Linux-Praxisbuch/ Installation
Live-CDs – Linux zum Ausprobieren
[Bearbeiten]Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe guter Live-Linux-Distributionen, die sich direkt von CD/DVD starten lassen. Vielfach sind herkömmliche Installations-CDs wie auch USB-Images dazu zu gebrauchen. Solche CDs enthalten KDE oder Gnome, LibreOffice, Gimp und viele andere Programme. Eine dieser Distributionen ist das von Klaus Knopper entwickelte Knoppix, welches kostenlos über das Internet heruntergeladen werden kann.[1]
Live-CDs verfügen über die gleiche Hardwareunterstützung wie die zu installierenden Systeme. So kann man die Live-CD benutzen, um vorab zu testen, wie gut die eigene Hardware von Linux erkannt wird.
Laden Sie sich diese oder eine andere Live-CD (DVD) herunter und brennen sie auf ein Medium. Dann booten Sie ihren Rechner von dieser CD. Falls Sie kein CD-Laufwerk haben, tut es auch ein USB-Stick.
Linux virtualisieren
[Bearbeiten]Die bequemste Art, erste Schritte mit Linux zu gehen, ist die Virtualisierung. Laden Sie sich für Ihr Betriebssystem die Software VirtualBox herunter. Anschließend brauchen Sie nur noch das Installationsimage von der Seite Ihrer Distribution herunterladen und können mit der Installation beginnen.
Auf YouTube gibt es viele Videos, die die Einrichtung von VirtualBox zeigen und ebenfalls, wie man die gewählte Distribution dort installiert. Dieses Buch kann die gleiche Aktualität nicht liefern, wie man sie dort findet.
Beispiel: Debian Version 9 installieren
[Bearbeiten]Zuerst einmal brauchen Sie die dazugehörigen CD-ROMs bzw. die DVD, um Debian zu installieren. Diese erhalten Sie entweder von Debian-Vertreibern oder zum Eigendownload. Die Version 3.0 ("Woody") läuft noch unter der alten und anfängerabstoßenden Installation, 3.1 ("Sarge") dagegen läuft unter der neueren, mit der wir uns hier beschäftigen wollen.
Auf jeden Fall sollte die CD bootfähig gebrannt werden, dann nämlich kann man beim Neustart (und ggf. Änderung der Reihenfolge der Suche für bootfähige Medien im BIOS) die Installation direkt gestartet werden.
Die von der Installation getroffene Selektion ist meistens die anwenderfreundlichste, sprich: Wenn Sie keine Ahnung haben (und sich aus dem nebenstehenden Text auch keine Ahnung ergibt), ganz einfach Enter drücken. Bei der Wahl der Sprache o. ä. sollten Sie die Selektion natürlich auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Wichtig: Englisch-Kenntnisse könnten bei der Debian-Installation (wie bei jedem Linux) noch immer notwendig sein.[2]
Installationsmedium booten
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Hat man ein Installationsmedium vorbereitet, kann es losgehen. Man legt oder steckt den Datenträger ein und sorgt per Bios-Einstellung dafür, dass von dem Medium gebootet wird.
Sprachauswahl
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Man wird zunächst nach der zu verwendenden Sprache sowie nach dem Tastaturlayout gefragt. In den Auswahlfeldern gibt man das ein, was zu einem passt. Es werden im Laufe der Installation leider keine Sprachpakete für Grafische Nutzeroberflächen (KDE, Gnome, XFCE, …) mitinstalliert.
Host- und Domainname
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Man gibt den Namen seines Rechners ein. Seien Sie hierbei ruhig erfinderisch: Statt Debian1 darf es ruhig Titanic oder SchlaubiSchlumpfSeinRechner sein. Der Name darf keine Leerzeichen enthalten.
Ist der Rechner Bestandteil eines Netzes, können Sie ferner noch den Domain-Name entsprechend belegen. Sonst ist es egal, was Sie dort eingeben, so lange es kein fremder Domänenname ist.
Benutzernamen und Passwörter
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Es wird ein neues Passwort für den Administrations-Benutzer root erbeten. Man soll hier, auch wenn der Rechner nur von einer Person genutzt wird, ein hinreichend kompliziertes und vor alles für Außenstehende nicht erratbares Passwort nutzen. (Das eigene Autokennzeichen ist beispielsweise die denkbar schlechteste Wahl.) Überhaupt kein Passwort zu vergeben, wird ausdrücklich nicht empfohlen.
