Meisterhaft – Musterhaft Georg Bötticher/ Einleitung

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Einleitung

Grußwort[Bearbeiten]

Ich bin sehr dankbar, dass die Initiatoren die Vergessenheit eines Georg Bötticher im Titel der Ausstellung mit dem Wörtchen fast relativierten. Denn die meisten Wurzener haben irgendwann – auch dank der Dauerausstellung unseres Museums – zumindest einmal etwas davon gehört, dass auch Ringelnatz' Vater kein Unbekannter und Unbedeutender war. Was Georg Bötticher jedoch geleistet hat, wo und wie er sowohl für die Stadt als auch in der Literaturszene Akzente setzte, ist selbst in der Ringelnatzstadt weit weniger geläufig als die Leistung seines Sohnes. Es wird daher für die Ausstellungsbesucher einige Aha-Erlebnisse und auf jeden Fall Antwort auf die Frage geben, woher Sohn Ringelnatz seine Doppelbegabung hat. Es steht Wurzen im Jubiläumsjahr sehr gut zu Gesicht, tiefer in das künstlerische Wirken der Familie Bötticher einzutauchen und den Fokus der Aufmerksamkeit damit sowohl auf das Schaffen eines besonders talentierten Menschen als auch auf ein Stück städtischer Wirtschaftsgeschichte zu richten.

Georg Bötticher, der in unserer Stadt immerhin 13 Jahre gelebt und gearbeitet hat, wird mit dieser Ausstellung Teil der reichen Manufaktur- und Literaturgeschichte Sachsens. Durch seine beruflichen Leistungen war Wurzen einst in aller Welt bekannt. Seine humorvollen literarischen Werke sind geeignet, zeitlos Lächeln in Gesichter von Groß und Klein zu zaubern. In der Überzeugung, dass diese Ausstellung Initialzündung dafür sein kann, öfter mal mit Bötticher zu schmunzeln und sich im Museum der Stadt näher mit der bemerkenswerten Wirtschaftsgeschichte Wurzens zu befassen, gelten mein Dank und meine Anerkennung allen, die an der Gestaltung dieser Exposition mitgearbeitet haben, insbesondere Dr. Sabine Jung, Angelika Wilhelm, Claudia-Leonore Täschner, Familie Schönfeld, Prof. Dr. Regina Pauls sowie den Leihgebern, die ungenannt bleiben möchten. Sie alle haben diese Doppelausstellung erst möglich gemacht. Den Ausstellungsbesuchern wünsche ich neue Erkenntnisse, Erinnerungen und dass sie Wurzen und Wurzener durch Georg Bötticher neu entdecken.

Jörg Röglin
Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Wurzen

Dank[Bearbeiten]

Mein besonderer Dank gilt Matthias Hühn, Hoffmann Fördertechnik GmbH, Wurzen b. Leipzig für die Kostenübernahme des Katalogs und der Einladungen.

Dank der umsichtigen Förderung des Kulturraums Leipziger Raum und der Stadt Wurzen/KulturBetrieb ist eine nachhaltige Museums- und Galeriearbeit erst möglich. Unser Dank gilt den Leihgebern:

  • Claudia-Leonore Täschner, Leiterin Historische Hilfswissenschaften Universitätsbibliothek Leipzig,
  • Familie Schönfeld, Markkleeberg bei Leipzig,
  • Prof. Dr. Regina Pauls, Leipzig
  • und jenen, die ungenannt bleiben möchten, für die erstmalig gezeigten Leihgaben zur Ausstellung.

