf, wenn sie in geschweifte Klammern gesetzt werden: {[} und {]}. Runde Klammern (...) müssen nicht umschrieben werden.

< und > als „Spitzklammern“ funktionieren nur im Formelmodus, also etwa als $<$ und $>$. Ohne Formelmodus kann man \textless und \textgreater bzw. für nachfolgenden Abstand \textgreater\ verwenden. \langle und \rangle sind eine typografische Alternative (ebenfalls nur im Formelmodus).

Mit den Paketen ngerman und babel kann dem ASCII-Anführungszeichen " die Rolle eines einen Parameter erwartenden Befehls zugewiesen werden. Es verhält sich dann ähnlich der Tilde als „reserviertes“ Zeichen.

Kombinierende diakritische Zeichen

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Bezeichnung Ausgabe LaTeX-Code
Scharfer Akzent á \'{a}
Gravis-Akzent à \`{a}
Zirkumflex â \^{a}
Hacek č \v{c}
Tilde ã \~{a}
Trema ä \"{a}
Ring å \r{a}
Makron ā \={a}
Unterstrich \b{k}
Brevis ă \u{a}
Doppelter scharfer Akzent ő \H{o}
Punkt oben ė \.{e}
Zwei Punkte oben Ö \"{O}
Punkt unten \d{m}
Cedille ş \c{s}
Ogonek ą \k{a} a

a hierzu ist T1 Font encoding nötig – einzubinden mit \usepackage[T1]{fontenc}

Um den Punkt auf i oder j zu entfernen, gibt es die Befehle \i bzw. \j. Dann kann man i oder j mit anderen Akzenten versehen. Um in der \equation-Umgebung ein i ohne Punkt zu erzeugen kann der Ausdruck \imath verwendet werden. Ein i mit einem Trema (ï) erhält man dann Beispielsweise mit \"{\i}.

Im Formelmodus werden andere Makronamen für Akzente verwendet.

Weitere Sonderzeichen

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Die folgenden Zeichen lassen sich nicht mit einer Kombination aus diakritischen Zeichen darstellen. Hier gehören jeweils noch {} drumherum, also zum Beispiel {\l}.

Ausgabe LaTeX-Code   Ausgabe LaTeX-Code
ß \ss § \S
ł \l Ł \L
å \aa Å \AA
æ \ae Æ \AE
œ \oe Œ \OE
ø \o Ø \O

Mit german oder ngerman kann „ß“ alternativ durch "s dargestellt werden.

Das €-Symbol ist wie viele andere Währungssymbole mit mehreren Paketen (mit unterschiedlichen Makronamen) verfügbar, die der „umfassenden LaTeX-Symbolliste“ – s. #Literatur – entnommen werden können, unter Tausenden weiterer Symbole oder „Sonderzeichen“.

Griechische Buchstaben

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Ausgabe LaTeX-Code   Ausgabe LaTeX-Code Ausgabe LaTeX-Code
Α A α \alpha
Β B β \beta
Γ \Gamma γ \gamma
Δ \Delta δ \delta
Ε E ϵ \epsilon ε \varepsilon
Ζ Z ζ \zeta
Η H η \eta
Θ \Theta θ \theta ϑ \vartheta
Ι I ι \iota
Κ K κ \kappa
Λ \Lambda λ \lambda
Μ M μ \mu
Ν N ν \nu
Ξ \Xi ξ \xi
Ο O ο o
Π \Pi π \pi ϖ \varpi
Ρ P ρ \rho ϱ \varrho
Σ \Sigma σ \sigma ς \varsigma
Τ T τ \tau
Υ \Upsilon υ \upsilon
Φ \Phi ϕ \phi φ \varphi
Χ X χ \chi
Ψ \Psi ψ \psi
Ω \Omega ω \omega

Viele der griechischen Großbuchstaben besitzen kein eigenes Makro, sondern werden durch den entsprechenden lateinischen Buchstaben erzeugt. Dies gilt auch für den Kleinbuchstaben Omikron.

Nicht kursive, kleine griechische Großbuchstaben

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In LaTeX werden kleine griechische Buchstaben normalerweise kursiv gesetzt, da der Interpreter davon ausgeht, dass es sich um mathematische Variablen, Konstanten o.ä. handelt. Will man dies vermeiden, z.B. bei der Nennung von kleinen Einheiten (z.B. μL), gibt es mehrere Möglichkeiten, dies zu beheben:

  • Das Paket upgreek, welches Teil des was-Pakets von Walter Schmidt ist. Vor den Buchstaben muss nur ein up gesetzt werden. Das Paket ist in MiKTeX und TeXLive enthalten.
  • Wenn es nur um den Buchstaben µ in Fließtext geht, ist dieser nach Einbinden des Pakets textcomp mittels \textmu erreichbar. Dieses Package ist mittlerweile in der Latex-Distribution integriert, sodass der Befehl ohne Einbinden eines Pakets verwendet werden kann.
  • Das Paket betababel (statt babel, ggf. mit Option ngerman). Durch \bcode{logos} erhält man dann z.B. „λoγoς“.
  • Für Einheiten (hier besonders µL zu nennen, s.o.) sollte prinzipiell das Paket siunitx verwendet werden. Dieses setzt das µ automatisch nicht kursiv.
  • Das Zeichen µ und andere können auch direkt in den Fließtext eingeben werden. Bei der Zeichenkodierung utf8 (mit inputenc) ist dies in jedem Fall möglich.
  • Im Herbst 2010 ist das Paket textgreek auf CTAN erschienen. Es stellt im normalen Text \textalpha sowie alle anderen Griechischen Zeichen bereit (auch Großbuchstaben, \textPi), wechseln in den Mathemodus ist nicht notwendig.

siehe auch

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  • amssymb - Zusatzpaket für weitere Symbole
  • verschiedene Arten von Leerzeichen im LaTeX-Wörterbuch

Literatur

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