Verzichten Sie hier auf Sonderzeichen. Der Grund ist, dass nicht alle Sprachpakete mitinstalliert werden. Das können Sie zwar nach Abschluss der Installation nachholen, dafür müssen Sie sich aber einloggen können – was schlecht geht, wenn Sie nicht wissen, wie man Sonderzeichen auf fremden Tastaturlayouts eingibt.


Anschließend geben Sie den echten Namen und Benutzernamen eines neuen Benutzers ein, wählen auf der folgenden Seite wieder ein Passwort (auch hier soll man nicht aus Bequemlichkeit ein einfaches Passwort wählen oder das Eingabefeld gar leer lassen) und klicken auf „Weiter“.
Partitionierung
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Man hat zur Partitionierung nun die Auswahl:
- geführte Partitionierung: der einfachste Fall,
- LVM: Dynamisch veränderbare Partitionierung, auch über Festplattengrenzen hinweg. Das bietet sich an, wenn Sie beispielsweise sehr große Datenpartitionen verwenden wollen,
- verschlüsselt: Niemand kann ihre Daten einsehen, auch dann nicht, wenn man die Festplatte zur Untersuchung ausbaut,
- Manuell: Flexibles Verfahren, bei dem Sie Partitionen ganz nach Ihren Wünschen anlegen und jeder Partition separate Dateisysteme zuordnen können.


Wählen Sie die Festplatte aus, die Sie partitionieren wollen, und legen Sie fest, ob Sie eine separate Benutzerpartition /home wollen.


Bestätigen Sie ihre Partitionierungswünsche, dann geht es los.
Grundinstallation
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Nach der Partitionierung installiert Debian Ihnen ein Grundsystem. Mit dem könnten Sie schon arbeiten, aber nur sehr eingeschränkt.
Paketmanager
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Debian fragt, ob Sie weiter CDs oder USB-Sticks einlegen möchten...


Wählen Sie das Herkunftsland wie auch -Server ihrer Pakete aus. Oft, aber nicht immer sind örtlich nahegelegene Server auch schneller.


Sie werden noch nach einem Proxy gefragt. Lassen Sie dieses Feld leer, wenn Sie nicht wissen, ob Sie einen haben. Anschließend werden die Softwarelisten an Sie übertragen.
Grundlegende Softwareauswahl
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Debian bereitet alles für die Softwareauswahl vor…

… und fragt Sie anschließend nach grundsätzlichen Bereichen, die Sie installiert haben wollen.

Bei der Auswahl kann das schon mal eine Tasse Tee lang dauern, bis alles installiert ist.
Bootmanager und Abschluss
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Die letzten Fragen drehen sich um den Bootmanager. Hier haben Sie nicht viel Auswahl. Installieren Sie den Bootmanager in den Master Boot Record Ihrer Festplatte und schließen Sie die Installation ab.
Das war doch gar nicht so schwer, oder?
Details zur Partitionierung
[Bearbeiten]Partitionieren bedeutet, die vorhandenen Festplatten in Abschnitte einzuteilen. Vom Partitionierungsprogramm wird mindestens eine Tabelle auf die Festplatte geschrieben, welche die Lage und Größe der Abschnitte enthält. Jeder Abschnitt (Partition) kann vom Betriebssystem als eigenständiges Laufwerk betrachtet werden. Das Gegenteil ist aber auch möglich: Verschiedene physische Festplatten können zu einem Laufwerk zusammengefasst werden, man nennt so einen Verbund oft "logisches Laufwerk", wobei dieser Name mehrdeutig ist. Nach außen sieht so ein Laufwerk aus wie eine riesige Festplatte.
Dateisysteme
[Bearbeiten]Jede einzelne Partition wird mit einem Dateisystem beschrieben. Ein Dateisystem beschreibt die Art und Weise, wie Nutzerdaten (Texte, Musikdateien und so fort) intern gespeichert werden.