Zu den Kollegen, denen ich herzlich danken möchte für ihre fachlichen Hinweise, wertvollen Tipps und ihren pragmatischen Rat bei den umfangreichen Recherchearbeiten sowie für das Netzwerken, gehören:

  • Eberhard Patzig, Leiter der Bibliothek des Grassi Museums für Angewandte Kunst Leipzig
  • Hans Moosbrugger, Geschäftsführer und
  • Sabine Ochs, Leiterin der Historischen Abteilung der Firma J. HEMBUS Maler- u. Stuckwerkstätten GmbH, Frankfurt/M.; sie haben die Ausstellung zudem unterstützt durch das Überlassen historischer Tapetenrapporte
  • Luise Reiblich, Archiv. wissenschaftliche Redaktion, Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim
  • Dr. Christoph Popp, Schriftgutverwalter und
  • Susanne Vogt, Bibliothek Stadtarchiv Mannheim, Institut für Stadtgeschichte
  • Dr. Astrid Arnold, Leiterin Deutsches Tapetenmuseum Museumslandschaft Hessen Kassel sowie
  • Hanna Koch, Wissenschaftliche Volontärin
  • Katharina Metz, Stellvertretende Direktorin Kunstsammlung Chemnitz
  • Prof. Dr. Sabine Thümmler, Museumsdirektorin Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin
  • Dr. Klaus Weber, Bauhaus Berlin
  • Frau Stade, Sachbearbeiterin, Auskunft und Benutzerdienst Stadtarchiv Dresden
  • Dr. Erika Eschebach, Direktorin Stadtmuseum Dresden Museum der Stadt Dresden
  • Dagmar Wohlfarth, stellvertretende Abteilungsleiterin Sächsische Landesbibliothek Dresden
  • Bärbel Krause, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • Dr. Volker Rodekamp, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig
  • Dr. Beate Berger, Direktorin Stadtarchiv Leipzig
  • Direktor Phillippe de Fabry, Musée du Papier Peint, Rixheim, Elsass
  • Constanze Mann, Leiterin des Stadtarchivs Jena
  • Christian Burchhard M. A., Archiv Deutsches Museum München
  • Christine Hannig, Bibliothekarin Monacensia-Bibliothek München
  • Geldmuseum Deutsche Bank Frankfurt/M.
  • Dr. Jens Blecher, Leiter des Universitätsarchivs Leipzig
  • Angelika Wilhelm, Leipzig, Joachim-Ringelnatz-Verein Wurzen, für die Verfügbarkeit ihres Manuskripts Joachim Ringelnatz und seine Ahnen
  • Janine Wagner, Wurzen
  • Marén Berg, Paris, für verschiedene Übersetzungen

Dr. Sabine Jung

Zur Ausstellung[Bearbeiten]

Im Zuge des Stadtjubiläums 1050 Wurzen gilt ein besonderes Augenmerk auch den Schätzen der jüngeren Vergangenheit. Dazu zählt u. a. die reiche Manufaktur- und Industriegeschichte der Stadt.

Georg Bötticher ist einer der Protagonisten jener Ära. Mit seiner Doppelbegabung, die sich auch auf den Sohn Hans (Joachim Ringelnatz) übertragen hat, wirkte er als vielbeschäftigter und herausragender Musterzeichner und als be- und anerkannter Dichter und Schriftsteller.

Während die Designer-Tätigkeit eher die Pflicht für ihn war, könnte die Schriftstellerei als seine Kür bezeichnet werden. Diesen zwei Seiten seines Talents nähern wir uns in der Doppelausstellung.

Das Kulturhistorische Museum Wurzen widmet sich in zwei Abteilungen dem Thema Tapeten- und Teppichherstellung und ganz speziell auch Georg Böttichers Leben und Wirken. Die dort gezeigten Exponate geben einen eindrücklichen Einblick in die Entwicklung dieses Wurzener Industriezweiges und somit eine wichtige Ergänzung der Ausstellung in der Städtischen Galerie am Markt.

Die farbigen Abbildungen im Katalog verhelfen zu einem besseren Gesamteindruck des Œvres; obwohl bis auf Heft 1 / Blatt 1 Herausgeber und Urheber unklar sind. Blatt 1 im Heft 1 (Abb. S. 7) hat Georg Bötticher entworfen (s. Literaturverzeichnis S. 66).