ext2
- wird als das "wahre" Linux-Dateisystem bezeichnet
- unterstützt kein Metadata Journaling
- teilweise lange Überprüfungen beim Hochfahren
- wird von nahezu allen Unix-Betriebssystemen nativ unterstützt
ext3
- kein eigenes Dateisystem, sondern ext2 mit Journaling
- unterstützt daher Metadata Journaling
- leider recht langsam ohne ordentliche (und damit umfangreiche) Konfiguration
ext4
- Nachfolger von ext3
XFS
- greift auf große Dateien sehr schnell zu
- die Suche nach einer Datei unter vielen dauert sehr lange
- greift stark auf den RAM zu
- gut für große Rechner mit großen Dateien bzw. großen Partitionen mit großen Dateien
- schießt bei unsachgemäß programmierten Programmen gerne mal die Daten ab
JFS
- junges Dateisystem
- steht noch ein wenig in der Testphase
- nicht 100 % erprobt
- ziemlich schnell
Manuelle Partitionierung am Beispiel Debian 9
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Die Partitionierung
[Bearbeiten]Bitte unbedingt zuerst Abschnitt über Datensicherung durchlesen und alle wichtigen Daten sichern.
Hier sind wir bei dem ersten schwierigen Teil der Installation angelangt. Prinzipiell reichen die vorgewählten Entscheidungen (alles auf eine Partition, Dateisystem ext3, freien Speicherplatz nutzen) aus, jedoch kann man es auch besser machen:
Welche Partitionen sinnvoll sind
[Bearbeiten]Um die Geschwindigkeit zu optimieren, sollte folgendes beachtet werden:
- Eine eigene Swap-Partition
- Als Faustregel für den Speicherplatz der Swap-Partition gilt: etwa 200–500 MB mehr als der installierte Arbeitsspeicher groß ist. Nur wenn die Swap-Partition mindestens so groß ist wie der installierte Arbeitsspeicher, kann der Rechner in den Ruhezustand versetzt werden.
- Als Typ "Swap" wählen
- Eine eigene Partition für /home
- Speicherplatz variiert hier sehr. Ihr persönlicher Ordner wird später wahrscheinlich Ihre ganzen persönlichen Daten beherbergen, der Speicherplatz sollte also dafür ausreichen
- Auch das Dateisystem variiert. Ich stelle später einige vor, die Wahl bleibt dann Ihnen überlassen
- Eine eigene Partition für /usr
- In diesen Ordner gelangen alle installierten Programme, Dateisystem und Speicherplatz müssen dementsprechend gewählt werden.
- Eine eigene Partition für /usr/lib, möglichst auf einer anderen Festplatte als die Partition für /usr
- Hier sind die gesamten Bibliotheken gespeichert. Da auf diese häufig zugegriffen wird, ist die Auslagerung auf eine separate Festplatte sinnvoll.
- Speicherkapazität und Dateisystem nach Bedarf
- Eine eigene /boot-Partition
- Hier werden Boot-Informationen gespeichert, 10 MB sind hier eigentlich das benötigte Maximum
- Als Dateisystem ist ext2 ratsam, da jegliche Form von Journaling nur unnötig Speicherplatz verschwendet
- Selbstverständlich eine eigene / Partition
- Hier wird der Rest gespeichert, also sollte man diese Partition zuletzt einrichten und den übrigen Speicherplatz verwenden
- der sollte aber nicht zu knapp ausfallen
- Dateisystem nach Wahl
- Hier wird der Rest gespeichert, also sollte man diese Partition zuletzt einrichten und den übrigen Speicherplatz verwenden
Man könnte noch einige mehr anlegen, aber diese Aufteilung erscheint mir am vernünftigsten, da man immer noch den Überblick behält, jedoch alles sehr schön aufgeteilt ist.
Falls das Ihre erste Partitionierung sein sollte und Sie eh nur eine einzelne Festplatte betreiben, reicht auch "/boot" (1 GB), "swap" (1 GB) und "/" (Rest) aus.
Vorbereitung: Linux bei vorhandenem Windows installieren
[Bearbeiten]Hier wird beschrieben, wie man Windows neben Linux auf einen Rechner installiert, sofern Windows schon installiert ist. Dieser Abschnitt ist höchstwahrscheinlich veraltet.
Datensicherung
Bevor man mit der Partitionierung der Festplatte oder der Verkleinerung von Windowspartitionen anfängt, sollte man unbedingt ALLE WICHTIGEN DATEN EXTERN SICHERN!
Verkleinerung von Windowspartitionen
Um Linux auf einer Festplatte zu installieren braucht man mindestens eine freie Partition (bzw. einen ausreichend großen unpartitionierten Bereich auf der Festplatte). Bei PCs mit vorinstalliertem Windows 2000/XP nehmen dessen Partitionen meist den ganzen Festplattenplatz ein. Auf Partitionen, die mit einem Windows-Dateisystem (NTFS o. FAT32) formatiert sind, lässt sich kein Linux installieren. Also muss man entweder eine Partition löschen, was bei nicht leeren Partitionen mit Datenverlust verbunden ist, oder eine existierende Partition verkleinern. Vor noch nicht allzu langer Zeit konnte keine der gängigen Linux-Distributionen bei der Installation NTFS-Partitionen verkleinern. Hierdurch war man gezwungen, kommerzielle Partitionierungstools wie Partition Magic einzusetzen, wenn man NTFS-Partitionen ohne Datenverlust verkleinern wollte. Das hat sich mittlerweile geändert. Die meisten gängigen Distributionen (z. B. Ubuntu und openSUSE) unterstützen NTFS-Verkleinerung während der Installation. Wer eine Distribution installieren will, die die Verkleinerung von Windows-Partitionen unterstützt, sollte sich den entsprechenden Abschnitt im Installationshandbuch seiner Distribution durchlesen.
Wem die Möglichkeiten dieser Installationsprogramme nicht ausreicht oder wer sich eine übersichtlichere Benutzeroberfläche wünscht, der findet im folgenden Abschnitt die Beschreibungen von gparted und qtparted, welche eine mit Partition Magic für Windows vergleichbare grafische Oberfläche besitzen, die meist noch ansprechender als die der diversen Installationsroutinen ist.
Intern verwenden die Installationsprogramme der meisten Distributionen das Programm ntfsresize, welches im übernächsten Abschnitt beschrieben wird. Diese Anleitung ist jedoch nur für erfahrene Benutzer gedacht, die den harten Weg über die Kommandozeile gehen wollen.
Datenträgerverwaltung
Seit Windows Version 7 gibt es das Programm "Datenträgerverwaltung". Mit diesem Programm ist es unter Windows möglich, Partitionen zu verkleinern.
gparted und qtparted - Der bequeme Weg
Hier entsteht eine Beschreibung der Programme gparted und qtparted (evtl. zusammenfassend) vorübergehend sei hier auf die Homepage des jeweiligen Programms http://gparted.sourceforge.net/ und http://qtparted.sourceforge.net/ (für weitere Informationen) verwiesen.
ntfsresize - Der Weg über die Kommandozeile
ntfsresize ist ein Kommandozeilentool welches es ermöglicht NTFS-Dateisysteme zu verkleinern, ohne die darin gespeicherten Daten zu verlieren. Da ntfsresize erst seit der Version 1.9 fragmentierte Dateien problemlos verschieben kann (noch nicht in Knoppix enthalten?), sollte generell zuerst unter Windows die NTFS-Partition defragmentiert werden. Hierfür verwendet man den Windows eigenen Defragmentierer DEFRAG (zu finden unter Windows NT/2000/XP in Start/Programme/Zubehör/Systemtools/).
Hier nochmal der Hinweis: Fehler bei den in diesem Abschnitt beschriebenen Aktionen können zu Datenverlust auf Ihrer Festplatte führen. Bitte sichern Sie alle wichtigen Daten (siehe auch Abschnitt über Datensicherung) und lesen Sie diesen Abschnitt gründlich durch, bevor Sie etwas an Ihrer Festplatte ändern.
Welche Partition?
Falls Sie wissen, welchen Device-Namen die Windowspartition hat, können Sie beim nächsten Abschnitt weiterlesen. Sollten Sie noch nichts über Device-Namen wissen, finden Sie in diesem Abschnitt genug Informationen, um den Namen ihrer Windows-Partition zu ermitteln. Alternativ können Sie im Internet alles über Linux Device-Namen nachlesen.
Linux verwendet unter anderem Device-Namen zum Bezeichnen der Geräte und Partitionen. Sie haben die gleiche Funktion wie die Laufwerksbuchstaben unter Windows, jedoch eine andere Ordnung. Die Partition "C:" unter Windows könnte unter Linux zum Beispiel "/dev/sda1" oder "/dev/sdc1" sein. Das hängt von der inneren Verkabelung Ihres Computers ab. Wir kürzen hier das Ganze etwas ab. Sie sollten sich bereits entschieden haben, welche Windowspartition ("Laufwerk") Sie verkleinern wollen. Dementsprechend wissen Sie auch wie groß die Partition ist und welche Daten sich auf ihr befinden. Wir gehen hier davon aus, dass Sie bereits unter Linux (genauer Knoppix (s. o.)) arbeiten.
Wenn auf Ihrem Computer nur wenige Partitionen auf einer einzigen Festplatte existieren, können Sie die Partition am schnellsten durch Try-and-Error ermitteln. Klicken Sie einfach die Laufwerksicons (Hard Disk Partition [sdxy]) der Reihe nach an und überprüfen Sie deren Inhalt. Haben Sie die richtige Partition gefunden, notieren Sie sich den Partitionsnamen in der Form /dev/sdxy (auch kurz sdxy genannt).
Sollte Ihr Computer mehrere Platten oder viele Partitionen besitzen, wechseln Sie mit Strg-Alt-F2 in eine Textkonsole (mit Alt-F5 wechseln Sie zur grafischen Oberfläche zurück). Geben Sie nun dmesg ein und bestätigen Sie mit Return. Eine Unmenge Kernel-Meldungen erscheint auf Ihrem Bildschirm. Um hieraus nur das wichtigste herauszufiltern, benutzen Sie grep. Geben Sie „dmesg | grep sd“ ein (| ist [Alt Gr]+[<>|-Taste]).
root# dmesg | grep sd
Kernel command line: auto BOOT_IMAGE=Linux-2.6.7 ro root=308 pmdisk=/dev/sda7
ide0: BM-DMA at 0x1c20-0x1c27, BIOS settings: sda:DMA, hdb:pio
ide1: BM-DMA at 0x1c28-0x1c2f, BIOS settings: sdc:DMA, hdd:pio
hda: HTS548060M9AT00, ATA DISK drive
hdc: _NEC DVD_RW ND-5500A, ATAPI CD/DVD-ROM drive
hda: max request size: 1024KiB
hda: 117210240 sectors (60011 MB) w/7877KiB Cache, CHS=16383/255/63
hda: hda1 hda2 < hda5 hda6 hda7 hda8 hda9 hda10 >
hdc: ATAPI 24X DVD-ROM DVD-R CD-R/RW drive, 2048kB Cache
hdc: CHECK for good STATUS
Adding 530100k swap on /dev/hda7. Priority:-1 extents:1
EXT3 FS on hda8, internal journal
Dieser Befehl zeigt nur die Zeilen von dmesg an, die etwas mit Ihren Festplatten und CD/DVD-ROMs zu tun haben. Im Beispiel oben erkennt man eine Festplatte (Disk Drive) hda und ein CD/DVD-Laufwerk (CD/DVD-ROM Drive) hdc. Sollten Sie mehrere Festplatten haben, erkennen Sie an der Typenangabe oder Größenangabe in MB (weiter unten) welche Festplatte Sie suchen. "sda" ist also im Beispiel die gesuchte Festplatte. Der Befehl cfdisk /dev/Platte zeigt die Partitionstabelle an (im Beispiel cfdisk /dev/hda). Vorsicht! Mit diesem Befehl können Sie auch Partitionen ändern. Suchen Sie die gewünschte Partition, notieren sich den Namen (zum Beispiel hda5) und beenden Sie das Programm ohne speichern mit "q". Falls Sie sich noch nicht sicher sind, wechseln Sie zurück zur grafischen Oberfläche (Alt-F5), klicken das entsprechende Laufwerkssymbol auf dem Desktop an und überprüfen dessen Inhalt.
Lösen Sie alle Laufwerkseinbindungen (Rechtsklick auf Icons mit grüner Ecke / Laufwerk-Einbindung lösen) bevor Sie die Partitionsgröße ändern oder starten Sie Knoppix einfach neu!
Verkleinern des Dateisystems
Wechseln Sie nun in eine Textkonsole (Strg-Alt-F2). Um sicherzustellen, dass die Partition, deren Größe verändert werden soll, nicht gerade benutzt wird, sollte man zur Sicherheit hier folgenden Befehl ausführen:
root# umount /dev/sdxy
Wobei sdxy für den Devicenamen der NTFS-Partition steht. Sollte die Partition gerade nicht gebraucht werden, gibt der Befehl eine Meldung aus, die getrost ignoriert werden kann. Als erstes wird nun ntfsresize mit dem Parameter -i aufgerufen, um die theoretisch kleinstmögliche Größe des Dateisystems herauszufinden.
root# ntfsresize -i /dev/hda9 ntfsresize v1.9.0 NTFS volume version: 3.1 Cluster size : 4096 bytes Current volume size: 15726703104 bytes (15727 MB) Current device size: 15726703104 bytes (15727 MB) Checking filesystem consistency ... 100.00 percent completed Accounting clusters ... Space in use : 183 MB (1,2%) Estimating smallest shrunken size supported ... File feature Last used at By inode $MFT : 1 MB 0 You might resize at 182026240 bytes or 183 MB (freeing 15544 MB). Please make a test run using both the -n and -s options before real resizing!
In unserem Beispiel kann man die Partition /dev/hda9 also bis auf 183 MB verkleinern. Dies ist jedoch nur ein theoretischer Wert. Ein realistischer Wert liegt laut man-Seite etwa bei "benutztem Platz" + (20 bis 200) MB (und für bootbare Partitionen nochmal + (50 bis 100) MB). Unsere Beispielpartition soll auf 3000 MB verkleinert werden. ntfsresize empfiehlt einen Testlauf der mit -n und -s Parametern ausgeführt werden soll, bei dem nur lesend auf die Platte zugegriffen wird. -s steht für size (Größe) und ntfsresize erwartet dahinter die Angabe der gewünschten Größe in k, M oder G (für Kilo-, Mega- oder Gigabyte).
root# ntfsresize -n -s 3000M /dev/hda9 ntfsresize v1.9.0 NTFS volume version: 3.1 Cluster size : 4096 bytes Current volume size: 15726703104 bytes (15727 MB) Current device size: 15726703104 bytes (15727 MB) New volume size : 2999992832 bytes (3000 MB) Checking filesystem consistency ... 100.00 percent completed Accounting clusters ... Space in use : 183 MB (1,2%) Needed relocations : 1025 (5 MB) Schedule chkdsk for NTFS consistency check at Windows boot time ... Resetting $LogFile ... (this might take a while) Relocating needed data ... 100.00 percent completed Updating $BadClust file ... Updating $Bitmap file ... Updating Boot record ... The read-only test run ended successfully.
Der Testlauf war also erfolgreich und wir können das Dateisystem jetzt verkleinern. Wichtig ist hierbei, dass Sie sich die exakte MB-Angabe (hinter dem Parameter -s) notieren, da diese Zahl später noch gebraucht wird.
root# ntfsresize -s 3000M /dev/hda9 ntfsresize v1.9.0 NTFS volume version: 3.1 Cluster size : 4096 bytes Current volume size: 15726703104 bytes (15727 MB) Current device size: 15726703104 bytes (15727 MB) New volume size : 2999992832 bytes (3000 MB) Checking filesystem consistency ... 100.00 percent completed Accounting clusters ... Space in use : 183 MB (1,2%) Needed relocations : 1025 (5 MB) WARNING: Every sanity check passed and only the DANGEROUS operations left. Please make sure all your important data had been backed up in case of an unexpected failure! Are you sure you want to proceed (y/[n])? y Schedule chkdsk for NTFS consistency check at Windows boot time ... Resetting $LogFile ... (this might take a while) Relocating needed data ... 100.00 percent completed Updating $BadClust file ... Updating $Bitmap file ... Updating Boot record ... Syncing device ... Successfully resized NTFS on device '/dev/hda9'. You can go on to shrink the device e.g. with 'fdisk'. IMPORTANT: When recreating the partition, make sure you 1) create it with the same starting disk cylinder 2) create it with the same partition type (usually 7, HPFS/NTFS) 3) do not make it smaller than the new NTFS filesystem size 4) set the bootable flag for the partition if it existed before Otherwise you may lose your data or can't boot your computer from the disk!
Nach der Bestätigung verkleinert ntfsresize das Dateisystem auf die gewünschte Größe. ntfsresize markiert die Partition übrigens so, dass Windows beim nächsten Start automatisch die Partition auf Fehler untersucht. Nun muss nur noch die Partition der neuen Dateisystemgröße angepasst werden.
Anpassen der Partitionsgröße mit cfdisk
ntfsresize verändert lediglich die Größe des Dateisystems, nicht jedoch die Größe der NTFS-Partition. Hierzu kann man das Programm cfdisk benutzen. Es besitzt im Wesentlichen die gleichen Funktionen wie das traditionelle fdisk, ist jedoch dank seiner übersichtlichen Textoberfläche viel intuitiver zu bedienen. cfdisk wird mit dem Device-Namen der Festplatte (ohne Partitionsnummer) als Argument aufgerufen.
root# cfdisk /dev/hda
Im Hauptmenü zeigt cfdisk eine Liste mit allen auf der Festplatte vorhandenen Partitionen und deren Größe (hier die Fortsetzung des ntfsresize-Beispiels):
cfdisk 2.12
Festplatte: /dev/hda Size: 60011642880 bytes, 60.0 GB Heads: 255 Sectors per Track: 63 Cylinders: 7296
Name Flags Part. Typ Dateisystemtyp [Bezeichner] Size (MB) ----------------------------------------------------------------------------- hda1 Primäre NTFS 3150,29 hda5 Logische NTFS 4194,90 hda6 Logische W95 FAT32 4778,89 hda7 Logische Linux swap 542,87 hda8 Logische Linux ext3 7336,95 hda9 Logische NTFS 15726,74 hda10 Logische W95 FAT32 24272,81 Logische Freier Bereich 8,23
[Bootbar ] [Löschen ] [ Hilfe ] [ Maxim. ] [Ausgabe ] [ Ende ] [ Typ ] [Einheit.] [Schreib.]
(De)Aktivieren des bootfähig-flags der aktuellen Partition
cfdisk wird mit den Pfeiltasten oder den Tasten der Befehlskürzel gesteuert.
Pfeil-hoch Den Cursor zur vorherigen Partition bewegen Pfeil-runter Den Cursor zur nächsten Partition bewegen Pfeil-links Den Cursor zum vorigen Befehl bewegen Pfeil-rechts Den Cursor zum nächsten Befehl bewegen h oder ? Hilfe d Partition löschen n neue Partition anlegen t Partitionstyp ändern W alle Änderungen auf die Festplatte schreiben q cfdisk beenden
Wichtig ist hierbei, die Hinweise von ntfsresize genau zu beachten:
- Erstellen Sie die neue Partition am Anfang des freien Bereichs.
- Setzen Sie den gleichen Partitionstyp (7 = NTFS).
- Die neue Partitionsgröße darf auf keinen Fall kleiner als die bei ntfsresize angegebene MB-Zahl sein.
- Falls vor ihrer NTFS-Partition unter Flags "Boot" aufgeführt ist, muss dies später unbedingt erneut gesetzt werden.
Wählen Sie die NTFS-Partition mit den Pfeiltasten (hoch/runter) aus. Löschen Sie die Partition. Es befindet sich nun dort ein gleich großer freier Bereich. Erstellen Sie hier eine neue Partition. Geben Sie mindestens die bei ntfsresize angegebene Größe ein. Erzeugen Sie die neue Partition am Anfang. Die neue Partition erhält automatisch den Typ "Linux". Das müssen Sie nun ändern ("Typ" oder "t-Taste"). Geben Sie auf der nun folgenden Seite "7" für NTFS ein. Jetzt müssen Sie nur noch die neue Partitionstabelle auf die Platte speichern. Jetzt sollten Sie den nötigen Platz für Ihre neue Linux-Installation haben.
Anlegen von Swap- und Linux-Partitionen
An dieser Stelle können Sie auch noch weitermachen und Ihrem Installationsprogramm die Arbeit etwas erleichtern, indem Sie mit cfdisk schon mal eine Swap- und eine Linux-Partition erstellen (empfehlenswert zum Beispiel vor einer Debian Installation). Dies ist ganz einfach. Erstellen Sie eine neue Partition. Die Größe sollte sich nach dem in Ihrem System installiertem Arbeitsspeicher (RAM) richten. Mindestens genau soviel wie RAM installiert ist, maximal das doppelte. Als Typ setzen Sie "82". Erstellen Sie nun noch eine Partition, die den restlichen Platz erhält. Der Typ sollte Linux (=83) sein. Schreiben Sie die Änderungen auf Ihre Platte und beenden Sie das Programm.
Abschluss der Vorbereitungen
Starten Sie ihren Rechner neu und überprüfen Sie, ob die Partitionen übernommen wurden. Sie können nun von einer Installations- oder Live-CD aus Linux installieren.
Anmerkungen und weitere Verweise
[Bearbeiten]- ↑ Siehe auch: Nachricht bei Pro-Linux, am 16.5.2018
- ↑ Eine umfangreiche Anleitung zur Debian-Installation finden Sie ebenda; die Hinweise auf der dortigen Seite sollten jedoch genügen!